Mercedes Benz Werk in Berlin Marienfelde (Quelle: dpa/Schoening)
Bild: dpa/Schoening

E-Autos, Software und Entwicklung - Daimler rüstet sein Marienfelder Werk um

E-Mobilität und Software: So will Daimler seinen ältesten noch produzierenden Standort - das Marienfelder Werk - umbauen. Berlins Wirtschaftssenatorin begrüßt den Schritt zur Modernisierung. Doch ob hier Arbeitsplätze abgebaut werden, sagte der Konzern nicht direkt.

Der Autobauer Daimler will an seinem Berliner Standort weg von der Produktion herkömmlicher Antriebsteile und stattdessen Software-Lösungen für seine globale Produktion testen und entwickeln. Über mögliche Auswirkungen auf die Arbeitsplätze der dort rund 2.500 Beschäftigten machte der Konzern keine Angaben.

Noch im Dezember hatte der Betriebsrat Befürchtungen geäußert, wonach rund die Hälfte der Stellen im Berliner Werk auf dem Spiel stünden. Erst am Montag hatten deshalb Dutzende Beschäftigte vor dem Roten Rathaus in Berlin demonstriert.

Allerdings sprach der Konzern in seiner Mitteilung davon, dass man sich mit dem Betriebsrat darauf geeinigt habe, dass neben Test und Entwicklung am Berliner Standort in Marienfelde auch die Montage von Komponenten der E-Mobilität kämen, teilte der Konzern am Mittwoch weiter mit. Geplant seien hier Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe.

Berlin soll laut Konzern zum "Kompetenzzentrum für Digitalisierung" werden

"Indem wir Berlin zu einem Kompetenzzentrum für Digitalisierung mit Produktionsvolumen im Bereich E-Mobilität transformieren, sichern wir erfolgreich die Zukunft des Traditionsstandortes", teilte Jörg Burzer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz-AG, mit.

Der 1902 gegründete Standort Marienfelde ist das älteste noch produzierende Werk des Daimler-Konzerns. Die Beschäftigten bauen dort bislang Komponenten zur Motorsteuerung, außerdem Getriebeteile und -komponenten, Kraftstoffsysteme, Nockenwellen, Pumpen sowie Dieselmotoren.

Ramona Pop begrüßt die Ankündigung des Konzerns

"In Berlin soll in Zukunft der Fokus hinsichtlich Serienproduktionsumfängen auf Komponenten der E-Mobilität und Digitalisierung liegen", heißt es nun von Daimler. "Dazu werden wir unter anderem Kolleginnen und Kollegen umschulen und weiterqualifizieren, die Transformation wird künftig aber auch mit weniger Beschäftigungsumfängen einhergehen."

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) begrüßte am Mittwoch die Ankündigung des Konzerns. "Marienfelde ist einer der ältesten Standorte von Daimler und wird nun ein Zukunftsstandort des Konzerns", teilte sie mit. "Wir stehen bereit, um den Standort Marienfelde gemeinsam mit Daimler für die Zukunft aufzustellen und dabei Arbeitsplätze zu sichern und neue Arbeitsplätze zu schaffen."

Sendung: Inforadio, 3. 3. 2021, 14.40 Uhr

9 Kommentare

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  1. 9.

    Zur gefälligen Beachtung: Es wäre bei einem mal geblieben. Sie haben die unsachlichen Worte über den "Stinker" wohl vergessen ? Es stinkt etwas ganz anderes auf der Welt. Wollen wir jetzt mit Physik loslegen ? Die Natur ist so stark, dass sie vieles kompensiert. Man muss diese nur nicht überfordern mit Raubbau etc. Es ist leider schon spät.

  2. 8.

    @RBB: Entspricht solch ein Kommentar der Netiquette in Punkt 2.? … Annährend?
    @TRAMM88: Zum X-ten Mal und zu X verschiedenen RBB-24-Artikeln betreiben Sie ganz offensichtliche Werbung für ein bestimmtes Kleinfahrzeug eines bestimmten asiatischen Herstellers … Verkaufen Sie diese? … Profitieren Sie sonst wie davon? … Wollen Sie Ihre damalige Kaufentscheidung X-mal in aller Öffentlichkeit (insbesondere) von einem Herrn Neumann oder Anderen bestätigt oder diskutiert wissen?

  3. 7.

    Ihr stets von ihnen angehimelter Elon Musk äußerte doch, dass volle E-Mobilität ohne Kernkraftwerke nicht durchführbar ist. Wieviel E-Energie incl. für die H2-Herstellung wird nun objektiv benötigt. Anderes Thema: Gesetz von der Erhaltung der Energie. Unzählige Raketen brachten Dinge in die Umlaufbahn und weiter. Man kann es vereinfachen: Wieviel Energie benötigte man um all die Fest- und Flüssigantriebstoffe für diese Antriebe zu produzieren ? Wieviel Energie für die Hardware und die Software ? Wieviel Energie pumpte man durch Atomversuche oder Menschentötung in die Atmosphäre. Wir nehmen auch die beiden Weltkriege mit rein in die Berechnungen. Wieviele PKW könnten damit wie viele km fahren ? Sie als Drehmomentberechnungsexperte werden das doch wohl aus dem Ärmel schütteln ? Was ist dagegen ein i-10 ?

  4. 6.

    Auch dieses Mercedes-Benz-Werk wird sich relativ bald in Luft auflösen. Es ist vom Daimler AG-Vorstand geplant, die Mercedes-Benz AG in zwei selbständige AG’en aufzuspalten … PKW+Sprinter nebst LKW+Busse … Die Mercedes-Benz-Cars and Vans AG wird dann nach China verkauft. Sehr wahrscheinlich an Geely … Die Zukunft der Mercedes-Benz-Trucks and Busses AG liegt dann bereits an der Börse. Es wird sich jemand finden. Oder steht schon in den Startlöchern.

    Mit VOLVO ist seinerzeit genau das und auf fast gleiche Art und Weise passiert. VOLVO-Cars ist heute Geely (China). VOLVO-Trucks ist heute Renault.

    Und dann wird über u.a. diesen Standort ganz woanders und hart entschieden. Und die Tränen werden viele sein. Wie heute in Schweden. Wie heute bei Osram.

    Aber viel schlimmer noch, wir verlieren DIE Ikone des Deutschen Automobilbaus an das menschenrechtsverachtende und zutiefst anti-demokratische Big-Brother-China.

  5. 5.

    Obwohl es auch von der EU-Kommission unter Frau von der Leyen (CDU) deutliche Signale gibt, wollen Sie offensichtlich nicht einsehen, dass der Verbrenner konzernübergreifend auf Grund des gesellschaftlichen und politischen Konsens in den wichtigsten weltweiten Absatzmärkten akut vom Aussterben bedroht ist. Es gibt bei Mercedes keine Pläne, einen Nachfolge-Generation der PKW-Sechs- und Acht-Zylinder zu entwickeln. Die Vierzylinden kommen in Bälde aus der Gemeinschaftsentwicklung mit Geely.

    „Wir brauchen CO2-freie Lkw auf unseren Straßen." A. Scheuer BMVI
    Selbst für mittelschwere LKW wird Mercedes zukünftig keine eigenen Verbrenner mehr verbauen, sondern sich von Cummins beliefern lassen. Für den schweren Verteilerverkehr und kommunale Dienste sind eActros und eEconic fast serienreif, für den Schwerlastfernverkehr sind der GenH2 Truck und der eActros LongHaul zur Markteinführung um die Mitte des Jahrzehntes in Entwicklung.

  6. 4.

    Im MB-Hautwerk wird die Zukunftstechnologie der verschiedenen Antriebe entschieden/entwickelt, nicht in einer kleinen Niederlassung. Die "Verbrennerpause" ist eine finanzielle Pause, der Verbrenner gilt ausgereift, der Elektroantrieb braucht mehr Zuwendung. Sonst würden bald keine LKW mehr, die vielen Rohstofftransporte durchführen können. Das ausgerechnet ein(e) WM, wie Frau Popp, die Aufgabe Berliner Produktionstechnologie, ähnlich den Niedergang der Pharmaproduktion in den 80iger, eingeleitet vom "grünen" J.Fischer, zeigt, welche Wirtschaftsfeindlichkeit bei Ideologen dahintersteckt, obwohl die ja zu gerne "fremdes Geld" umverteilen. Besonders dreist ist in diesem Zusammenhang das Wort "Wir" bei Umschulung und "Wir stehen bereit...Arbeitsplätze... zu schaffen". Da muss die eigene Marketingabteilung wohl noch überlegen, wie man die Worte "gepitcht" und "gepimpt" unterbringt.

  7. 3.

    Wenn das wirklich die Zukunft sein sollte, muss aber irgendjemand die herstellerübergreifenden Plattformen herstellen. Darauf kommt es momentan dann wohl an. Da sollten die deutschen Hersteller zügig dran bleiben. VW scheint am ehesten den Rückstand aufzuholen, weil sie im Konzern schon lange eine Plattformstrategie fahren.
    Ich denke aber schon, dass die Hardwareentwicklung noch lange nicht am Ende ist und somit durchaus noch einige Jahre dauern.
    Noch gar nicht so lange her, dass die Asynchronmaschine als das Nonplusultra der Antriebstechnik im Maschinenbau galt.
    Inzwischen haben wir fast nur noch Synchronmaschinen als Pumpenantrieb im Einsatz.
    Die vollständige Integration der Leistungselektronik in den Motor ist der nächste Schritt.
    Da gibt es noch einigen Raum für individuelle Innovation bei der Hardware, auch im Automobilbau.

  8. 2.

    Die Zukunft des Autos sind herstellerübergreifende Plattformen, die lediglich durch Software und Design voneinander differenziert sind, genau wie das heute schon bei Computern oder Smartphones der Fall ist. Diese Entwicklung hat bereits auf der Verbrennertechnik angefangen und wird beim E-Antrieb nur noch schneller vorangetrieben. Die Zeiten von Vorsprung durch Motortechnik sind vorbei. Elektroantriebsstränge sind im Vergleich zum Verbrenner einfach zu bauende Massenware, Batterietechnik kommt auch von zwei oder drei Konzernen. Die Optimierungsarbeit passiert bei der Steuerung des Batteriepacks und der Intelligenz, die man im Auto unterbringt.

  9. 1.

    Mit diesem Artikel seinen diejenige wieder einmal aufgeweckt, die von einer Zukunft mit Verbrennungsmotoren träumen. Die Weiterentwicklung solcher Antriebe wird konzernübergreifend immer mehr zurückgefahren. Gut, dass Mercedes hier den Weg in die Zukunft des Werkes weist. Ich befürchte aber, dass nicht jeder Mitarbeiter diesen Weg wird mitgehen können, gerade in der Produktion.

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