Realistische Studie bislang unmöglich - Berliner Friedrichstraße bleibt bis Oktober autofrei

Fahrradfahrer fahren auf dem neuen autofreien Abschnitt der Friedrichsstraße (Quelle: DPA/Fabian Sommer)
Audio: Inforadio | 23.01.2021 | Ute Schumacher | Bild: DPA/Fabian Sommer

Die Berliner Friedrichstraße bleibt bis Ende Oktober zum Teil autofrei. Das haben die Verkehrsverwaltung und der Bezirk Mitte am Freitag beschlossen.

Seit August ist die Einkaufsstraße zwischen Französischer Straße und Leipziger Straße auf einer etwa 500 Meter langen Strecke für Pkw gesperrt. Ursprünglich sollte das nur bis Ende Januar der Fall sein. Die Entscheidung war erwartet worden, bereits Anfang Dezember hatte sich eine Verlängerung der angedeutet.

Verbannung von Pkw teilt Meinung der Anrainer

Begründet wird die Verlängerung mit fehlenden Erfahrungswerten bedingt durch die Pandemie. Ziel war es zu testen, wie sich die Straßensperrung auf das Einkaufen und sonstige Leben auf der Straße auswirkt. Weil aber die Lockdown-Regeln eine realistische Studie unmöglich gemacht haben, wird das Projekt nun verlängert. Bezirk und Verkehrsverwaltung betonen, dass dies mit den Anreinern besprochen worden sei.

Für Radfahrer ist die Strecke geöffnet, ebenso für Fußgänger. Das Projekt ist umstritten, Teile der Anwohner und Geschäfte sind dafür andere dagegen. Bis Ende Oktober sollen nun weiter Daten zur Verkehrsmenge, Luftqualität, Lärmpegel, Besucherfrequenz und Aufenthaltsqualität erhoben werden.

Sendung: Abendschau, 22.01.2021, 19.30 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Es wird höchste Zeit das die Städte von autogerecht in menschengerecht umgewandelt werden. Werden viele Autofahrer nicht verstehen, macht aber nichts.

  2. 7.

    Wenn die ganze Stadt so wird. Dann behaltet sie.
    Dann repariert und beliefert sie auch selber.
    Wohnen und Leben will ich hier nicht mehr.
    Könnt ja dann Schafe und Kühe durch die Stadt treiben. Aber auch die machen Dreck.
    Berlin ist eine Großstadt, wie es sich gehört, mit allem Drum und dran. Wer Ruhe will, grüne Wiese, keinen Autoverkehr, der gehe doch bitte aufs Land. Er hat dort natürlich kein Theater, Kino etc., aber Ruhe und viel Platz zum Radfahren.

  3. 6.
    Antwort auf [tommy] vom 22.01.2021 um 22:06

    "ist flanieren oder das wechseln der Straßenseite nur unter Gefahr möglich"

    Also so wie der Zustand vorher mit Autos war....

  4. 5.

    Ich hoffe, dass bald die Entscheidung fällt, die Friedrichstraße garnicht mehr für Autos zu öffnen. Der Weg weg von der autogerechten Stadt geht bisher viel zu langsam.

  5. 4.

    Klingt logisch. Bis dahin gibt's da sowieso fast niemanden mehr, der ihn überlebt hat und noch was verkaufen kann. Da dann auch die Fußgänger wegbleiben, kann die Straße zur Fahrradstraße werden. Ziel erreicht.
    Schöne neue Welt .

  6. 3.

    "Begründet wird die Verlängerung mit fehlenden Erfahrungswerten bedingt durch die Pandemie."
    Natürlich. Wer hätte das gedacht.
    Da passt Corona ja ganz gut um die Verlängerung der Klientelpolitik bis zu den Wahlen auszudehenen.....
    Ein Schelm, wer denkt es sei nicht von vornherein so geplant gewesen.
    Leider ist diese Politik nicht nur einseitig, sondern auch zutiefst unehrlich.
    Aber wir haben ja demnächst die Wahl.....

  7. 2.

    Also, wir haben Bekannte, die ein Geschäft an der Friedrichstraße haben. Und als sie noch öffnen durften, gab es massive Probleme, weil die Kunden nun weg blieben. In dem Laden nebenan, der auch noch Filialen in anderen Städten hat, wurde auch gesagt, dass Berlin-Friedrichstraße die mit Abstand umsatzschwächste Filiale geworden ist.
    Daher kann ich diesen Standpunkt sehr gut verstehen.
    Vor vielen Jahren musste ich mal mit dem Auto in den Bereich hinter der Hedwigskathedrale fahren und man passierte, nachdem man sich irgendwo außen am Brandenburger Tor vorbeischlängeln musste, auch die Friedrichstraße auf recht verschlungenen Pfaden, die vorwiegend durch Nebenstraßen führten. Ich weiß nicht genau, ob das auch die jetzt betroffene Zone ist, aber wenn man dann eben von Nebenstraßenbereich a nicht mehr zum Nebenstraßenebereich b kommt und noch mehr Bögen fahren muss als OrtsUNkundiger, finde ich das nicht angemessen oder zumutbar.

  8. 1.

    Unglaublich, was für ein Aufwand betrieben wird, nur weil man ein paar Metallkästen aus einer engen Straße ausschließt. Als wenn Autos ein angeborenes Recht hätten auf Aufenthalt in der Innenstadt.

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