Europäisches Schienenprojekt - In fünf Stunden mit dem Zug von Berlin über Prag nach Wien

Ein Zug auf einem Bahnsteig (Quelle: dpa/Fleig)
Audio: Inforadio | 17.05.2021 | Matthias Bartsch | Bild: dpa/Fleig

Deutschland, Tschechien und Österreich wollen eine Schnellbahnstrecke Berlin-Wien ausbauen, die eine Reise in fünf Stunden möglich machen soll. Darauf haben sich die drei Länder nach Angaben von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Montag geeinigt.

Die Mitgliedstaaten sowie Vertreter von Unternehmen und Branchenverbänden diskutierten auf dem diesjährigen Schienengipfel darüber, wie der grenzüberschreitende Bahnverkehr in Europa schneller und attraktiver gestaltet werden kann.

Fertigstellung der Verbindung Berlin-Wien Mitte der 2030er Jahre

Die Verbindung über Dresden und Prag soll Teil eines europäischen Netzes neuer Bahnverbindungen sein, die auch Nachtzüge beinhalten, wie der CSU-Politiker mitteilte. Mit einer Fertigstellung der Verbindung Berlin-Wien werde Mitte der 2030er Jahre gerechnet, weil dafür auch ein Tunnel durch das Erzgebirge gebaut werden müsse, sagte Verkehrs-Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU).

Verbindung Berlin-Dresden soll 2025 fertig sein

Die Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Berlin und Dresden soll 2025 fertig sein. Die Strecke ist Teil eines sogenannten "Trans-Europ-Express TEE 2.0"-Konzepts, das während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im September 2020 präsentiert worden war. Es sieht den Ausbau von Schnellbahnstrecken zwischen europäischen Metropolen vor.

Dazu gehört auch der verstärkte Einsatz von Nachtzügen in Europa. Scheuer verwies darauf, dass der Ausbau der Schiene sowohl für den Personen- als auch Güterverkehr nötig sei, um die Klimaziele zu erreichen. Er habe dem Bundeskabinett ein neues Paket mit Baumaßnahmen für Wasser- und Schienenwege vorgeschlagen.

Sendung: Fritz, 17.05.2021, 17:00 Uhr

21 Kommentare

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  1. 21.

    Soweit die Theorie. Praktisch sind 25kV Strecken in Frankreich nur bedingt mit denen in Tschechien vergleichbar, ebenso nur bedingt die 3kV Strecken in Belgien mit denen in Tschechien. Selbst wenn die Spannung nominal gleich ist, braucht ein MS Zug für jede Bahnverwaltung passende Signal- und Sicherungssysteme, anpassende Stromabnehmer etc. Sonst kann es leicht passieren, daß z.B. ein für Frankreich zugelassener ICE 3 in Tschechien die Fahrleitung herunterreißt, weil z.B. das Schleifstück von der Länge nicht paßt oder die Seitenlange (Zickzack) verschieden ist oder der Andruck des Schleifstücks falsch ist, was zu mechanischen Schwingungen in der Fahrleitung mit Abheben des Schleifstücks führt, was so richtig schöne Lichtbögen macht.

  2. 20.

    @rbb: die Reisezeiten in den Veröffentlichungen vom Verkehrsminister passen nicht zu den angestrebten der gerade im Bau befindlichen Strecke Berlin-Dresden. Wird die Strecke vor Fertigstellung nochmal umgebaut (da gibt es ja schon Erfahrungen beim BER) oder ist das die übliche verkehrsministeriale Ungenauigkeit, die man schon von der Maut kennt?
    Bitte nochmal genauer die geplanten Reisezeiten zwischen den einzelnen Etappen und den entsprechenden Projektseiten abgleichen und ggf. journalistisch tätig werden...

  3. 19.

    In China baut man Hunderte Kilometer in 1 Jahr. In Deutschland in 20 Jahren. An Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten.

  4. 18.

    Wow 2035 schon, da gibt's bestimmt schon Flugtaxis und autonomes Fahren, lol

  5. 17.

    is eben keine Modellbahn, wo man die Schienen in wenigen Minuten überm Teppich zusammenstecken kann.

  6. 16.

    "...stellt man fest, daß es ja drei unterschiedliche Stromsysteme gibt (3kV Gleichstrom und 15 und 25kV Wechselstrom mit unterschiedlicher Frequenz)."

    Wobei das das kleinste Problem ist, moderne Fahrzeuge können das, z.B: ICE 3 (MS).

  7. 15.

    "Fertigstellung der Verbindung Berlin-Wien Mitte der 2030er Jahre". Ich fasse es nicht. Wir bauen im Schneckentempo damit spätere Generationen mit Hochgeschwindigkeit fahren können.

  8. 14.

    dafür gibt es Mehrsystem-Fahrzeuge... denen ist es egal welche Spannung sie primärseitig bekommen.

  9. 13.

