Streikende Beschäftigte vor einer Filiale der Sparkasse (Symbolbild, Quelle: dpa, Jan Woitas)
Audio: Inforadio | 07.10.2020 | Stefanie Brockhausen | Bild: ZB

Verdi-Aktion als Appell an Arbeitgeber - Beschäftigte mehrerer Brandenburger Sparkassen im Warnstreik

Die Türen mehrerer Brandenburger Sparkassen bleiben am Mittwoch nach Verdi-Angaben geschlossen. Hintergrund ist ein Warnstreik der Gewerkschaft. Rund 150 Sparkassen-Mitarbeiter nahmen am Vormittag an einer Kundgebung in Strausberg teil.

Aufgrund eines Warnstreiks kommt es an vielen Sparkassen in Brandenburg am Mittwoch voraussichtlich zu Einschränkungen.

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Damit wollen die Arbeitnehmervertreter nach eigenen Angaben ihren Forderungen in der laufenden Tarifrunde Nachdruck verleihen.

Verdi droht mit weiteren Streiks

Betroffen sind demnach mehrere Sparkassen landesweit: die Sparkasse Barnim, Oder-Spree, Ostprignitz-Ruppin, die Kreissparkasse Märkisch-Oderland, die Sparkasse Uckermark, Spree-Neiße, die Mittelbrandenburgische Sparkasse, die Sparkasse Niederlausitz, Elbe-Elster und Prignitz.

Kunden müssten sich in den betroffenen Häusern auf Filialschließungen oder lange Wartezeiten einstellen. An einer zentralen Streikkundgebung in Strausberg (Märkisch-Oderland) beteiligten sich rund 150 Menschen. Verdi-Landesbezirksleiter Frank Wolf verurteilte in seinem Appell an die Streikenden, dass die "Arbeitgeber ohne ein Angebot zu den Verhandlungen" angetreten seien. Würden sich die Arbeitgeber nun bis zur dritten Verhandlungsrunde am 22. Oktober nicht bewegen, also kein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, "müssen wir uns auch in Brandenburg auf weitere Streiks einstellen".

Lohnerhöhungen gefordert

Verdi fordert in der Tarifrunde von Bund und Kommunen (Bundesvereinigung Kommunaler Arbeitgeberverbände, VKA) eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 4,8 Prozent, mindestens aber um 150 Euro monatlich. Außerdem sollen die Entgelte der Auszubildenden, Studierenden und Praktikanten um 100 Euro monatlich steigen. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.

Auch in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen hatten die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Wegen der zahlreichen Aspekte und der verschiedenen Beschäftigungsbereiche hatten die Parteien der Tarifverhandlungen "Öffentlicher Dienst" zwei gesonderte Verhandlungstische für die Beschäftigten in der Pflege und bei den Sparkassen etabliert.

5 Kommentare

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  1. 5.

    Was würden Sie tun, wenn die Rente um 7,4% gekürzt wird? 30 Jahre einig Vaterland und immer noch keine gleiche Arbeitszeit! Ein wenig mehr Solidarität bitte. Heute ich, morgen du und übermorgen er. So lässt es sich schön den Einen gegen den Anderen ausspielen.

  2. 4.

    Nur ein Streikprotestler ?
    Sind die Löhne in der Bank soviel niedriger als im ÖPNV ? Keine Corona-Berührungs-Ängste ? Die Automaten werden nach jedem Kunden desinfiziert ? Hat hier noch niemand Bezahl-Protestanten gekauft ?

  3. 3.

    Warum den Tarifvertrag nicht über 3-4 Jahre?? Damit nächstes Jahr wieder gestreikt werden kann????

  4. 2.

    In dieser Pandemie zu streiken ist nicht nachvollziehbar. Große Teile von Behörden und auch des öffentlichen Dienstes arbeiten bei vollem Gehalt oder Sold von zu Hause aus.
    Andere bangen um ihre Existenz und sind bestenfalls in Kurzarbeit. Kleine Firmen arbeiten am finanziellen Limit und und und.
    Da sollte die Gewerkschaft mal drüber nachdenken.
    Ich bin auch nicht erfreut, dass es zukünftig nur sehr moderate Rentenerhöhungen geben wird. Sehe die Notwendigkeit aber ein.
    Die meisten in unserer Gesellschaft stöhnen auf hohem Niveau.

  5. 1.

    Da eh fast alles nur noch am Automaten geht ( als Privat Person) können sie ruhig streiken. Wayne kümmerts

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