Eine U-Bahn unter einem Unternehmensschild "BVG" (Symbolbild, Quelle: Daniel Naupold/dpa)
Bild: dpa

Berliner Verkehrsbetriebe - Verdi droht mit Streik bei der BVG

Der Tarifstreit bei der BVG droht zu eskalieren. Am 25. September soll weiter verhandelt werden, doch die Gewerkschaft Verdi bringt schon einmal mögliche Arbeitsniederlegungen ins Spiel. Der kommunale Arbeitgeberverband nannte Verdis Ankündigungen eine "Drohkulisse".

Den Kunden der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) drohen in den nächsten Wochen Einschränkungen durch Arbeitskampfmaßnahmen. Die Gewerkschaft Verdi setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen für die knapp 15.000 Beschäftigten des Unternehmens und ihrer Tochter Berlin Transport ein. Mit ihrer Arbeitskampfankündigung erntet Verdi am Dienstag Kritik von den Arbeitgebern.

Ohne Annäherung am Verhandlungstisch sei eine Zuspitzung des Konflikts möglich, hatte ein Verdi-Sprecher am Montag mögliche Arbeitskampfmaßnahmen begründet. Verhandlungsführer Jeremy Arndt sagte der "Berliner Zeitung": "Arbeitskampfmaßnahmen sind nicht ausgeschlossen."

Verhandlungen gehen am 25. September weiter

Verdi will mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) in Berlin für alle BVG-Beschäftigten eine Wochenarbeitszeit von 36,5 Stunden vereinbaren. Bislang gilt diese nur für etwa die Hälfte der Mitarbeiter. Die übrigen, seit 2005 eingestellten Kollegen müssen 39 Stunden arbeiten. Sie sollen bei vollem Lohnausgleich mit den älteren Kollegen gleichziehen - eine Forderung, die Verdi in der vorigen Tarifrunde nicht durchsetzen konnte. Beide Seiten setzen sich am 25. September wieder zusammen.

Der KAV Berlin teilte dem rbb am Dienstag in einer schriftlichen Stellungnahme mit, dass man sich derzeit innerhalb des Spitzenverbands der Arbeitgeberverbände, dem VKA in "einer Willensbildung" befinde. Dabei gehe es darum, "ob mit ver.di auf Bundesebene ein Rahmentarifvertrag Nahverkehr - wie gefordert - verhandelt wird. Erst nach dieser Entscheidung der VKA ist überhaupt eine Bewertung der ver.di- Forderungen für unser Mitglied BVG möglich."

Kurz: Ein Entscheidung für mögliche Verhandlungen will die Arbeitgeberseite zunächst mit den anderen Arbeitgeberverbänden abstimmen. Die Geschäftsführerin und Verhandlungsführerin des KAV Berlin sagte rbb|24: "Wir sind gesprächsbereit, lehnen es aber ab, uns unter Druck setzen zu lassen." Der KAV setze auf "kooperative und sachliche Verhandlungen, die die wirtschaftliche Situation des Unternehmens berücksichtigen.“

Etwa mit einem Warnstreik bei der BVG würde Verdi auch seinem Vorhaben Nachdruck verleihen, einen bundeseinheitlichen Rahmentarifvertrag für den Nahverkehr abzuschließen. Bislang sei die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände darauf nicht eingegangen. Sie verhandelt gerade über die Tarife im Öffentlichen Dienst.

Die BVG wollte die Aussagen des Verdi-Vertreters auf Anfrage von rbb|24 nicht kommentieren und verwies dabei auf die noch laufenden Verhandlungen.

Sendung: Inforadio, 14.09.2020, 17:00 Uhr

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69 Kommentare

  1. 69.

    Sorry aber bei Ihnen muss was schief gelaufen sein.
    Ich würde gerne mal Wissen in welcher Branche Sie arbeiten...
    Mich würde es nicht wundern wenn Sie ein Festgehalt bekommen...
    1. Die BVG/BT Kollegen setzen sich jeden Tag der Gefahr aus sein es jetzt Corona oder Überfälle.
    2. Ohne eine Gewerkschaft hat es noch nie Ordentliche Arbeitsbedingungen gegeben.
    3. Ein Streik ist dazu da um zu sagen "bis hier hin und nicht weiter" (siehe Punkt 2).
    4. Geldgier? Die Kollegen sind normale Menschen die Stunden schruppen, Überstunden machen damit Sie von A nach B kommen... also Vorsicht. Erst überlegen und dann Reden!

