Ein E-Bus der BVG steht am Bahnhof Südkreuz. (Quelle: dpa/Wolfram Steinberg)
Bild: dpa/Wolfram Steinberg

Analyse zum öffentlichen Nahverkehr - In Berlin fahren die meisten E-Busse

In Berlin fahren deutschlandweit die meisten Elektrobusse im öffentlichen Nahverkehr. Das geht aus einer Analyse der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) für das Jahr 2020 hervor, die am Dienstag veröffentlicht wird. Demnach liegt Berlin mit 137 E-Bussen deutlich vor Hamburg (55), Solingen (54) und Köln (45).

Zum Vergleich: In ganz Nordrhein-Westfalen fahren derzeit mit 177 die meisten E-Busse, Berlin folgt - vor Baden-Württemberg (76), Niedersachsen (62) und Hessen (61).

Im Jahr zuvor lag Berlin laut PwC-Analyse noch gleichauf mit Eberswalde auf dem fünften Platz mit elf rein elektrisch betriebenen Bussen hinter Solingen (54), Hamburg (23), Osnabrück (15) und Münster (12). Die BVG konnte ihre Flotte innerhalb eines Jahres also mehr als verzehnfachen. Zu den elektrisch betriebenen Fahrzeugen zählen sowohl Oberleitungs- als auch Elektrobusse.

Deutschlandweite Zahlen fast verdoppelt

Bundesweit hat sich der Bestand an Bussen mit alternativen Antrieben im vergangenen Jahr fast verdoppelt. Die Zahl der Fahrzeuge mit Batterie-, Hybrid-, Oberleitungs- oder Brennstoffzellen-Technik stieg von 357 im Jahr zuvor auf nun 676. Davon haben 502 einen reinen Elektroantrieb.

E-Busse sind aber weiter relativ selten. Sie stellen im deutschlandweiten Nahverkehr gut 1,4 Prozent der Flotte. PwC erwartet, dass in diesem Jahr knapp 1.000 Batteriebusse dazu kommen. Die Nahverkehrsunternehmen wollten nach jetziger Planung bis 2025 bundesweit mehr als 3.000 weitere E-Busse einsetzen, hieß es.

Die meisten in Deutschland eingesetzten E-Busse (215) stammen vom polnischen Hersteller Solaris, gefolgt von Mercedes Benz mit 160 und dem niederländischen Unternehmen VDL (80), wie aus der PwC-Analyse hervorgeht.

BVG plant Umstellung, aber es gibt Probleme

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) planen derweil, ihren gesamten Fuhrpark bis 2030 auf abgasfreie Fahrzeuge mit Elektroantrieb umzustellen. Ob das Unternehmen dieses Ziel erreichen kann, ist aber bisher unklar. Wie ein BVG-Sprecher am Freitag mitteilte, sind aktuell 90 neue E-Busse ausgeschrieben, die ab 2022 auf Berliner Straßen unterwegs sein sollen.

Derzeit besteht die BVG-Flotte aus insgesamt 1.500 Bussen. Die E-Busse der BVG verkehren derzeit auf den Linien 142, 155, 194, 200, 250, 259, 294, 300, 347, 359 und N50. Sie haben jedoch eine geringere Reichweite als Dieselbusse, benötigen deshalb mehr Fahrer und können nur auf kurzen Strecken eingesetzt werden. Während der Kältewelle in diesem Monat machten einige E-Busse Probleme, weil die Batterieladung nicht reichte.

2019 hatte die BVG eine Teststrecke in Berlin-Tegel mit einem autonom fahrenden Kleinbus eingerichtet. Die Studie wurde aber vorzeitig abgebrochen, weil unter anderem ein Platz für Rollstuhlfahrende fehlte.

Sendung: Fritz, 26.02.2021, 7:30 Uhr

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version dieses Beitrags hatten wir geschrieben: "Anfang Februar lehnten Arbeitnehmervertretungen und die Gewerkschaft den Erwerb weiterer E-Fahrzeuge sowie jede größere Investition ab, solange die Refinanzierung der tariflich vereinbarten Lohn- und Gehaltserhöhung durch den Berliner Senat nicht geklärt ist." Da sich das auf den Februar 2020 bezog und somit irreführend, weil überholt war, haben wir den Satz gestrichen. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

19 Kommentare

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  1. 19.

    Nein, denn das Hacken ist längst überflüssig geworden. Das nervt und langweilt nur noch. Die Automobilindustrie und die Automobilisten haben sich längst auf den Weg gemacht. Die Transformation läuft bereits auf Hochtouren. Irreversibel. Erledigt sich bereits von selbst. Dei Aufgabe ist erledigt. Schluss. Neues Thema. Seeschifffahrt wäre eines. Besser noch, China. Denn da wird der Kampf für gutes Weltklima in Wirklichkeit entschieden.

    P.S. Die Öko-Bilanz meinen Verbrenner (technisch noch in Ordnung) jetzt sofort durch ein (lokal) abgasfreies Fahrzeug zu ersetzen, wäre übrigens entsetzlich. Das wäre im Sinne des Klimaschutzes ausgesprochener Blödsinn, weil hochgradig kontraproduktiv. Stichwort CO2-Rucksack des Neuproduktes.

  2. 18.

