Ein Streikplakat der Gewerkschaft Verdi (Quelle: dpa/Ralf Hirschberger)
Video: Brandenburg Aktuell | 22.10.2020 | F. Pilarski | Bild: dpa/Ralf Hirschberger

Öffentlicher Dienst - Warnstreiks in mehreren Brandenburger Verwaltungen und Kitas

In Brandenburg sind am Mittwoch Mitarbeiter von Verwaltungen, Kitas und Entsorgungsbetrieben in den Ausstand getreten. Verdi hatte zum Warnstreik aufgerufen. Rund 300 Menschen kamen zu einer Kundgebung.

Einen Tag vor der dritten Verhandlungsrunde für die Tarife im öffentlichen Dienst von Bund und Ländern haben am Mittwoch Beschäftigte in Brandenburg ihre Forderungen mit Warnstreiks bekräftigt.

Die Arbeitskampfmaßnahmen in Brandenburg sind Teil bundesweiter Streikaktionen.
Mit dem Start der Frühschicht legten Beschäftigte der Stadtentsorgung Potsdam, der Kreisverwaltungen Teltow-Fläming und Havelland, sowie die Beschäftigten der Verwaltungen und Kitas in Hennigsdorf (Oberhavel), Falkensee, Rathenow, Nauen (alles Havelland) und weiteren Gemeinden ihre Arbeit nieder. Etwa 300 Beschäftigte trafen sich in Potsdam auf dem Luisenplatz zur einer Abschlusskundgebung.

Die Gewerkschaft will mit Warnstreiks in den aktuellen Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhen. Bereits für Montag und Dienstag hatte Verdi in Berlin zu Warnstreiks bei den landeseigenen Kliniken und der Stadtreinigung BSR aufgerufen. In Brandenburg war in der vergangenen Woche bereits in Brandenburg an der Havel sowie in den Verwaltungen in Prenzlau, Schwedt, Strausberg und Panketal gestreikt worden.

Verdi: Arbeitgeberangebot enthält sogar Verschlecherungen

Verdi fordert in der laufenden Tarifrunde Gehaltserhöhungen von 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro monatlich. Außerdem soll es eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro geben. Der Deutsche Städtetag hatte zuletzt für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten ein Lohnplus von 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von drei Jahren angeboten, das die Gewerkschaften allerdings ablehnten.

Verdi kritisierte das Angebot als unzureichend. Verdis Vizelandeschefin für Berlin und Brandenburg, Andrea Kühnemann, nannte das Angebot "eine Provokation". So sei die vorgeschlagene Pandemiepremie zu gering und auch die angebotene Laufzeit enthalte eine sechsmonatige Phase, in der "nichts gezahlt" werde: "Und dazu kommt noch: Die Arbeitgeber wollen an die Eingruppierungen ran, das heißt: Generell sollen die Kolleginnen und Kollegen schlechter eingruppiert werden, das heißt: schlechter bezahlt werden. Und das können wir auf keinen Fall zulassen."

Bundesweite Arbeitskampfmaßnahmen

Der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Helmut Dedy, sagte hingegen, die Arbeitgeber hätten ein Angebot vorgelegt, "das sich sehen lassen kann". Den Warnstreik kritisierte er: "In diesen schwierigen Corona-Zeiten sind die Menschen genug belastet und brauchen nicht auch noch massive Störungen im Bus- und Bahnverkehr", sagte Dedy der "Rheinischen Post" (Montag). "Und Streiks in Krankenhäusern empfinde ich gerade jetzt als unpassend."

Die dritte Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst ist für Donnerstag und Freitag angesetzt. Die Warnsteiks in Berlin und Brandenburg sind Teil von bundesweiten Arbeitskampfmaßnahmen.

20 Kommentare

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  1. 20.

    Berufsgruppen die Daseiensvorsorge betreiben sollten nicht streiken dürfen !

  2. 19.

