Symbolbild: Menschen vor der Agentur für Arbeit in Berlin am 27.07.2020. (Quelle: dpa/Annette Riedl)
Audio: Inforadio | 02.03.2021 | Peter Klinke | Bild: dpa/Annette Riedl

Arbeitsmarktzahlen in Berlin und Brandenburg - Zahl der Langzeitarbeitslosen drastisch gestiegen

Die Arbeitslosenzahlen sind im Februar nur leicht gestiegen. Viele Unternehmen würden im Corona-Lockdown die Kurzarbeit nutzen, heißt es von der Arbeitsagentur. Anders sieht der Vergleich mit dem Vorjahr aus - besonders bei der Langzeitarbeitslosigkeit.

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt in Berlin und Brandenburg ist im Februar trotz des Lockdowns verglichen mit dem Januar stabil geblieben. Dazu trage in großem Maß die Kurzarbeit bei, die von vielen Unternehmen genutzt werde, teilte die Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Dienstag mit. Allerdings sind die Arbeitslosenzahlen gegenüber dem Februar 2020, dem Monat vor dem ersten Corona-Lockdown, deutlich gestiegen.

In Berlin liegt die Arbeitslosenzahl bei 211.918 Personen. Das sind 580 weniger als im Januar (ein Minus von 0,3 Prozent) - aber über ein Drittel mehr als noch im Februar 2020. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl um 55.328 höher (+ 35,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote ist im Februar im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozentpunkte auf 10,6 Prozent gestiegen.

In Brandenburg registrierten die Arbeitsagenturen und Jobcenter 88.071 arbeitslose Männer und Frauen. Das sind 268 mehr als im Januar (+ 0,3 Prozent) und 9.371 mehr als vor einem Jahr (+ 11,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg verglichen mit dem Februar 2020 um 0,7 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent.

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Zahl der Langzeitarbeitslosen hat sich in Brandenburg fast verfünffacht

Deutlich gestiegen ist laut Arbeitsagentur die Zahl der Langzeitarbeitslosen, sie machen aktuell rund ein Drittel der Arbeitslosen aus. Ihre Zahl hat sich verglichen mit dem Februar des vergangenen Jahres in Berlin verdoppelt, in Brandenburg stieg sie fast um das Fünffache.

In der Hauptstadt waren im Februar 67.296 Menschen ein Jahr oder länger ohne Arbeit, im Februar des Vorjahres waren es 29.884 Personen. Verglichen mit Januar 2021 hat ihre Zahl um 2.913 zugenommen. In Brandenburg waren im Februar 33.886 Menschen langzeitarbeitslos – das waren 435 mehr als im Januar, aber 26.856 mehr als im Februar 2020. Vor einem Jahr - vor dem Lockdown - waren in Brandenburg noch 6.930 Menschen als langzeitarbeitslos registriert.

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Deutlich weniger Ausbildungsplätze als Bewerber in Berlin

Wie schnell sich die Beschäftigungssituation in der Region wieder verbessere, hänge wesentlich von der weiteren Entwicklung der Pandemie und der Lockerung von Beschränkungen in Wirtschaft und Gesellschaft ab, sagte die Leiterin der Arbeitsagentur Berlin-Brandenburg, Ramona Schröder. Sie appellierte an die Unternehmen, trotz vieler Unsicherheiten das Thema Ausbildung stärker in den Fokus zu rücken.

Ähnlich äußerte sich die Berliner Arbeitssenatorin Elke Breitenbach (Linke). Immer weniger Betriebe würden ausbilden, erklärte sie am Dienstag als Reaktion auf die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. "Wenn das bewährte System der Dualen Berufsausbildung weiter schrumpft, dann hat das zum einen dramatische Folgen für die Jugendlichen. Ohne eine abgeschlossene Berufsausbildung findet sich schwer eine gute Arbeit", so die Senatorin.

Der Arbeitsagentur zufolge gibt es in Berlin aktuell deutlich weniger angebotene Ausbildungsplätze als Bewerber, während in Brandenburg die Zahl der Ausbildungsplätze die der Bewerber übersteigt.

Sendung: Inforadio, 02.03.2021, 10 Uhr

25 Kommentare

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  1. 25.

