Anstich in Zauchwitz - Spargelsaison in Brandenburg offiziell gestartet

Do 08.04.21 | 16:34 Uhr | Von Matthias Gindorf
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Spargelanstich 2021. Jürgen Jakobs (Beelitzer Spargelverein), Spargelkönigin Gina-Luise Schrey und Thomas Syring vom Syringhof in Zauchwitz bei Beelitz. (Quelle: rbb/Matthias Gindorf)
Video: Brandenburg Aktuell | 08.04.2021 | Anja Meyer | Bild: rbb/Matthias Gindorf

In Brandenburg hat die Spargelsaison 2021 am Donnerstag offiziell begonnen. Im Beelitzer Ortsteil Zauchwitz stach die amtierende Spargelkönigin Gina-Luise Schrey symbolisch den ersten Spargel des Jahres. Es ist die zweite Saison unter Corona-Bedingungen. Von Matthias Gindorf

"Wir sind ein bisschen zuversichtlicher als im vorigen Jahr" - das sagte Jürgen Jakobs vom Beelitzer Spargelverein beim offiziellen Anstich der Saison. Zum Auftakt stach die amtierende Spargelkönigin Gina-Luise Schrey im Beelitzer Ortsteil Zauchwitz (Potsdam-Mittelmark) symbolisch die ersten Stangen des Jahres.

Die zweite Saison unter Corona-Bedingungen hat damit begonnen. Im Vorjahr sei es eine Katastrophe gewesen, dass der erste Corona-Lockdown und die Spargelzeit etwa zur selben Zeit begannen, so Jakobs. Anders als damals sind jetzt die ersten der bis zu 6.000 Erntehelfer bereits in der Region eingetroffen. Sie kommen in diesem Jahr erstmals auch aus Georgien.

"Das hat damit zu tun, dass es in Polen und Rumänien einen Wirtschaftsaufschwung gab", erklärte Jakobs: "Deshalb wurden weniger Helfer nach Deutschland geschickt." Mit Georgiern habe man noch keine Erfahrung, die Anreise sei auch beschwerlich und weit. Geplant ist aktuell, dass die Erntehelfer mit dem Flugzeug aus Tiflis nach Berlin gebracht werden. Die rund 200 Euro für den Flug wollen die Betriebe übernehmen.

Corona-Schutz für die Erntehelfer in Brandenburg

"Alle Erntehelfer für Brandenburg müssen noch vor der Abreise einen PCR-Test machen", erklärte Thomas Syring, Chef des Syringhofs in Zauchwitz. "Nur mit negativem Ergebnis dürfen die Helfer auf die Brandenburger Spargelfelder kommen." Auf seinem Hof werden außerdem alle regelmäßig während der Saison getestet. Auch die Unterkünfte wurden umgebaut. So gibt es jetzt nur noch Zweibett-Zimmer und die Helfer leben nicht mehr zu viert in einem Raum. Laut Syring kommen auf seinen Betrieb deshalb zusätzliche Kosten von etwa 500 Euro pro Helfer zu.

Trotz all der Corona-Umstände hoffen die Beelitzer Spargelbauern auf eine Ernte von bis zu 10 Millionen Kilogramm Spargel in dieser Saison. Noch sei die Ernte aber nicht auf voller Stärke, sagte Jakobs vom Beelitzer Spargelverein beim offiziellen Saisonstart am Donnerstag. Die Temperaturen seien aktuell zu niedrig. Hätte man den Spargel nicht abgedeckt, um ihn warm zu halten, hätte die Ernte voraussichtlich erst im Mai beginnen können.

Die ersten Buden verkaufen schon Spargel

Nach dem Saisonstart am Donnerstag werden auch schon die ersten Verkaufsstände und Buden in Berlin und Brandenburg mit dem Beelitzer Spargel beliefert. Das Kilo kostet zu Beginn etwa 15 Euro. Die Spargelbauern sind aber guter Dinge, dass sich im Laufe des Aprils das Wetter bessert, es wärmer wird und deshalb mehr gestochen werden kann – was den Kilopreis drücken würde.

