Sanierungsarbeiten ab Samstag - ICE-Züge zwischen Berlin und Hamburg brauchen eine knappe Stunde länger

Ein ICE fährt am Mittwoch (12.10.2011) in Berlin-Staaken auf der Trasse Berlin-Hamburg. (Quelle: dpa/Tobias Kleinschmidt)
Bild: dpa/Tobias Kleinschmidt

Zugreisende müssen für die Strecke zwischen Berlin und Hamburg mehr Zeit einplanen. Statt 1:45 Stunden brauchen die ICE-Züge auf der Strecke ab Samstag knapp eine Stunde länger. Schienen und Gleisanlagen werden auf 200 Kilometern erneuert.

Die Deutsche Bahn startet am Samstag die Modernisierung der Schnellfahrstrecke zwischen Berlin und Hamburg. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in einer Pressemitteilung mit. Vom 11. September bis zum 11. Dezember würden an der ICE-Trasse Weichen, Schienen und Schwellen erneuert. In dieser Zeit verlängere sich die bislang übliche Fahrzeit von rund 1:45 Stunden um etwa 50 Minuten, meldete die Bahn weiter. Rund 100 Millionen Euro koste die Sanierung.

Zwischen Berlin-Spandau und Büchen, eine Gemeinde rund 20 Kilometer vor Hamburg, werden nach Angaben der Bahn in den kommenden drei Monaten rund 200 Kilometer neue Schienen und 24 neue Weichen verbaut. Zudem werden rund 15.000 Schwellen und etwa 30.000 Tonnen Schotter ausgetauscht. Zusätzlich erneuert die DB die Leit- und Sicherungstechnik.

Umleitung über Stendal

Die ICE-Züge sollen während der Bauarbeiten "etwa im Stundentakt" fahren und über Uelzen, Salzwedel und Stendal umgeleitet werden. Aufgrund der längeren Fahrzeiten ändern sich auch die Abfahrts- und Ankunftszeiten.

In Büchen, Ludwigslust und Wittenberge halten während der Bauarbeiten keine Fernverkehrszüge. Es bestehen Ersatzverbindungen mit Zügen des Nahverkehrs. Auf Teilstrecken - etwa zwischen Hamburg und Ludwigslust - verkehren ersatzweise Busse. Auswirkungen haben die Bauarbeiten auch auf den Fernverkehr zwischen Hamburg und Schwerin sowie auf den Nahverkehr. Die Bahn bittet alle Reisenden, sich vor Fahrtantritt über ihre tatsächlichen Abfahrts- und Ankunftszeiten zu informieren.

Bis zum Jahr 2000 wurde die rund 290 Kilometer lange Strecke zwischen Berlin und Hamburg für die Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern ausgebaut. Von 2000 bis 2004 erfolgten Arbeiten für die nochmalige Erhöhung der Geschwindigkeit auf 230 Stundenkilometer. Durch die hohe Beanspruchung der Strecke müsse die Infrastruktur turnusmäßig modernisiert werdens, so die Bahn.

Sendung: Radioeins, 08.09.2021, 10:00 Uhr

36 Kommentare

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  1. 36.

    Schauen Sie sich mal die "Flitzer" in China genauer an. Sie werden so manches Fahrzeug in ähnlicher Form auch auf europäischen Strecken finden Der CHR3 sollten Ihnen dabei besonders ins Auge stechen, nicht nur weil der dem russischem Falken ähnelt.

    Es liegt in der Natur der Sache, dass in den deutschen Nachrichten wenig über Bauarbeiten der SNCF Reseau berichtet wird. Dazu müssten Sie sich mal auf deren Internetseite selber informieren. Die gibt es auch in deutscher Sprache. China ist noch weiter weg.

  2. 35.

    Man kann auch die Überholmöglichkeiten - nennen wir es mal - optimieren.

    LZB ist der alte Bundesbahn-Standard und eh Mindestvoraussetzung für HGV-Strecken. ETCS klingt toll, muss aber auch zugseitig möglich sein. Und da fängt es an, richtig kompliziert zu werden. Es tummeln sich auf der Strecke alle möglichen Züge unterschiedlicher Baujahre und EVU.

  3. 34.

    Ein Schienenstrang im Fernverkehr ist auf eine Dauer von 20-25 Jahren ausgelegt

  4. 33.

    Hier hat man in dieser Zeit 50 Meter Straße "geschafft".

  5. 32.

    Die Kapazität der bestehen Strecke kann man nur durch die neue elektronische Zugbeeinflussung ETCS und LZB bewerkstelligen. Ein drittes Gleis wird es auf absehbare Zeit ja nicht geben wegen Natur, Öko und so...
    Wäre schon irgendwie logisch, wenn die Bahn bei diesen Sanierungsarbeiten diese Zugusicherung gleich mit komplettiert.

  6. 31.

    Sie kennen sich in Schienentechnik aus? Die Strecke muss im Betrieb was aushalten können und von daher solide saniert sein, das dürfte auch Ihnen klar sein.

  7. 30.

    Der Transrapid wäre schon alleine wegen der Folgekosten interessant gewesen, ob ein Magnetfeld vercshleißt? Und wenn ja - wie?

  8. 29.

