Engelbert Lütke-Daldruo am 31.10.2020 (Bild: imago images/Lakomski)
Audio: rbb 88.8 | 10.03.2021 | Peter Klinke | Bild: imago images/Lakomski

Vertrag bis 2022 - Flughafenchef Lütke Daldrup räumt vorzeitig seinen Posten

Nur wenige Monate nach der Eröffnung des BER-Flughafens kündigt Airport-Chef Lütke Daldrup seinen Abschied an: Er sehe seine Aufgaben als erfüllt an. Eigentlich läuft sein Vertrag noch bis 2022, nun räumt der Flughafenchef bereits im September seinen Posten.

Der Chef der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg, Engelbert Lütke Daldrup, wird im September seinen Posten vorzeitig räumen. Ein Flughafensprecher bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der "Berliner Morgenpost".

Der Zeitung hatte Lütke Daldrup gesagt, er sehe seine Aufgaben im Wesentlichen als erfüllt an. Den Angaben zufolge wäre sein Vertrag noch bis 2022 gelaufen. Zu einer möglichen Nachfolge wollte er sich demnach nicht äußern. Das müssten die Gesellschafter entscheiden. Die nächste Aufsichtsratssitzung der Flughafengesellsschaft FBB ist für Donnerstag geplant.

Lütke Daldrup war vier Jahre im Amt

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte den gelernten Stadtplaner vor vier Jahren als Geschäftsführer der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH durchgesetzt. Zuvor hatte der 64-jährige Lütke Daldrup als Staatssekretär im Roten Rathaus Müllers Flughafenpolitik koordiniert.

Lütke Daldrup sollte den BER nach zahllosen Pannen erfolgreich zum Start bringen. Der Flughafen war im vergangenen Herbst mit neun Jahren Verspätung eröffnet worden. Die Kosten für den Bau haben sich auf rund sechs Milliarden Euro verdreifacht.

FBB steht vor massiven finanziellen Problemen

Angesichts der Corona-Krise hatten sich im vergangenen Jahr die finanziellen Schwierigkeiten bei der Berliner Flughafengesellschaft verschärft. Lütke Daldrup sprach sich zuletzt erneut für eine Teilentschuldung des Unternehmens. Ohne Hilfen seien die Einnahmeausfälle im Zuge der Corona-Pandemie nicht zu bewältigen, sagte Lütke Daldrup im Untersuchungsausschuss zum Flughafen BER im Berliner Abgeordnetenhaus. Er rechnet damit, dass aufgrund des geringen Passagieraufkommens Einbußen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro bis 2025 anfallen.

Die Gesellschafter - der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg - haben bereits im vergangenen Jahr 300 Millionen Euro beigesteuert, davon rund zwei Drittel als Darlehen. Für das laufende Jahr ist die Aufnahme von Gesellschafterdarlehen in Höhe von bis zu 552 Millionen Euro geplant. Wegen des finanziellen Drucks war vor kurzem der frühere DDR-Zentralflughafen in Schönefeld, das BER-Terminal 5 des neuen Flughafens, für mindestens ein Jahr stillgelegt worden. Die Corona-Pandemie hat auch in Schönefeld die Fluggastzahlen einbrechen lassen.

CDU sieht "Drücken vor Verantwortung"

Die Berliner CDU kritisiert den vorzeitigen Abgang des Flughafenchefs. "Steuerzahlern steht nach der BER-Eröffnung das Wasser bis zum Hals. Da macht sich Flughafenchef Lütke Daldrup vom Acker. Das ist Drücken vor Verantwortung. Oder: nach mir die Sintflut", teilte Christian Gräff, CDU-Obmann im BER-Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses am Mittwoch mit. Niemand wisse, ob und wann der "Problem-BER" jemals kostendeckend betrieben werden könne. "Rot-Rot-Grün und Lütke Daldrup hinterlassen den BER als Schulden-Friedhof", so Gräff.

An der Spitze der Flughafengesellschaft brauche es jetzt "erfahrenes Management, das mit den Beschäftigten und den Airlines als Kunden eine Zukunftsperspektive erarbeitet." Lütke Daldrup müsse vor seinem Ausscheiden die Finanzlage des BER umfassend darlegen, bei der alle Bauinvestitionen klar von den Kosten des Betriebs in der Coronakrise abgegrenzt werden müssten, so Gräff.

Sendung: Inforadio, 10.03.2021, 10:20 Uhr

43 Kommentare

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  1. 43.

    Sie haben absolut recht! Ich hätte es nicht besser ausdrücken können. Vielen Dank dafür!!!!

  2. 42.

    Sie sagen es ;-)

    und inhaltlich nicht zu übertreffen... nur mit den Himmelsrichtungen haben Sie es nicht so ganz *völlig ohne Ironie und mit vielen Lachenfalten im Gesicht*

  3. 41.

    "Vielleicht lässt sich Andi Scheuer als Nachfolger akquirieren, er versteht sein Handwerk wenn es um Millionen geht."

