Bilanz 2020 - Weniger fertiggestellte Wohnungen in Berlin und Brandenburg

Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen ist in Berlin und Brandenburg im vergangenen Jahr gesunken. In der Hauptstadt wurde im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 14 Prozent verzeichnet, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Montag mitteilte. Demnach wurde 2020 im Land Brandenburg ein Rückgang um 3,9 Prozent registriert.

Insgesamt meldeten die Berliner Bauaufsichtsbehörden 16.337 fertiggestellte Wohnungen. Das entspricht dem Niveau von 2018. Entstanden sind diese Wohnungen durch den Abschluss von insgesamt 2.556 Bauvorhaben - das sind rund 25 Prozent weniger als im Jahr 2019.

Darunter fallen 14.719 Neubauwohnungen, 1.045 Ein- und Zweifamilienhäuser und 13.659 Mehrfamilienhäuser. Infolge von Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden wurden weitere 1.618 Wohnungen als fertiggestellt gemeldet. Die meisten Wohnungen wurden in den Berliner Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg gemeldet.

Brandenburg verzeichnet Rückgang im zweiten Jahr in Folge

In Brandenburg zählten die Bauaufsichtsbehörden vergangenes Jahr 10.474 fertiggestellte Wohnungen. Das sei das zweite Jahr in Folge, in dem die Statistiker einen Rückgang verzeichneten.

Minus 65 Prozen: Landkreis Prignitz ist Schlusslicht

Das größte Minus ist in der Landeshauptstadt Potsdam zu erkennen. Dort seien 2019 mit 1.635 Fertigstellungen noch die meisten Wohnungen in Brandenburg gezählt worden. Im vergangenen Jahr sei diese Zahl um 45,1 Prozent geschrumpft; entsprechend landete Potsdam mit 897 fertiggebauten Wohnungen im landesweiten Vergleich nur noch auf dem sechsten Platz.

Spitzenreiter war im Jahr 2020 der Landkreis Dahme-Spreewald mit 1.686 - ein Plus um 62 Prozent. Den letzten Platz nimmt der Landkreis Prignitz mit 81 ein, das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um minus 65 Prozent.

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.05.2021, 19:00 Uhr

31 Kommentare

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  1. 31.

    Das mag sein, einen Rückgang bei den Fertigstellungen gab es - entgegen Ihrer Behauptung - eben nicht nur in Berlin und Brandenburg.

    Selbst im von vielen ... ungerechtfertigt ... für den Wohnungsbau gelobten Hamburg.

  2. 30.

    Ich habe noch mal nachgeschaut, beide Städte haben ihr Baivorhabensoll erfüllt.

  3. 29.

    Der Mietendeckel kam nicht von heut auf morgen und die Reaktionen der potientiellen Investoren waren eindeutig, also ist dieser starke Rückgang sehr wohl die Hauptursache.

  4. 28.

    Das ist zu einfach. Ja, Renditeerwartungen sind ein wichtiger Punkt zur Beurteilung, ob man Wohnraum zur Verfügung stellen möchte - da war der Mietendeckel ein Teil des Puzzles Aber das Puzzle wird u.a. durch die baurechtlichen Anforderungen, die hohen Erwerbs-/Neben- und Baukostentreiber komplettiert.

    Hier muss das Recht dringend abspecken, damit mehr Wohnraum ermöglicht wird.

  5. 27.

    "Und dazu wird vieles teurer bis unbezahlbar."

    Also so wie in den letzten 16 Jahren unter Schwarz/Gelb und Schwarz/Rot.

  6. 26.

    Da haben Sie völlig Recht, der Artikel gibt keine Ursachen für die sinkende Zahl der Fertigstellungen her. Ich hatte allein die Hoffung, dass Sie -da Sie ja oft über Quellenhinweise verfügen- auf nähere Informationen verweisen können. Frau Lompscher wurde oft auch als Bauverhinderungssenatorin bezeichnet. Ich selbst kann dies nicht beurteilen. Mal abwarten, welche Ursachen für den Rückgang im Laufe der Zeit offenkundig werden. Wenn aber nicht gebaut beziehungsweise fertig gestellt wird, bricht eine weitere Säule der Wohnungspolitik von RRG weg. Von Mietendeckel, Bauen und Enteignen scheint zur Zeit nur noch Enteignen und ein bißchen Bauen übrig zu sein. Ohne zusätzliche Wohnungen wird es aber eng mit dem weiteren Zuzug, der nach Corona vermutlich wieder an Fahrt aufnimmt.