    Tja, es braucht also gar nicht die GDL, es geht auch anders.

  9. 28.

    Es werden hoffentlich mehr als nur eine Maschine eingesetzt. Zudem will die DB Netz auch die Kapazität der Strecke steigern und führt deshalb nach eigenen Angaben über 50 versch. Maßnahmen parallel in den drei Monaten aus.

  10. 27.

    .. man kann wohl davon ausgehen, dass an mehreren Stellen verschiedene Abschnitte gleichzeitig gebaut werden und dann zusammen fertig werden. Würde ich denken.
    Und zu 21. zu 1. das langsame liegt auch daran, dass jeder Provinzbürgermeister sein Nest mit einem ICE Halt aufwerten will. Is wie bei Windrädern.. Anwohner sind dagegen, bis sie selber einen Vorteil davon haben. So läppern sich einige unnütze Halte zusammen.
    über 1 km Bremsweg, 2 Min stehen und dann wieder den Tonnenbolieden anfahren.. is auch voll Klima.

  11. 26.

    Bin gestern wieder TRAM88 gefahren. Erst durch die neuen Bahnen macht es wirklich Freude. Meine Fragen sind lediglich ökonomischer Natur. Die Belastungen der Strecke nach Hamburg ist keine Frage. CHINA erwähnte ich weil ich eben da nur diese "Flitzer" kenne. Was fährt noch über diese Strecken. ? Noch nie habe ich von so vielen Problemen wie hier in D gehört. ICE fahre ich so 2-3x im Jahr nach Kassel-Wilhelmshöhe. So richtig "aufdrehen" ist auch dabei; 2,5 Std. aber o.k. Der Herr Neumann dichtet sich stets einiges um. Heute wieder aktuell # 16. Ich hätte das Teslawerk niemals dort in fast heile Natur gesetzt. E-Autos retten unsere Welt nicht; die Kernfusion müßte alsbald "funktionieren".

  12. 25.

    Niemand! Selbst die DB Netz geht von drei Monaten aus. ;-) Zwischen Hannover und Würzburg wurde der Zeitplan bei der Grundinstandsetzung allerdings auch weitgehend eingehalten. Es darf halt nur kein Politiker reinreden. Das führt zu Termin-Katastrophen.

  13. 24.

    Ich will ja nicht pingelig sein, aber werden nun 200km Schiene bzw. 100km Gleis oder 200km Gleis bzw. 400km Schiene ausgewechselt? Ist ja doch ein signifikanter Unterschied in der Bewertung der Bauzeit.
    Egal wie, es reicht nicht für die komplette Strecke in beiden Richtungen.

  14. 23.

    ...wer soll das denn dann bezahlen als die, die es auch benutzen und "kaputtfahren"? Die Bahn kann das Geld ja nicht drucken. Natürlich bezahlen das die Kunden genau wie die Mieter Reparaturen an den Häusern zahlen in denen sie wohnen, bei der BVG Schienen, Gleise, und Busse.. Selbst wenn der Staat das subventioniert bezahlen wir das alle. Da könnte man höchstens fragen, warum zahlen das auch Autofahrer. Sie sind bestimmt so ein Mietendeckel- und Enteignungsverfechter, die sich nicht um wirtschaftliche Zusammenhänge scheren und denken für sie selber fällt alles für umsonst vom Himmel.

  15. 22.

    Stimmt nicht ganz, am Sonntag stand ich in Schönfließ vor verschlossener Schranke und ein Triebwagen ist mit ordentlich Tempo vorbeigerauscht. Testfahrt am Sonntag würde ich mal ausschließen.
    Die Bauverzögerungen gab es aber wirklich.

  16. 21.

    Warum nennen Sie sich TRAM, wenn sie keine Ahnung von Schienenverkehr in Deutschland haben?
    1. Schneller als 230 km/h lohnt auf den kurzen Distanzen zwischen den anzufahrenden Metropolen und großen Bahnkreuzen in Deutschland nicht. Wir sind ja ein kleines Ländle.
    2. In Deutschland gibt es bis auf ganz wenige kurze Ausnahmen nur Kombistrecken für Personen- UND Güterverkehre. Besonders für Güterverkehr müssen Bahnstrecken anders gebaut werden als wenn die wie in China oder Frankreichs TGV ausschließlich für diese leichten Flitzer ausgelegt sein müssen.
    3. Die Strecke Berlin - Hamburg ist hoch frequentiert durch ICE, IC, Regio und vor allem Nachts massig Güterzüge. Wenn Eisen auf Eisen reibt (Rad / Schiene), führt das unweigerlich zu Verschleiß, der erneuert werden muss. Und besser einmal im Hauruck-Verfahren als ein Jahr lang kleckerweise Friemelei die Strecke entlang.

  17. 20.

    Wenn die komplexe bis zu 900 Meter lange Alles-in-Einem Gleisbaumaschine nicht kaputt geht, kann das schon in 3 Monaten erledigt sein auf dieser Strecke.

  18. 18.

    Das geniale daran ist das die Kunden der DB diese Umleitung noch bezahlen. Auch alle anderen die diese Trasse nutzen.

  19. 17.

    200 km Schiene erneuern und sanieren in 2 Monaten? In Deutschland? Wer soll das denn jetzt glauben!?

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