Wohnhäuser in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes am 11.02.2020. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Audio: Inforadio | 16.11.2020 | Thorsten Gabriel | Bild: dpa/Christoph Soeder

Zu hoch, zu niedrig oder genau richtig? - Der Mietendeckel-Rechner ist online

Wer darf ab kommender Woche auf einen Mietsenkung hoffen? Das können Berlinerinnen und Berliner nun mit dem Mietendeckel-Rechner selbst berechnen. Am Montag hat der Senat die Plattform online gestellt.

Der Berliner Senat hat am Montag den offiziellen Mietendeckelrechner [mietendeckel.berlin.de] bereitgestellt. Auf der Internetseite der Stadtentwicklungsverwaltung können sich Mieterinnen und Mieter ausrechnen lassen, ob ihre Miete gesenkt werden muss. Dazu muss man die Adresse, die aktuelle Nettokaltmiete und einige Angaben zum Gebäude eingeben.

In einer Woche tritt die zweite Stufe des Mietendeckels in Kraft. Dann sind Mieten verboten, die mehr als 20 Prozent über den gesetzlich festgelegten Obergrenzen liegen. Vermieter müssen solche Mieten unaufgefordert senken. Seit dem 23. Februar sind die Mieten für rund 1,5 Millionen Berliner Wohnungen auf dem Stand von Juni 2019 eingefroren.

Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel (Linke) hat aber bereits ausgeschlossen, dass das befristete Mietendeckel-Gesetz verlängert wird. Am Samstag sagte er der "Taz" [taz.de], das Gesetz sein von vornherein temporär angelegt, um ein Marktungleichgewicht zu bereinigen. Ziel sei es, in den fünf Jahren, in denen das Gesetz gilt, einen ausgeglichenen Wohnungsmarkt herzustellen.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Beitrags hatten wir einen falschen Link zum Mietendeckel-Rechner eingebaut. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Sendung: Radioeins, 16.11.2020, 10 Uhr

40 Kommentare

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  1. 40.

    "@Mieter. Ihre Forderung, in Innenstadtlage mit Frau und Kindern zu Dumpingmieten zu wohnen finde ich dreist, weil Sie bei diesen massiv gestiegenen Instandhaltungskosten einer Wohnimmobilie Ihrem Vermieter auf der Tasche liegen."

    Forderung? Dumpingmieten? auf der Tasche liegen?

    Ein, nein DER Grund für die explodierenden Lebenshaltungskosten sind die Mieten.

  2. 39.

    @Mieter. Ihre Forderung, in Innenstadtlage mit Frau und Kindern zu Dumpingmieten zu wohnen finde ich dreist, weil Sie bei diesen massiv gestiegenen Instandhaltungskosten einer Wohnimmobilie Ihrem Vermieter auf der Tasche liegen. Warum soll Ihr Vermieter Jahre oder jahrzehntelang sparen um sich eine Immobilie leisten zu können, wenn er dann nur Scherereien damit hat? Wo steht denn bitte geschrieben, dass private Vermieter dazu verpflichtet sind Wohnraum mit Wunschmieten zur Verfügung zu stellen? Genau Leute wie Sie mit unseriösen Forderungen bringen Vermieter dazu nicht mehr zu vermieten, sondern zu verkaufen. Sie sägen sich selbst den Ast ab auf dem Sie sitzen.

  3. 38.

    "Sorry, aber Ihren unstrukturierten Ausführungen und Vergleichen kann ich nicht folgen".

    Warum wundert mich das jetzt nicht?

  4. 37.

    @Mieter. Sorry, aber Ihren unstrukturierten Ausführungen und Vergleichen kann ich nicht folgen. Der Vergleich mit Schutzgelderpressungen und sittenwidrigen Verträgen ist absurd.

  5. 36.

    Stimmt. Man kann auch in so einer Legebatterie im Außenbezirk leben und jeden Tag 2 Stunden bis zur Arbeit fahren. Selbst schuld diese kleinen Handwerker, Hermes Boten, Altenpfleger usw. Der ÖPNV ist am Ende seiner Kapazität angekommen und die Innenstadt versinkt im Verkehrskollaps.

    Es ist schon dreist was sie behaupten, wenn Gutverdiener mit Familie keine bezahlbare Wohnung mehr bekommen.

    Und immer wieder der gleiche Blödsinn vom Wohnungsneubau. Wohnungsneubau senkt keine Mieten, im Gegenteil.

    Ich kann diese Rechtfertigungsversuche für das Abzocken auf Kosten der Mehrheit der Berliner nicht mehr hören!

  6. 35.

    Kein Mieter wird gezwungen eine Wohnung in guter Lage, mit vielen Ausstattungsmerkmalen und in einem modernen Haus zu mieten. Man wird auch nicht gezwungen in einem schönen frisch sanierten Altbau zu wohnen.