    Sie machen mir was schon lange keiner mehr schafft ... ANGST! :-D

  4. 40.

    So, nun beruhigen wir uns alle mal wieder, einigen uns darauf, dass Ratten schlaue Tiere sind, ELD einen megatollen (politisch gewollten)Job gemacht hat, der ihn um Jahrezehnte hat altern lassen,gefühlte Millionen Nordberliner endlich ihre Ruhe haben, dafür südwestlich der Punk abgeht und TXL tolle Kreuze hat. Wen juckt es, dass ab und an jemand einen Schlag kriegt, die Sonne scheint und dann die Brandmeldeanlage ausgelöst wird, es durch die Decke tropft und eigentlich der Bahnsteig versetzt werden müsste. Lasst uns das Gemäuer im Charme der 90er lieben und auf das wesentliche konzentrieren: 2 Millarden Euro! Aber wir schaffen das Leute, Chaka! Vielleicht lässt sich Andi Scheuer als Nachfolger akquirieren, er versteht sein Handwerk wenn es um Millionen geht. Und allen Hobbypiloten sei gesagt: EDDT oder EDDB, FBB ist das Wahre ! Ich werde die Märchenstunden des rethorisch perfekt ausgebildet ELD vermissen. *Ironie off *

  5. 39.

    "Ich dachte immer, eine Aufgabe ist erfüllt, wenn der Vertrag und Vertraglaufzeit erfüllt ist. Aber die Herrschaften Politiker und die Herrn Manager werden dem Pöbel schon erklären, wofür man Milliarden ausgibt - Abfindungen, Bonis usw "

    Sie meinen so wie Wissmann, der zusammen mit Diepgen gegen den Rat aller Experten unbedingt in Schönefeld bauen wollten? Der ging ja bekanntlich nach seinem Desaster als Bundesminister für Verkehr sofort in die private Wirtschaft und später wurde er Präsident des VDA, was für ein Zufall aber auch!

    Oder Bahr von der FDP, nachdem er den Deal "Pflege-Bahr" eingefädelt hatte zu dessen größten Nutzmießer, der Allianz, die zuuuufälligerweise der größte Anbieter der Pflege-Bahr-Policen ist. Von den beiden Maskenheinis der cDU/cSU ganz zu schweigen.

    BRD BananenRepublikDeutschland.

  6. 38.

    Steuerzahlern steht nach der BER-Eröffnung das Wasser bis zum Hals. Da macht sich Flughafenchef Lütke Daldrup vom Acker. Das ist Drücken vor Verantwortung. Oder: nach mir die Sintflut", teilte Christian Gräff, CDU-Obmann im BER-Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses am Mittwoch mit. Niemand wisse, ob und wann der "Problem-BER" jemals kostendeckend betrieben werden könne."

    Gräff sollte mal lieber sein Parteikollegen Diepgen und Wissmann angehen, die wir die Totgeburt überhaupt erst zu verdanken haben. Die beiden haben nämlich Stolpe über den Tisch gezogen und gegen den Rat aller Experten für Schönefeld entschieden. Aber manche Politiker haben ein ebeso kurzes Gedächtnis wie manche Wähler.

  7. 37.

    Er hat einen sehr guten Job gemacht, jeder der sich mit Recovery-Projekten auskennt wird das bestätigen...ich hatte ihm das garnicht zugetraut. Wenn er jetzt geht-da ist die Luft raus, in diesen Projekten alterst Du in einem Jahr 3 Jahre! Alles Gute!

  8. 36.

    Sehr gut auf den Punkt gebracht und zugleich den selbsternannten Gutmenschen hier, die immer noch nicht mitbekommen haben, dass dieser Flughafen ein sinkendes Schiff ist und Herr LD wahrscheinlich doppelt kassiert (Eröffnungsprovision und Abfindung), während andere Beschäftigte entlassen werden, die Augen geöffnet.

  9. 35.

    Thomas: Danke für den Hinweis.
    Selbstverständlich kennen wir den Spruch aus der Seefahrt. Und auch - und besonders - aus diesem Kontext, trifft er so garnicht auf Herrn Lütke Daldrup zu. Er ist nämlich aktuell der letzte in der Reihe der Verantwortlichen, die da noch an Bord sind. Und er hat seinen Auftrag auch ausgeführt. Man könnte hier eher sagen, "den Letzten beißen die Hunde".

  10. 34.

    Was soll die Aufregung um eine deutsch englische Redensart
    Was die Redewendung bedeutet, könnt ihr euch gut erschließen, wenn ihr wisst, woher der Ausspruch kommt. Es geht nämlich nur indirekt darum, Menschen als Ratten zu beschimpfen. Vielmehr waren früher auf Segelschiffen immer auch ungewollt die kleinen, lästigen Nager mit an Bord. Und laut einem Seemannsglauben waren die Ratten die Ersten, die einen drohenden Schiffsuntergang witterten und schleunigst vom Boot flüchteten.
    Generell verwendet man die Redewendung, wenn ein Vorhaben zum Scheitern verurteilt ist. Das merkt man an den Ersten, die aufgeben, anstatt zu versuchen, die Unternehmung zu retten.
    Zu den Leistungen die wurden sehr gut honoriert.

