Ausflugsgrundstück an der Dahme neu bebaut - Ins Riviera in Grünau ziehen zahlungskräftige Senioren

Das ehemalige Ausflugslokal "RIVIERA" (Quelle: imago images/Jürgen Ritter)
Video: rbb|24 | 17.05.2021 | Material: Abendschau | Bild: imago images/Jürgen Ritter

Das alte Reviera-Ausflugsrestaurant an der Grünauer Regattastraße ist nach Angaben des neuen Eigentümers in wenigen Wochen bezugsfertig. Der Investor des Grundstücks in der Nachbarschaft der Fähre zwischen Wendenschloss und Grünau teilte dem rbb mit, dass 80 der rund 200 Seniorenwohnungen auf dem Areal bereits verkauft seien.

Damit vollzieht sich an dem alten Ausflugsboulevard entlang der Dahme eine Entwicklung, die sich seit Jahren bereits dort abzeichnete: Das alte Bade- und Wochenendareal der Berliner wird zur Luxusadresse. Ausschließlich Gutverdiener können sich die Quadratmeterpreise der Wohnungen zur Miete dort leisten. Sie liegen bei rund 30 Euro und teilweis auch darüber.

Bis zur Wende beliebtes Ausflugsziel

Zum Ende des 19. Jahrhunderts war an der Dahme die Regattastrecke für Bootswettbewerbe entstanden, auf beiden Seiten eröffneten Ausflugslokale und größere Freizeit- und Erholungsanlagen, oft in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Badestellen, Anlegestellen oder Kleinhäfen. Der Vorgänger des späteren Riviera eröffneten um 1888, hieß dann zunächst bis in die 20er Jahre "Bellevue" und wuchs. Das nun noch - vor allem in seinen Umrissen erhaltene Ausflugslokal überstand den Krieg und war in der Nachkriegszeit, durch die DDR-Zeiten hindurch bis zu Wende ein beliebter Tanz- und Ausflugstreff.

Nach der Wende kam das Ende. Die Treuhand machte das Riviera und dazugehörige Gesellschftashaus erstmal dicht. Ein Käufer blieb jahrelang untätig und das Areal verwilderte, die Gebäude verfielen. Vor rund zwei Jahren brannte dann das denkmalgeschützte Gebäue des alten Riviera.

Kritik an dichter Bebauung auf dem denkmalgeschützten Areal

Der Vertrag mit dem alten Investor wurde nach dem Brand aufgelöst, ein neuer Investor fand sich und dieser setzte um, was nun kurz vor dem Abschluss steht: rund 200 altersgerechte Wohnungen für Gutbetuchte am Ufer der Dahme. Im Herbst nun sollen die ersten Bewohner einziehen. Die kleinste Wohung mit 29 Quadratmetern kostet dem Eigentümer zufolge rund 1.110 Euro Miete, die größten Wohnungen liegen bei über 4000 Euro Miete. Der Ballsaal des alten Riviera soll als Restaurant wiedereröffnet werden und der Uferweg entlang der Regattastrecke soll hier öffenltich zugänglich bleiben.

Michael Held, Vorstand des neues Besitzers, der Terrgon AG, sagte dem rbb: "Das Haus ist wie ein Hotel, nur mit mehr Platz." Empfang, Wellnessbereich und Restaurant - all das sei ähnlich einer Hotelanlage. Der FDP-Abgeordnete Stefan Förster kritisiert, dass dem Investor sehr umfängliche Neubaugenehmigungen auf dem Areal erteilt worden seien, womit der Charakter des Ausflugsareals zerstört sei: "Das Problem ist, dass hier von dem Denkmal kaum etwas übrig bleibt."

Sendung: Abendschau, 17.05.2021, 19.30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Wahrscheinlich die Hottevolier von Gestern, nur aus dem Osten. Hier ist jezt das gleiche passiert wie in Babelsberg nur da ear der Uferweg schuld. Uferweg gleich Grenzweg und Grundstücke aufder Grenze wurden nicht zurück erstattet aber für teures Gelf an den meistbietenden ver
    hoekert. Kaum einer von den ureigentuemern noch vorhanden

  2. 4.

    Es war doch nichts anderes zu erwarten. Wie lange der Uferweg noch offen ist, bis die Spaziergänger als lästig empfunden werden, ist doch nur eine Frage der Zeit.

  3. 3.

    Was m. E. erkennbar ist: Der Investor hat nur so wenig wie möglich als Denkmal stehengelassen, dass das nicht mehr als ein bloßes historisches Einsprengsel gelten kann. Auch hat ja der faktisch "warme Abriss" sein Werk getan. Nur der ursprüngliche Ballsaal, das künftige Restaurant, kann in diesem Sinne als historisch gelten.

    Was völlig anders als zur Historie ist: Was vormals teuer und elegant war, war seinerzeit recht weitläufig. Heute kann es mit Abständen wie bei Zille gemalt daherkommen. Die Brandschutztechniken haben manchmal auch diese Wirkung.

    Allenfalls der öffentliche Uferweg kann ein Trost sein. Es sei denn, eine Einbruchsserie unbekannt bleibender Herkunft lässt diesen irgendwann hinter Schloss & Riegel verschwinden. Sorry für meinen Sarkasmus, ist sonst nicht meine Art.

  4. 2.

    Ausgerechnet gestern wählten wir Grünau zum Spazierengehen. In jungen Jahren waren wir sehr oft dort , ob Sommer und Winter. Nun beobachten wir, was sich dort veränert. Ja , dieses Areal Rivera und Gesellschaftshaus ist für normale Rentner nicht erschwinglich..... wir waren sehr erschrocken, wie eng und hoch das Areal bebaut wird.....irgendwie passt das so dort nicht hin.
    Lobenswert, sei jeher, man kann immer mal wieder dierekt ans Wasser, gern mal sich auf eine Bank setzen.....und....mit der guten 68 iger Bahn bis zum Bahnhof Köpenick fahren...eine kleine Stadtrundfahrt....uns hat es gefallen.
    Nur...was passiert mit der alten Villa..bzw. Rundfunkhaus...trauriger Anblick........

  5. 1.

    Schreibt man Dahme nicht mit "h"?

    ich bin erst vorgestern dort mit dem Fahrrrad rumgefahren und fragte mich, wer sich diese exquisite Lage leisten kann?

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