Eine Frau mit Nasen-Mundschutz bei der Arbeit an einer Drehbank. (Bild: dpa/Christophe Gateau)
Video: Brandenburg aktuell | 01.12.2020 | Bild: dpa/Christophe Gateau

Berlin und Brandenburg - Arbeitsmarkt trotz Teil-Lockdown im November stabil

Der Teil-Lockdown hat sich nicht wesentlich auf die Arbeitsmarktzahlen ausgewirkt: die Arbeitslosenzahlen in Berlin und Brandenburg haben sich im November stabil gezeigt. Sie sind sogar leicht gesunken, doch das ist vor allem der Kurzarbeit zu verdanken.

Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich im November weiter leicht verbessert. In Berlin und in Brandenburg ist die Arbeitslosigkeit erneut gesunken, was vor allem mit der Zunahme der Kurzarbeit zu tun hat. Die Zahl der Menschen, für die von Betrieben Kurzarbeit angezeigt wurde, ist in Berlin und Brandenburg im November deutlich gestiegen. In Berlin wurde bis zum 25.11. für 17.220 Menschen Kurzarbeit angezeigt, im Oktober waren es 2.562. In Brandenburg wurde bis Ende November für 20.092 Menschen Kurzarbeit angezeigt, im Oktober waren es 6.068.

Insgesamt waren in Berlin im November 202.313 Personen arbeitslos. Das waren 2.479 weniger als im Oktober, aber 53.538 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt bei 10,1 Prozent. Die meisten Arbeitslosen gibt es demnach im Bezirk Mitte (28.800), gefolgt von Neukölln (27.647) und die wenigsten in Steglitz-Zehlendorf (9.982).

Nachfrage nach Arbeitskräften coronabedingt geringer

In Brandenburg meldeten sich bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern 80.099 Männer und Frauen arbeitslos – das sind 1.122 weniger als im Oktober. Die Arbeitslosenquote liegt in der Mark bei sechs Prozent. Die wenigsten Arbeitslosen gibt es in Brandenburg in der Stadt Frankfurt (Oder) (2.231), die meisten in der Uckermark (6.216).

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Gesamtzahl um 8.025. "Der Arbeitsmarkt reagiert angesichts der Belastungen durch die Pandemie noch immer robust. Die Arbeitslosigkeit ist in beiden Ländern seit August stetig gesunken. Diese Entwicklung zeigt, dass es für weitere Erholungen am Arbeitsmarkt, wovon viele Menschen abhängig sind, zwingende Voraussetzung ist, die Pandemie auf ein niedriges Niveau zu drücken", sagte Bernd Becking, Vorsitzender der Bundesagentur für Arbeit in Berlin-Brandenburg.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei, wie schon zuvor erwartet, coronabedingt geringer geworden, heißt es von der Bundesagentur. In Berlin sind den Arbeitsagenturen und Jobcentern derzeit 18.598 freie Stellen gemeldet, in Brandenburg 21.100. Vor allem in Berlin sind das mit fast einem Drittel deutlich weniger als vor einem Jahr.

Leichte Besserung in Ostbrandenburg

Speziell in Ostbrandenburg ist die Zahl der Arbeitslosen im November erneut leicht zurückgegangen. Aktuell sind in Frankfurt (Oder) und den Landkreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland 14.100 Männer und Frauen ohne Job. Das sind rund 150 weniger als noch im Oktober. Die Arbeitslosenquote in Ostbrandenburg liegt derzeit bei 6,2 Prozent.

Jochem Freyer, Chef der Frankfurter Agentur für Arbeit, sagt, dass der Arbeitsmarkt in Ostbrandenburg sich sehr stabil zeigt. Jedoch haben gut 300 Unternehmen im November erneut Kurzarbeitergeld beantragt, dadurch würden die Zahlen wieder steigen. Die große Welle an Kurzarbeitern hat sich aber deutlich reduziert, Ende April waren es 20.000 Unternehmen in Kurzarbeit.

Auch für die nächsten Monate zeigt sich Freyer positiv: "Für Ostbrandenburg rechne ich mit einer saisontypischen Entwicklung und ich glaube nicht, dass uns Entlassungswellen bevorstehen."

Im Oktober war noch kein Teil-Lockdown

Zuletzt hatte sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt in Berlin und Brandenburg im Oktober weiter verbessert - das war allerdings vor dem Teil-Lockdown, der am 2. November begann. Damit war die Arbeitslosigkeit in beiden Bundesländern bereits den dritten Monat in Folge zurückgegangen.