Die andere Hoffnung in Beelitz: Dass die Corona-Maßnahmen möglichst bald gelockert werden können. So wünscht sich Jakobs, dass wenigstens die Außengastronomie wieder öffnen kann. "Wenn Corona nicht mehr das Hauptthema ist und Beelitzer Spargel auf den Terrassen der Restaurants serviert wird, könnte im Land ein weiteres Stück Normalität zurückkehren", so Jakobs.

Sendung: Antenne Brandenburg, 08.04.2021, 14 Uhr

Beitrag von Matthias Gindorf

19 Kommentare

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  1. 18.

    Berlin -West hat schon immer gut gelebt auf Kosten anderer. Die haben ja nicht mal Spargelfelder. Was haben die überhaupt je gehabt ? Bekamen ja alles in den Abc gesteckt. Man könnte die doch aber anlernen; in Brandenburg. Muss ja nicht gerade Beelitz sein. Ob die aber geeignet sind ?Bars sind zu; was machen die überhaupt ?

  2. 17.

    Ja, so richtig. Wer gerne Spargel isst ,kauft ihn oder baut selbst an, je nach Fasson .Wem er zu teuer ist wartet und gut.
    Und Fleisch muss man nicht essen .Wer es nicht will ,lässt es . Es gibt Fisch ,hochwertige Öle und Leguminosen um hochwertige Eiweiße und Omega 3 und 6 Säuren zu bekommen.
    Wir leben in einer freien Gesellschaft. Nicht immer die Landwirte an den Pranger stellen !
    Fakt ist aber ! Irgendwelche Fleischsubstitute sind Blödsinn und Fake. Vor allem auf der Basis von Soja. Auf der einen Seite wollen wir kein Glyphosat und auf der anderen Seite essen wir Soja aus genmanipulierten Herkünften. In D wächst da nicht sehr viel.
    Das ist alles so doof wie Trinken von alkoholfreiem Bier. Entweder ich trinke Bier .Oder ich trinke was Anderes. Krasse Fehlentwicklung !

  3. 16.

    Was hat nun Fleisch damit zu tun? Anderen vorwerfen, sie würden abwegige Beispiele anführen und dann den Schlenker zum Fleisch machen. Ganz großes Kino. Und Spargel ist ein saisonales und regionales Produkt. Muss man auch mal berücksichtigen.

  4. 15.

    Naja, so kann man alles rechtfertigen. Immer erst auf anderes zeigen. Entweder mir ist Umwelt,-Tier-und Klimaschutz wichtig dann tue ich für mich alles was möglich ist. Und ja, auch an Meckersack, ich zahle auch gerne mehr, auch für Fleisch wenn ich weiß wo es herkommt. Ich muss weder Spargel noch Fleisch mehrmals die Woche essen.

  5. 14.

    Welche Gäste denn? Mir fallen da nur Kohls Gäste von 1990 ein. Aber da das eh in Brandenburg ist, siehst du ja die Arbeitsmoral der Gäste!!11

  6. 13.

    Überlege mal lieber, was derzeit für Müll durch die ganzen Coronatests entsteht.

  7. 12.

    Uns hat man die Einkaufstüten weggenommen obwohl wir diese bis zum geht nicht mehr nutzten und dann in die gelbe Tonne steckten. Derartige Ernteverfrühung gab es früher nicht und das Geschäft lohnte sich auch. In diesem Jahr sind die ausländischen Erntehelfer schon einige Zeit hier aber man erntet viel zu wenig; eben zu kalt-auch unter der Folie. Der Preis ist entsprechend edel: 16-18 € / kg. In DM bitee fast x 2 ! Wahnsinn.

  8. 11.

