Ein Modell mit Plattenbauten der HOWOGE (Bild: S&P Sahlmann Planungsgemeinschaft)
Audio: rbb 88.8 | 25.02.2021 | Andreas Marschner | Bild: S&P Sahlmann Planungsgemeinschaft

Pilotprojekt in Buch und Lichtenberg - Berliner Howoge testet Aufstockung von Plattenbauten

Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Howoge testet die Aufstockung von Plattenbauten in Berlin. Die Howoge will so zusätzliche Wohnungen schaffen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Mit der Aufstockung auf dem DDR-Plattenbautyp WBS 70 sollen pro Haus bis zu 28 Neubau-Wohnungen entstehen, teilte die Wohnungsbaugesellschaft mit (Mittwoch). Vorteil sei, dass kein extra Bauland benötigt und keine Freifläche zugebaut werden.

Erste Vermietungen für Frühjahr 2022 geplant

Ausgewählt für das Pilotprojekt wurden Plattenbauten in Buch und Lichtenberg. Sie sollen um zwei beziehungsweise drei Etagen aufgestockt werden – in Holzhybridbauweise, das sei wegen des geringen Gewichts "vorteilhaft". Eine Verstärkung der Fundamente sei dennoch erforderlich.

Die Howoge setzt die Bauzeit mit 13 Monaten an und plant, die ersten Wohnungen im Frühjahr 2022 zu vermieten. Dann will das Wohnungsunternehmen auch bekanntgeben, ob die Aufstockungen technisch und finanziell weiterzuempfehlen sind.

Sendung: rbb24, 25.02.2021, 17 Uhr

23 Kommentare

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  1. 23.

    Danke für die Klarstellung. Der Bestandsschutz war mir erstmal nicht geläufig, obwohl er mir von existierenden Altbauten her hätte geläufig sein müssen. Aber bei Altbauten vor dem 1. Weltkrieg geht es oft genug ja auch um den Neuzuschnitt von Wohnungen, sodass es dort anders aussieht.

  2. 22.

    Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass die SED-Nachfolger als Wohnungsbau-Senatierende zuerst den privaten Eigentümern die Aufstockungen erschwerten, um kurz darauf selber auf die Idee zu kommen. Ein privater Bauherr hätte aber sicherlich auch nicht fast eine Legislaturperiode gebraucht, um damit für sich zu werben.

  3. 21.

    Altberliner wissen, dass zu der Zeit sehr viele Wohnungen gerade in den Neubausiedlungen an den Stadträndern leer standen und zu erheblichen Verlusten bei den LWU geführt hatten. So mancher erinnert sich sogar noch an den höchstrichterlichen Beschluss, dass das Land damals u.a. für Wohnungsförderung zu viel Geld ausgegeben hatte und auch deshalb keine Haushaltsnotlage erklären durfte.

  4. 19.

    Auch eine Möglichkeit altmieter weg zu ekeln inclusive ne saftige Mieterhöhung für die, die bleiben... Muss ja irgendwie bezahlt werden.

  5. 18.

    Ha, cool. Kommen Sie vorbei und schauen sich hier mal um! Nix coool!

  6. 17.

    Das Bild zeigt 6 Hauseingänge, aber nur 2 Aufzugsschächte. Das konnte bedeuten, dass die aufgestockten Wohnungen groß sind und nur wenige Altmieter etwas vom Aufzug haben werden.

  7. 16.

    Sieht cool aus!

  8. 15.

    Rechtlich sieht das aber etwas anders aus. Zum einen stellte der Einigungsvertrag die zu DDR-Zeiten nach DDR-Baurecht erstellten Gebäude unter Bestandsschutz. Zum anderen muss auch nach bundesdeutschem Recht ein bestehendes Gebäude nicht mit einem Aufzug nachgerüstet werden. Die Anforderungen der aktuellen Bauordnung sind immer erst dann einzuhalten, wenn wesentliche Änderungen am Gebäude vorgenommen werden und diese Änderungen inhaltlich im Zusammenhang mit der neuen Anforderung stehen. Aufstockungen fallen selbstverständlich darunter und haben einen Zusammenhang zu Anforderungen zur Barrierefreiheit. Eine energetische Sanierung ohne Änderung der Wohnungen selbst steht jedoch nicht in inhaltlichem Zusammenhang mit Barrierefreiheit und somit der Notwendigkeit, einen Aufzug zu errichten.

  9. 14.

    Haben die nicht erst abgestockt und nun wieder aufgestockt...
    Bei uns in Frankfurt Oder haben sie ganze Straßenzüge abgerissen, weil die Leute nach Berlin ziehen, wo es keine Wohnungen gibt. Verrückt diese mündigen Bürger. Jetzt in Berlin kloppen sie auf andere ein, weil die nicht ihre Anforderungen ans Wohnen erfüllen. Das Anspruchsdenken ist komplett aus dem Ruder gelaufen.