    Kurzarbeit soll die Arbeitslosigkeit verhindern.Die Arbeitnehmer beziehen Kurzarbeitergeld für nicht erbrachte Arbeitsleistung. Ergo, es ist ein Instrument zur Arbeitslosigkeitvermeidung.
    Wirtschaftsförderung ist was ganz anderes.

  2. 24.

    Langzeitarbeitslose ? Da kommt dann noch die Summe der Langzeit-Kurzarbeit-Arbeitslosen oben drauf. Wirtschaftsförderung auf Kosten der "Arbeitslosenversicherung der Arbeitnehmer". - Ach komm, die paar Alibi-Pimperlinge die die Steuerkasse da zu Unser aller Beruhigung einstreut....

  3. 23.

    Langzeitarbeitslose, sofern sie bedürftig sind beziehen HARTZ IV. Arbeitslosengeld wird höchstens für 24 Monate gezahlt, bis zum 50. Lebensjahr höchstens für 1 Jahr.
    Die Bedürftigkeit für HARTZ IV wird geprüft, wenn man Vermögen, oder im gemeinsammen Haushal mit bestimmte Grenze übersteigenden Einkommen lebt, hat man vomöglich kein Anspruch.
    Die Statistik erfasst alle Arbeitssuchende die nicht in Maßnahman sind ( Umschulung, Forbildung etc.)


  4. 22.

    Ich muss da widersprechen.
    Arbeitslos zu sein ist nicht wie Sie schreiben , dass haben Sie wohl mit Hartz 4 Bezieher verwechselt. Diese bekommen ihre Miete bezahlt , Monatskarte mit Berlinpass zu einen Drittel , Einrichtungsgeld usw. und Geld zum Leben.
    Der Arbeitslose hat ausser sein Arbeitslosengeld keine Vorteile oder finanzielle Unterstützung. Als Hartz4 Empfänger kann man eine Umschulung mit Führerschein bekommen , was einem Arbeitslosengeld nicht zusteht.Obwohl dieser gearbeitet hat sonst würde er kein Arbeitslosengeld bekommen.

  5. 21.

    Die Erklärung ist doch relativ simpel, es gibt momentan keine Maßnahmen wo man die Langzeitarbeitslosen parken kann.

  6. 20.

    Ist so politisch gewollt.. Nach dem reset braucht man als verfuegungsmasse billige Kräfte..

  7. 19.

    Naja, ganz so schlimm ist es nicht, als Diplompolitiker wird man Redeschreiber eines bekannte Politikers oder man wird selbst Politiker. Zur Not tuts auch eine Parteienkarriere als Berufsloser. Gehen Sie mal so einige Politker-Lebensläufe durch.

  8. 18.

    Niedlich, was wurde denn erwartet?
    Es werden noch viel mehr, wenn das Kurzarbeitergeld ausläuft.
    Von den ganzen armen 10 Klässlern die den Realschulabschluss machen, möchte ich gar nicht erst reden. Traurig. Viel ohne Perspektive

  9. 17.

    Hallo Sybille,

    ich hoffe Sie erklären es Ihren Kindern neutral, damit sie selbst entscheiden können. Ich denke auch, dass es zu viele Studienplätze gibt und trotz anderer Meinung des Senats die Vielfalt gegeben ist.
    Ich würde meinen Kindern aber trotzdem raten ein Studium zu machen, damit sie die zeit genießen können in der sie noch nicht arbeiten müssen. Arbeiten können sie dann die folgenden 40 Jahre immer noch, denn darauf wird es hinauslaufen. Späte Rente und am besten früher Arbeitsbeginn... nicht umsonst ist das Abi auf 12 Jahre verkürzt worden. Nicht, weil die Kinder auf einmal schlauer waren als früher.

  10. 16.

    „ Ohne eine abgeschlossene Berufsausbildung findet sich schwer eine gute Arbeit.“ Tja, es sind ja alle Kinder und Heranwachsenden heute zu „höherem“ bestimmt. Also werden viele zum Abi oder in die Uni geprügelt, die dort dann nicht zurechtkommen und natürlich sind die Lehrer und die Politiker Schuld. Das ist alles so erbärmlich, dass ein normaler Mensch mit einem handwerklichen Beruf nicht mehr uns Eltern genug ist. Als Bachelor of Arts in SchlagmichdochirgendwasmitkreativuNdbusiness kommt man eben nicht weit, weil die kein Mensch braucht. Nur labern, aber nichts machen können.ich hoffe, meine Kinder wollen später mal einen „richtigen“ Beruf lernen. Nicht sowas Hohles und dann nicht klarkommen. Auf jeden Fall rede ich dann offen mit ihnen, dass sie selbst Teil des Problems sind. Als Fee oder Einhorn gibt es nun mal leider keine Arbeit.