  2. 68.

    Ob die Forderung der Gewerkschaft eine Frechheit ist, darüber kann man sicher diskutieren...nur, wenn der öffentliche Nahverkehr stillgelegt ist, stellt sich doch allemal die Frage, wie man systemrelevant definiert, wenn die Pflegekraft kein Auto besitzt und nicht wirklich weiß, wie sie denn zur Arbeit kommt.
    Eine sachliche Diskussion wäre doch allemal fruchtbringender.
    Und was die Hauptstadtzulage angeht, für die Beamten sind die 150 € für die Pension irrelevant, weil nicht ruhegehaltsfähig.
    Also wenn man hier etwas von sich gibt, dann sollte es auch fundiert und sachlich korrekt sein.

  3. 67.

    Die Forderung ist in Anbetracht der aktuellen Situation eine Frechheit. Und auch die, die meinen es handelt sich um eine Neiddiskussion wie diese von Politikern oft betitelt wird, sind nicht mehr am Puls der Zeit.

    Wenn im öffentlichen Dienst, bei z.B. Pflegkräften eine Erhöhung von 4,8 % bzw. mind. 150 EURO gefordert werden ist dieses sicher im Anbetracht der CORONA Krise gerechtfertigt. Diese Leute stehen an vorderster Front, während andere, z.B. viele Lehrer, erst einmal aus der Schusslinie genommen wurden. Diese würden aber, als Beamte, bei 150 EURO Erhöhung in zwei, drei Jahren alleine durch diese eine Pensionssteigerung von rund 100 EURO erhalten. Das kann kein Angestellter oder Arbeiter in der Zeit erarbeiten.

    Die Verkäuferin ohne Erhöhung soll aber Steuern zahlen für deren Erhöhung von 4,8 %. Lieber 150 EURO für jede/n Verkäufer/in mehr

  4. 66.

    Sorry René, aber dieser sinnbefreite Kommentar entbehrt jeglicher Intelligenz.
    Ich möchte nicht mit dem alltäglichen Wahnsinn auf Berlins Straßen mein Geld verdienen und schon gar nicht mit der Verantwortung für die Fahrgäste, die leider oftmals auch ein immer rücksichtsloseres Benehmen an den Tag legen, wenn man mal ehrlich ist
    Und Schichtsystem...gern nachts um 1 Uhr aus dem Bett quälen, um pünktlich beim Job zu sein...so gut kann der Nachtzuschlag gar nicht sein... für mich eine Horrorvorstellung...meinen Respekt für alle Berufsgruppen, die im Schichtsystem arbeiten.
    Und das Streikrecht gibt es , also wird es auch in Anspruch genommen...Punkt!
    Irgendwas ist doch immer, was diese leidliche Diskussion mal wieder beweist.
    Ich bin auch nicht entzückt über einen möglichen Streik, aber es ist, wie es ist und jeder möge sich mal an die eigene Nase fassen...wäre ein Streik für den eigenen Geldbeutel in Aussicht, das wäre dann ja was völlig anderes und total ok, oder ?




  5. 65.

    Hören Sie auf solch einen Unfug zu schreiben.
    Die BVG- Mitarbeiter sind schuld an Corona Toten....was für ein Blödsinn.
    Frau Günther lässt POP-UP Radwege bauen und sperrt Straßen in Corona Zeiten. Man muss in die überfüllten Öffis umsteigen. Und ist Frau Günther auch schuld an Corona Toten...

  6. 64.

    Wenn die Gehälter im Handel oder in der Pflege erhöht werden ,steigen doch auch die Preise für Lebensmittel etc., für Heimplätze,die Pflegeversicherung etc.
    Übrigens auch Systemrelevante,für die doll geklatscht wurde. Klatschen reicht aber eben nicht.