    Wenn die Planungsarbeiten in der Geschwindigkeit gehen wie an der Verbindung Regensburg-Furth i.W.-Plizen-(Prag) oder München-Lindau (Bodensee), wo man seit 30 Jahren daran arbeitet, dann besteht wohl keine Aussicht auf Eröffnung vor der nächsten Jahrhundertwende. Und spätestens wenn die Züge fahren sollen, stellt man fest, daß es ja drei unterschiedliche Stromsysteme gibt (3kV Gleichstrom und 15 und 25kV Wechselstrom mit unterschiedlicher Frequenz).

  10. 12.

    Da haben Sie natürlich Recht, da gehen Ihnen die Erlebnisse mit den britischen Sauftouristen auf Europa-Hauptstadt-Hopping verloren.

    Aber keine Angst, bei Zügen nach Prag sind auch immer genügend deutsche Sauftouristen dabei, die würden ja dann ihr Qualitätskriterium "schon länger hier" erfüllen.

  11. 11.

    "Deutschland bremst den Eisenbahn-Güterverkehr durch Europa seit Jahrzehnten aus."
    Ist das wirklich so? ich habe wiederholt beim SWR und dortigen Dokumentationen gelesen, dass es BÜRGERINITIATIVEN sind, die mit ihrem "Geschrei" seit Jahren die Erholung des Schienengüterverkehrs verhindern und behindern. Die Schweizer sagen sinngemäß: " Das Herz des europäischen Schienenverkehrs, der Gotthardt Basistunnel ist fertig, nur die fehlenden Adern, insbesondere in Deutschland verhindern, dass dieses Herz vernünftig schlägt".... Ja, wir Deutschen sind schon ein besonderes Volk. Alles haben wollen,(siehe Windenergie) nur eben nicht vor der eigenen Tür.

  12. 10.

    Jetzt ist das Bild gegen einen ICE ausgetauscht. Gibt zwar keinen mit tschechischem Sicherungs- und Stromsystem, aber hey, so ein Bild von einem RailJet ist wirklich schwer aufzutreiben. :-)

  13. 9.

    Seh ich genaus so, schwupps in die Fokker von "AUSTRIAN" und ne Stunde später sitzt ich im Wiener Cafe....
    Alles andere erspare ich mir.

  14. 8.

    Nein danke, ich nehme lieber den Flieger und bin in einer Stunde da. Auch wenn mir dann bereichernde "Erlebnisse" mit "noch nicht so lange hier lebenden" entgehen. Aber damit kann ich leben.

  15. 7.

    Schön und gut! Es wäre aber schön, wenn man neben solchen Prestigeprojekten das Brot- und Butter Geschäft schnell, pünktlich und attraktiv gestalten würde. Wäre ja blöd, wenn man nach fünf Stunden in Berlin ankäme und dann nochmal so lange für die restlichen 50 KM ins Umland bräuchte und wenn es ganz schlecht läuft, die letzten Kilometer auch noch zu Fuß zurücklegen müsste.
    Oder hat man sich bereits vom Land verabschiedet und rechnet damit, dass bald eh jeder nur noch in Großstädten wohnt?

  16. 6.

    "Mit einer Fertigstellung ... werde Mitte der 2030er Jahre gerechnet" Tippfehler? Müsste es nicht 2130er heißen? Man schaue sich nur an, wie lange schon über die Y-Trasse Hannover - Bremen/Hamburg debattiert wird, wie schnell das TEN-Projekt Niederlande - Italien in D. realisiert wird und wie die regionalfürsten die VDE 8 durch Umwege verteuerten. Irgendeine Fledermaus wird sich zudem bestimmt finden, um nach dem Willen des NABU wie in BaWü bei der Elektrifizierung einer Bahnstrecken das Vorhaben maximal zu verzögern.

  17. 5.

    Prognose: Tschechien und Österreich haben ihren Teil 2025 fertig gebaut. In Deutschland soll 2025 Baubeginn sein, aber kurz vorher gründen sich 23 Vereine, die gegen die Strecke klagen. Die Gerichtsverfahren ziehen sich bis 2040. Dann muss die Planung neu gemacht werden, erwarteter Baubeginn dann 2045.

  18. 4.

    Deutschland bremst den Eisenbahn-Güterverkehr durch Europa seit Jahrzehnten aus. Autoindustrie hat halt Einfluss, ob durch politischen Lobbyismus oder durch gelenkte Graswurzelbewegungen (siehe auch Windräder).

    https://www.swissinfo.ch/ger/politik/deutschland-bremst-eisenbahn-gueterverkehr-durch-europa-aus/46010168

  19. 3.

    Super, 50 Jahre nach Fall des eisernen Vorhangs wird das eventuell noch zu meinen Lebzeiten möglich. Doch besser jetzt als nie. Eine Priorisierung des Schienenverkehrs gegenüber den Autobahnen wäre sinnvoll - auch beim Ausbau.

  20. 2.

    Lieber RBB das ist ja mal eine schöne Nachricht nur könnten sie nicht einfach eine dafür geplantes Fahrzeug dafür nutzen und nicht eine Regionalbahn ? Die Fahrzeuge die dort zum Einsatz kommen sollen werden doch schon durch die anderen Bahnen in Europa beschafft! Selbst die komfortable Inneneinrichtung der Nachtzüge und der normalen Züge sind schon veröffentlicht.

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