  11. 33.

    Nun, Ihnen scheinen die Feinheiten der deutschen Sprache entgangen zu sein... anderenfalls wäre Ihnen das zweite T in TXL und das Wortspiel einer schrott-xl-Ladens aufgefallen ;-) Mea culpa... mein Fehler, ich habe zu viel von Ihnen erwartet.

    Ebenso sind Ihnen offensichtlich die völlig veraltete Infrastruktur dieser Krücke TXL entgangen. Dass Sie keinen Einblick in Flugsicherungs- und -leittechnik von EDDT besitzen, kann ich Ihnen jedoch nachsehen Und Schrott ist dieser Flughafen auch deshalb (gewesen - Gott sei es gedankt), weil er 400.000 Menschen um Schlaf und Gesundheit gebracht hat. Die großen Kreuze auf den beiden Pisten sind ein wunderbarer Anblick beim Überflug EDDT ;-)

  12. 32.

    immer diese Sprüche von Steuergeldern. Herr Daldrup als Ratte zu bezeichnen ist auch absolut respektlos von Ihnen . Übrigens wenn die Gesellschafter weiterhin Geld zuschießen gerne auch in Form von Bürgschaften ist man nicht Pleite. Ihre Kommentare haben das Niveau eines Wohnzimmertisch in Fliesenoptik auf den Thermoskanne, Kaffeeweiser , Stopfmaschine für Zigaretten und Tabak steht . Sorry das musste mal geschrieben werden.

  13. 31.

    Eiskalle oder Kalle - ich bin da auch Rat-los. Finde auch nichts korrekt an beiden Kommentaren, weder inhaltlich noch von der Schreibweise her. Soweit mir bekannt, hat der Herr Lütke Daltrup doch nen guten Job gemacht, im Vergleich zu seinen Vorgängern. Man kann "aus Kacke nunmal kein Bonbon machen", vornehm ausgedrückt. Und als Ratte empfinde ich diesen Mann ganz und gar nicht.

  14. 30.

    Definieren Sie bitte "viele". Sprerenberg ist töter als tot, da mittlerweile teilweise Naturschutzgebiet, stehen unter Denkmalschutz oder wurden ganz banal verkauft Deshalb ist das Thema Sperenberg als EDDB-Ersatz nach kurzer Diskussion seit Jahren vom Tisch, ähnliches gilt für Jüterbog. Selbst rund um das Multi-Energie-Kraftwerk Sperenberg ist es ruhig geworden.

    Wenn Sie Bedarf sehen, dass der Staatsanwalt aktiv werden sollte, müssten Sie Anzeige erstatten. Dazu bedarf es aber mehr als eines von den Moderatoren des RBB abgesegneten Stammtischspruch.

  15. 29.

    " Wossi " warum sollte sich kein Staatsanwalt trauen ? Haben Sie berechtige Anschuldigungen hervorzubringen ? Wenn ja, erstatten Sie Anzeige. Wenn nach Ihnen ginge und manche Mit-Kommentaren , würde Deutschland, noch auf Ochsenkarren durch die Gegend fahren. Danke nochmals an Herrn Daldrup.

  16. 28.

    Warum Sie TXL als Schrott Laden (Schrott wird übrigens mit zwei t geschrieben) bezeichnen bleibt wohl Ihr Geheimnis.
    Gott sei dank wurde Tegel nicht von großmäuligen Nichtwissern wie Ihnen geführt.

  17. 27.

    „.... sicher nicht, weil er so gut gearbeitet hat und das Projekt beendet ist.„
    Doch, sein Auftrag ist erfüllt und er hat ihn gut gemacht, das Projekt aus der Schei.... geholt und fertig gestellt.
    Danke, dass wir jetzt einen Flughafen haben, für die momentanen Umstände kann er nix.

  18. 26.

    Ohne Herrn Diepgen würde es das ganze BER-Desaster gar nicht geben. Und von welcher Partei war/ist er? Ach ja: CDU, die ja für so gar nichts kann...

  19. 25.

    Wie sagte man früher, die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Er wird noch eine Abfindung bekommen damit er sein Rentenleben verschönern kann. Und es wird der nächste sogenannte Experte kommen mit einen mega Gehalt und dann der nächste und so weiter.
    Um die Schulden brauchen wir uns keine Sorgen
    Zumachen die bezahlen wir mit links und wenn das Geld woanders fehlt egal dann meckern wir hier wieder sonst das Leben.

  20. 24.

    Kommt ein neuer Flughafen in Sperenberg schneller als gedacht? Viele haben in 10 Jahren damit gerechnet, dann ist der BER 20 Jahre alt. Wenn nun eine Insolvenz einen "Turbo zündet", dann wird offensichtlicher: Das Zeit gewinnen der "Möchtegernflughafenbauer" ist abgelaufen. Ob sich da ein Staatsanwalt heran traut? Ob er darf?

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