Sanierungarbeiten ab Mitte September - ICE-Züge zwischen Berlin und Hamburg brauchen eine knappe Stunde länger

Symbolbild: Ein ICE-Zug der Deutschen Bahn fährt über Weichen. (Quelle: dpa/B. Marks)
Bild: dpa/B. Marks

Zugreisende müssen sich im Herbst auf eine längere Reisezeit zwischen Berlin und Hamburg einstellen. Statt 1:45 Stunden brauchen die ICE-Züge auf der Strecke knapp eine Stunde länger, weil Schienen und Gleisanlagen auf 200 Kilometern erneuert werden.

Bauarbeiten an der ICE-Trasse zwischen Berlin und Hamburg führen ab Mitte September zu deutlich längeren Fahrzeiten zwischen beiden Städten.

Die Deutsche Bahn (DB) teilte am Dienstag mit, dass auf der sogenannten Schnellfahrstrecke zwischen vom 11. September bis zum 11. Dezember Weichen, Schienen und Schwellen erneuert würden. In dieser Zeit verlängere sich die bislang übliche Fahrzeit von rund 1:45 Stunden um etwa 50 Minuten.

Rund 100 Millionen Euro koste die Sanierung des Streckenabschnitts zwischen Berlin-Spandau und Büchen (eine Gemeinde rund 20 Kilometer vor Hamburg), teilte das Unternehmen mit.

Umleitung über Stendal

ICE-Züge sollen während der Bauarbeiten "etwa im Stundentakt" fahren und über Uelzen, Salzwedel und Stendal umgeleitet werden.

In Büchen, Ludwigslust und Wittenberge halten während der Bauarbeiten keine Fernverkehrszüge. Es bestehen Ersatzverbindungen mit Zügen des Nahverkehrs. Auf Teilstrecken - etwa zwischen Hamburg und Ludwigslust - verkehren ersatzweise Busse. Auswirkungen haben die Bauarbeiten auch auf den Fernverkehr zwischen Hamburg und Schwerin sowie auf den Nahverkehr.

Nach Angaben der Bahn muss die Infrastruktur aufgrund der hohen Beanspruchung der Strecke "turnusmäßig modernisiert" werden. Dafür sollen rund 200 Kilometer neue Schienen und 24 neue Weichen verbaut und rund 15.000 Schwellen und etwa 30.000 Tonnen Schotter ausgetauscht werden. Zusätzlich erneuert die Bahn die Leit- und Sicherungstechnik.

Sendung: Radioeins, 18.05.2021, 15 Uhr

13 Kommentare

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  1. 13.

    Die Auswirkungen dieser Sanierung zeigen, dass der Luftverkehr für die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit Deutschlands dringend benötigt wird.

  2. 12.

    Wenn ich mich mal da "einmischen" darf: Auf jeden Fall kürzer als die bisherigen. Und das läge dann nicht an der hoffentlich höheren Inanspruchnahme, sondern daran, dass Beschleunigung in sämtlichen Lebensbereichen zum puren Selbstzweck geworden ist.

    Vor allem liegt es am technischen Begleitinstrumentarium der Strecke. Da muss die Strecke dazu kompatibel werden.

  3. 11.

    Nun suche ich hier wieder vergeblich meine Frage; Wie lange werden die neuen Schienen ,Weichen und Schwellen nach Erneuerung dann wieder halten ? Wann erfolgt der nächste Wechsel ?

  4. 10.

    Gute alte Zeit, als zwischen Nürnberg und Fürth die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h auf 28 km/h reduziert wurde, weil der Verschleiß an den Schienen zu groß gewesen ist.

  5. 9.

    Wenn für die haltbare Wege gebaut werden können:
    https://www.rbb24.de/studiocottbus/panorama/2021/05/a13-a15-blasen-auf-fahrbahn-geschwindigkeit-reduzierung.html

  6. 8.

    Abwarten.
    Nicht direkt vergleichbar aber die kurze Strecke FF-Seelow, sollte im Winter saniert werden. Leider hat man Munition und Kriegsleichen gefunden, so dass man heute noch nicht weiß wann man fertig wird.

  7. 7.

    Irgendwo beißt sich die Katze in den Schwanz:
    Zuvor galt die Devise "All Wetter, die Bahn", heute reicht ein laues Lüftchen, um die neueste Technik außer Kraft zu setzen.

    Und das liegt nicht grundsätzlich am System der Bahn, das dem Auto verkehrstechnisch und vom Platz her zehnmal überlegen ist, wo es um gebündelte, nicht aber Streuverkehre geht, das Beschriebene liegt geradezu an einer Technikgläubigkeit um ihrer selbst willen.

    Die hier Schreibenden mögen mal den Nutzungszyklus ihrer neuesten Haushaltsgeräte mit dem Nutzungszyklus der Geräte vor Jahrzehnten vergleichen. Irgendwann sind wir bei geringfügig größer als Null angelangt: Hochtechnisiert mit allen erdenklichen Möglichkeiten, die es nur gibt und im nächsten Augenblick schon entwertet.

    Da ist die Deutsche Bahn Aktiengesellschaft nur eine/r unter Vielen.

  8. 6.

    Wann kommt Pferd und Wagen wieder?

  9. 5.

    In welchem Jahrtausend wir sind hat bei der Bahn noch niemand gemerkt. Vor hundert Jahren wurde schneller und mit Qualität gebaut. Aber schauen wir uns an woher seit Jahren der Verkehrsminister kommt, noch Fragen. Deutschland ist mal wieder der Letzte im Europatrend, es darf nicht mehr verwundern.

  10. 4.

    Und dann soll ein großer Teil des Verkehrs auf die Bahn in Zukunft verlegt werden. Dann läuft ja gar nichts mehr. Es sei denn wir steigen wieder auf Dampfloks um. Gute alte Zeit. Da gabs auch moch keine Gruenen.

  11. 3.

    Wie heißt es bei den Grünen… die Bahn soll eine Alternative sein?!

    Geht wohl nicht auf. Auch wenn man sich mit notwendigen Sanierungen rausreden kann. Aber so zerlegen sich Alternativen von allein.

  12. 2.

    Heißt ja faktisch eine erneute komplettsanierung.

    Nach dem Ausbau doch schon das zweite mal oder?!

    Da hätte man ja wirklich den Transrapid bauen können. Die Kosten sind vermutlich jetzt schon höher für die diversen Teil- und Komplettsanierungen.

  13. 1.

    So alt ist die Strecke doch noch gar nicht... Dass das im Schneckentempoland Deutschland in 3 Monaten geschehen soll, finde ich ja schon schockierend.

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