Günter Jünemann zieht am 04.03.2021 im Familienbetrieb Jünemanns Pantoffeleck in der Torstraße mit einer Zwickzange den Stoff über den Leisten für den Hausschuh in Form. (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
Audio: Inforadio | 31.03.2021 | Thomas Weber | Bild: dpa/Jens Kalaene

Arbeitslosenzahlen in Berlin und Brandenburg - Leichte Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt trotz Lockdown

Ungeachtet des anhaltenden Lockdowns ist die Zahl der Arbeitslosen im März leicht gesunken. Grund dafür könnte eine Belebung zu Beginn des Frühjahrs sein. Doch die Risiken der Pandemie bleiben. Das zeigt auch der Vergleich zum Vorjahreswert.

Die Arbeitslosigkeit in der Region ist im März leicht gesunken - trotz des coronabedingten Lockdowns, der bis weit in den April hinein verlängert worden ist.

Die leichte Senkung der Arbeitslosenzahlen dürfte saisonbedingt sein, teilte die Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Mittwoch mit.

In Berlin sind im März 2.062 Menschen weniger arbeitslos gemeldet gewesen als im Februar, insgesamt lag die Zahl bei 209.856 Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote ist damit im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent auf 10,5 Prozent gesunken.

Ähnlich fiel der Rückgang in Brandenburg aus: 85.659 Personen waren im März arbeitslos und damit 2.412 Menschen weniger als einen Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote ist damit im Vergleich zum Februar um 2,7 Prozent auf 6,4 Prozent gesunken.

Arbeitslosenzahl liegt deutlich über Vorjahreswert

Dennoch habe ein Jahr Corona-Pandemie nachhaltige Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen, teilte die Regionaldirektion der Arbeitsagentur mit. "Vor allem in Berlin liegt die Zahl der Arbeitslosen deutlich über dem Vorjahreswert", sagte eine Sprecherin. Zudem seien mehr Arbeitslose in der Region schon länger als ein Jahr ohne Job. Viele Unternehmen und deren Beschäftigte, vor allem im Gastgewerbe, Einzelhandel, Tourismus und vielen Dienstleistungsbereichen seien harten Belastungen ausgesetzt.

Wegen der anhaltenden Belastung habe sich das Mittel der Kurzarbeit durchgesetzt, so die Arbeitsagentur. Ihre massive Nutzung habe die Firmen entlastet und Betroffene sozial abgefedert.

Brandenburg kommt besser durch die Krise als Berlin

Insgesamt ist Brandenburg bisher besser durch die Krise gekommen als Berlin. Die Nachfrage sei dort nur leicht gesunken und relativ stabil. Binnen eines Jahres stieg die Zahl der Arbeitslosen um 10.089 Personen.

In Berlin sind insgesamt 55.607 Menschen mehr arbeitslos als vor einem Jahr im März 2020. Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei in der Hauptstadt stark zurückgegangen. Nach Angaben der Arbeitsagentur liegt die Zahl der gemeldeten freien Arbeitsstellen mehr als ein Drittel unter dem Vorjahresstand.

Weniger Kurzarbeit als im Januar und Februar

Auf die vorsichtige wirtschaftliche Belebung deutet auch hin, dass im März deutlich weniger Unternehmen Kurzarbeit angemeldet haben als im Januar und Februar 2021. In Berlin zeigten nach Angaben der Arbeitsagentur 726 Unternehmen für 6.394 Beschäftigte Kurzarbeit an, in Brandenburg waren es 460 Betriebe, die für 4.575 Beschäftigte Kurzarbeit beantragt haben.

Die Zahl der Ausbildungsplätze blieb in Berlin stark hinter der Zahl der Jugendlichen zurück, die in eine duale Ausbildung einsteigen wollen. Anders sieht es in Brandenburg aus: Hier übersteigt das Angebot an Ausbildungsangeboten der Unternehmen die Nachfrage der Bewerber.

Sendung: Inforadio, 31.03.2021, 10 Uhr

11 Kommentare

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  1. 11.

    Mal wieder alles Augenwischerei!

    Aussagen von Mitarbeitern der Agenturen zeigen ein anderes Bild: verliert jmnd. „wegen Corona“ seinen Job (das wird mittlerweile tatsächlich abgefragt!), werden sie gleich in eine „Maßnahme“ gesteckt - und fallen somit aus der Statistik raus.

