Arbeiten im Home Office am 18.03.2020. (Quelle: rbb|24/Winkler)
Audio: rbb | 30.11.2020 | Björn Dake | Bild: rbb|24/Winkler

Bis zu 600 Euro - Koalition einigt sich grundsätzlich auf Steuerpauschale fürs Home-Office

Arbeitnehmer, die in diesem Jahr coronabedingt viel von zu Hause gearbeitet haben, können mit einer steuerlichen Entlastung rechnen: Die Finanzpolitiker von Union und SPD verständigten sich auf Grundzüge einer neuen Steuerpauschale von fünf Euro pro Tag. Höchstens sollen aber 600 Euro im Jahr geltend gemacht werden können. Normalerweise erkennt das Finanzamt die Kosten für den heimischen Arbeitsplatz nur an, wenn ein Zimmer nahezu ausschließlich beruflich genutzt wird.

Zuerst hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" [faz.net; kostenpflichtiger Inhalt] am Montag über die Pläne berichtet.

Neben der Werbungskostenpauschale - oder inklusive?

Noch nicht endgültig entschieden ist vor allem, ob die neue Homeoffice-Pauschale neben dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro gewährt wird. Wenn dieser separat laufen würde, würden alle direkt profitieren - je nach individueller Belastung.

Wenn die Homeoffice-Pauschale dagegen wie andere Werbungskosten der Arbeitnehmer behandelt wird, hieße das, dass nur diejenigen profitieren, die auf mehr als 1.000 Euro Werbungskosten kommen. In diesem Fall wäre auch zu berücksichtigen, dass für die Tage im Homeoffice die Pendlerpauschale wegfallen würde - 30 Cent pro Kilometer Arbeitsweg (eine Strecke).

Union und SPD wollen nun eine Einigung bis zur Sitzung des Finanzausschusses am Mittwoch nächster Woche erzielen.

Sendung: rbb 88,8, 30.11.2020, 12:00 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Und was ist mit einer Steuerentlastung für Kurzarbeiter? Da kommt nämlich die böse Überraschung in Form einer Nachzahlung mit dem Steuerbescheid für 2020. Da besteht meiner Meinung nach genauso Handlungsbedarf, da diejenigen es sich ja nicht ausgesucht haben zuhause zu sitzen.

  2. 7.

    Wieviele im HO können sich denn bitte ein "nahezu ausschließlich beruflich genutztes Zimmer" leisten? Ich mach ja nicht HO aus Spaß und weil meine Wohnung so gigantisch und leer ist. Es soll ein Abfangen der Zusatzkosten /-belastung sein, da sollte es Schnuppe sein, ob ich im Schlafzimmer extra noch ne Wand einziehen lassen muss oder nicht. Entweder sie wollen den Ausgleich - dann aber bitte für alle (gibt genug Leute mit 2-3 Zimmer Wohnung, die sich irgendwo hinquetschen - oder eben nicht.

  3. 6.

    Darum geht es nicht. Dieser Pauschbetrag wird uns wieder mal als Steuergeschenk und als Wohltat der Regierung verkauft.
    Dem kleinen Mann wird nichts geschenkt.
    Am Ende hat er weniger. Nur darum geht's.

  4. 5.

    Eine steuerliche Entlastung der Arbeitnehmer ist längst fällig. Das mindeste wäre eine deutliche Erhöhung des Arbeitnehmer Pauschbetrages. Die erörterten 600 Euro im Jahr sind lächerlich gering.
    Außerdem muß der Anteil der indirekten Steuern am gesamten Steueraufkommen deutlich gesenkt werden. Indirekte Steuern sind bekanntlich besonders unsozial.

  5. 4.

    Hier geht es wohl eher darum dass viele teils erhebliche Unkosten haben für technische Ausstattung (vieles stellen die Arbeitgeber nicht in Sachen Bildschirme, Tastatren, Dtrucker), WLAN/Telefonie, Büromöbel. Nach 6 Monaten HO am Wohnzimmertisch kaufe ich nir jetzt teure ergonomische Möbel, da ich Rücken, Knie, Schulter, Arm kaum noch bewegen kann. Weil kein ergonomischer Arbeitsplatz ab einem bestimmten Alter echt Probleme macht.

  6. 3.

    Das ist sowieso schon der Fall. Tage im HO (oder Urlaub, oder krank) mindern die Entfernungspauschale. Muss man auch entsprechend angeben, dafür gibts in den Formularen afaik entsprechende Felder ("notfalls" umrechnen - ,
    Fragt zumindest mein Steuerprogramm mit @ im Namen auch brav ab)

  7. 2.

    Ist das wirklich ein relevantes Problem im gesamten Corona-Chaos?
    Millionen von Menschen reduzieren vorbildlich ihre Außenkontakte und erhöhen dadurch ihre Anwesenheitszeiten in der Wohnung. Viele werden hierdurch auch zu höheren Temperaturen in den Zimmern tendieren ohne gleich nach einer staatlichen Entschädigung zu rufen. Jetzt fehlt nur noch die Modellrechnung, dass der typische Arbeitnehmer während eines Arbeitstages 2x die Toilette in der Firma/im Büro aufsucht. Bleibt er im Homeoffice sind das bei 6 Monaten (ca. 100 Arbeitstage) 200 zusätzliche „Klogänge“ in der eigenen Wohnung. Dies führt bei 10 L pro Spülgang zu mittleren Kosten von 6,2 Cent. Bei 200x eine unzumutbare Belastung von 12,40 € (also abgerundet 2 € monatlich). Bitte liebe Bundesregierung diese 2 € also noch zu den 5 € dazu packen. Eure Sorgen möchte ich haben.

  8. 1.

    Damit dürfte dann die Kilometerpauschale für die entfallen die HO geltend machen oder?. ;)

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