BVG-Elektrobus der Marke Solaris (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)
Bild: dpa/Monika Skolimowska

Verkürzte Reichweite bei Kälte - BVG fordert Batterietausch für neue Elektrobusse

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sind mit dem Elektrobus-Hersteller Solaris im Gespräch, da Modelle der Marke in den vergangenen kalten Tagen nicht die zugesicherte Reichweite fahren konnten. "Wir haben einen Bus gekauft, der auch bei Minusgraden 130 Kilometer weit fahren soll", sagte BVG-Sprecherin Petra Nelken auf Anfrage von rbb|24. "Und es ist nun am Hersteller zu gucken, wieso das nicht der Fall ist." Für die Busse bestehe schließlich Garantie, so Nelken.

Es geht dabei um 90 Busse, die laut Nelken zum ersten Mal an kalten Wintertagen eingesetzt wurden, da sie erst im vergangenen Jahr geliefert worden seien. Eine Möglichkeit sei, die Batterien der Fahrzeuge auszustauschen, sagte sie. Etwa zwei Dutzend weitere Solaris-Busse sind schon länger bei der BVG in Betrieb.

Zuvor hatte die "Morgenpost" über den möglichen Austausch berichtet, demnach habe die Reichweite während der kalten Tage nur etwa 90 Kilometer betragen. Laut der Zeitung seien die Busse deshalb näher am Betriebshof in der Indira-Ghandi-Straße eingesetzt worden.

Insgesamt 136 elektrisch betrieben Busse in der Flotte

Mateusz Figaszewski, Sprecher von Solaris, teilte auf Anfrage mit, dass momentan neun der 123 Elektrobusse des Unternehmens, die von der BVG betrieben werden, technische Probleme aufzeigten. "Nur eine kleine Anzahl dieser Fehler hat etwas mit den Batterien zu tun und es gibt absolut keinen Grund aus dem sie ausgetauscht werden sollten." Da für die Busse eine Garantie bestehe, werde man die Probleme auch beheben, so Figaszewski. "Solaris Deutschland steht in regelmäßigem Kontakt mit der BVG und tut sein Bestes, um die Gründe für die Fehler zu finden und zu beheben"

Die 90 Busse, die die BVG im Sommer 2019 bei Solaris bestellt hatte, waren der drittgrößte Auftrag in der Firmengeschichte, heißt auf den Seiten des Unternehmens. Im vergangenen Dezember wurden die letzten Exemplare der Bestellung übergeben. Solaris ist nach eigenen Angaben der größte Anbieter von Elektrobussen für ÖPNV in Westeuropa, der Marktanteil liege bei 25 Prozent. Eine Anfrage von rbb|24 an Solaris blieb zunächst unbeantwortet.

Bereits in der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass es mit einigen Elektrobussen der BVG während der Wintertage Probleme gegeben hat. Auf einigen Linien wurden sie deshalb von Bussen mit Verbrennermotoren ersetzt. Insgesamt verfügt das landeseigene Unternehmen über eine Flotte von 136 elektrisch angetriebenen Bussen, einige verfügen aber über Dieselgeneratoren, mit denen die Heizung betrieben wird. Die Modelle von Solaris sind hingegen vollelektrisch. Ab 2030 will die BVG auf Busse mit Verbrennungsantrieben verzichten.

Sendung: Abendschau, 17.02.2021, 19:30 Uhr

42 Kommentare

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  1. 42.

    Also uns hat Fritz Kunze aus Spandau zweimal super geholfen. Ich kenne also sogar noch einen leibhaftigen Stellmacher. Ok, zugegeben ... Spandau. Da isses halt ein wenig anders ;-).

  2. 41.

    Bedeutet 130 km, dass jeder dieser Busse auch im Sommer nach 2-3 Runden erst mal für 2 Tage an die "Steckdose" muss? Das verschlägt einem glatt die Sprache.

  3. 40.

    130km vielleicht beim durchfahren aber nicht Stop & Go + Heizung im Winter. Falsche Technologie! Wasserstoff wäre wohl sinnfoller. Aber was erwartet man vom inkompetenten Senat.
    Der Senat versucht zwar einiges um das, was er beim flüssigen Verkehr sabotiert und zerstört, mit anderen Maßnahmen zu kompensieren, was alles aber nur noch schlimmer macht. Klima rettet man so nicht.

  4. 39.

    Hätte die BVG lieber Fahrzeuge aus deutscher Produktion gekauft.
    Der E-Citaro ist um Klassen besser als der Solaris.
    Da hat man wohl wieder am falschen Ende gespart und außerdem hätte man den Standort Deutschland gestärkt.
    Warum muß man überhaupt in Polen Busse kaufen ?

  5. 38.

    Hätte die BVG lieber Fahrzeuge aus deutscher Produktion gekauft.
    Der E-Citaro ist um Klassen besser als der Solaris.
    Da hat man wohl wieder am falschen Ende gespart und außerdem hätte man den Standort Deutschland gestärkt.
    Warum muß man überhaupt in Polen Busse kaufen ?

  6. 37.

    Entschuldigung. Ich kenne die Arbeit eines Stellmacher, habe selbst in den Ferien die werkstelle!!! Eines solchen seiner Zunft unsicher gemacht und geholfen! Bin nicht davon ausgegangen, dass jemand in Berlin dieses Handwerk noch kennt. Herr Oberlehrer

  7. 36.

    Kutschen baut ein Stellmacher, nicht der Tischler ;-) auch Wagenbauer genannt. Aber, der Fahrzeugbau hat sich immer an der Kutsche, nie am Pferd orientiert. Das bedeutet: wir sind dem autonom fahrenden "Anhänger" (der die Last trägt) näher als man denkt und das mit allen technologieoffenen Antrieben um Klimaneutralität zu erreichen. Mit den "Grünen" oder Demonstranten ist das nicht zu schaffen, sondern nur mit ...

