2017 waren es noch 432 - Fast 50.000 chinesische Online-Händler beim Finanzamt Neukölln registriert

Symbolbild: Mitarbeiter arbeiten in einem Luftpostverteilungszentrum der China Post in Guangzhou in der südchinesischen Provinz Guangdong.
Bild: XinHua

Rund 48.500 Online-Händler mit dem Sitz in China, Hongkong, Taiwan und Macau sind aktuell beim Finanzamt Berlin-Neukölln steuerlich registriert. Das geht aus einer Mitteilung der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen von Dienstag hervor. Demnach hat sich die Zahl der Registrierungen in nur wenigen Jahren mehr als verhundertfacht.

1.000 neue Anmeldungen pro Woche

Zum Stichtag am 16. Dezember waren laut der Finanzverwaltung 48.452 Unternehmen aus China registriert. Drei Jahre zuvor lag diese Zahl noch bei 432.

Das Finanzamt Neukölln verzeichne als bundesweit zuständige Behörde schon seit Längerem einen regelmäßigen Zuwachs von etwa 1.000 neuen Anmeldungen pro Woche. Bereits seit 2019 sorgten die Unternehmen für Umsatzsteuereinnahmen "stabil im zweistelligen Millionenbereich".

Einnahmen aus Umsatzsteuer steigen deutlich

"Die Beharrlichkeit der Kolleginnen und Kollegen im Finanzamt Berlin-Neukölln zahlt sich ganz buchstäblich aus. Allein in den ersten elf Monaten dieses Jahres belaufen sich die Einnahmen aus der Umsatzsteuer von Online-Händlern mit Sitz in China auf mehr als 213 Mio. Euro", wird Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) in der Mitteilung zitiert.

Wirkung zeigt aus Sicht des Senats ein vor rund zwei Jahren beschlossenes Gesetz gegen Umsatzsteuerbetrug im Internethandel. Zudem würden die Finanzbeamtinnen und -beamten die Datenherausgabe von Online-Plattformen härter durchsetzen.

Unternehmen zahlten lange keine Steuern

Jahrelang zahlten vor allem Unternehmen und Händler aus China beim Verkauf von Waren über Plattformen und Marktplätze wie Amazon oder Ebay keine Umsatzsteuer.

Mit dem Gesetz haften nun die Betreiber der Marktplätze bei Steuerbetrug für die Händler. Daher können die Händler dort nur noch Geschäfte machen, wenn sie steuerlich in Deutschland registriert sind. Unterlassen sie das, laufen sie in Gefahr, von den Plattformen gesperrt zu werden.

7 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 7.

    Ich verstehe gut was Sie meinen. Gute Qualität hat aber auch seinen Preis. Siehe Manufaktum( da wird noch auf gute Handwerkskunst wertgelegt)u.v.a. Besonders in den Geiz ist Geil Läden befinden sich überwiegend in China hergestellte Produkte. Davon sehr viele Teile, die in Strafkolonien angefertigt werden. Und wir freuen uns dann wieder ein Schnäppchen getätigt haben. So etwas versuche ich grundsätzlich zu vermeiden.

  2. 6.

    Weil ich, wenn ich was kaufen möchte, mich erkundige, wo kommt es denn her. Man denkt, es ist von hier, dann aus China, Hongkong oder sonst wo her hierher geschickt wird. Der Anbieter ist nicht gleich zu erkennen im online.

  3. 4.

    Heutzutage kommt doch, jedenfalls gefühlt, alles aus Richtung China. Selbst Weihnachtensbaumkugeln und die chinesischen Arbeiter wissen nicht, was sie herstellen. Traurig - an so etwas beteilige ich mich nicht.

  4. 3.

    Ich schätze, Olli101 meinte die Sozialabgaben und keine Steuer. Haben Sie sicher auch vermutet.
    Da die Arbeitsleistung im Ausland erbracht wurde, sind die Arbeiternehmer auch im Ausland sozialversichert und nehmen in ihrem Land Sozialleistungen in Anspruch.
    Viel wichtiger ist doch aber, dass die verkauften Produkte den deutschen Standarts in Punkto Sicherheit und Umweltschutz entsprechen und nicht einfach nur ein VDE aufgedruckt haben ohne je eine Prüfung durchlaufen zu haben.
    Deswegen kaufe ich zumindest technischen Kram nicht einfach billig bei amazon und co.

  5. 2.

    Sozialsteuer? Was ist das denn?

    - Im Steuerrecht ist dazu nichts zu finden.
    - Wer exakt soll sie zahlen?
    - Wie soll die Bemessungsgrundlage sein?

    Neugierig grüßt Rudi

  6. 1.

    Wie gut, dass die Kassen des Neuköllner Finanzamtes gefüllt werden.
    Schade allerdings, das zusätzlich keine Sozialsteuer erhoben wird, die die Kosten eines deutschen Arbeiters an Sozialleistungen entsprechen.
    Aber schön, dass sich von den Finanzbeamten auf die eugenen Schultern geklopft wird.

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren