Streikende schwenken Fahnen der IG Metall Warnstreik IG Metall (Bild: imago images/Deutzmann)
Video: rbb|24 | 02.03.2021 | Material: TeleNewsNetwork | Bild: imago images/Deutzmann

Friedenspflicht endet - Metaller in Berlin und Brandenburg treten in Warnstreik

Zum Ende der Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie hat die Arbeitnehmerseite für Dienstag auch in Berlin zum Warnstreik aufgerufen. Ab Mitternacht standen die Bänder im Daimler-Werk in Marienfelde für mehrere Stunden still, wie die Bezirksleiterin der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, Birgit Dietze, am frühen Morgen sagte. 400 Beschäftigte und Unterstützer kamen demnach um Mitternacht zur Kundgebung vor dem Werk.

Es habe drei erfolglose Tarifverhandlungen gegeben, sagte Dietze. "Und die Arbeitgeber haben dreimal ein Nullangebot auf den Tisch gelegt. Das ist der Zukunft nicht angemessen."

Arbeitskampf auch in Wustermark und Reinickendorf

In Brandenburg befinden sich ebenfalls seit Mitternacht Beschäftigte beim Filtersystemhersteller Mahle in Wustermark im Warnstreik. Ein solcher ist am Vormittag auch beim Auerhammer Metallwerk in Aue geplant. Weitere Warnstreiks in Berlin sind für den Vormittag am MAN-Werk in Reinickendorf sowie beim Aufzughersteller Otis im selben Ortsteil geplant.

Seit Dezember verhandeln Arbeitgeber und Gewerkschaft bundesweit in den jeweiligen Bezirken über höhere Löhne und Gehälter. Die Arbeitnehmerseite fordert für die rund 100.000 Beschäftigten in Berlin und Brandenburg vier Prozent mehr Geld bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr. Außerdem hat sie eine Arbeitszeitverkürzung von drei Wochenstunden bei partiellem Lohnausgleich ins Spiel gebracht.

Aus Arbeitgebersicht soll es hingegen in diesem Jahr eine Nullrunde geben. Sie legten Mitte Februar in der dritten Tarifrunde ein Angebot vor, dass "die Zahlung einer Mischung aus Einmalzahlung und Tabellenerhöhung ab 2022" ermögliche, wie der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg damals mitteilte.

Sendung: Inforadio, 02.03.2021, 6 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Vielen Firmen droht auf Grund der Coronapandemie die Schließung und die Gewerkschaft fordert Lohnerhöhungen?!
    Hoffentlich setzt sie sich dann auch für die kommenden Arbeitslosen ein!!!

  2. 1.

    sehr gut. Viel Erfolg. Die Nullrunde aus dem letzten Jahr habe ich ja noch verstanden obwohl das unternehmen wo ich beschäftigt bin mehr gewinn in 2020 gemacht hat als vor Corona 2019. Also bitte wieder einen vernünftigen Tarifabschluss

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