ufsteller mit der Aufschrift "Warnstreik" der Gewerkschaft Verdi
Video: Abendschau | 20.09.2020 | Heike Schüler | Bild: dpa/Daniel Reinhardt

Tarifverhandlungen - Im Öffentlichen Dienst drohen Warnstreiks

Die Tarifgespräche für den Öffentlichen Dienst kommen nicht voran Nun erhöhen die Gewerkschaften den Druck: Sie drohen für nächste Woche mit Warnstreiks. Welche Branchen und Regionen betroffen sein werden, werde erst Montag bekanntgegeben.

Auf die Menschen in Deutschland kommen neue Warnstreiks im öffentlichen Dienst zu. Erste Ausstände in einzelnen Regionen beginnen an diesem Dienstag, wie die Gewerkschaft Verdi am Sonntag in Potsdam ankündigte. Wo und in welchen Branchen gestreikt wird, werde erst Anfang der Woche klar, hieß es bei Verdi.

Auch die Eltern von Kita-Kindern müssen sich auf Warnstreiks einstellen. Ausstände in Kitas seien möglich, hieß es in Verhandlungskreisen von anderer Seite. Da es sich um Warnstreiks handele, sei damit zu rechnen, dass Erzieherinnen nicht mehr als ein bis zwei Tage ihre Arbeit niederlegen.

Verdi-Chef: "Warnstreiks sind unvermeidlich"

"Die öffentlichen Arbeitgeber haben sich zwei Runden lang eingemauert", sagte Verdi-Chef Frank Werneke laut einer Mitteilung. Von Respekt und Anerkennung gegenüber den Beschäftigten sei nichts zu spüren gewesen. "Damit sind Warnstreiks unvermeidlich", so der Gewerkschaftschef. Der Arbeitgeberseite warf Werneke vor, kein Angebot vorgelegt zu haben.

In zentralen Punkten lägen die Verhandlungsparteien noch weit auseinander. Als "skandalös" kritisierte Werneke, dass die von den Gewerkschaften geforderte Ost-West-Angleichung bei der Arbeitszeit erst 2025 verwirklicht werden solle. Auch die von den Kommunen angestrebte Laufzeit eines neuen Tarifvertrags bis in das Jahr 2023 lehnte der Verdi-Chef ab. Die Gewerkschaften fordern eine Laufzeit von einem Jahr. "Die Arbeitgeber verschärfen den Konflikt. Die Antwort wird jetzt aus den Betrieben kommen", sagte Werneke.

Warnstreiks in Kitas und Pflegeeinrichtungen möglich

Bereits der Chef des Beamtenbunds dbb, Ulrich Silberbach, hatte Warnstreiks etwa in Kitas und Pflegeeinrichtungen nicht ausgeschlossen.

Die Gewerkschaften fordern 4,8 Prozent mehr Lohn. Den Beschäftigten sollen mindestens 150 Euro mehr pro Monat zugesichert werden. Sie fordern eine Laufzeit von zwölf Monaten, die kommunalen Arbeitgeber wollen eine längere Laufzeit. Die Kommunen hätten wegen der Corona-Krise nichts zu verteilen, argumentieren sie.

Direkt verhandelt wird für 2,3 Millionen Tarifbeschäftigte von Bund und Kommunen. Auf die mehr als 200.000 Beamten soll das Ergebnis nach Ansicht der Gewerkschaften übertragen werden. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt.

53 Kommentare

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  1. 53.

    Hallo Herr Schmidt ,
    dass in ihrer Kita 80% der Kinder betreut werden mussten ist sicher nicht die Normalität gewesen und besonders am Anfang wurden nur Kinder aufgenommen, wenn beide Eltern systemrelevant waren. In den Kitas , die ich kenne waren maximal 4 Kinder zu betreuen und das sicher nicht von allen Erziehern .
    Ich finde auch , dass die Bezahlung und der Personalschlüssel zu verbessern sind aber im Moment ist das für die Eltern , die selber große finanzielle Probleme haben und nun eventuell wieder sehen müssen wie ihre Kinder betreut werden können, nicht nachvollziehbar.

  2. 52.

    Wenn Sie schon keine Ahnung haben, wer da für wen verhandelt, dann sollten Sie etwas dezenter schimpfen. Es geht nicht um die Landesbediensteten. Ist das echt so schwer?

  3. 51.