    Meiner Auffassung nach, müsste das ganze System überdacht werden. Man muss kein Mathematiker sein, um festzustellen, dass bei der derzeitigen Prozentregelung die ohnehin schon höheren Gehaltsgruppen eine größere "Kelle" mehr auf ihr Brutto bekommen. Die Schere geht also stetig weiter auseinander. Gerechter wäre es, jedem Mitarbeiter daß Gehalt um den gleichen Festbetrag zu erhöhen. Aber, die Gewerkschaftsbosse gehören ja wohl auch eher nicht zu den niedrigen Gehaltsgruppen.

  3. 18.

    Skrupellos ist es Kitas zu bestreiken und den ÖPNV lahmzulegen . Und das zu Zeiten wo die Fälle an Corona täglich steigen. Das die Streikenden mitmachen kann ich verstehen. Sie bekommen mehr Kohle sind aber von den Schließungen kaum betroffen.

  4. 17.

    Es gibt Eltern die schuften 80 Stunden und mehr die Woche mit dem Risiko alles zu verlieren. Investieren mit dem verdienten Geld oder erweitern ihre Firma, stellen Arbeitnehmer ein, verdienen Geld, weil Menschen ihr Produkt haben wollen... und investieren in die Zukunft, Ausbildung und Sicherheit ihrer Kinder... vererben das erarbeitete, damit es ihren Kindern einmal besser geht.. Und dann kommen diese linken sozialneider und beklagen sich, weil ihre Eltern und sie selber nicht den Antrieb haben etwas auf die Beine zu stellen, ein bequemes Leben auf dem Niveau dieser Leute führen wollen ohne auch nur annähernd solche Leistungen zu erbringen.
    Allen Wohlstand und alle Annehmlichkeiten, die linke heute gerne verschenken und verteilen wollen gibt es nicht weil unsere Gesellschaft links ist und die Realitäten nicht rafft sondern weil es Menschen mit Visionen gab, die diese umgesetzt haben. Manche sind dabei gescheitert (mit denen hat niemand Mitleid) und manche haben es geschafft.

  5. 16.

    Stell dir vor es ist Warnstreik und keiner merkt einen Unterschied.
    Alba übernimmt sicher gerne die Verträge der BSR.

  6. 15.

    Ihnen ist wahrscheinlich entgangen, dass die Reichen (der Welt) keinerlei Einbußen durch die Corona-Krise haben.
    Ist Fakt. Steht nicht zur weltanschaulich frei flottierend skalierbaren "Meinung"

    Also jetzt noch mal und an Sie: Was also ist "skrupellos" bedient sich die Arbeitnehmerschaft des einzige Druckmittels das sie hat. Ihre Arbeitskraft bei zu geringer Bezahlung verweigern.
    Was sind Sie? Bankdirektor? Haben Sie Aktien von Unternehmen die möglichst wenig Lohn bezahlen, möglichst viel Sozialdumping betreiben, damit Sie den Eindruck haben das sei eine toll funktionierende Volkswirtschaft?
    Obwohl es höchstens die Anwendung rudimentärer Kenntnisse in Betriebswirtschaft sind. Mit sehr wenigen Spalten für die Gewinner eines solchen Systems. Ich frage das, weil nicht wenige wie Sie daherreden, als seien sie der Fabrikdirektor oder Kassenwart - in Wahrheit haben sie selbst aber gar nichts davon. Ausser der Vorstellung der Fabrik- oder Bankdirektor fände sie gut und erwähle sie.

  7. 14.

    Im Zusammenhang mit Corona machen die Streiks im ÖPNV und in den Kitas richtig Sinn. Klar möchte jeder mehr Geld, Ich finde die Methoden von Verdi unangemessen und skrupellos.

  8. 13.

