27.07.2020, Berlin: Zwei Personen stehen mit Schutzmaske vor der Agentur für Arbeit in Berlin Mitte. (Quelle: dpa/Annette Riedl)
Audio: Inforadio | 29.10.2020 | Birgit Harprath | Bild: dpa/Annette Riedl

Berlin und Brandenburg - Arbeitsmarkt erholt sich im Oktober weiter

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt hat sich im Oktober weiter erholt. Damit setzt sich die positive Entwicklung von August und September fort - fällt dabei aber in Brandenburg weniger deutlich aus als in Berlin.

Trotz der Corona-Pandemie hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt in Berlin und Brandenburg im Oktober weiter verbessert. Damit ist die Arbeitslosigkeit in beiden Bundesländern bereits den dritten Monat in Folge zurückgegangen. Unternehmen und Beschäftigte im Tourismus, im Hotel- und Gaststättengewerbe und in weiteren Dienstleistungsbereichen und viele Solo-Selbstständige sind allerdings weiterhin von den pandemiebedingten Einschränkungen betroffen.

Pandemie erschwert Berlinern Einstieg ins Berufsleben

In Berlin waren laut Bundesagentur für Arbeit im Oktober 204.792 Frauen und Männer arbeitslos. Das sind 4.490 weniger als im September - und zudem der stärkste Rückgang in einem Oktober seit 2012. Im Vergleich zum Oktober 2019 sind es 52.503 Personen mehr. Die Arbeitslosenquote der Hauptstadt lag damit im Oktober bei 10,2 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte niedriger als im September. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 7,8 Prozent.

Im Oktober fanden in Berlin deutlich mehr Arbeitslose wieder eine Beschäftigung. Gefragt waren Arbeitskräfte unter anderem im Handel, in der Öffentlichen Verwaltung, im Sicherheitsgewerbe sowie in der Kranken- und Altenpflege. Auffällig ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Personen bis 20 Jahren in Berlin. Grund sind die wegen der Corona-Pandemie schwieriger gewordenen Übergänge von der Schule in das Berufsleben.

„Der Arbeitsmarkt in Berlin hat sich im Oktober gut stabilisiert. Die Corona-bedingten Verwerfungen fängt der Arbeitsmarkt zunehmend auf – auch dank Kurzarbeit. Trotz der konjunkturellen Risiken infolge der Corona-Pandemie haben Unternehmen wieder mehr Personal eingestellt.", sagte Bernd Becking, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit. Die hohe Zahl der Menschen, die ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Beschäftigung im Oktober beenden konnten, würden einen Nachholbedarf in den Unternehmen zeigen.

Rückgang in Brandenburg weniger deutlich

In Brandenburg registrierten die Arbeitsagenturen und Jobcenter im Oktober 81.221 Arbeitslose. Das sind 1.824 weniger als im September und 8.840 mehr als Oktober letzten Jahres. Für Brandenburg ergibt sich im Oktober demnach eine Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent. Das sind 0,1 Prozentpunkte weniger als im September. Vor einem Jahr hatte die Quote noch bei 5,4 Prozent gelegen.

Gesucht wurde in Brandenburg Personal unter anderem in der Öffentlichen Verwaltung, in Metallberufen, im Baugewerbe sowie für Erziehung und Unterricht.

Weiterhin Entlastung durch Kurzarbeit

Der Arbeitsmarkt in Berlin und Brandenburg wird weiterhin durch das Kurzarbeitergeld entlastet. Laut Daten der Bundeagentur für Arbeit haben im Juli in Berlin 132.289 Beschäftigte kurzgearbeitet. In Brandenburg waren es 48.479 Personen. Damit ging die Kurzarbeit in beiden Ländern erneut zurück. Kurzarbeit muss Monat für Monat weniger zur Sicherung von Arbeitsplätzen eingesetzt werden.

Die Unsicherheiten blieben bestimmend und würden die nächsten Wochen und Monate anhalten, sagte Bernd Becking: "Viele tausend Beschäftigte sind immer noch in Kurzarbeit, und es drohen in einigen Branchen Schließungen. Die Zahl derer, die ihren Job verlieren und arbeitslos werden, ist weiter hoch. Das ist ein Zeichen für die Risiken und Unsicherheiten, die in der Wirtschaft vorhanden sind." Die weitere Entwicklung am Arbeitsmarkt sei stark vom Gelingen bei der Eindämmung der Pandemie abhängig. Dazu könne und müsse jeder und jede durch die Einhaltung der Regeln beitragen.

Sendung: Inforadio, 29.10.2020, 10:00 Uhr

9 Kommentare

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  1. 9.

    Überschrift und Statistik sind zur Erfassung tatsächlicher Zustände auf dem Arbeitsmarkt irreführend.

  2. 8.

    Die Statistik ist für mich so unglaubwürdig. Für mich ist es noch kein Beweis dafür, dass diese Menschen alle in Arbeit gegangen sind. In dieser Statistik ist nur die Zahl derer, die vom Arbeitsamt kein Geld erhalten (abgemeldet, eventuelle Tote u.s.w.). Eigentlich müsste von dr Wirtschaft die Zahl kommen - Arbeitslose die in Firmen in Arbeit gekommen sind. Liege ich da in etwa richtig um die Zahlen der JobCenter und Bundeszentrale für Arbeit anzuzweifeln?

  3. 7.

    Deutschland Schafft es nicht alleine, die Pandemie zu beenden. Länder müssen koordiniert gegen das Virus vorgehen. Eine Pandemie lässt sich nur durch Worte nicht aufhalten. Im Leben immer auf das positive konzentrieren. Was kommt nach Corona - und was bleibt? "Nicht den Kopf in den Sand stecken"

  4. 6.

    Tja, das dürfte sich jetzt ja erledigt haben. Die nächste Kündigungswelle steht schon in den Startlöchern.

  5. 5.

    Na bald wohl nicht mehr!!

  6. 4.

    Und das wird jetzt wider Einbrechen

  7. 3.

    Ruhe vor dem Sturm?

  8. 2.

    Wer das statistische Zusammenkommen dieser positiven Nachricht in Zeiten wie diesen nicht hinterfragt, glaubt sicherlich auch noch an den Weihnachtsmann.

  9. 1.

    Nur bezogen auf den Aufmacher: Und im November erkrankt er wieder.

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