    Hä. Die Tariferhöhung betrifft alle Gruppen und Stufen. Und ja, Leute die länger im Dienst sind bekommen mehr wie welche die dazukommen. Das ist doch aber ganz normal. Man nennt es Erfahrung. Letztlich wird auch der Lohn in den unteren Gruppen erhöht, bzw. soll durch Streiks erreicht werden.
    Niedriger wird niemand eingruppiert, dass ist ja alles geregelt. Am Bsp. Erzieher: Er wird immer in die selbe Gruppe eingruppiert, anhand seiner Berufserfahrung wird die Stufe bestimmt.

    Und by the way: Ich persönlich schreie nicht nach mehr Geld, ich möchte meiner Arbeit qualitativ nachkommen, dass geht nicht wenn ich immer für 2 arbeiten muss. Daher Löhne rauf, Ausbildung vergüten, Arbeitsbedingungen verbessern und dann kommen auch die Fachkräfte! Letztlich kommt es unseren Kindern zugute!

  4. 50.

    Das Argument mit der Stellenbesetzung durch höhere Löhne ist doch nur die halbe Wahrheit. Das ist ein nettes Argument um nicht zugeben zu müssen, daß man selber einfach mehr Geld haben möchte - was nebenbei ok wäre, denn das will jeder. Dazu darf man stehen, ganz ohne die Corona-Ausrede zu bemühen, denn der Tarifvertrag wäre auch ohne Corona ausgelaufen. Zur Wahrheit unbesetzter Stellen gehört aber auch, daß bei der Neubesetzung von Stellen diese gern niedriger eingruppiert werden. Da hilft dann auch die grundsätzliche Erhöhung nichts, wenn neue und in der Regel hervorragend ausgebildete Bewerber „großzügig“ mit ner 5 oder 6 abgespeist werden sollen - sofern sich auf sowas überhaupt jemand bewirbt.

  5. 49.

    Das die Polizei,Feuerwehr, Pflegekräfte und Gesundheitämter mehr Geld bekommen sollen geht in Ordnung aber die anderen Behörden, die man in der ganzen Zeit nicht erreichen konnte.
    Auch jetzt noch nur unter Schwierigkeiten,
    die wären doch gar nicht vor Ort.
    Dann müssen die Angestellten im Supermarkt oder alle die noch arbeiten mussten,auch eine Gehaltserhöhung bekommen.
    Aber die gehören ja nicht zu öffentlich Dienst.

  6. 48.

    Jaja, erst wurden sie beklatscht und jetzt werden sie wieder gering geschätzt. Erst waren sie die Helden und jetzt sind sie wieder die Fußabtreter für Euch?
    Was seid Ihr einfältig. Gönnen können, das ist die Devise.

  7. 47.

    Wieso schon wieder eine Lohnerhöhung der Öffentliche Dienst in den Ämtern soll erst mal beweisen daß diese Mitarbeiter der Lohnerhögung auch wehrt sind denn von Bürgernähe und Kundenservice ist man dort weit entfernt sage nur Bürgerämter und Zulassungsstelle.
    Hochachtungsvoll Stoll Karl-Heinz

  8. 46.

    Obwohl ich von einer Lohnerhöhung profitieren würde, muss ich Ihnen Recht geben. In dieser Zeit, in der viele nur Kurzarbeit hatten, manche Betriebe vor dem Aus standen, ist eine Löhnerhöhungsforderung für den öffentlichen Dienst unverschämt. Besonders geforderten Angestellten kann man Boni geben.

  9. 45.

    Hallo Ines,
    da muss ich Sie korrigieren. In Berlin musste jede Kita eine Notbetreuung organisieren. Die Belegung richtete sich nach dem Anteil der systemrelevanten Eltern. In meiner Einrichtung waren es 80%. Das bedeutet das wir zu 80% belegt waren, da kann man nicht von Notbetreuung und „zu Hause sitzen bei vollem Gehalt“ sprechen. Der Betrieb ging weiter. Und bis heute hat sich daran nichts geändert, wir arbeiten ohne Schutz, ohne alles. Haben bis heute keine tolle Prämie bekommen (wie z.B. die Verkäufer, die sich wenigstens Schützen können). Niemand hat Danke gesagt. Wären wir nicht gewesen könnten die systemrelevanten gar nicht ihren Job nachgehen. Und das alles für nichts? Ich denke das wir nun den Mund auf machen ist gerecht. Klar sind die Eltern wieder die Leidtragenden, dass tut mir auch Leid. Aber der Personalnotstand in den Kitas muss behoben werden, und das klappt nur mit attraktiveren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen.

  10. 44.