    @Kasir - man darf so lange auf dem kleinen Mann rumhacken bis auch er verstanden hat, dass Verbrennungsmotoren der Umwelt schaden und das ganze sowohl im ÖPNV als auch im privaten Individualverkehr. Ich weiss, das wollen viel nicht hören, aber es läßt sich logisch Betrachtet nicht anders darstellen - der Verbrenner ist überholt. PS: Man kann gut Sachen aus Erdöl machen - es zu verbrennen gehört aber nicht dazu!

  3. 17.

    5 Jahre grüner Verkehrssenat bei gleichzeitig grün besetztem BVG-Aufsichtsratsvorsitz schaffen es nicht einmal wenigstens 10% abgasfreie Busse im Fuhrpark zu besitzen … Diese Meldung ist ein Armutszeugnis und Fehlleistungsbeweis.

    Luft-Werte wären wohl auch zu schnell zu gut geworden. Dann hätte man ja nicht mehr auf dem PKW des kleinen Mannes und der PKW-Industrie insgesamt rumhacken können, um wenigstens irgendeine politische Daseinsberechtigung zu haben.

  4. 16.

    Komisch, auch wenn positives berichtet wird, wird nur gemeckert.

  5. 15.

    Sollte man nicht eher Straßenbahnen bauen? Die fahren störungsfrei elektrisch, haben große Reichweiten und es passen viele Kinderwagen, Rollstühle, Rollatoren etc hinein. Das Risiko wegen u Erfüllung nicht mitgenommen zu werden ist wesentlich geringer als beim Bus.

  6. 14.

    Der Senat hat bedeutend größere Baustellen in Bezug auf die Einhaltung der Bundesgesetzgebung als dieses Pilotprojekt. Bei dem halte ich die mangelnde Barrierefreiheit noch für akzeptabel im Gegensatz zu zig U-Bahnhöfen, die nicht fristgerecht barrierefrei sein werden. Es klingt wie ein schlechter Treppenwitz, wenn der Kleinbus in Tegel eingestellt und parallel der Einbau von Fahrstühlen auf den St.-Nimmerleinstag verschoben wird. Bei manchen sind die Verzögerungen noch nachvollziehbar wie z.B. in Kreuzberg. Dort lehnte zunächst das Bauamt den Bau ab, da der Fahrstuhl auf einer Rasenfläche endete. Erst Monate später erfolgte eine medialer Aufschrei, so dass Herr Schmidt das zum Missverständnis erklären musste.

  7. 13.

    Ja natürlich. Zwischen U-Bf Alt-Tegel und Greenwichpromenade sind gehbehinderte Menschen nur autonom, mit Rollator und Rollstuhl unterwegs. Die frische Luft, das gepflegte Straßenpflaster, die unbelastete Natur ...

  8. 12.

    Stimmt leider nicht, der 250er und 155er fahren auch vorrangig elektrisch. Sehe ich jeden Tag persönlich

  9. 11.

    Ist Ihnen aufgefallen, dass die Rollstuhleinschränkung nur für den in Tegel selbstfahrenden Kleinbus gilt?

  10. 10.

    "ja natürlich vom Länderfinanzausgleich" Nein! Der Bund hat Sonderprogramme sowohl beim BMU wie auch dem BMVI aufgelegt.

  11. 9.

    @RBB24: "Die E-Busse der BVG verkehren derzeit auf den Linien 300, 142, 347, 359 und N50." Was ist z.B. mit den Geglegenheitsladern auf der Linie 200 und 204? Wird dort wieder gedieselt?

  12. 8.

    Der muss schon vor Jahren in Rente gegangen sein, da seit 2015 Batteriebusse in Berlin fahren.

  13. 7.

    ich kann mich noch erinnern als vor 10 Jahren der damalige Chef der BVG sagte, die Berliner wollen keine E-Busse.
    Der ist jetzt offensichtlich in Rente gegangen.

  14. 6.

    Ich bemerke schon, die Redaktion entscheidet Selbst welche Meinung der Leser haben darf.

  15. 5.

    Neue Busse ohne Platz für EINEN Rollstuhl ? Rollatoren ? Kinderwagen ? Alte Leute ? Kinder ? Im ÖPNV ? Lieber PopUpRadfahrenden Wege ? Schwerpunkte im Wahljahr bei Familienfreundlich R2G ? Und die Busse fahren auch oder warten auf Neue Batterien ?

  16. 4.

    Und wo kommt das Geld für die Anschaffung der E Busse her, die deutlich teurer sind, ja natürlich vom Länderfinanzausgleich, da Berlin ja kein Geld hat und nebenbei die Schüler umsonst fahren. Darauf stolz zu sein ist unverschämt zumal die Mitarbeiter mit Billiglöhnen abgespeist werden. Hätte man Dieselbusse gekauft wäre die Verkehrswende schneller zu schaffen, da dann mehr Busse zu Verfügung stehen würden und die Einsatzbereitschaft höher wäre.

  17. 3.

    Liebe Redaktion...
    Ich glaube ihr habt da eine wichtige Linie vergessen. Nämlich die 200. Sie verkehrt von der Michelangelostraße einmal quer durch Berlin bis zum Zoo. Sie ist eine wichtige Touristenlinie.

  18. 2.

    Wenn Sie denn fahren...

  19. 1.

    Hat nicht gerade letztens eine Fachkraft geschrieben das die Busse eigentlich mehr stehen als fahren? Also Berlin hat vielleicht die größte Anzahl von Elektro Bussen. Eventuell mal die Überschrift anpassen lieber rbb.

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