  11. 15.

    Wenn die Firmen (die es können) mitbekommen, wie das Homeoffice funktioniert, dass man nicht mehr alle Bediensteten dadurch braucht, wird das nicht das Ende der Fahnenstange sein. hinzu kommt noch die staatlich verordnete Insolvenzverschleppung, die irgendwann auch ein Ende haben wird, wo dann die ganzen Gaststätten, Kleinbetriebe, Ein-Mann-Unternehmungen, der Einzelhandel, die es nicht geschafft haben, hinzu kommen.

  12. 14.

    An Prenzlauer, selbstverständlich liegt es am Lockdown. Arbeitsplätze fallen weg und somit haben auch Langzeitarbeitslose keine Chance Arbeit zu finden und bleiben in dieser Situation!

  13. 13.

    Das dürfte leider erst den Anfang beschreiben. Gerade wenn viele noch auf Kurzarbeit gestellte Betriebe ab dem III.Quartal dann den Weg zum Insolvenzgericht antreten müssen (es ist so furchtbar!). Das wirkliche Ausmaß der Verwerfungen wird ohnehin erst im Oktober, also nach dem Superwahltag, präsentiert.

  14. 12.

    Es war von Langzeitarbeitslosen die Rede!!!
    Die länger als 1 Jahr arbeitslos sind.
    In Berlin sogar über 67.000!
    Man kann auch nicht alles auf den Lockdown schieben.
    Vor einigen Wochen wurde doch noch erzählt, wie gut sich die Wirtschaft unter Rot-Rot-Grün entwickeln würde.
    War wohl eine Ente.

  15. 11.

    Tatsächlich ist es so, dass viele Langzeitarbeitslose besser dastehen, wenn sie nicht arbeiten gehen. Wenn sie für Arbeit soviel Geld erhalten wie als Arbeitsloser, das rechnet sich nicht wirklich. Kann man irgendwie schon nachvollziehen. Arbeit lohnt sich leider oftmals nicht mehr. Das ist das Problem in Deutschland.

  16. 10.

    Es wird noch viel schlimmer kommen.
    Dieser ganze Lockdown ist so unsinnig das es schon weh tut .
    Mir tun die Jugendlichen leid die einen Ausbildungsplatz suchen und auch die anderen Kinder die die großen Verlierer sind.
    Frau Merkel wird sich mit ihrer Strategie kein Denkmal setzen, ganz im Gegenteil. Sie geht im September und hinterlässt einen Scherbenhaufen schlimmer als ihr Vorgänger Schröder.

  17. 9.

    Sie sind putzig. Wo sollen die Menschen denn arbeiten gehen, wenn ein Großteil der Arbeitsmöglichkeiten gerade nicht bestehen? Arbeit ist sicher auch so genug da, aber es muss ja auch jemand geben, der sie bezahlt.

  18. 8.

    Hat man ernsthaft erwartet, dass das letzte Jahr spurlos an den Arbeitslosenzahlen vorbeigeht?

    In der Illusion der Verantwortlichen vermutlich schon. Auch hoffen diese doch, noch eingiermasßen bis zur Wahl durchzukommen. Spätestens wenn die Kurzarbeiterregeln auslaufen, wird der große Knall kommen.

    Genau so wie er bei den Insolvenzen kommen wird, wenn die Anmeldepflicht wieder eintritt.

    Alle anderen Äußerungen wie "toll wir" das überstehen werden, sind so zuverlässig, wie die diversen Ankündigungen von Herrn Spahn.

  19. 7.

    Es könnte auch zusätzlich daran liegen, das viele Maßnahmen für Arbeitslose gerade eingestellt worden sind und damit wieder in der Wertung auftauchen.

  20. 6.

    So viele Menschen ins Leid zu treiben ist der Wahnsinn. Existenzen zerbrechen und die Politik schaut zu. Was 7st den mit dem Fachkraftemangel los, warum werden diese Menschen nicht weitergebildet oder ausgebildet um solche Lücken zu schließen. Es wird Zeit das es ein Grundeinkommen gibt um solches abzumildern.

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