Mehrere Arbeiter sind vor dem Brandenburger Tor mit den Aufbauarbeiten für die digitale Silvesterparty "Welcome Berlin 2021" beschäftigt (Bild: dpa/Paul Zinken)
Audio: Inforadio | 29.01.2021 | Thomas Weber | Bild: dpa/Paul Zinken

Arbeitsmarkt in Berlin und Brandenburg - Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn deutlicher gestiegen als üblich

Die Arbeitslosenzahlen sind im Januar in Berlin und Brandenburg auch wegen des anhaltenden Lockdowns im Vergleich zum Vorjahr deutlicher gestiegen als üblich. So lange die Einschränkungen bleiben, bleibt auch die "Situation kurzfristig schwierig".

Die Arbeitslosigkeit in der Region ist im Januar wie für die Jahreszeit üblich gestiegen - allerdings vor allem in Berlin wegen der andauernden Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie deutlich stärker als im Vorjahreszeitraum. Das teilte die Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Freitag mit.

In Berlin stieg die Arbeitslosenquote im Januar im Vergleich zum Vormonat um 0,5 auf 10,6 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen war mit 212.498 um 10.110 höher als im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das sogar einen Anstieg um 52.616 Personen.

In Brandenburg registrierten die Arbeitsagenturen und Jobcenter im Januar 87.803 Arbeitslose. Das sind 6.382 mehr als im Dezember und 7.684 mehr als im Januar 2020. Die Arbeitslosenquote stieg ebenfalls um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf jetzt 6,6 Prozent.

Arbeitslosenzahlen Berlin

Arbeitslosenzahlen Brandenburg

"Verbesserung der Beschäftigungssituation kurzfristig schwierig"

Die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Agentur sprach von einem saisonbedingten Anstieg der Zahlen. Der sei keine Überraschung. Denn im Winter werden etwa auf dem Bau weniger Leute gebraucht. Zudem melden sich im Januar viele arbeitslos, deren Verträge zum Jahresende ausgelaufen sind.

"Allerdings liegt das aktuelle Niveau der Arbeitslosigkeit wegen der andauernden Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie vor allem in Berlin deutlich über dem des Vorjahres", sagte Direktionsleiterin Ramona Schröder. Eine schnelle Verbesserung ist nicht in Sicht, wie Schröder deutlich machte: "Die Pandemie hält an, was eine Verbesserung der Beschäftigungssituation kurzfristig schwierig macht." Nach wie vor sei es vor allem die Kurzarbeit, die den Arbeitsmarkt stabilisiere.

"Handel, Tourismus und Gastronomie zehren von der Substanz"

Alexander Schirp, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg, sagte mit Blick auf die Arbeitsmarktzahlen: "Den Unternehmen, die mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen haben, geht mehr und mehr die Luft aus. Vor allem Handel, Tourismus und Gastronomie zehren seit Wochen von der Substanz."

Seit Beginn der Corona-Pandemie im vergangenen Frühjahr haben insgesamt mehr als 58.000 Menschen in Berlin ihre Arbeit verloren, in Brandenburg sind es mehr als 12.000. "Die Unternehmen stellen deutlich weniger Personal ein. Der Einstieg für junge Leute und der Wiedereinstieg für arbeitslose Menschen sind extrem erschwert", so Schirp.

Sendung: Inforadio, 29.01.2021, 10:00 Uhr

17 Kommentare

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  1. 17.

    Wenn Gastronomiebetriebe, Hotels, Verstantaltungsgewerbe und viele andere Betriebe insolvent sind oder noch werden können sie gar keine Mitarbeiter mehr beschäftigen. Für diese Mitarbeiter wird es langfristig schwierig.
    Und auch wenn vielleicht Hotels wieder öffnen gibt es eine lange Anlaufphase. Ich buche nur eine Unterkunft wo ich mich ohne Einschränkungen bewegen und vor allem essen kann. Ansonsten bleibe ich zu Hause und spare das Geld für Urlaub ohne Einschränkungen. Wir werden sehen wie viele Hotels und Restaurants dann noch übrig sind.

  2. 16.

