Mitarbeiter eines Paketdienstes sortieren und bearbeiten Sendungen in einem Paketsortierzentrum. (Quelle: dpa/Rob Engelaar)
Bild: dpa/Rob Engelaar

Beschwerden bei der Netzagentur - Berliner sind besonders unzufrieden mit Paketdiensten

Beschädigte Pakete, falsch eingeworfene Briefe, zu kurze Öffnungszeiten von Postfilialen: Vor allem in Berlin sind viele Menschen nicht gut auf die Arbeit der Postdienstleister zu sprechen.

Bundesweit gingen in diesem Jahr bis Mitte Dezember 17.930 Beschwerdeschreiben ein, teilte die Bundesnetzagentur am Montag mit. Auf den ersten drei Plätzen der bundesweiten Statistik: die Berliner Bezirke mit den PLZ-Anfangsziffern 10, 12 und 13 - also alles mit Ausnahme des Südwestens der Stadt. Auf sie entfallen allein rund 2.300 Beschwerden.

Potsdam steht mit 551 Eingaben bundesweit an zehnter Stelle, wie aus einer Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer hervorgeht.

Der Frust steigt

Der bundesweite Anstieg der kritischen Wortmeldungen war in diesem Jahr mit vier Prozent relativ gering. 2018 hatte es eine Verdopplung gegeben, 2019 lag der Zuwachs bei 44 Prozent.

Viele Beschwerdeschreiben enthielten nicht nur einen einzigen Grund zur Kritik, sondern gleich mehrere. Zählt man die in den Schreiben aufgeführten negativen Erfahrungen zusammen, so kletterten diese von 20.738 im kompletten Jahr 2019 auf 30.709 in diesem Jahr (bis zum 15. Dezember). Das geht aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums an den Linken-Bundestagsabgeordneten Pascal Meiser hervor, die der dpa vorliegt.

Das bedeutet: Es haben sich 2020 zwar in etwa gleich viele Menschen bei der Bonner Behörde beschwert wie im Vorjahr, ihr Frust war aber größer als zuvor. Sie ärgerten sich häufig nicht nur über ein verlegtes Paket, sondern im selben Schreiben beispielsweise auch über eine andere, beschädigte Sendung oder einen Brief, der verspätet ankam oder versehentlich beim Nachbarn gelandet war.

DHL erwartet neuen Jahresrekord

Die Paketdienste in Deutschland rechnen in diesem Jahr angesichts der coronabedingten Lockdowns mit neuen Rekordzahlen. Für das Gesamtjahr 2020 erwartet beispielsweise Deutsche Post DHL laut eigener Pressemitteilung "ein Plus von knapp 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr: Das entspräche insgesamt rund 1,8 Milliarden Paketen." Und weiter: "Von Ende November bis Weihnachten geht Deutsche Post DHL von neuen Rekordmengen aus und erwartet über elf Millionen Sendungen an Spitzentagen gegenüber durchschnittlich 5,2 Millionen Paketen an gewöhnlichen Tagen."

Sendung: Abendschau, 21.12.2020, 19:30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Also ich kann dem nicht zustimmen. Habe durch Corona viel online bestellt. Alles wurde pünktlich von HERMES oder DHL geliefert. Diese Menschen gilt mein Dank in dieser schweren Zeit...

  2. 4.

    Ich hatte bisher nichts zu beanstanden, weder bei DHL, Hermes, DPD oder auch direkt von Amazon. Immer alles bestens.

  3. 3.

    In mindestens 50% der Fälle bekam ich nichtmal eine Benachrichtigung, dass ein angeblicher Zustellversuch stattfand. Da wird dann einfach irgendwo abgegeben, und man darf sich auf die mehr oder weniger erfolgreiche Suche machen, wo eine Sendung denn nun abgeblieben sei. Die Mängel-Liste ist lang: Karteneinwurf statt Klingeln (ich war extra zu Hause, aber keiner klingelte), Abgabe bei Nachbarn ohne jegliche Benachrichtigung oder mit unleserlichem/falschem Namen auf der Karte, Pakete die zurück an den Absender gingen, weil ich von deren Existenz nichts wusste....

  4. 2.

    Bei mir kommen die DHL Boten nur noch mit der abholkarte, klingeln dann im Dachgeschoss, schmeißen die Kärtchen ein und tschau! Premiumversand ist bei mir quasi fürn arsch! Darf dann immer zur 3km entfernten Poststelle laufen und dort dann auch noch mal 30min meiner Lebenszeit verbringen, bevor ich dann endlich mein Paket habe!
    Danke DHL ihr seid Schei.............e

  5. 1.

    Hallo Post-Manager, ich zitiere Euch heute mal was aus dem Strafgesetzbuch: "§ 316b, Störung öffentlicher Betriebe: Wer den Betrieb von Unternehmen oder Anlagen, die der öffentlichen Versorgung mit Postdienstleistungen ... dienen ... dadurch verhindert oder stört, daß er eine dem Betrieb dienende Sache zerstört, beschädigt, beseitigt, verändert oder unbrauchbar macht ... wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren ... bestraft. Der Versuch ist strafbar. In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren". Nichts zu danken!

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