    Ebenfalls nicht in einer Wohnung zu leben die flächenmäßig zu groß. Wenn jede Person mit 30 qm leben würde, hätte Berlin ganz viel mehr Wohnraum. Der Schnitt je Person liegt über 40 qm.

    Der Vermieter ist auch nicht Schuld, dass der Senat in den letzten Jahren ihrer Verpflichtung nach sozialen Wohnungsbau nicht nachgekommen ist. Die Vermieter beim Neubau auf viele neuartige Bestimmungen wie Umweltschutz und hohe Baulandpreise stoßen.

    Berlin ist einer durchschnittlichen Mietspiegelmiete von ca. 6,75 € pro qm nicht zu teuer für die Einkommen.

    Es gibt zu viele Faktoren, warum der Wohnraum knapp ist und die Mietpreise gestiegen sind. Immer nur zu sagen das alle Vermieter Haie sind, ist zu einfach. Leider lebt der Senat genau das vor.

  7. 34.

    Ich habe die letzten 30 Jahre hart gearbeitet und auf viel verzichtet, um mir diese Wohnung zu kaufen. Ich werde Sie ganz sicher nicht an Leute wie Sie für ein Appel und ein Ei vermieten, die das Eigentum anderer Leute nicht respektieren. Viel Spaß mit den Vermietern, die dann übrig bleiben. Große Aktiengesellschaften und überschuldete Genossenschaften.

  8. 33.

    Schonmal von "sittenwidrigen Verträgen" gehört? Gem. § 138 Abs. 1 ist ein Rechtsgeschäft, das gegen die guten Sitten verstößt, nichtig. Der Unterschied zu § 134 besteht darin, dass der Bewertungsmaßstab nicht einer konkreten Verbotsnorm entnommen wird, sondern einer allgemeineren Wertentscheidung.

    Aber keine Angst, solange Parteien auf der Seite der großen und kleinen "Geschäftemacher" stehen können solche Abzocker und Glücksritter getrost weiter ihren windigen "Geschäften" nachgehen. In Berlin haben wir etliche Fälle.

    Es sei denn die großen Parteien schlagen sich auf die Mehrheit der Berliner und das sind nunmal Mieter.

    "So wie bei einer Mieterhöhung der Mieter der Erhöhung zustimmen muss" . Wie war das nochmal mit der Schutzgelderpressung? Da kann man auch ablehnen, wenn man bereit ist die Konsequenzen zu tragen.

  9. 32.

    Na, Sie müssen es ja wissen. Ich bin ein solcher Vermieter. Ich nehme 7€ pro m2. Und ich werde unter Garantie, wenn der Mietendeckel Bestand hat, kein Vermieter mehr bleiben. Meine Wohnung wird wahrscheinlich entweder ein „Spekulant“ kaufen oder ein Selbstnutzer, denn Vermieten macht in diesem Klima echt keinen Spaß mehr.

  10. 31.

    "Der rbb hat doch vor kurzem etwas über DW geschrieben... Durchschnittsmiete 6,95 glaub ich. Das macht bei 50 m² ca 350 Kalt und davon gehen dann noch alle Steuern, Abgaben, Kredite + Zinsen runter. "

    Und morgen, liebe Kinder, erzähle ich euch ein anderes schönes Märchen.

    "Immobilienhaie sind oft Lebens- und Rentenversicherungen und auch Fonds, die die Rente und Erträge von vielen "kleinen" Menschen sichern, die zuvor ihr schwer erarbeitetes Geld dort zusammengetragen haben, damit "ihre Firma" das dann geballt und mit Fachverstand verwaltet."

    Verstehe, ich soll also meine Rente auf Grundlage der Notlage anderer Menschen sichern, was für ein perverses Spiel! Im doppelten Sinn.

    https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2020/11/betriebsrente-altersvorsorge-schieflage-berlin-brandenburg.html

    "Wie sagt der Volksmund "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal..." Das war nicht der "Volksmund", sondern D. Nuhr und es wäre gut wenn sie sich daran halten würden.


  11. 30.

    @M.M. Das sehe ich auch so. Schließlich handelt es sich bei der rückwirkenden Mietabsenkung um eine einseitige Vertragsänderung. So wie bei einer Mieterhöhung der Mieter der Erhöhung zustimmen muss und ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt bekommt, müsste im umgedrehten Fall bei einer Mietabsenkung dem Vermieter auch ein Sonderkündigungsrecht gestattet werden, da er unter diesen neuen Bedingungen womöglich gar nicht vermietet hätte. Auf das Urteil und die Begründungen des Verfassungsgerichts bin ich sehr gespannt.

  12. 29.

    Mir wäre neu, dass man gezwungen wird zu unverschämten Mieten zu vermieten. Man ist aber gezwungen zu mieten wenn man wohnen will.

    Es steht ihnen doch frei vom Geld anderer zu leben oder ihr Geld ehrlich zu verdienen. Sie finden bestimmt etwas anderes wo sie abzocken können. Börse, Spielbank...

  13. 28.