    Hier können doch die vielen Gäste in unserem Land zur Ernte eingesetzt werden. Die Leute sollten Zeit haben, da Cafés geschlossen sind.
    Bitte nicht so meckern wegen der Folie, wird sicher ganz korrekt gesammelt und entsorgt. Freuen wir uns doch lieber auf einheimisches, leckeres Gemüse.

  9. 10.

    Mit Spargel kann man viel Geld machen, wenn die Arbeitskraft fast umsonst arbeitet, lasst es euch schmecken.

  10. 9.

    Dem kann ich nur zustimmen. Wer hier in der Region mit offenen Augen nur ein Stündchen spazieren geht, kann ganz bequem eine Einkaufstasche voller Folienreste sammeln. Traurig aber war!
    Hinzu kommt, dass das vermeintliche Edelgemüse mittlerweile nicht mehr wirklich edel ist, weil es wegen der "modernen" und vor allem überdemensionalen Anbauweise längst seinen ursprünglichen und wirklichen leckeren Geschmack verloren hat.

  11. 8.

    Eigenartiger Beitrag! Als Selbstständige sollten Sie wissen, wleche Anforderungen an die Entehelfer bzw. Betriebe gestellt werden zwecks Testung usw. . Im vergangenen Jahr waren die Deutschen aufgerufen worden bei der Spargelenrte zu helfen, wie es ausging kann man nachlesen. Sie haben wahrscheinlich selber auch noch nie Spargel gestochen!

  12. 7.

    Die Plastikfolien liegen auf den Spargelfeldern im Landschaftsschutzgebiet. Bewässert wird aus Tiefenbrunnen mittels Dieselpumpen. Sehr nachhaltig und naturnah!

  13. 6.

    Schon wieder Erntehelfer....kommt der Virus wieder über die Grenze.
    Es gibt derzeit genug Arbeitslose in DHL...Diese hätten auchvwasctun können.

    Aus diesem Grund kein Spargel für mich

  14. 5.

    Liebe Klara, ich bewundere Menschen ,welche fest zu ihren Prinzipien stehen. Auch wenn Ihre Prinzipien scheinbar einem Trauma entspringen.Seit Anbeginn des Gartenbaues arbeiten ,fleißige und ambitionierte Menschen , an den Möglichkeiten einer Ernteverfrühung. Analog eines Frühbeetes wird hier Folie verwendet. Dies Folie wird solange alljährlich verwendet bis Sie Ihre Grenznutzungsdauer erreicht und wird dann den Richtlinien receycelt .
    Viele Menschen schätzen es ,Ihr Lieblingsgemüse frisch,früh ,zu marktgerechten Preisen erstehen zu können.
    Wenn Sie das nicht wollen dann warten Sie bitte auf den ersten Echten.
    Oder kaufen den billigen und importierten Spargel aus Ägypten oder Zypern. Der ist jedoch keine Gute Alternative .Weil mit integrierter und sachkundlicher Produktion hat er nix gemein mit Inländischem Qualitätsgemüse. Bitte die ideologischen Scheuklappen ablegen!

  15. 4.

    Was mein Problem ist?Schade das sie nicht von selbst darauf kommen?! Dieser ganze Plastikmüll ist Gift für die Umwelt. Muss das heute noch sein, ich glaube nicht. Ein paar Tage später würde dieses Gemüse auch so wachsen, ich glaube das wäre wesentlich billiger in der Herstellung. Ich hoffe für sie, das sie sich nicht ungewollt an so einem Fetzen verschlucken! Guten Appetit

  16. 3.

    Was haben Sie gegen die Plastikplanen. Sie bewirken doch nur ein Treibhausklima wie in einem Gewächshaus . So kann die Saison um ca. 1 Monat verlängert werden weil Ende März/Anfang April schon geerntet werden kann. Also was ist ihr Problem ??

  17. 2.

    Wenn ich diese Plastikplanen sehe, vergeht mir gleich der Appetit!! Wann wird das endlich gestoppt????

  18. 1.

    Baut den Spargel woanders an, da gibt es genug Erntehelfer.

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