Der vordere Einstieg bleibt zum Schutz des Fahrers dauerhaft geschlossen. (Quelle: dpa/Matthias Tödt)
Video: rbb|24 | 29.04.2021 | Material: Abendschau | Bild: dpa/Matthias Tödt

BVG ändert Plan - Vordertüren in Bussen bleiben nach Fahrerprotesten geschlossen

In Busse der BVG können Fahrgäste weiterhin nur in der Mitte oder hinten einsteigen. Nach Protesten von Busfahrerinnen und Busfahrern rückten die Verkehrsbetriebe von Plänen ab, den Einstieg auch vorne wieder zu ermöglichen.

Die Vordertüren in Berliner Linienbussen bleiben für den Ein- und Ausstieg von Fahrgästen voererst geschlossen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hätten von ihrem Vorhaben, die Türen für ein Pilotprojekt zum Ticketkauf ab dem 3. Mai wieder zu öffnen, "mit Rücksicht auf die Besorgnis vieler Fahrer*innen" Abstand genommen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite einigten sich demnach einvernehmlich am Rande einer Sitzung des BVG-Aufsichtsrates.

BVG kündigt weitere Messung der Aerosole an

Rund 60 Busfahrerinnen und Busfahrer hatten sich am Donnerstag vor dem Gebäude der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) in der Holzmarktstraße versammelt. Sie demonstrierten gegen die ursprünglich geplante Öffnung der Vordertüren.

BVG-Chefin Eva Kreienkamp erklärte am Donnerstag, dass nun eine Messung zum Verlauf der Aerosole direkt an den inzwischen umgebauten Fahrerarbeitsplätzen durchgeführt werden solle. "Wir gehen davon aus, dass so auch die letzten Sorgen vor einer eventuellen Ansteckungsgefahr abgebaut werden können", so Kreienkamp.

Die BVG hatte angekündigt ein Pilotprojekt unter dem Titel "Bargeldloses Zahlen" zu starten. Dafür sollten Fahrgäste wieder vorne beim Busfahrer oder der Busfahrerin einsteigen können. Das Unternehmen verwies zunächst auf eine Studie zur Ausbreitung von Aerosolen im Fahrgastraum und auf andere Verkehrsbetriebe, die die Busse ebenfalls wieder vollständig öffnen.

Verdi forderte Gefährdungsanalyse

Laut Gewerkschaft Verdi, die zu der Protestaktion aufgerufen hatte, stützte sich die BVG zunächst auf ein Gutachten der TU Berlin, das in erster Linie die Auswirkungen auf die Aerosolverbreitung innerhalb des Fahrgastraumes untersucht habe, "aber nicht explizit und vollumfänglich den Fahrerarbeitsplatz". Es gebe damit keine Gefährdungsbeurteilung, so die Kritik. "Viele Kolleginnen und Kollegen sind in Sorge um ihre Gesundheit", teilte Jeremy Arndt, Verdi-Landesfachbereichsleiter Verkehr in Berlin-Brandenburg, zum Protestaufruf mit.

Im März 2020 waren die Vordertüren geschlossen und die Fahrerbereiche mit Folie abgetrennt orden, um Infektionen zu vermeiden. Inzwischen haben fast alle Busse rund um den Fahrerplatz sogenannte "Spuckschutz"-Scheiben erhalten.

Sendung: rbb 88,8, 29.04.2021, 15.30 Uhr

17 Kommentare

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  1. 17.

    Aus dieser Angst Nummer, geschürt von Politik und Medien, werden wir nie wieder herauskommen.

  2. 16.

    Konktloses Zahlen mag für bestimmte Bevölkerungsgruppen im Trend liegen. Aber nicht jeder hat ein Smartphone oder eine ec-Karte mit Funkschip. Hier werden wieder Kosten gespart zu Lasten der Kunden. Barzahlung muss möglich bleiben.

  3. 15.

    Mal ehrlich liebe BVG,
    das macht auch gar keinen wirklichen Sinn, auf den letzten Metern diese nicht nachvollziehbare Entscheidung. Ihre Fahrer*innen hätten so evtl. wieder unmengen möglicher Infektionskontakte. Ich finde die Verdi Forderung vollkommen gerechtfertigt. Lasst die Türen vorne bitte zu ;-)

  4. 14.

    Ich kann die protestierenden Busfahrer Innen gut verstehen. Die Studie ist doch ein Witz. Sie wurde mit Teathernebel durchgeführt und trifft eine Aussage zu geringer Gefährdung bei kurzen Fahrzeiten von ca. 10 Minuten. Wie lange dauert die Schicht eines Busfahrers? Die BVG verletzt die Fürsorgepflicht für ihre Arbeitnehmer und nebenbei gefährdet Sie durch das Unterlassen von Maskenkontrollen in Zivil auch die Gesundheit Ihrer Fahrgäste. Ich sitze jeden Tag über 1 Stunde einfache Strecke im Bus und jeden Tag fahren auch Unternaseträger mit.

