Daten manipuliert - Anklage wegen Korruption im Gesundheitswesen erhoben

Symbolbild: Eine BARMER-Krankenkassenkarte liegt auf Euro-Geldscheinen. (Quelle: imago images/M. Schwarz)
Audio: JOURNAL | 28.05.2021 | M. Schrey | Bild: imago images/M. Schwarz

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen zwei Führungskräfte der gesetzlichen Krankenkasse Barmer und eine frühere Führungskraft der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin erhoben.

Dabei geht es um den Vorwurf schwerer Bestechung und der Untreue, wie die Generalstaats­anwalt­schaft Berlin am Freitag bestätigte.

Zuweisungen über 85 Millionen Euro

Ein Verdächtiger der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin soll Gesundheitsdaten manipuliert und dadurch der gesetzlichen Krankenkasse Barmer unberechtigt Zuweisungen über 85 Millionen Euro verschafft haben. Dafür soll die Kassenärztliche Vereinigung Berlin 250.000 Euro erhalten haben.

Hintergrund ist, dass die Krankenkassen mehr Geld für alte und kranke Patienten bekommen. Deswegen bestehe ein Interesse daran, die Daten von jungen und gesunden Versicherten so zu verändern, dass diese älter und kränker sind, erklärte Oberstaatsanwalt Martin Steltner am Freitag im rbb-Inforadio.

Über die Anklageschrift wird jetzt eine Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Berlin entscheiden. Zuerst hatte der Ärztenachrichtendienst über den Fall berichtet.

Sendung: Inforadio, 28.05.2021, 16:40 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Bei den geringen Monatsgehältern, die die Vorstände auch anderer Gesetzlicher Krankenkassen bekommen, muss man sich schon sein Gehalt ein wenig aufpäppeln. Da sind auch die meist über 20.000€ gezahlten Jahresprämien nur ein geringes Zubrot. (Jahressumme ca 2 MIO) Der pflichtversicherte Bürger wird diese Einkommen mit seinen monatlichen Zusatzzahlungen schon ausgleichen. Auch die BARMER hat diese für 2021 wieder erhöht. Bei noch ca. 103 Krankenkassen kommen da schon ein paar Milliönchen im Jahr zusammen, die von den Versicherungsbeiträgen abgehen . Aber die Verantwortlichen stören diese Ungerechtigkeiten nicht. Und der Gesundheitsminister hat von diesen Problemen keine Ahnung. Die Gehälter der Vorstände sind auch im Internet zu finden und werden jährlich veröffentlicht.

  2. 2.

    Vom Grundgedanken her haben Sie Recht, jedoch wird sich ein "Bußgeld" von 425 Millionen Euro kaum eintreiben lassen.

  3. 1.

    Hoffentlich wird hier ein Exempel geschaffen! Es muss abschreckend sein, damit die Korruption gestoppt wird. Wie wäre es erst mal mit einem Bußgeld in 5facher Höhe des Schadens? Das wäre mal ein Anfang!

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