    An wen möchten Sie denn gerne "ausschreiben" Herr Denny? Eine Leiharbeiter-Sklavenfirma die für gar keine Fachkenntnis, keinen ordentlichen Arbeitsvertrag und notorische Säumnis beim Lohnzahlen Ihre Kinder betreut, Ihre Pflege in der Intensivstation simuliert, oder es beim putzen so lässig nimmt, das deutsche Krankenhäuser endgültig den Spitzenplatz bei der Todesrate durch resistente Krankenhauskeime erreicht?
    Was sind Sie? Bankdirektor? Besitzer einer Hintehofklitsche, der seiner unterbezahlten Belegschaft mit Maschinen oder Abwanderung ins Ausland droht?
    Nennt man übrigens schlicht: Klassenkampf von oben.
    Immerhin hat der RRG-Senat Berlin beschlossen: Bei kommunal-öffentlichen Aufträgen, muss der Auftragnehmer mindestens 12,50 Euro Lohn bezahlen. Statt sich an öffentlichen Geldern selbst fett zu machen. Gegen die Stimmen von CDU, FDP und -natürlich- AfD.
    Sie halten Ihre Mitmenschen offenbar für blöde. Die sogenannte "Privatwirtschaft" will auch nur an die öffentlichen Budgets.

  9. 12.

    Solange die Renten jedes Jahr exponentiell sprudeln, sollten die Arbeitenden erst recht mehr Geld bekommen, das sollten die kommunalen Ausbeuter endlich kapieren.

  10. 11.

    ich arbeite in der privaten Wirtschaft und habe trotz Corona auch volles Gehalt bekommen. Bin ich jetzt auch dekadent. Schön vorsichtig sein mit solchen Kommentaren. Fakt ist die Angestellten Gehälter im öffentlichen Dienst hinken der privaten Wirtschaft weit hinterher. Mit diesen Arbeitsbedingungen wird man nie das Personal finden was im öffentlichen Dienst gebraucht wird.

  11. 10.

    3,5% wo andere kurz vor der Pleite stehen oder sich mit Kurzarbeitergeld über Wasser halten müssen."
    So hat mans gerne: Von den abhängig Beschäftigten Solidarität einfordern und an die Milliarden scheffelnde Erbenkaste keinen Gedanken verschwenden.
    Die Damen und Herrn Klatten-Quandt-Schwarz-Albrecht-Scheffler und wie sie alle heissen mögen, werdens mit Wohlgefallen lesen.

  12. 9.

    Naja aber wir können doch einfach wieder abends auf den Balkonen oder sonstewo stehen und für die Krankenhausmitarbeiter und Pflegekräfte klatschen... das ist doch genug Anerkennung... Wahnsinn was hier abgeht in Neidland...Unglaublich...Deutschland ohne Verwaltung und stattdessen alles automatisieren?...na dann ...

  13. 8.

    Na dann tauschen wir doch unsere Jobs - ab sofort werden Sie sich um die Sicherheit der - mitunter aggressiven und unter dem Einfluss von z. B. Betäubungsmitteln stehenden - Mitbürger im Wechselschichtsystem kümmern und das zum Durchschnittsgehalt eines Bäckereiangestellten. Und das wird sicherlich gaaanz entspannt, je mehr Einschränkungen die Bürger hinnehmen müssen in den kommenden Wochen und Monaten! Vielleicht machen Sie einen Vorschlag, was eine Krankenschwester, ein Feuerwehrmann oder ein Polizist verdienen dürfen, um Sie nicht weiterhin mit ihren dekadenten Lebensstilen zu belasten.

  14. 7.

    Löhne und Gehälter für die Pflegeberufe im medizinischen Bereich und diie Ärzte sofort rauf. Alle anderen im öffentlichen Dienst und damit einem sicheren Arbeitsplatz sollten nicht berücksichtigt werden.
    Grüße von einem aus dem ÖD, der aus der Gewerkschaft ausgetreten ist.

  15. 6.

    1. Berlinzulage ist für einige Landesangestellten.
    2. Woher wissen Sie so explizit wie hoch die meisten Einkommen im öffentlichen Dienst sind?
    3. Würden Sie sich nicht wehren, denn es geht hier nicht nur um einen prozentuellen Gehaltsanstieg, sondern auch darum, dass der Arbeitgeber die Mitarbeiter in den Gehaltsstufen mal flott um mind. eine Gehaltsstufe runter setzen möchte.
    Der Großteil des öffentlichen Dienstes hat in der "Corona-Zeit" auch gearbeitet. Warum soll es dann kein Gehalt geben?
    Jaja ich höre es wieder....die arbeiten ja sowieso nicht.
    Und die Mitarbeiter müssen keine Miete etc. zahlen? Wir wohnen alle umsonst oder was?
    Ich verachte dieses unqualifizierten Neidgeschwafel.
    Bewerben Sie sich und arbeiten Sie im öffentlichen Dienst, dann dürfen Sie gern Ihre Meinung äußern.
    Wieso meckern Sie nicht mal über die Diätenerhöhung?

