Schweinefleisch wird zubereitet (Bild: imago images/Westend61)
Bild: imago images/Westend61

Handelssperre wurde aufgehoben - Brandenburger Schweinefleisch darf wieder exportiert werden

Seit Monaten durfte wegen der Afrikanischen Schweinepest kein deutsches Fleisch in Staaten außerhalb der EU ausgeliefert werden. Jetzt gibt es gute Nachrichten zumindest für jene Brandenburger Betriebe, die nicht in der Nähe von gefährdeten Gebieten liegen.

Nach weitreichenden Exportstopps für Schweinefleisch wegen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland, dabei insbesondere in Brandenburg, gibt es wieder mehr Handelsmöglichkeiten. Laut Bundesagrarministerium kann ab sofort frisches Fleisch aus nicht von der Tierseuche betroffenen deutschen Regionen nach Vietnam ausgeführt werden. Auch Singapur habe einer solchen Regionalisierung zugestimmt, hieß es am Freitag aus dem Ministerium.

Mit Brasilien, Argentinien, Südafrika und Südkorea seien Ausnahmen von der kompletten Sperre für verarbeitete Erzeugnisse erreicht worden. Mit China soll weiter verhandelt werden. Dazu würden alle Kontaktmöglichkeiten, auch über das Kanzleramt, genutzt.

Nur Betriebe in "Restriktionszonen" bleiben ausgeklammert

Frisches Fleisch darf damit auch wieder aus Brandenburger Regionen exportiert werden, die außerhalb der festgelegten "Restriktionszonen" liegen. Restriktionszonen umfassen einen Radius von 30 Kilometern rund um die Fundorte von Wildschweinen, bei denen die ASP nachgewiesen wurden.

In Brandenburg liegen solche Restriktionszonen in den Landkreisen Oder-Spree (442 gemeldete ASP-Fälle), Märkisch-Oderland (216 Fälle), Spree-Neiße (55 Fälle), Dahme-Spreewald (5) sowie seit Donnerstag auch die Stadt Frankfurt (Oder) (1 Fall). Eine genaue Übersicht über die Brandenburger Restriktionszonen gibt es auf der Internetseite des Brandenburger Sozial- und Gesundheitsministeriums [msgiv.brandenburg.de].

Frankfurt (Oder) meldet ersten ASP-Fall

Nach dem Auftauchen der Schweinepest im Herbst hatten zahlreiche Staaten außerhalb der Europäischen Union Schweinefleisch-Einfuhren aus ganz Deutschland gestoppt - obwohl die Tierseuche bisher nur in Brandenburg, dabei insbesondere im Osten und Süden des Landes, sowie in Sachsen bei Wildschweinen entdeckt wurde. Schweine in Ställen von Landwirten sind bisher nicht betroffen.

Erst am Donnerstag hatte sich in Brandenburg erneut bei einem entdeckten toten Wildschwein der Verdacht der ASP bestätigt. Erstmals war damit ein Gebiet bei Frankfurt (Oder) betroffen. Damit gebe es bislang 719 Fälle in Brandenburg, teilte das Verbraucherschutzministerium am Donnerstag mit. Der Kadaver war nach den Angaben im Bereich der nördlichen Oderwiesen gefunden worden.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Erkrankung bei Haus- und Wildschweinen, die fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Es gibt keine vorbeugende Impfung.

Sendung: Brandenburg aktuell, 05.03.2021, 19:30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Irgendwann wirst du vll. merken, das Geld einfach kein Nahrungsmittel ist.

  2. 4.

    Gute Nachricht. Am Export hängt unser Wohlstand.

  3. 3.

    Genau. Ich finde es immer wieder erschreckend, dass ein kleines Land wie Deutschland Grundnahrungsmittel massig exportiert. Wenn es wenigstens besonders hochwertige Sachen wären, aber einfach billiges Schweinefleisch?
    Wir reden immer von Flächenverbrauch und Ressourcenschonung, machen aber genau das Gegenteil. Ist ja auch nicht so, dass der Tierschutz in Deutschland vorbildlich ist.

  4. 2.

    Na endlich kann die Fleischlobby wieder aufatmen. Endlich wieder Fleischexporte nach Vietnam und Singapur. Nun versorgen die deutschen Mastbetriebe bald ganz Asien. Die Gülle bleibt natürlich hier. Und die Transportwege spielen auch keine Rolle. Und gleichzeitig erzählen dir die Bauern, dass sie es mit dem Umweltschutz wirklich ernst meinen. Dann können die Schweine ja endlich wieder wochenlang in der Gülle stehen. Wie lange will Frau Ministerin Klöckner, dieses Handeln noch als nachhaltige Landwirtschaft verkaufen?

  5. 1.

    Das ist doch völlig krank. Hier werden die Viecher gemästet, um sie dann, wohlmöglich noch durch EU-Zuschüsse gepampert, zerlegt in alle Welt zu verschicken. Dann gehen die Tönnies-Jünger auf die Barrikaden, weil sie ihre Gülle nicht sorglos verklappen können, motzen wegen der mittelbaren Überdüngung der Gewässer, woran sie ja nicht gänzlich unbeteiligt sind, gegen Umweltschützer. Überproduktion im grossen Stil - ach was, nicht doch. Und jetzt - wie vorher - Hossa - es geht weiter wie vorher.

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