Siemensstadt Hochbau RobertNeun (Quelle: Siemens)
Bild: Siemens

Architekturwettbewerb entschieden - Neubau eines 60-Meter-Hochhauses in der Siemensstadt geplant

Der erste Hochbauwettbewerb für die neue Siemensstadt 2.0 ist entschieden: Gewonnen hat ein Berliner Büro, das unter anderem ein 60-Meter-Hochhaus am Rohrdamm entworfen hat. Das historische Siemens-Verwaltungsgebäude bekommt einen Anbau.

Ein 60 Meter hoher Büroturm und ein Hofgebäude in Holzhybrid-Bauweise sollen das Eingangstor zur neuen Siemenstsadt 2.0 werden. Das ist das Ergebnis des ersten Hochbauwettbewerbs für den geplanten Innovationscampus in Berlin-Spandau. Der Siegerentwurf vom Berliner Architekturbüro Robertneun wurde am Dienstagabend gekürt.

Mit den beiden neuen Gebäuden werde zugleich eine architektonische Blaupause für den Rest des 70 Hektar großen Campus vorgelegt, heißt es. "Als erster Baustein der neuen Siemensstadt wird ihre Architektur exemplarisch für die Umsetzung weiterer Gebäude im gesamten Areal - sowohl die Fassade als auch die innere Gestaltung betreffend."

Siemensstadt Hochbau RobertNeun (Quelle: Siemens)
Blick in das geplante Holzhybrid-HofhausBild: Siemens

Tor zur Siemensstadt 2.0

Demnach soll das Hofhaus als Büro-Anbau am historischen Siemens-Verwaltungsgebäude entstehen, während das neue Hochhaus am Rohrdamm gebaut werden soll, unmittelbar neben der neuen S-Bahn-Haltestelle Siemensstadt. Beide Gebäude sollen laut Siemens öffentlich zugängliche "Stadtgeschosse" im Eingangsbereich und ebenfalls öffentlich zugängliche, begrünte Dachterassen erhalten.

Auf der heute als Parkplatz genutzten Freifläche zwischen beiden Gebäuden soll ein Infopavillon entstehen, in dem man sich über den Fortgang der Bauarbeiten für die Siemensstadt 2.0 informieren soll. "Von ihm aus wird ein begrünter Boulevard als weitgehend autofreie Verbindungsachse in den Stadtteil der Zukunft führen", teilte Siemens am Mittwoch mit.

Neue Gebäude stilbildend für den Rest des Campus

Der Siegerentwurf des Büros Robertneun setze "Maßstäbe für die architektonische Qualität und die Themen der Nachhaltigkeit, wie Holzbau, Einsatz von Photovoltaik und innovative energetische Konzepte", sagte Berlins Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Sie verwies zudem auf die Öffnung der Erdgeschosse für Besucher - ein Konzept, dass in fast allen neuen Campus-Gebäuden umgesetzt werden soll. "Siemens entwickelt einen Campus auch für die Bürgerinnen und Bürger von Berlin."

"Mit dem Siegerentwurf geben wir der Siemensstadt ein neues Gesicht", sagte der Leiter des Projekts bei Siemens, Stefan Kögl. "Der Entwurf von Robertneun ist sehr intelligent, bedient sich einer neuen, zukunftsweisenden Architektursprache und liefert ein überzeugendes Nachhaltigkeitskonzept."

Die Bauleitplanung für beide Gebäude soll im kommenden Jahr beginnen, so Siemens, der Bausrat ist für 2022 anvisiert. Die Fertigstellung der Siemensstadt 2.0 ist für 2030 geplant.

An dem Wettbewerb nahmen insgesamt sechs Architekturbüros teil. Das Büro Robertneun hat in Berlin das ehemalige Bahngelände in Berlin-Schöneberg entwickelt und arbeitet derzeit an der Umgestaltung des ehemaligen Deutz-Industrieareals zu einem modernen Stadt-Quartier.

Sendung: Inforadio, 25.11.2020, 17:00 Uhr

8 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 8.

    Stimmt Siemens Chef von Pierer: -74.000! Arbeitsplätze in Deutschland netto! Kleinfeld: -20.000 netto in nur 2 Jahren. Löscher - 25.000 netto . Kaeser: - 18.100 und jetzt die gesamte Energiesparte abgespalten. -20.000 und die Massenentlassungen dort werden verheerend sein. Siemens Flender an einen amerikanischen Investor verkauft. Und ALLE Chefs haben stattliche Gewinne eingefahren. Wie ich sagte: Aus 238.000!wurden lächerliche 75.000 Jobs und einige tausend Auszubildende in Deutschland. . 27 Jahre NON STOP Massenentlassungen. Und jetzt wo der Immobilienmarkt boomt, verdient Siemens auf dem Rücken der Siemensbeschäftigten Milliarden mit Immobiliengeschäften. Überall wo Siemens den jämmerlichen Rest der Deutschen Beschäftigten nicht mehr gebrauchen kann, werden sie abgestoßen.. und entstehen Industrieparks und Campusse mit Einnahmen aus Verkauf und Vermietung. Finale - und es entsteht... Der Friedhof der Siemensarbeitsplätze in Berlin im ganz großen Stil. Deshalb meine Petition.

  2. 7.