    "Jeder war mit der Miete einverstanden und hat den Vertrag unterschrieben. "

    Das behaupten Schutzgelderpresser auch immer. Abzocker nutzen die Not der Mieter am Rande der Legalität gnadenlos aus.

  14. 27.

    "Nur wissen Sie, wer am Mietmarkt übrig bleibt, wenn die kleinen fairen Vermieter alle aufgeben?"

    Das ist eine völlige verdrehung der Tatsachen! Die "kleinen fairen Vermieter" sind überhaupt nicht vom Mietendeckel betroffen, der Versuch ist so plump wie durchschauber.

    Nepper, Schlepper, Bauernfänger...

  15. 26.

    Die meisten Experten gehen wohl davon aus, dass der Deckel im Sommer eh kippt. Also kann man bis dahin auch entspannt warten. Falls er wider Erwarten doch nicht kippt, kann man das Geld immer noch einfordern. Ansonsten hat man nicht unnötig das Verhältnis zum Vermieter belastet.

  16. 25.

    Das ist in der Tat nicht nachvollziehbar, mein Verhalten. Aber ich traue mich einfach nicht. Was ist, wenn er mir kündigt, dann bekomme ich keine gute Wohnung mehr (gut im Sinne, was mir vorschwebt). Und ein Umzug ist auch nicht günstig und liegt mit Sicherheit auch bei ein paar Tausend Euro. Aber vielleicht reagiert er ja irgendwann oder ich hole es mir rückwirkend zurück (wenn das geht) und ich anschließend zeitnah ausziehen will.

  17. 24.

    Sie meinen also, wenn Menschen sich in die Ecke gedrängt fühlen, ist das gut. Das lässt ja tief blicken. Das diese Menschen vielleicht dann die Lust verlieren Vermieter zu sein, kommt Ihnen nicht in den Sinn? Nur wissen Sie, wer am Mietmarkt übrig bleibt, wenn die kleinen fairen Vermieter alle aufgeben? Genau, die Spekulanten und Großinvestoren. Den Genossenschaften fehlt nämlich das Geld alle Wohnungen aufzukaufen und wenn Sie dazu gezwungen werden gehen sie pleite und sie müssen ihre Bestände verkaufen. Dann geht das ganze Spiel wieder von vorne los. Wie kurzsichtig und naiv kann man eigentlich sein?

  18. 23.

    Wenn man das hier so liest haben sie wohl recht. So geflunkert und bockig wie die Kommentare hier sind, scheinen die ja schon recht in die Ecke gedrängt zu sein. Nicht schlecht. Das Gesetz scheint gut zu wirken.

  19. 22.

    Jeder war mit der Miete einverstanden und hat den Vertrag unterschrieben. Ob er nun unbedingt im Friedrichshain wohnen wollte statt in Buch oder ohne Balkon nicht gut genug war. Wie und wann Mieten steigen dürfen ist im Bundesgesetz BGB (§ 558)geregelt. Innerhalb 3 Jahre um max. 20% in Sonderfällen (wie, weil die halbe Republik her zieht, ganz Berlin) nur um 15% bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete und wenn die letzte Erhöhung mindestens 1 Jahr her ist.
    Das sagt ein Bundesgesetz (BGB = Buuundes Gesetzbuch) und jetzt kommt ein Landesgesetz (RRG Mietendeckel) und sagt "nee nee nee, uns interessieren höherwertige Gesetze nicht" und die 3 Worte im Artikel 31 GG zu diesem Thema (Bundesrecht bricht Landesrecht.) [+andere Artikel] auch nicht. Krawum sagte Pipi Langstrumpf und sang "...ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt" oder war das einst Frau Nahles im Bundestag.
    Wer schafft nun die freiheitlich demokratische Grundordnung ab und wird dabei nicht vom Verfassungsschutz beobachtet?

  20. 21.

    Immobilienhaie sind oft Lebens- und Rentenversicherungen und auch Fonds, die die Rente und Erträge von vielen "kleinen" Menschen sichern, die zuvor ihr schwer erarbeitetes Geld dort zusammengetragen haben, damit "ihre Firma" das dann geballt und mit Fachverstand verwaltet. Auch die Riesterrente oder betriebliche Altersvorsorge... etc pp hängen da drin.
    Mehr Leute als Sie denken und vielleicht Sie sogar selber irgendwie. Wenn nicht, dann machen Sie irgendetwas falsch für Ihre Zukunft und beschweren sich dann wieder über die Rente und verlangen dann einen Anteil von den Rentnern, die sich gekümmert und vorgesorgt haben. Bzw Sie tun es ja jetzt schon und verlangen Verzicht von anderen, damit Sie selbst es bequemer haben.
    Wie sagt der Volksmund "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal..."
    Der rbb hat doch vor kurzem etwas über DW geschrieben... Durchschnittsmiete 6,95 glaub ich. Das macht bei 50 m² ca 350 Kalt und davon gehen dann noch alle Steuern, Abgaben, Kredite + Zinsen runter.

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