Verspätung durch Corona-Pandemie - Comeback der Heidekrautbahn verzögert sich um ein Jahr

Fr 12.03.21 | 10:34 Uhr
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Bahnhof Wilhelmsruh mit Bauplanungstafel zur Heidekrautbahn (Bild: imago images/Jürgen Ritter)
Bild: imago images/Jürgen Ritter

Die sogenannte Heidekrautbahn im Norden Berlins kehrt später zurück als bislang erwartet. Statt wie geplant Ende 2023 sollen nun erst zum Fahrplanwechsel im Dezember 2024 wieder regelmäßig Züge auf der Strecke fahren, wie der Berliner Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese mitteilte. Als Grund für die Verzögerung nannte er die Corona-Pandemie.

Die Wiederbelebung der 14 Kilometer langen Strecke zwischen dem Pankower Bahnhof Wilhelmsruh und Basdorf im Landkreis Barnim ist ein wichtiger Teil des geplanten Ausbaus der Schienenwege in der Region. Pendler aus dem nördlichen Berlin und dem Umland sollen so schneller in die Innenstadt kommen.

Die Bahnverbindung war durch den Mauerbau 1961 unterbrochen worden. Im Dezember gab es den ersten Spatenstich für den künftigen Bahnsteig in Wilhelmsruh. Die Kosten für die Reaktivierung der Stammstrecke wurden auf 30 Millionen Euro beziffert. Die Entwurfs- und Genehmigungsplanung steht nach Streeses Angaben kurz vor der Fertigstellung.

Mit 80 Stundenkilometern im Halbstundentakt

Sobald die Heidekrautbahn ihren Betrieb wieder aufnimmt, können Fahrgäste in Wilhelmsruh in die S-Bahn-Linien 1 und 26 umsteigen. Der Ausbau soll den Zügen ein Tempo von 80 Stundenkilometern ermöglichen, hieß es in der Ankündigung der Bauarbeiten. Die Anrainergemeinden in Branden­burg (Mühlenbecker Land und Wandlitz) erhalten so eine weitere Verbindung in die Berliner City.

Die Heidekrautbahn soll nach ihrer Fertigstellung im Halbstundentakt auf der 14 Kilometer langen Strecke von Wilhelmsruh über Rosenthal, Blankenfelde (alle Bezirk Pankow), Schildow, Mühlenbeck (Oberhavel) und Schönwalde (Barnim) auf die dort bereits aktuell betriebene Strecke nach Basdorf (Barnim) treffen. Von Basdorf aus unterhält die NEB bereits jetzt Verbindungen hoch nach Groß Schönebeck (Barnim) und Schmachtenhagen (Oberhavel).

Der künftige Betreiber, die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB), bedient bereits seit mehreren Jahren unter dem Namen "Heidekrautbahn" eine weiter östlich verlaufende Verbindung von Karow nach Basdorf auf einer Strecke, die zu Beginn der 50er Jahre infolge der Berlin-Blockade entstanden war.

Eine Karte der Stammstrecke Heidekrautbahn (Bild: rbb24/Dave Rossel)

Sendung: Abendschau, 12.03.2021, 19:30 Uhr

11 Kommentare

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  1. 11.

    Was man mit der Pandemie alles entschuldigen kann, ohne die Unfähigkeit und die wahren Gründe offenzulegen.

  2. 10.

    Nun ja, das Baugeschehen nimmt seinen Berliner Lauf.
    Oder, liegt es daran, dass man Ankündigungen keinen Glauben mehr schenkt, weil man durch Erfahrungen erlebte, dass das immer so ist in Berlin?

  3. 9.

    Na Hauptsache, Frau Günther sorgt trotzdem schon mal dafür, dass Autofahrer nicht mehr in die Stadt können. Mit welchen Öffis die fahren sollen, interessiert die Senatorin nicht. Sie fährt ja selbst mit dem Dienstwagen.

  4. 8.

    Für wem gibt es da überhaupt einen Nutzen oder möchten diese Strecke die sogenannten Puffernostalgiker aus Prinzip aufbauen?

  5. 7.

    Hoffentlich bleibt es bei einem Jahr Verspätung.
    Bisher verlief ja in Berlin kaum etwas pünktlich - freuen wir uns, wenn die Bahnlinie in diesem Jahrzehnt realisiert wird !

  6. 5.

    Verspätet sich! Wenn man sich auch mit Seilbahnen beschäftigt, ist das doch normal. Für was so alles Corona herhalten muss, aber egal zu welcher Behörde man möchte, ob direkt, per Mail oder per Telefon, es ist doch Corona!

  7. 4.

    2024? Wer es glaubt bezahlt einen Taler!

  8. 3.

    Es dauert eben, um den Lurch und den Glyphosatgegener umzusiedeln.

  9. 2.

    14 Kilometer-eine Wahnsinnsstrecke.

  10. 1.

    Bekommt man in Berlin irgendwas pünktlich auf die Reihe.

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