Betriebe in Brandenburg und Berlin - Metaller fordern mit Warnstreik Ost-West-Angleichung

Aktion der IG-Metall 'Gleiche Arbeit - gleicher Lohn' auf der Oberbaumbrücke. Berlin, 26.04.2021 (Quelle: dpa/dpa/Sebastian Gabsch)
Bild: dpa/Sebastian Gabsch

Wegen des Tarifkonflikts in der Metall- und Elektroindustrie hat es am Montag Warnstreiks in Brandenburg und Sachsen gegeben.

Die Gewerkschaft IG Metall hatte zu der Protestaktion aufgerufen. Beschäftigte im Werk von ZF Getriebe in Brandenburg/Havel legten am Morgen die Arbeit nieder. Auch bei BMW und dem Zulieferer Clarios im sächsischen Zwickau stand die Produktion still.

Die Gewerkschaft will die Arbeitsbedingungen im Osten Deutschlands an die westlichen Standards angleichen - etwa mit einer 35-Stunde-Woche. Denn bisher würden die Beschäftigten in den Ost-Bundesländern für das gleiche Gehalt wöchentlich drei Stunden mehr arbeiten, so die Gewerkschaft. Das macht laut IG Metall einen Gehaltsunterschied von 8,5 Prozent aus.

Gewerkschaft sucht Gespräch mit Unternehmen

Im festgefahrenen Tarifkonflikt sucht die Gewerkschaft nun auch das direkte Gespräch mit einzelnen Unternehmen. Man habe Ende vergangener Woche erste Konzernunternehmen angesprochen, sagte IG-Metall-Bezirksleiterin Birgit Dietze am Montag. Dabei gehe es primär um die Angleichung der Arbeitsbedingungen in Ost und West. "Einzelne Unternehmen sagen sehr wohl, dass diese Fragestellung eine ist, die man lösen sollte", sagte Dietze.

Die Verhandlungen mit dem Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg werden unterdessen an diesem Freitag fortgesetzt.

IG Metall will Stufenmodell

In bislang ergebnislosen Verhandlungen hatten die Arbeitgeber darauf bestanden, den in Nordrhein-Westfalen erreichten Pilotabschluss für die Metall- und Elektroindustrie ohne weitere Angleichung zu übernehmen. Die IG Metall schlägt dagegen ein Stufenmodell mit ersten Schritten in Richtung Angleichung vor. Sie hatte angekündigt, das notfalls in Haustarifverträgen zu vereinbaren, beginnend mit Autoherstellern und ihren Zulieferern.
 
Allerdings würde diese Übernahme für Berlin-Brandenburg-Sachsen bedeuten, dass dieses Ost-West-Gefälle bestehen bleibt. Dagegen wehren sich die Arbeitnehmervertreter und fordern die Angleichung der Ost-Tarife als Teil des Abschlusses. In allen anderen Metall-Tarifgebieten Deutschlands haben die Tarifparteien den NRW-Pilotabschluss bereits übernommen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 03.05.2021, 10 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Was immer wieder vergessen wird, zur IG. Metall gehört auch eine Handwerkssparte.
    Seit Jahren macht sich da die christliche Gewerkschaft als Wildwuchs breit, obwohl mal als Metaller zu hören kriegt deren Abschluß ist für dich nich bindent. Nutzt aber nichts wenn der Chef danach zahlt. Bei der christlichen sind die Tarife unter aller Sau. Ich frag mich dann nur noch, warum biste dann noch in der IG Metall. Eigentlich weil wirIn fer Familie seit Gründung dabei sind.
    Der Handwerkssektor wurde schon immer etwas vernachlässigt, die Industrie dafür gehaeschelt, die Menge an Mitglieder macht es halt und welcher kleiner
    Elektriker ist schon im Arbeigeberverband, als Verhandlungspartner.

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