    Die wirkliche Arbeitslosigkeit wird doch bis zur Bundestagswahl verschleiert.
    Es mag für die Leute sicher schön sein, dass es eine Geldflut per Knopfdruck gibt, aber letzten Endes wird dies zum Problem, wenn die Gegenwerte dafür fehlen.
    Wenn es zu einer geordneten Währungsreform kommen sollte, haben wir noch Glück.
    Es ist auch äußerst merkwürdig: Als sich in der Euro- oder Finanzkrise die Schulden auftürmten, waren sich fast alle Politiker und Medien einig, dass es so nicht weitergehen könne.
    Jetzt interessiert das doch kaum einen mehr, ob es einen großen Crash gibt. Bei einigen habe ich sogar den Eindruck, dieser wird zur Umsetzung politischer Ziele hingenommen.

  3. 15.

    Arbeitslose, die krank sind, einen Ein-Euro-Job haben oder an Weiterbildungen teilnehmen, werden nicht als arbeitslos gezählt. Viele der Arbeitslosen, die älter als 58 sind, erscheinen nicht in der offiziellen Statistik. Wenn private Arbeitsvermittler tätig werden, zählt der von ihnen betreute Arbeitslose nicht mehr als arbeitslos, obwohl er keine Arbeit hat. Hinzu kommen die vielen Menschen in Kurzarbeit. Leider werden sich die Annahmen aus Kommentar 12 bewahrheiten. Davon muss realistisch ausgegangen werden. Die Debeka Krankenversicherung erhöht die Beiträge um 17,6 Prozent. Die gesetzliche Rente 2021 wird sehr gering bis nicht erhöht. Mehr Ausgaben bei weniger Einnahmen.
    Millionen Menschen werden zukünftig äußerst bescheiden leben. Jede weitere Woche Lockdown wird diese Anzahl erhöhen.

  4. 14.

    Vielen Dank Frau Merkel, Herr Spahn, Herr Altmeier. Die Quittung wird folgen hoffentlich. Vielleicht sollte Merkel noch einmal mit putin telefonieren und ab den 2. Quartal den Sputnik impfstoff importieren wenn er bis dahin die Zulassung erhält wovon ich ausgehe. Auf putin ist wenigstens Verlass. An alle Kritiker der Impfstoff wurde in einem geheimen Labor für chemische Kampfstoffe entwickelt. Soll heißen die Mitarbeiter dort verstehen ihren Job.

  5. 13.

    Alles klaro, aber was ist mit den Minijobbern die ja gleich in Hartz gehen.
    Wie sieht hier die Lage aus.
    Leider scheint das unsere Medien nicht zu jucken.

  6. 12.

    Nun, aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Viele Arbeitnehmer, die jetzt noch von Kurzarbeit profitieren, werden nach dem Ende der Coronabedingten Sonderkonditionen in die reguläre Arbeitslosigkeit entlassen. Jobverluste werden aber auch viele andere erleiden, dazu kommen Selbständige, die in den Ruin getrieben worden sind. Das wird keine Welle von Arbeitslosigkeit, sondern ein Tsunami. Ach ja, da sind auch noch die Minijobber, die kriegen zur Zeit in Kurzarbeit nicht 80% von beispielsweise 20.000 € monatlich, sondern 80% von Nichts, als rein gar nix (außer HartzIV).Ich hätte nicht gedacht, dass in Friedenszeiten so viel so schnell kaputt gehen kann. Naja, immerhin kein Krieg. Gegen wen auch? Wir sitzen doch alle im gleichen Boot.

  7. 11.

    Wenn es mit dem Impfchaos so weiter geht wird die Zahl noch höher ausfallen, denn bald ist schon wieder Herbst.

  8. 10.

    Sehe ich genauso, guter Kommentar. Die Zahlen Werden noch steigen, Gesellschaft wird sich verändern, habe vor kurzen einen Bericht gesehen. In Frankreich wird jetzt 2x am Tag, kostenloses Essen für die Studierenden ausgegeben. Hintergrund ist der Wegfall von Arbeit und weiteren Verdienstmöglichkeiten. Alles was dazu unseren Politiker und RKI einfällt, ist uns mit Kontaktverboten zu belegen. Übrigens knapp 500000 mehr Arbeitslose bisher in Deutschland. Wird ja noch eine spannende Zeit.

  9. 9.