    Der Berliner wird sehr wohl vom Warnstreik was bekommen, weil Kitas und Kliniken bestreikt werden.
    Ihnen ist wohl entgangen, dass auch Klinikpersonal zum ÖD gehört, also Berufsgruppe die mit " Bürohengsten " wahrlich nichts zu tun hat, und trotzdem in den selben "Sack" gesteckt wird.
    Im Frühjahr hat die Bevölkerung und Politik überschwenglich gedankt und mehr Wertschätzung, auch monitär, versprochen. Und nun: " April, April " von der Politik und keine Wertschätzung von der Bevölkerung.

  11. 43.

    Liebe/r Toska,
    der betreffende Kommentar wurde nicht verborgen. Sie können die Kommentarspalte unten über "Weitere Kommentare anzeigen" erweitern.
    Gruß aus der Redaktion.

  12. 42.

    Lieber rbb24
    kann es sein das hier Kommentare über Nacht gelöscht werden? oder einfach verschwinden?. Ich habe auf einen Kommentar von @ pepe geantwortet nun ist aber der Kommentar von @ pepe nicht mehr da. Wo ist er denn?
    Da kommt man sich ja auch etwas veräppeln vor wenn man jemanden antwortet und der Kommentar ist weg.
    Macht dochirgenwie keinen Sinn oder?
    Entweder wird die Kommentarfunktion gesperrt, oder Kommentare die wirklich unter der Gürtellinie gehen freigegeben oder einfach gelöscht wie es den rbb24 gefällt. Wäre nett wenn ich eine Antwort bekomme.

  13. 41.

    "So oft wie die im öffentlichen Dienst bekommt man in der freien Marktwirtschaft keine Lohnerhöhung"

    Doch. Denn auch in der freien Marktwirtschaft gibt es Tarifverträge.

  14. 38.

    So oft wie die im öffentlichen Dienst bekommt man in der freien Marktwirtschaft keine Lohnerhöhung trotz steigender Lebenserhaltungskosten. Und dass es jetzt wieder mal die treffen soll, die eh schon in den letzten Monaten nix zu lachen hatten (z.B. Kitakindereltern), dafür habe ich null Verständnis. Die angesprochenen Überstunden der Labortätigen kann ich verstehen, aber dann sollen die doch bitte streiken und nicht Erzieher, die bei vollem Lohnausgleich in den letzten Monaten kaum etwas zu tun hatten und zu Hause bleiben durften.

  15. 37.

    Bei den Kommentaren wird mir schlecht. Öffentlicher Dienst heißt nicht nur Amt. Ich als Erzieher muss ehrlich sagen, dass unsere Arbeitsbedingungen miserabel sind. Es werden Hygienekonzepte entwickelt die einfach nicht umsetzbar sind. Wir riskieren seit einem halben Jahr unsere Gesundheit, dass alles ohne Schutz, ohne tolle Corona Prämien, ohne alles. Da darf man doch mal Streiken!

    Und By the way: die Ämter brauchen teilweise Wochen Bearbeitungszeit, weil die Kollegen einfach für 2-3 mitarbeiten müssen, da die Stellen nicht besetzt sind! Attraktivere Löhne bedeutet auch, dass die fehlenden Stellen schneller besetzt werden.

    Ich finde es richtig von seiner Stimme Gebrauch zu machen, in einer Zeit wo sich alles darum dreht wie man Zuschauer sicher in Stadien bekommt - auf der anderen Seite die Kitas vollstopft und kranke Kinder nicht abweisen darf, trotz Pandemie.

  16. 36.

    Unterlassen Sie einfach mal Ihre Unterstellung das ich ein Wutbürger bin, wenn ich wütend bin schreibe ich bestimmt nicht hier. Von mir aus könnt ihr streiken bis zum jüngsten Tag ich brauche die BVG nicht, ich habe zwei Autos in der Garage, gesunde Beine und ein Fahrrad. Ihre Auflistung ist zwar nett aber interessiert mich überhaupt nicht.

  17. 35.

    Aber ich bitte Sie mein Gute, bei allen was nicht Gesundheitsämter ist, ist doch wegen Corona Schicht im Schacht, versuchen Sie mal z.Z. eine Autozulassung zu bekommen z.B. da können Sie tatsächlich im nächsten Jahr wieder kommen. Ne wenn alle den Gürtel enger schnallen müssen ist es es ganz ungeschickter Zeitpunkt jetzt mit Gehaltsforderungen zu kommen.

  18. 34.

    Der öffentliche Dienst soll am Dienstag streiken? Nun, der Berliner wird davon nicht viel mitbekommen, gibt es seit der Corona-Pandemie soetwas wie öffentlicher Dienst nicht mehr in der Stadt.
    Also lächerlich, was ver.di hier androht.

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