  16. 5.

    Hallo Denny
    Bevor sie was schreiben oder kommentieren , bitte erst genauer informieren !!!.
    Beispiel " bekommen Berlinzulage und kostenlosen ÖPNV " das gehört zu der Beamten-Liga.
    Der öffenflicher Dienst bewegt ganz woanders und der Lohn ist auch nicht so hoch wie in der freien Wirtschaft. Der ÖLD ( Mitarbeiter ) geben Alles in der Corona-Zeit 24 Stunden / 7 Tage usw...
    Der Streik ist okay und alles liegt leider wieder wie immer , an der Arbeitgeber-Seite die Berlin-Zulage bekommen und auch sehr gute Diäten erhalten in Corona-Zeiten .

  17. 4.

    @ Denny: die Beschäftigten im ÖD Berlins bekommen mitnichten Berlinzulage und kostenlosen ÖPNV. Diese Zulage ist für Beamte des Landes vorgesehen, Beamte haben jedoch kein Streikrecht.
    Und nun liebe Verdi: bei allem verständnis für die Forderungen nach mehr Lohn und Gehalt. Aber ist die Gewerkschaft noch in der Realität? Sollte man in Zeiten steigender Infektionsszahlen nicht auf Streiks aller Couleur verzichten? Sollte die Gewerkschaft nicht lieber dafür sorgen, dass die Verhandlungen mit den öffentlichen Arbeitgebern zur Zeit ein wenig diplomatischer durchgeführt werden? Die Anerkennung durch einfaches Klatschen ist mit Sicherheit nicht das, was sich die systemrelevanten Menschen wünschen, sondern etwas mehr Anerkennung durch moderate Erhöhung der Arbeitsentgelte auch und vor allem derer, die eben NICHT im ÖD beschäftigt sind, wären das primäre Ziel - aber eben nicht nur durch Arbeitsniederlegungen - denn dann geht das System weiter krachen, die Gewerksch. dafür verantwortlich.

  18. 3.

    Gehörst du etwa zu denen, die ihren Müll in der Tonne vor dem Haus verbrennen? Ihren Sperrmüll nur um die Ecke tragen? Ihr Wasser aus der Spree holen? Selber den Besen auf der Straße schwingen? Selbst für Recht und Ordnung in deinem Kiez sorgen? Dann ist deine Argumentation in Ordnung...

  19. 2.

    Wie schön muss es sein, in Einfalt und Unwissenheit seinen Unsinn in die Welt zu blasen. Der ÖD ist längst davon entfernt, gut oder gar überbezahlt zu sein. Sie sollten öfters mal Tageszeitungen lesen, dann wüssten Sie, wie das von Ihnen unterstellte Luxusleben des ÖD wirklich aussieht. Berlin hat sich seit den 90-er Jahren sehenden Auges kaputtgespart, mit den Folgen lebt die Stadt bis heute. Oder warum glauben Sie, dass die Verwaltung einer Hauptstadt so peinlich dasteht? Kostenloser ÖPNV für den Berliner ÖD: Da kann man nur lachen. Schön wär's. - Träumen Sie weiter im Tal der Ahnungslosen...

  20. 1.

    Wo es geht automatisieren und den Rest ausschreiben.
    3,5% wo andere kurz vor der Pleite stehen oder sich mit Kurzarbeitergeld über Wasser halten müssen. Der öffentliche Dienst hat die ganze Coronazeit durchweg volle und üppige Bezüge erhalten. Da sind solche Forderungen einfach nur dekadent.
    Der öffentliche Dienst sollte nicht mehr bekommen, als der Durchschnitt der angestellten Bevölkerung.
    Kriegen die in Berlin nicht auch Berlinzulage und kostenlosen ÖPNV. Das ist doch Gehaltserhöhung genug.

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