    Herr Spahn hält es ja nicht für nötig, Betriebe zwangsweise zur Produktion von Impfstoff zu verpflichten und die Patente zwangsfreizugeben. Hunderte Millionen in die Forschung stecken geht. Die Früchte dessen für die Allgemeinheit zu ernten geht nicht. Das wäre ja ganz pöse im guten Kapitalismus. Stattdessen die verfassungsrechtlichen Grundrechte immer länger und länger auszusetzen und neue Mutationen zu produzieren und die Pandemie nicht zu beenden, Millionen Jobs, Betriebe und lebenswerke zu ruinieren: kein Problem. Übrigens wäre so eine Verpflichtung möglich nach Infektionsschutzgesetz. Während die Bürger der USA, Israels, des vereinigten Königreichs etc. bald zur Normalität werden zurückkehren können, wird unser Impffortschritt auf dem Niveau eines Dritteweltlandes sein. Ich bin wirklich außerordentlich gespannt wie lange der brave Michel das noch mitmacht. Wenn er pleite ist und ein netter Hedgefond sein Eigenheim in der Zwangsversteigerung erbietet. Im September sind Wahlen. Die Stimmung kippt. Der Staat versagt unglaublich. Es stehen uns heiße Monate bevor. Vermutlich nur ganz anders als von der Politik erwartet.

  10. 8.

    Nachdem die Restaurants jetzt fast 3 Monate zu haben, scheint es ja auch ohne Gäste zu gehen. Ist ja klar, spart man sich Personalkosten, Strom, Wasser,...
    Ist das vielleicht ein Erfolgsrezept für die Zukunft? Einfach mal weniger arbeiten, die Füße hochlegen und nicht immer alles so Ernst nehmen.

    Von mir ein Daumen hoch!

  11. 7.

    Ist das jetzt Wahnsinn oder Ironie ... "So lange die Einschränkungen bleiben, bleibt auch die "Situation kurzfristig schwierig".

    Die Situation bleibt LANGFRISTIG schwierig. Dieser Lockdown lässt das ganze System einschl. Generationsvertrag zusammen brechen. Unterhalten sich diese "Verantwortlichen" auch mal mit anderen Menschen außer Hr. Drosten??? Jeder Ökonom und BWL´er schlägt nur noch die Hände über den Kopf zusammen. Und vergessen sollte man auch nicht die Arbeitnehmer*innen, die durch den Lockdown krank werden und somit früher oder später auch "arbeitslos". Keine Erholungsmöglichkeiten beim Sport, Kultur, Freizeit bringt die sog. Zivilisationskrankheiten erst richtig zum Ausbruch ... es ist einfach nur unglaublich, was hier passiert. Es wird eine sehr sehr schwierige Zeit ... NACH dem Lockdown.

  12. 6.

    Es wird auch keine Firmenpleiten geben da die Novembergelder ja spätestens im Dezember 2197 ausgezahlt werden! Dafür steht Herr Altmeier persönlich!

  13. 5.

    Ich habe zwar keine Glaskugel aber das war vorauszusehen und es werden mehr. Super Politik

  14. 4.

    Die Zahlen werden auch weiter steigen wenn die Insolvenz Meldung kommen. Da viele Unternehmen schon unter der Wasseroberfläche atmen im Lock Down.

  15. 3.

    Und, ist das was neues? Das ist doch keine Sensationelle Meldung! Es wird leider noch viele mehr geben, wenn nicht endlich was getan wird, was den Menschen hilft!

  16. 2.

    Wie hat Herr Altmaier gestern noch gesagt, die Arbeitslosigkeit steigt nicht wir haben mit Kurzarbeit die Arbeitslosigkeit verhindert. Das Gegenteil ist der Fall, die Arbeitslosigkeit steigt gerade rapide an und desto länger der Lockdown dauert desto mehr Arbeitslose wird es geben.

  17. 1.

    Und es wird noch mehr... anstatt Milliarden für Lockdown Maßnahmen in die Wirtschaft zu pumpen und zu verbrennen, hätte man die Impfstoffbeschaffung und Finanzierung in den Fokus rücken sollen. Aber das Billigste war unserer Regierung und der EU wichtiger. Meine Prognose für Ende 2021-mindestens 12% Arbeitslosenquote

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