Grobe Tierschutzverstöße - Schweinemastbetrieb in Märkisch-Oderland muss schließen

Symbolbild: Schweine stehen auf dem Hof eines Ferkelerzeugers und Schweinemastbetriebs in einem Stall
Bild: dpa/Sven Hoppe

Ein Schweinemast- und Zuchtbetrieb in Zinndorf bei Strausberg (Märkisch-Oderland) wird nach Tierschutzverstößen geschlossen. Dem Betreiber sei ein Tierhalteverbot ausgesprochen worden, sagte ein Sprecher des Landkreises am Mittwoch.

Demnach werden in dem Betrieb bis zu 3.000 Schweine und 70 Rinder gehalten. 700 Schweine sollen in den nächsten Tagen in einen anderen Betrieb gegeben werden, wie der Sprecher weiter sagte.

Grobe Verstöße registriert

Die Brandenburger Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) sagte am Mittwoch im zuständigen Landtagsausschuss, dass in dem Betrieb grobe Verstöße registriert worden seien. Der rbb hatte in der vergangenen Woche über die Zustände berichtet.

Nach Angaben des Landkreises wurden die Probleme in dem Mastbetrieb schon Ende November von Tierschützern angezeigt. Die Tiere lägen in ihren eigenen Exkrementen, weil diese nicht richtig abgepumpt werden könnten. Daraufhin wurde der Betrieb durch das Veterinäramt überprüft.

Betreiber bessert zunächst nach

Erste Auflagen zur Beseitigung der Mängel hat der Betreiber laut Landkreis anschließend erfüllt. Unter anderem seien ein Stall komplett geräumt und ein anderer gereinigt worden. Am Dienstag seien bei einer weiteren Kontrolle dann aber erneut untragbare Zustände festgestellt worden.

Der Betreiber war am Mittwochnachmittag nicht zu erreichen. Der Polizeiinspektion Märkisch-Oderland lag zu den festgestellten Missständen zunächst keine Anzeige vor, wie eine Sprecherin der zuständigen Polizeidirektion der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Brandenburg setzt sich für mehr Tierwohl ein

Erst in der vergangenen Woche war ein Schlachthof in Neuruppin (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) nach Bekanntwerden von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wegen Tierquälerei vorerst geschlossen worden. Das Deutsche Tierschutzbüro hatte das Unternehmen bei dem Amt und der Staatsanwaltschaft angezeigt und heimlich erstellte Videoaufnahmen vorgelegt.

Das Land Brandenburg setzt sich seit längerem für mehr Tierschutzkontrollen in Schlachthöfen ein. Im September hatte Ursula Nonnemacher zudem verstärkte Kontrollen bei Tiertransporten in Drittstaaten außerhalb der EU angekündigt. Die teils erschreckenden Zustände bei langen Tiertransporten seien nicht hinnehmbar und daher werde Brandenburg alles in seiner Macht stehende tun, um die Bedingungen für das Tierwohl zu verbessern, sagte die Ministerin.

Sendung: rbb UM6, 13.01.2021, 18:00 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Diese und andere Missstände in der Tierhaltung zeigen uns doch, dass in den zuständigen Verantwortungsbereichen im Landwirtschaftsministerium ebensolche Missstände hinsichtlich der Kontrolle herrschen. Da hilft auch kein Herausreden!!! Hinweise und Informationen gab und gibt es genügend. Und Bio genieße ich mit Vorsicht.

  2. 7.

    Gute Nachricht und hoffentlich nur der erste Schritt. Weitere sollten möglichst folgen. Bin froh, schon seit einiger Zeit auf Fleisch verzichten zu können. So muss zumindest für
    Mich kein armes Schwein mehr sowas durchmachen :-(

  3. 6.

    Um putzige Schweine geht’s hier aber nicht. Sie dürfen sich ja gerne ein Zwergschwein zulegen;-)
    Ich finde es besonders bedauerlich, das erst nach jahrelanger Anklage von Seiten der Tierschützer endlich mal klare Kante gezeigt wird. Zeit wird’s. Und Pardon, müssen wir eigentlich all diese Massentieranlagen in Deutschland haben? Wo doch jeder mittlerweile weiß, das davon nur ca.30% in unseren Regalen landet. Der Rest wird Exportiert. Ich plädiere für ein Umdenken.

  4. 5.

    Und die größte Schande dieser faulen S...e ist, dass dieser Hof rieeesig ist und alle Schweine und Kühe mit Außenplätzen hätten leben können - WENN der ganze Schrott mal weggeräumt worden wäre, wenn ordentlich gewirtschaftet worden wäre. Solche Typen... ich weiss, wie deren Herren-Klo aussieht und die Küche! Mir platzt gerade wieder der Kragen...

    Ich hoffe, die *@* und Kühe kommen in eine vernünftige Stall- oder Außenhaltung! Und die Betreiber in den Knast... bei etwa gleichen Bedingungen. Knietief in der Sch...!

  5. 4.

    Also, das mit dem Bio-Schlachthof ist ja ein starkes Stück. Wenn überhaupt, kauf ich das Rewe Bio-Schweinefleisch, die werben ja mit dem Naturlandsiegel, besser als die gesetzlichen Biostandards und, und, und... Aber was nützt so was, wenn die Tiere dann auf den letzten Metern unnötiges Leid zu ertragen haben? Eine Schande ist das. (Das heißt nicht, dass die Rewe-Schweine jetzt dort geschlachtet wurden- wohl kaum- aber ich wollte das jetzt mal exemplarisch anführen.)

  6. 3.

    Prima. FInd ich gut, dass da auch hart geblieben wurde und die Teil-Nachbesserung eben nicht als schon ausreichend abgenickt, sondern genau hingeguckt wurde. Lob an die Behörde. Ich denke, da hat jemand gewissenhaft im Sinne der Tiere entschieden und die erste "Ergebniskosmetik" hinterfragt. Vielleicht auch einfach nochmal überraschend nachkontrolliert.-
    Ich persönlich finde Schweine unheimlich niedlich und es ist schlimm, unter welchen Bedingungen diese putzigen Wesen mitunter gehalten werden, die trotz allem vom Gesichtsausdruck her immer irgendwie verschmitzt wirken und denen man das Leiden nicht unbedingt ansieht.

  7. 2.

    Schön, dass dieser "Schweinebetrieb" geschlossen wird. Und was den Laden in Neuruppin betrifft; auch dieser Betrieb sollte nicht mehr öffnen dürfen, wenn da nur Sadisten am Werke sind. Die sollten mal 'nen Psychiater aufsuchen.

  8. 1.

    Markige Worte der Ministerin. Aber ändert sich etwas?

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