  10. 13.

    Ich vermute mal, dass die Aufstockungsidee auch dadurch zustande kommt, dass jetzt alle vorhandenen Plattenbauten der DDR technisch nachgerüstet werden müssen. Nach vorigem bundesdeutschen Recht musste ab der 4. Etage ein Fahrstuhl eingebaut werden, bei der DDR war dies erst ab der 6. Etage der Fall. Folglich wurden die Typenbauten bis zur 5. Etage hoch errichtet.

    Damit sich nach Fortgeltung des bundesdt. Rechts die nachträgliche Einrichtung eines Fahrstuhls lohnt, werden darum dann einfach zwei Etagen draufgesetzt. Ist die gleiche Logik wie diejenige mit der U-Bahn nach Hönow. Bis Hellersdorf wäre der Bau einer hochwertigeren U-Bahn zu DDR-Zeiten nicht zu rechtfertigen gewesen, weil zwischen Tierpark und Kaulsdorf-Nord vglw. Wenige wohnen. Also ist der einschlägige Bedarf erst durch das Endstück zwischen Hellersdorf und Hönow zustandegekommen - wenn auch bei Ausweitung der (Ost-)Berliner Stadtgrenze.

  11. 12.

    Naja, wenn die neuen Grundrisse annähernd denen der unteren Geschosse entsprechen, geht das sicherlich. Aber daran glaube ich bei heutigen Bauherrenerwartungen nicht.
    In der DDR musste an Stahl gespart werden, so dass möglichst so gebaut wurde, dass außer in den Decken statisch kein Stahl benötigt wird. Es befindet sich nur zur Rissesicherung Stahl in den Wänden.

  12. 11.

    Geniale Idee der FahrstuhlSchacht direkt vor dem Schlafzimmerfenster oder gar dem Kinderzimmer. Mal sehen inwieweit die tägl. MindestBelichtung in Wohnräumen eingehalten werden kann. Höhere Häuser längere Schatten. Sind das dann Neubauten gemäß Mietendeckel. Wer soll für den Aufzug die BK zahlen? Die Altmieter? Ist die Brandlast bei HolzAufbauten noch händelbar. In Li. giebt es viele unterirdische Wasseradern, werden die bei einer FundamentVerstärkung gestört?Parkplätze? Die bisherige Klientel wird ausziehen, das Auto mit und die Neuen werden ihr Bike mit ins Bett nehmen. Kellerraum ist bei der Howoge Mangelware. Bringt auch keine Miete.

  13. 10.

    Der gemeine Bewohner sicherlich. Aber das kann ein elitärer hochintelligenter und vielleicht auch kinderloser IMM-Bewohner von Mitte Friedrichshain oder Prenzlauer Berg einfach nicht verstehen.

  14. 9.

    Endlich Fahrstühle ... auf halber Treppe. Die Modernisierungskosten dafür müssen aber alle Mieter mit der Miete tragen, ebenso wie wie Videosprechanlage, besser gedämmtes Dach usw.

  15. 8.

    Stimmt, "mein" ehemaliger Elfgeschosser in der Ludwig-Renn-Straße wurde von der howoge auf 6 Etagen gestutzt und ein Teil des Gebäudes abgerissen. Früher konnte man auf der 9. durchs ganze Haus wandern. Besonders bei defektem Fahrstuhl musste man dann nicht bis in den 11. latschen sondern konnt woanders bis in den 9. fahren und dann rüberlaufen.
    Dort sollten die Fundamente ausreichen und reichlich Platz nach oben sein ;)

  16. 7.

    Warum weitere Parkplätze?
    Weil der gemeine Bewohner der Stadt der Meinung ist, er müsse sich ein Auto anschaffen, dass dann die meisten Zeit seine Autolebens am Straßenrand steht und vor sich hinrostet?

  17. 6.

    Am Besten geeignet wären die Häuser die man für teures Geld zurückgebaut hat, als man erkannte, dass die Berliner sowieso aussterben.

  18. 5.

    Gründach könnte statisch aufwändig werden.
    Dann mindestens mit Solaranlage für Strom und/oder Warmwasser.

  19. 4.

    Dann kommt allerdings die Frage auf, warum genau dieser Plattenbautyp in Berlin vor Jahren zurückgebaut wurde.

    https://www.stadtentwicklung.berlin.de/nachhaltige-erneuerung/marzahn-hellersdorf/rueckbau-schorfheideviertel

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