  7. 63.

    Ich glaube hier ist was falsch gelaufen, dieses Jahr wird bei der BVG und BT der Mantelvertrag verhandelt. Also kein Geld sondern die Arbeitsbedingungen. Wenn diese besser sind, kommt das auch den Fahrgästen zu gute.

  8. 62.

    Ich finde Verhandlungen ja total in Ordnung. Aber die andere Seite der Medailie: Die BVG ist jetzt schon nicht wirtschaftlich und kann sich nur durch Zuschüsse über Wasser halten und eine Erhöhung der Ausgaben müsste mathematisch logisch eine Erhöhung der Farpreise nach sich ziehen. Dafür könnt ihr mich haten wie ihr wollt, das ändert aber nichts an der Mathematik. Irgendwer muss dafür bezahlen. Fahrpreise für die, die diese Dienstleistung nutzen oder noch mehr Steuergelder reinpumpen, die dann für andere Sachen fehlen. Aber ok alle anderen haben ja auch irgendwann Tarifverhandlungen und bekommen auch mehr Geld, da sind höhere Fahrpreise dann auch wieder ausgeglichen.

  9. 61.

    Typische Neidgesellschaft. Selber nicht vorankommen im Job, aber bei anderen meckern...Und dann noch keine Ahnung haben, was wir hier an vorderster Front für einen Job machen. Nur entspannt sitzen und fahren, schon klar. Mal ganz abgesehen von dem immer mehr aggressiv werdenden Verkehr. Sei es Fahrradfahrer oder Pkw ect...Zumal Verdi mit Streik droht, nicht das Fahrpersonal! Aber meckern ohne Durchblick in die wirklichen Problem des Fahrpersonals zu haben ist ja einfach. Kotzt mich nur noch an!!

  10. 60.

    @ Eve ganz schön harter Tobak den sie hier abladen .
    1. Geldgier : Den Mitarbeitern geht es nicht um Geld sondern um bessere Arbeitsbedingungen .
    2. Corona Tote den Mitarbeitern in die Schuhe zu schieben ist schon mehr wie abscheulich , über ihre Aussage sollten sie sich in "Grund und Boden schämen "
    3. Genau diese Mitarbeiter die ihrer Meinung nach für Corona Tote mit verantwortlich gemacht werden sollten , sind genau jene die sich Tag täglich einer erhörten Erkrankung an Corona aussetzen damit sie von A nach B kommen .

  11. 59.

    Ich drücke Ihnen und Ihren Kollegen und Kolleginnen wirklich die Daumen. Finde es auch nicht sehr sinnvoll,wie Busse auf der Busspur von Radfahrern ausgebremst werden. Das kann nicht der Sinn einer Busspur sein und ich beobachte das Schauspiel jeden morgen auf dem KuDamm,ehe ich rechts in die Westfälische Str. abbiege.
    Auch das respektlose Verhalten,was viele Leute nicht nur Kassiererinnen und Polizisten entgegen bringen,sondern auch Busfahrern,zusätzlich zum hyper turbulenten Staßenverkehr sind Stress pur. Aber alle wollen sicher von A nach B chauffiert werden.
    In diesem Sinne,toi,tou,toi.


  12. 57.

    Auch Sie scheinen keine Ahnung zu haben, außer den Fahrplan in der Fahrinfo ab zu lesen. Dieter hat vollkommen recht mit dem was er schreibt.
    Machen Sie diesen Job und dann unterhalten wir uns weiter.

  13. 56.

    Ich bin erstaunt, wer sich hier erlaubt zu behaupten das ein Straßenbahn, U- Bahn oder Busfahrer zu viel Geld verdienen. Von diesem Job haben die wenigsten eine Ahnung aber pöbeln rum, wenn ein Bus, eine Bahn oder eine Tram ausfällt und lieber Rene Sie sollten mal überlegen was Sie da von sich geben." ein bisschen spazieren fahren"sieht wohl ganz anders aus.
    Und mit körperlicher Arbeit kann man das kaum vergleichen.

  14. 55.