    "Der Siemens Campus ist ein Friedhof der Siemens-Arbeitsplätze."

    Die Arbeitsplätze waren schon vorher weg. Meinen sie wirklich ein Arbeitsplatz bliebe erhalten wenn es den Campus nicht gäbe?

    Fragen sie doch mal die Totengräber, angefangen bei Kaeser, Steinborn, Löscher, deren Vorgänger und vergessen sie dabei Osram und BSH nicht.

  3. 6.

    Der Siemens Campus ist ein Friedhof der Siemens-Arbeitsplätze.
    Ein Siemenswerk in Siemensstadt ausgeschlachtet, ein anderes Siemenswerk dort blutet. Weitere Siemenswerke schrumpfen fatal. Es wird kein einziger Arbeitsplatz in Berlin bleiben. Aus 70.000 Arbeitsplätzen sind 30.000, dann 25.000, dann 11.000 in geworden. Und nun? Noch einmal tausende verlieren ihren Arbeitsplatz bei Siemens und 6000 werden "ausgegliedert. Die Zahl der Berliner Siemensarbeitsplätze wird wohl auf etwa 5000 schrumpfen. Seit 1993 in ganz Deutschland non stop!!! Massentlassungen! Aus 238.000 volle Arbeitsplätze in Deutschland sind 75.000 und einige tausend Auszubildende geworden. Die Zahl Der Campus? Reine Immobiliengeschäfte auf dem Rücken der Menschen dort. Wo Siemens die deutschen Beschäftigten nicht mehr gebrauchen kann, entstehen Technoparks und angeblich schillernde Campusse. In Wahrheit entsteht kein! zusätzlicher Siemens-Arbeitsplatz dort und auch keine zusätzlichen anderen Jobs.

  4. 5.

    Mal nur so interessehalber: Das Holz auf dem Foto ist doch sicherlich Holzfurnier..Und Holzhaus bedeutet OSB-Platten-Haus mit geteerter Holzfaserplatte als Dämmung?

  5. 4.

    ich korrigiere mich: neues Schaltwerk, nicht neues Kabelwerk.
    Apropos: https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2020/11/ig-metall-widerspricht-plaenen-fuer-siemensstadt-2-0-in-berlin.html

  6. 3.

    ergänzend zum Verständnis meines Beitrages von 17 Uhr: https://www.robertneun.de/#project_id_442
    Die hochverdichteten Wohnblöcke im westlichen Bereich, im Bereich südlich der Nonnendammallee sowie ganz im Norden werden durch die Bilder nicht detailliert gezeigt. Die Anwohner am Rohrdamm freuen sich über mehr Straßenverkehr, mehr Lärm durch S-Bahn, mehr Schatten durch das Hochhaus. Die Grünflächen, mit denen man wirbt, werden reduziert durch Beseitigung der Kleingartenanlagen im Nordteil. Nördlich von Siemensstadt 2.0 und nördlich vom S-Bahndamm wird es genauso weiter gehen. Die Gärten dort sind schon planiert. Ebenso nördlich Metro an der Paulsternstraße, wo die Blöcke schon stehen bis dicht an die Straße (kaum Platz für Fuß- und Radweg an der Kreuzung), sowie die bereits durch das neue Kabelwerk (?)bebauten Flächen. DIE hätten doch auf die jetzt geplanten Wohnflächen gepasst. Für die S-Bahn müssen viele Bäume weichen. Am Rand bleibt kein Platz, auch wenn das in der Karte so scheint.

  7. 2.

    Absoluter Albtraum! Höher verdichtet als die schon damals enger als geplant gebauten Berliner Hinterhöfe. Viel Gewese um eine simple Gelddruckmaschine für Siemens mit katastrophalen Folgen für den Verkehr in Siemensstadt. Nur weil keine Parkplatz- und Verkehrsflächen geplant sind, verzichten die zukünftigen Bewohner sicher nicht aufs Auto. Folge: Zuparken der Nachbarschaft. Geworben mit mit "Wildnis". Ja: Betonwüste, mehr nicht. Grauenvolle Enge. Ehemalige Produktionsflächen für viele Arbeitskräfte gehen für Nachfolgegewerbe verloren. Wann kapieren Stadtplaner endlich, dass das Mobilitätsbedürfnis mit einer Verschiebung der Verkehrsträger nicht schwindet. Ob Rad, Auto, ÖPNV. Alles braucht Fläche. Und zwar mehr als bisher. Alles andere ist nur Verschiebung zu Lasten anderer Verkehrsarten. 50 % weniger Autos brauchen auch weiterhin mindestens eine Spur je Richtung. Dauerstau auf rundum Wo sollen dann die vielen Radfahrer sich drängeln. Totale Verarsche das Projekt mit blumigen Worten.

  8. 1.

    Die Berliner Verwaltung wird auch die Architektur der Siemensstadt kaputt bekommen, da bin ich sicher. Hochhäuser sind längst Anachronismen einer Haltung, die einfach nicht verstehen will, daß sie vorbei ist, mit ihren Bauten unverantwortlich viele Ressourcen frißt und zum Beispiel für ein Leben unter Pandemie-Bedingungen (es erwarten uns weitere) lebensgefährdend ist.

Das könnte Sie auch interessieren