  7. 25.

    Einige Länder berichteten bereits, auch in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen ein Rückgang. Vielleicht gab es ja andere Ursachen.

  8. 24.

    Anhand des Artikel, unter dem dieses Diskussion stattfindet, ist eine Ursachenanalyse nicht möglich. Unwahrscheinlich - aufgrund des Zeitbedarfes beim Bauen von der Idee bis zur Fertigstellung - ist, dass Mietendeckel und Mietenstop Ursache für diese Zahlen waren (zumal diese die hier behandelten Wohnungen nicht einschließen).

    Mehr sage ich nicht :)

  9. 23.

    Nach der Wahl würde ich mir einen bundesweiten Mietendeckel wünschen, dann wären Mieten von über 10 € / Quadratmeter für Bestandsmieten endlich Geschichte!

  10. 22.

    Anhand des Artikel, unter dem dieses Diskussion stattfindet, ist eine Ursachenanalyse nicht möglich. Unwahrscheinlich - aufgrund des Zeitbedarfes beim Bauen von der Idee bis zur Fertigstellung - ist, dass Mietendeckel und Mietenstop Ursache für diese Zahlen waren (zumal diese die hier behandelten Wohnungen nicht einschließen).

    Mehr sage ich nicht :)

  11. 21.

    Dachte ich auch, aber nach geduldigen Suche bin ich doch fündig geworden.

  12. 20.

    Wartet erst mal ab, wenn RRG weiter regiert oder gar die Bundesregierung und den Kanzler stellt. Sieht ja danach aus, wie man gestern in der Wahlwerbeveranstaltung des rbb für SPD/Grüne sehen konnte. Dann wird das nicht nur Wohnungen betreffen sondern auch viele Jobs. Und dazu wird vieles teurer bis unbezahlbar.

  13. 19.

    Wollen Sie jetzt Frau Lompscher die Verantwortung für den Rückgang beim Wohnungsbau geben? Diese war seit 2016 Senatorin. Oder wie lang ist die Vorlaufzeit beim Bauen?

  14. 18.

    In allen anderen Bundesländern Zuwächse in der Fertigstellung von Wohngebäuden in 2020 ? Haben Sie eine Quelle .. konsolidierte Zahlen für 2020 finden sich in den gängingen Statistikportalen nicht ... nur bis 2019.

  15. 17.

    Die Zahl ist dem Text zu entnehmen ... nur sind es doch fertiggestellte Wohnungen, gerade bei Mehrfamilienhäusern mit einem Vorlauf von mehreren Jahren von der Umsetzungsentscheidung bis zum Abschluss ... und daher die Frage, was dann der 2019 eingeführte Mietenstopp und der 2020 eingeführte Mietendeckel damit zu tun haben.

    Wenn doch gerade in dieser Zeit die Zahl der Baugenehmigungen gestiegen ist (https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2020/08/berlin-brandenburg-baugenehmigungen-wohnungen.html) ?

  16. 16.

    Wie heisst es so schön: "Wer etwas nicht will, findet Gründe, der, der es will, findet Wege!" Es gibt mittlerweile auch Mehrfamilienhäuser aus dem 3D-Drucker - vielleicht sollte die Krise als Chance für die weitere und schnellere Automatisierung im Bausektor genutzt werden.

  17. 15.

    Der Rückgang von 14% ist doch schon bermerkenswert, insbesondere im Vergleich mit anderen Bundesländern, wo es Zuwächse gab, natürlich ausgenommen Brandenburg.

  18. 14.

    Vielleicht, weil darüber in der Vergangenheit schon so viel berichtet wurde, dass es traurige Tatsache ist, hier mal ein Link:
    https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/katrin-lompscher-ueberraschender-abgang-von-berlins-bauverhinderungssenatorin/26060896.html

  19. 13.

    Wird sich auch nicht dieses Jahr bzw. in den nächsten jahren bessern: neben den unveränderten Gründen wie Personalmangel in der Verwaltung und bei den ausführenden Unternehmen ist letztes Jahr Corona hinzugekommen und aktuell die Situation bei den Materiallieferungen ein neues, großes Problem.

    Das Mantra "Bauen, bauen, bauen" geht natürlich leicht über die Lippen, es ist dann doch deutlich komplexer.

  20. 12.

    Es ist schade, dass in den Postings mit Schuldzuweisungen an den derzeitigen Senat keine Quellen genannt werden.

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