U-Bahn auf der Oberbaumbrücke (Quelle: dpa/Sergi Reboredo)
Bild: dpa/Sergi Reboredo

Streckensanierung abgeschlossen - U1 und U3 fahren ab 12. April wieder durchgehend

Seit rund einem Jahr müssen Fahrgäste der U1 und U3 zwischen Kottbusser Tor und Warschauer Straße auf Busse umsteigen. Kommende Woche hat die Leidenszeit ein Ende. Ein Bahnhof muss allerdings noch etwas länger auf die komplette Anbindung warten.

Ab dem 12. April fahren die Berliner U-Bahn-Linien 1 und 3 wieder auf ihrer gewohnten Strecke bis zur Warschauer Straße. Wie die BVG am Donnerstag mitteilte, ist die Sanierung von Gleis-, Strom- und Brückenanlagen zwischen Schlesischem Tor und Oberbaumbrücke beendet.

Der Bahnhof Schlesisches Tor wird in Richtung Warschauer Straße demnach allerdings erst zehn Tage später angefahren werden können. Aufgrund des winterlichen Wetters verzögern sich Asphaltierarbeiten am Bahnsteig.

Kosten von rund 36 Millionen Euro

Rund ein Jahr sei "an der ältesten U-Bahnstrecke Deutschlands" gebaut worden, auf dem unterbrochenen Abschnitt wurden Ersatzbusse eingesetzt. Die Strecke sei nun fit für die nächsten Jahrzehnte, teilte U-Bahn-Bauchef Uwe Kutscher mit. "Wir freuen uns besonders, dass der gesetzte Zeitrahmen sowie Kostenrahmen von rund 36 Millionen Euro für die Streckenerneuerung [...] gehalten werden konnte." Neben der Strecke sei in Zugsicherung, Kommunikation und Entwässerungsanlagen investiert worden.

Bis die Bahnhöfe Schlesisches Tor und Görlitzer Bahnhof barrierefrei sind, werde es allerdings noch dauern, so Kutscher. Ein genaues Ende der Umbauarbeiten wurde nicht mitgeteilt.

Der Bauabschnitt in Zahlen

Die BVG liefert auch einige Zahlen zu der Baumaßnahme: Insgesamt wurden demnach mehr als 2,2 Kilometer Fahrschienen ausgetauscht, 2.130 Schwellen wurden ausgebaut, 2.300 Tonnen Schotter aus der alten Fahrstrecke wurden entsorgt, 800 weitere Tonnen gereinigt und wiederverwendet.

Tausende Kabel seien neu verlegt worden, so die BVG. Stahlkonstruktionen mit einem Gewicht von 410 Tonnen wurden demnach neu montiert und neuer Korrosionsschutz auf einer Fläche von 11.300 Quadratmetern angebracht - das entspricht mehr als anderthalb Fußballfeldern.

Sendung: Abendschau, 08.04.2021, 19.30 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Halleluja!
    Damit hatte ich schon gar nicht mehr gerechnet und diese Linien aus meinem Mobilitäts-Portfolio bereits dauerhaft gestrichen. Welcome back, U1! :-)

  2. 7.

    Gewiss ist in Kreuzberg bei Tranzparenz zu Planungsprozessen und Ergebnissen noch viel Luft nach oben in Kreuzberg - das ist auch Teil von Beteiligung ;) Daran mangelt es z.B. bei den Kreuzberger Vorhaben im Umfeld, wie "Umbau der Oranienstraße" oder "Beteiligungsverfahren zur Umgestaltung der Straßen entlang des ehemaligen Luisenstädtischen Kanals"; siehe links unten.
    Dort finden sich leider nur Prozesszusammenfassungen ohne jegliche Ergebnispräsentation :(
    Der Umbau etwa der Oranienstraße soll jedoch bereits 2022 beginnen, am Luisenstädtischen Kanal noch dieses Jahr - oder dann gleichzeitig?!
    https://mein.berlin.de/vorhaben/2021-00200/
    https://mein.berlin.de/vorhaben/2021-00201/
    Weiß beim rbb jemand mehr?

  3. 6.

    Top. Vielleicht kann in den kommenden 12 Monaten dann ja der S-Bahnhof Warschauer Straße endlich mal fertiggestellt werden.

    @rbb: gibt's Informationen, wieso es dort stagniert?
    Das Amazonhochhaus dürfte sicherlich vorher bezugsfertig sein, bevor am S-Bahnhof die Fahrstühle in Betrieb genommen werden.

  4. 5.

    In der Maßnahmeliste des Bezirks von 12/2020 steht dieser Abschnitt in Position #1 (leider nur als "Idee/Vision" - "zur Zeit ist keine Planung vorgesehen"): "Zwischen Schlesisches Tor und Kottbusser Tor sind die Radwege in einem schlechten Zustand und in ihrer Breite unzureichend. Einrichtung eines Radfahrstreifens bzw. Ausbau und Sanierung des vorh. Radwegs in einer Breite von mindestens 2m." Faktisch sind 2m auf dem Gehweg zwischen Kotti und Görli nicht machbar.
    Hatte die Hoffnung, das mit dem Ende der U-Bahnbaustelle - auch hier gehandelt wird.
    Oder bleibt die "Idee/Vision" von einem befahrbaren Radweg z.B. zum geplanten Fahrradparkhaus an der Warschauer Brücke nur ein Wunschtraum?!
    @Sebastian: Wer im Berufsverkehr die Strecke mit der U-Bahn oder einem Auto zurücklegt, entscheidet sich zwischen Sardine und Schnecke. Daher sinnvoll, wenn mehr aufs Rad umsteigen ;)
    https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/politik-und-verwaltung/gremien/verkehrswenderat/artikel.902543.php

  5. 4.

    Gewiss kann der Radverkehr nicht die U-Bahn (hier ja Hochbahn) ersetzen und das ist auch garnicht das Ziel eines geförderten Radverkehrs. Auch eine mögliche geplante Tram soll der Radverkehr nicht ersetzen. Vielmehr geht alles zusammen und das passt auch von der Straßenbreite her. Was weniger werden kann und muss, das ist der Autoverkehr.

    Allenfalls kann auf der Oberbaumbrücke bei all dem nicht überholt werden. Aber das ist ja sowieso kein Grundrecht. Weder für Autofahrende noch für Radfahrende.

  6. 2.

    Zu den Busspuren können wir nichts sagen. Was der Bezirk aber macht, ist aus den temporären Radwegen (Pop-Up ) dauerhafte, befestigte Fahrradwege.
    BG

  7. 1.

    @rbb Werden dann auf den nun freiwerdenden temporären Busspuren, jetzt auch dauerhaft "protected bike lanes" also geschützte Radfahrstreifen eingerichtet? Die Oberbaumbrücke als Nadelöhr ist ja ohnehin inzwischen für den Autoverkehr einspurig.

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