In Berlin waren laut Bundesagentur im Oktober zuletzt 204.792 Frauen und Männer arbeitslos. Das waren 4.490 weniger als im September - und zudem der stärkste Rückgang in einem Oktober seit 2012.

In Brandenburg registrierten die Arbeitsagenturen und Jobcenter im Oktober 81.221 Arbeitslose. Das waren 1.824 weniger als im September.

Sendung: rbb24, 01.12.2020, 13 Uhr

10 Kommentare

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  1. 10.

    Da redet und rechnet sich die Politik die Zahlen wieder schön. Für mich zählen die Kurzarbeiter genauso dazu. Im Normalfall sind sie arbeitslos. Was spart der Staat denn, zumal aufgestockt wurde. Alles nur zur Beruhigung und Verarschung.

  2. 9.

    Das Zeitalter der Gleichberechtigung begann ja in der BRD um Jahre verspätet. Es werden heute auch wohl in der Mehrzahl die Frauen sein, die man statistisch einfach verschwinden lässt. Unfassbar aber wahr ?

  3. 8.

    ...und dann gibt es auch noch jene, die aus der Statistik rausfallen, weil sie keinen Anspruch mehr auf Arbeitslosengeld haben, da der Partner genug verdient. Die Menschen sind zwar trotzdem arbeitslos, werden in der Statistik allerdings nicht mehr geführt.

  4. 7.

    Wer erklärt mir mal das Foto ? Nicht über MNS oder so. Was macht die Dame da eigentlich ? Man erkennt das "ausgefahrene" kleine Futter vom Reitstock. Ist da ein Werkzeug drin ? ( Zentrierbohrer ) ? Wer mal wie ich Triebwerkmechaniker lernte kann jede klass. Maschine bedienen. Was zeigt uns gerade der Monitor an ? Späne gibt es da nicht.

  5. 5.

    Liebe*r Prenzlauer,
    die neuesten Zahlen der Bundesarbeitsagentur dazu stammen aus dem März 2020: Demnach gab es in Berlin 1.559.750 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, davon haben 1.032.900 in Vollzeit gearbeitet und 526.850 in Teilzeit. Im Juli 2020 lebten 520.231 Menschen in Bedarfsgemeinschaften. Darunter waren 81.762, die ein Bruttoeinkommen aus Erwerbstätigkeit hatten. Im März 2020 gab es in Berlin 203.946 sogenannte "Geringfügig entlohnte Beschäftigte", davon 127.065 ausschließlich und 76.881 im Nebenjob.
    Gruß aus der Redaktion.

  6. 4.

    "Und was nutzt die Arbeitslosenstatistik, die Kurzarbeit nicht berücksichtigt?"

    Tatsächliche Kurzarbeit lässt sich offensichtlich erst zeitlich versetzt ermitteln.

    https://www.bz-berlin.de/berlin/kurzarbeit-sorgt-fuer-entspannung-auf-arbeitsmarkt-in-berlin-und-brandenburg
    "Zahlen zur Kurzarbeit im November wird es erst in einigen Monaten geben. Im August haben in Berlin 106 355 Menschen kurzgearbeitet."

  7. 3.

    Was für eine Statistik und mit was für einer (positiven)Aussagekraft? Trotz links/grüner, unsozialer, veralteter Schulden-Politik und Bundesmittel ist es den fleißigen Schaffenden gelungen einen Weg durch die Krise zu finden.
    Selbst die gegen einen "übermächtigen Gegner ;-) kämpfenden Kutusminister" können nicht verhindern, das trotzdem gelernt wird.

  8. 2.

    @rbb:
    Mal Interesse halber: Wissen Sie, wieviel % ALLER Berliner nicht arbeiten gehen?
    Bzw. wie viele SV-pflichtige Arbeitsverhältnisse und 450,00€-Jobs und Aufstocker es gibt?

  9. 1.

    Eine sehr fragwürdige Statistik. Eigentlich ein Selbstbetrug des Staates.
    Wo bleiben all die, die in prekären Arbeitsverhältnissen gearbeitet haben und nun in der Luft hängen? Mnijober, Selbständige, die Projekt bezogen gearbeitet haben, Menschen mit Werkverträgen? Na ja, sie zählen nicht.
    Und was nutzt die Arbeitslosenstatistik, die Kurzarbeit nicht berücksichtigt? Kurzarbeit ist vielleicht human, aber man darf nicht vergessen, dass es sich um von der Politik entsprechend unbenannte Arbeitslose handelt. Dem Arbeitsmarkt entzogen, in die Schleife geschickt und vom Staat, also vom Steuerzahler alimentiert.

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