    Und der Quatsch wird bis zur Wahl durchgezogen. Den Statisiken der Agentur für Arbeit konnte man noch nie glauben

  2. 10.

    Da hat mein Handy wohl eine falsche Worterkennung

    Nicht Komasaufen, sondern Kurzarbeit

  3. 9.

    Das es weniger sind als im Februar ist nur den Bauarbeitern geschuldet... das passiert jeden März


    Mein Mitarbeiter konnte ich letzten Monat Komasaufen der Kurzarbrit Holen.... bis heute.
    Dank der Testpflicht sind heute alle wieder drin.... es kamen kaum Kunden. Es gab entweder keine Testtermine oder aber keine Tests mehr.
    Das ist ganz clever von Herrn Müller gelöst.
    Hat der Lockdown uns nicht Tod geschafft, macht er es eben

  4. 8.

    Das es weniger sind als im Februar ist nur den Bauarbeitern geschuldet... das passiert jeden März


    Mein Mitarbeiter konnte ich letzten Monat Komasaufen der Kurzarbrit Holen.... bis heute.
    Dank der Testpflicht sind heute alle wieder drin.... es kamen kaum Kunden. Es gab entweder keine Testtermine oder aber keine Tests mehr.
    Das ist ganz clever von Herrn Müller gelöst.
    Hat der Lockdown uns nicht Tod geschafft, macht er es eben

  5. 7.

    Lieber rbb24
    Danke für die Info, dass muss tatsächlich noch mal richtig durchgehen und vergleichen.
    Gruß Barbara

  6. 6.

    Liebe Barbare D.,
    wir wissen nicht, was Sie woanders lesen, gehen aber davon aus, dass Sie möglicherweise einem Missverständnis aufliegen. In unserem Beitrag wird die Zahl der Arbeitslosen aus dem März mit Februar verglichen. Da wird deutlich, dass die Zahl der Arbeitslosen leicht zurückgegangen ist.
    Vergleicht man aber den März 2021 mit dem März 2020 wird deutlich, dass es dieses Jahr etwa 492.000 Arbeitslose mehr zu beklagen gibt - bundesweit. Mehr Informationen finden Sie bei unseren Kollegen von der Tagesschau https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/arbeitslosenzahlen-maerz-103.html
    Mit den besten Grüßen
    die Redaktion

  7. 5.

    Jünemann - Klasse! Aber was hat dieses Geschäft mit Arbeitslosenzahlen zu tun. Homeoffice erhöht außerdem deren Umsatz bestimmt...

  8. 4.

    Irgendwie kann das aber nicht stimmen. Bei ntv ist zu lesen dass es eine halbe Million mehr Arbeitslose gibt.
    Eigentlich auch logisch, in einer Pantemie wird eher entlassen als eingestellt vor allen wegen diesen bekloppten Regeln.

  9. 3.

    Erst wenn man den Artikel ganz ließt kommt raus: "Mehr Arbeitslose als vor einem Jahr".

  10. 2.

    Bei den Kurzarbeitern ist wohl ein Komma verruscht oder?

  11. 1.

    Wie viele Bürgerinnen im erwerbstätigen Alter arbeiten in dieser Republik
    ohne auf staatliche Zuschüsse angewiesen zu sein? Wer kann von seiner einen
    Arbeitsstelle bescheiden auskömmlich leben?

    Offizielle Arbeitslosigkeit im Februar 2021 in ganz Deutschland: 2.904.413
    Nicht gezählte Arbeitslose verbergen sich u.a. hinter:
    Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld II: 168.786
    Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten): 48.052
    Förderung von Arbeitsverhältnissen: 33
    Fremdförderung: 120.680
    Teilhabe am Arbeitsmarkt (§ 16i SGB II): 42.605
    berufliche Weiterbildung: 159.028
    Aktivierung und berufliche Eingliederung (z. B. Vermittlung durch Dritte): 169.522
    Beschäftigungszuschuss (für schwer vermittelbare Arbeitslose): 1.348
    Kranke Arbeitslose (§146 SGB III): 59.179
    Nicht gezählte Arbeitslose gesamt: 769.233
    > Tatsächliche Arbeitslosigkeit im Februar 2021: 3.673.646
    Quellen: Bundesagentur für Arbeit: Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt, Februar 2021

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