  5. 13.

    Kann ich verstehen. Ein Busfahrer wird jeden Tag hunderten unbekannter Menschen ausgesetzt.

  6. 12.

    Bravo endlich wird sich mal gewehrt. Außerdem was bringt es jetzt mit vorne rein gar nichts. Solange es keine Immunität gibt sollte keiner irgendwelchen Gefahren ausgesetzt werden.

  7. 11.

    Ich kann die Fahrer durchaus verstehen. In Sorge um ihre Gesundheit sind die Fahrgäste allerdings auch, wenn sie in den vollen Bussen und Bahnen ausharren müssen.

  8. 10.

    Meine Unterstützung haben sie! Sie stehen, wie ich als Verkäuferin, seit über einem Jahr an vorderster Front ohne Dank und werden noch angegriffen, wenn sie Menschen bitten Masken zu tragen. Sie sind schutzlos den ganzen Covioten ausgeliefert. Es gibt leider auch keine Impfpriotisierung für sie. Dann doch wenigstens weiterhin keinen Vorderzustieg!

  9. 9.

    Ich kann den FahrerInnen nur zustimmen! Ihre Arbeit ist anstrengend genug, da müssen sie nicht auch noch um ihre Gesundheit fürchten müssen!

  10. 8.

    Es wäre ja Mal schön, wenn die Busfahrer sich auch um uns Fahrgäste so sorgen würden. Oft sind in den Bussen die Fenster verriegelt und nicht zu öffnen. Obwohl keine Klimaanlage, oder auch keine Belüftung an ist. Wenn ich dann höflich bitte die Fenster zu entriegeln, weil es unerträglich warm ist, werden manche Busfahrer auch noch frech! Lüften in Pandemie Zeiten müsste eine Selbstverständlichkeit sein!!!!

  11. 7.

    Die Busfahrer können ja Mal mit Verkäufern, Krankenschwestern und Ärzten tauschen.

    Sie ollen ja nicht mit den Fahrgästen kuscheln

  12. 6.

    Wir spucken doch unsere freundlichen Busfahrer nicht an. Bin heute mit dem 950 er gefahren. Vorn eingestiegen. Passendes Fahrgeld durch den Schlitz der Acrylscheibe hingelegt und rechts den Fahrschein entnommen. Zuerst natürlich freundlich gegrüßt- mit ffp2- Maske stets etwas schwierig. So etwas geht in Berlin nicht ? Erklärt mir das mal.

  13. 5.

    Haben die keine anderen Probleme als welche Tür geöffnet wird???

    In meinem Landkreis ist der Vordereinstieg schon seit Juli 2020 wieder erlaubt und zwar als einziger Zustieg!
    Der hintere Einstieg war überhaupt nur im April/Mai 2020 zu nutzen.

  14. 4.

    Absolut lächerliche Aktion. In anderen Bundesländern wie Bayern,Baden Württemberg wurden auch Trennscheiben in Bussen installiert und seit Juni letzten Jahren wird wieder vorne eingestiegen. Eine Ansteckungsgefahr ist somit nicht mehr gegeben, wenn der Fahrgast eine Maske trägt.

  15. 3.

    Wenn ich mich nicht irre, in HVL oder OHV sind seit vielen Wochen wieder der Einstieg beim Fahrer erlaubt.
    Meine Frage nun, wie viele des Fahrpersonals sind seit dem infiziert worden ?
    Müssten ja Zahlen vorhanden sein- VBB sagt alles.

  16. 2.

    Könnte man nicht die Busfahrer bei den Corona-Impfungen höher priorisieren und - durch Betriebsärzte der BVG - schneller impfen lassen?
    Geimpfte Busfahrer wären dann ja geschützt ...

  17. 1.

    Die Bedenken gegen den Vordereinstieg ergibt für mich überhaupt keinen Sinn. Wie man über ein Jahr gelernt hat, steigt das Infektionsrisiko mit hoher Aerosolkonzentration an. Warum will man dann die Vordertüren nicht benutzen, wo an jeder Haltestelle, durch den Zustieg von Fahrgästen, gleich die Aerosolkonzentration im gesamten Bus mit gesengt werden kann?! Und wozu hat die BVG über 2 Millionen Euro für den Einbau von Trennscheiben ausgegeben, die ja schließlich als zusätzlichen Schutz ihrer Fahrer dienen soll?

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