  8. 35.

    Nur seltsam, dass es in China funktioniert.
    Dort fahren mittlerweile schon mehr als 450.000 Batterieelekrische Busse, alleine in Shenzhen über 16.000 Stück, und das zum Teil in Klimazonen, gegen die der Berliner Winter er wie eine Sauna ist.
    Übrigens, die Berliner Firma Eurabus, liefert in Länder wie Kasachstan oder Mexiko, schon heute Modernste Batteriebusse mit bis zu 600km Reichweite.

  9. 34.

    Na, wenn wir das Klima retten wollen, dann sollte man mal schleunigst ne Schippe drauflegen, finde ich.
    Bei der Tesla-Fabrik in Grünheide klappt das doch auch.

  10. 33.

    Baut Verbrennermotoren in die E-Busse dann fahren sie wieder zuverlässig. Verbrennermotoren sind die besten.

  11. 32.

    Haben Sie eine Quelle, dass die Traktionsbatterien nach zwei Jahre Schrott sein sollen? Die auf der Linie 204 sind ja schon deutlich älter und machten vor allem in Bezug auf das Induktionsladen Zicken. Bzgl. thermodynamischer Erdgas- und H2-Busse hat die BVG in der Vergangenheit keine überzeugenden Erfahrungen gemacht.

  12. 31.

    Meiner Ansicht nach ist es einfach nur Dummheit, sich krampfhaft immer nur mit der bisher vollkommen unzureichenden und obendrein nicht einmal klimafreundlichen Batterietechnik zu befassen, als sei diese alternativlos.
    Dabei gibt es doch mit dem O-Bus exakt die Technik, die man braucht: elektrisch, nachhaltig, klimafreundlich und zudem seit vielen Jahrzehnten erprobt und ausgereift. Zudem wesentlich kostengünstiger und schneller zu realisieren als Tram oder gar U-Bahn. Mit Not-Akku oder Notdiesel sind sie nicht einmal sehr störanfällig.
    Warum befasst sich denn unser RRG-Senat denn überhaupt nicht damit? Noch ist Zeit, das locker bis 2030 einzuführen.
    Statt dessen setzt man blauäugig auf das Prinzip Hoffnung, aber das hat selten geklappt.

  13. 29.

    Die E Mobilität ist nicht durchführbar. Eigentlich muss man wissen das es nicht funktioniert. Vor allem mit dem Hintergrund, elektroenergie muss erstmal erzeugt werden. Gleichzeitig soll der Ausstieg von der Kernenergie erfolgen. Es wäre ratsam, unterstell Möglichkeiten für Pferde zu planen. Die Tischler sollten lernen Kutschen zu bauen. Die grünen Politiker können dann die Pferde auszumisten und den dunk verkaufen. Das ist Energie wende!

  14. 28.

    Sie haben die Planfeststellung für die Oberleitung vergessen. Bis 2030 wird deshalb bei dem aktuellen Tempo vielleicht die Versuchsstrecke in Spandau gebaut werden können.

  15. 27.

    Die Überraschung war, dass die Busse *eines* Herstellers die Vorgaben nicht einhielten, die des anderen aber schon.

  16. 26.

    Es springen genug Menschen darauf an und das die Reichweite im Winter abnimmt ist schon seit Jahren bekannt.

    Statt mehr in alternative Kraftstoffe für Verbrenner zu investieren wird man moralisch unter Druck gesetzt ein E-Auto zu kaufen.

    So etwas hatten wir schon. Die langlebige und kaum mehr gewinnbringende Glühbirne wurde erst durch Sparlampen und jetzt LEDS ersetzt. Was vorher im Restmüll entsorgt werden konnte gehörte auf einmal in den Sondermüll und Überraschung der Effekt der geringeren Stromnutzung ist minimal. Habe gür ein Pjojekt bei den Stadtwerke gearbeitet, dort wurde mir erklärt das sich am Stromverbrauch kaum was geändert hat. Die Glühbirne schaltete man aus wenn man den Raum verließ, LEDS lässt man einfach an, verbrauchen ja fast nix.

  17. 25.

    Die E-Mobilität ist eine der größten Menschheitslügen der Neuzeit. Es wir krampfhaft versucht etwas innovatives durchzudrücken, um die Welt zu retten. Es werden etliche Millionen gar Milliarden in solchen E-Schrott investiert anstelle diese dorthin zu lenken wo es Sinn machen würde --> z.B. den Fortschritt in 3. Welt Ländern (Recycling), Wasserstoff etc. So weit muss man auch garnicht blicken, selbst in Europa wird so ein Unheil praktiziert, indem ausgemusterte Fahrzeuge in Nachbarländer verkauft werden und der schöne Ostwind für uns die Retoure bringt. E-Technik mit Strippe JA, E-Technik mit AKKU Gedönst NEIN

  18. 24.

    Andere Metropolen wie Hamburg haben die Erfahrung gemacht, dass die Brennstoffzelle bei den E-Bussen auch noch nicht das Gelbe vom Ei ist und deshalb Busse aus dem Pilotprojekt wieder zurück gegeben. Insbesondere das Betanken klang auf dem Papier toll, doch gerade dazu gab es dort Bedenken. Dort wurde danach vor allem Batteriebusse bestellt, will H2 aber noch ein Chance geben.

  19. 23.

    Die Schrottbusse müssen zurückgegeben werden. Ein Austausch der Batterien wird nichts ändern.

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