Gewerkschaft fordert Ost-West-Angleichung - Tarifgespräche in Metall- und Elektrobranche weiterhin ohne Ergebnis

Ein unbekannter IG-Metall-Aktivist hält ein Schild hoch mit der Forderung "Angleichung"
Bild: Peter Endig/imago images

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg hat am Montag auch die siebte Verhandlungsrunde kein Ergebnis gebracht. Die Gespräche seien unterbrochen, teilte die Gewerkschaft IG Metall mit. Die Arbeitgeber erklärten dagegen, die Verhandlungen seien abgebrochen worden. Ein neuer Termin wurde demnach nicht vereinbart.

8,5 Prozent Gehaltsunterschied zwischen West und Ost

Beide Seiten zeigten sich enttäuscht und warfen dem Verhandlungspartner vor, sich nicht ausreichend bewegt zu haben. Der IG-Metall-Vorstand werde am Mittwoch über das weitere Vorgehen beraten, teilte die Gewerkschaft mit. "Jetzt kommt es auf die sächsischen Arbeitgeber an, ob sie bereit sind, mit uns eine Lösung zu finden", sagte Bezirksleiterin Birgit Dietze. In Sachsen stehen am Dienstag Gespräche an, dort wird separat verhandelt.

In allen drei Ländern geht es für die Gewerkschaft aber vor allem um die Angleichung von Arbeitsbedingungen in Ost und West. Laut IG Metall arbeiten die Beschäftigten in den Ost-Bundesländern für das gleiche Gehalt wöchentlich drei Stunden mehr als ihre Kollegen im
Westen. Berechnet auf den Stundensatz liege der Gehaltsunterschied bei 8,5 Prozent, den die IG Metall in dieser Verhandlungsrunde in einem "tariflichen Angleichungsgeld" nachfordert.

Ost-West-Angleichung wird von Arbeitgebern abgelehnt

Die Arbeitgeberseite wiederum pocht auf eine Umsetzung des Pilotabschlusses aus Nordrhein-Westfalen, der dort bereits Ende März erzielt worden war. Mehrere Bezirke haben ihn bereits übernommen.

Allerdings bedeutet die schlichte Übernahme auch die weitere Akzeptanz der Ost-West-Unterschiede. Der als Pilotabschluss für viele westdeutsche Tarifgebiete geltende und dort übernommene Abschluss sieht keine Angleichung der Ost- an die Westlöhne vor.

Sendung: Abendschau, 10.05.2021, 19.30 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Eher andersrum. Die Renten sind an die Löhne gekoppelt, genauer an das Lohnniveau. Steigen die Löhne, steigen auch die Renten.

  2. 6.

    Tarifparteien das Wort trifft es dann wohl.
    Aber, wenn der Verhandlungsinhalt nur eine Ausgleichszahlung ist. Es sind 3 Stunden Lebenszeit die Woche. Fragt mal einer wie Familien mit Kindern zurechtkommen. Was nützt das zusätzliche Geld, wenn es für teure Medikamente oder Physiotherapie drauf geht. Aber seit 1998 hat Deutschland kein Elternteil mehr als Kanzler(-in) gehabt. Woher soll es denn kommen, das Verständnis. Sorry, auch Ältere müssen die Zeit für vermehrte Arztbesuche rausarbeiten und freuen sich über mehr Lebenszeit. Unbezahlbar!

  3. 5.

    Natürlich die politischen Parteien! So lange wie diese die Angleichung bei den Renten boykottieren, werden die Löhne in den neuen Bundesländern auch nicht steigen.

  4. 4.

    Mit Parteien sind nicht politische Parteien gemeint. Es verhandelt die Partei Gewerkschaft mit der Partei Arbeitgeberverband.

  5. 2.

    In der Bundesrepublik gilt seit jeher traditionell die Tarifautonomie. Hierzulande liegt es nicht an der Partei, sondern an den Arbeitnehmern, aktiv zu werden und sich zu organisieren. Das Interesse daran schwindet seit Jahren. In den neuen Ländern ist dabei der Organisationsgrad noch viel geringen als in den alten. Das wissen auch die Arbeitgeber.

  6. 1.

    Ja und welche Partei soll das unterstützen? Ich habe das noch in keinem Wahlprogramm gelesen, von links nach rechts und von rechts nach links! Keine hat das im Programm.

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