    Ich kann nur wiederholen, was ich schon einmal geschrieben habe: Mit einem Streik zu drohen grenzt während einer Pandemie an Körperverletzung. Es ist schlicht unverantwortlich und alle streikwilligen BVG Mitarbeiter sollten sich in Grund und Boden schämen, dass sie einen Streik üpberhaupt in Erwägung ziehen. Ihre Geldgier geht auf die gesundheitlichen Kosten ihrer Mitmenschen, die sich bei einem BVG Streik in übervolle S-Bahnen quetschen müssen in denen das Risiko sich mit Corona anstecken um ein Vielfaches steigern wird. Ich hoffe, Ihnen sind diese Konsequenzen bewusst und Sie wissen, dass die Corona Toten und Corona Langzeitgeschädigten auf Ihre Kosten gehen.

  15. 54.

    Ein bisschen konfus Ihr Kommentar.
    Mich würde auch interessieren, welche S-Bahn in Prenzlau fährt.
    Von Prenzlau bis Berlin brauchen Sie 1,28 Std. mit dem RE 3, fragen Sie mich doch ;-))

  16. 53.

    „ weil die Grünen die Radwege bauen, Busspuren als Radwege genutzt werden usw. Wendezeiten sind knapp“
    Aha, deswegen braucht ihr mehr Geld ;-/

  17. 52.

    Vielen Politikern ist es doch egal, ob man 2 Std. zur Arbeit fährt.
    Da könnte sich Herr Geisel doch mal kümmern.
    Dass sich im November bei 5°C nicht halb Berlin in der S-Bahn infiziert, wenn die U-Bahn streikt.
    Ein vernünftiger Abschluss füt untere Lohngruppen muss doch möglich sein.

  18. 51.

    Liebe Leserinnen und Leser ich weiß das es leider immer die trift, die das nicht zu verantworten haben, aber wie sollen wir sonst unseren Unmut zeigen? Es geht um bessere Arbeitsbedingungen und die sind glauben Sie mir nicht die besten. Wir Busfahrer stehen so oft im Stau, weil die Grünen die Radwege bauen, Busspuren als Radwege genutzt werden usw. Wendezeiten sind knapp, deshalb fallen so viele Busse aus. Das ärgert nicht nur die Fahrgäste sondern geht auch zu Lasten der Sicherheit und Konzentration. Das muß verbessert werden. Deshalb wird unter anderem verhandelt. Ich wünsche mir auch einen schnellen, zuverlässigen ÖPNV. Leider sieht unser rot-rot-grüner Senat das nicht so. Grüne meinen sogar na dann muß der Fahrplan korigiert werden, was totaler Quatsch ist. Nein mehr Busspuren nur für Busse, mehr Sondersignale und Vorrangschaltung an den Ampeln. Es wird ein heißer Herbst, in der Hoffnung das für unsere Fahrgäste sich viel verbessert! Liebe Grüße

  19. 50.

    Das Problem ist, daß die arbeitnehmerfeindlichen Gewerkschaften GDL, EVG + Verdi nicht gegen die Schuldigen ihrer Arbeitsbedingungen streiken, sondern gegen unschuldige Fahrgäste, die brav ihren Fahrpreis bezahlen. Die Arbeiter kommen dann nicht auf Arbeit, die Schüler nicht in die Schuile usw und auch nicht wieder nach Hause, verlieren dadurch ihre Arbeitsplätze, bekommen Ärger in der Schule. Deshalb nenne ich diese Gewerkschaften arbeitnehmerfeindlich. Die Zug+Busausfälle jucken die Verantwortlichen nicht direkt im eigenen Protemonnaie. In der Privatwirtschaft würden das die Chefs direkt am eigenen Geld spüren. Aber bei Staatunternehmen bekommen die Abgeordneten, Senatoren, Regierungsmitglieder, Vorstände ihr Geld trotzdem. Auch die Autoparteien bekommen ihre Parteispenden uneingeschränkt. Vielleicht legt die Autolobby sogar noch was drauf, wenn die Konkurrenz bestreikt wird. Bestreikt werden muß die Autolobby, weil die schuld ist.Ich wünsche den BVGern viel Erfolg, aber ohne Streik.

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