Arbeitslosenzahlen für Mai - Berliner Arbeitsmarkt erholt sich, Brandenburg schaltet in Turbogang

Ein Bauarbeiter auf einer Baustelle in Berlin (Quelle: DPA/Lothar Ferstl)
Audio: Inforadio | 01.06.2021 | Thomas Weber | Bild: DPA/Lothar Ferstl

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiterhin positiv, allerdings in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Während in Berlin nach wie vor mehr Menschen arbeitslos gemeldet sind als vor einem Jahr, macht Brandenburg einen gewaltigen Sprung.

Für Berlin und Brandenburg meldet die Bundesarbeitsagentur erfreuliche Zahlen für den Arbeitsmarkt im Mai. In beiden Ländern erholt sich die Zahl der Arbeitslosen spürbar - allerdings in stark unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

In Berlin waren im Mai 204.378 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 5.406, beziehungsweise 2,6 Prozent, weniger als im April 2021 - aber immer noch 3.737 Menschen mehr (+1,9 Prozent) als im Mai 2020.

Die Arbeitslosenquote liegt in Berlin bei 10,1 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahr.

Anders die Lage in Brandenburg: Im vergangenen Monat waren dort 79.980 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 2.878 weniger als im April (-3,5 Prozent). Im Vergleich zum Mai 2020 wird deutlich, dass das Land längst wieder auf Vor-Krisen-Niveau zusteuert: Derzeit sind 7.000 Menschen weniger arbeitslos gemeldet (-8,0 Prozent) als noch vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,0 Prozent, 0,5 Prozentpunkte niedriger als noch vor einem Jahr.

Ramona Schröder, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg teilte mit: "Ich bin zuversichtlich, dass der Höhepunkt der corona-bedingten Folgen in der Arbeitslosigkeit und bei der Kurzarbeit überschritten ist."

Zahl offener Arbeitsstellen steigt in Brandenburg steil

Aus den Zahlen lässt sich ablesen, dass es Arbeitgebern in Brandenburg immer öfter schwerfällt, offene Stellen schnell zu besetzen. Im Mai wurden den Arbeitsagenturen 4.957 neue Arbeitsstellen gemeldet, 381 mehr als im April. Unbesetzt sind aktuell 22.473 Arbeitsstellen, das sind 1.348 mehr als im Mai des vergangenen Jahres.

In Berlin ist Lage etwas verhaltener: Im Mai wurden den Arbeitsagenturen hier 4.618 neue Arbeitsstellen gemeldet, 629 mehr als im April. Insgesamt waren nun 15.943 freie Arbeitsstellen in der Hauptstadt gemeldet, 5.555 weniger als noch vor einem Jahr.

Junge Arbeitnehmer nach wie vor stärker von Arbeitslosigkeit betroffen

Nach wie vor sind junge Arbeitnehmer von der Krise stärker betroffen als andere. In Berlin lag im Mai die Arbeitslosenquote unter den 15- bis 25-Jährigen bei 10,9 Prozent (+0,3 Prozentpunkte gegenüber Mai 2020). Im März 2020, als erstmals Fälle von Sars-CoV-2 in der Region auftraten, lag die Arbeitslosenquote unter den jungen Berlinern noch bei 8,3 Prozent und damit deutlich niedriger, als es jetzt der Fall ist.

Auch in Brandenburg liegt die Arbeitslosenquote unter den 15- bis 25-Jährigen leicht über dem Gesamtschnitt, aktuell bei 6,3 Prozent. Die Erholung verläuft aber deutlich schneller als in Berlin. Im Mai 2020 lag dieser Wert in Brandenburg noch 7,7 Prozent und selbst im März 2020 verzeichnete Brandenburg einen höheren Wert bei der Jungendarbeitslosigkeit (6,7 Prozent), als es derzeit der Fall ist.

Den vollständigen Bericht der Arbeitsagentur zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland für Mai 2021 finden Sie hier [statistik.arbeitsagentur.de].

Sendung: Inforadio, 01.06.2021, 11 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Weiterhin positiv?
    Na das klingt mehr nach Verschleierung.
    Wir haben gerade einen massiven öffentlich geförderten Beschäftigungssektor (nicht nur Corona).
    Die Finanzierung müssen unsere Kinder abtragen.
    Sollte man zumindest mal erwähnen.
    Gibt es eigentlich keine Kurzarbeit mehr in Berlin?

  2. 2.

    Es wäre interessant hierzu noch de Vergleich zu 2019 zu erfahren (Vor-Corona-Niveau).

  3. 1.

    Wenn dann noch weitere große Unternehmen sich in unserer schönen Metropolregion Berlin-Brandenburg zukünftig ansiedeln schaffen wir im kommenden Jahr vielleicht sogar für die gesamte Metropoöregion die 5%-Marke zu unterbieten. Das wäre Spitze für die Menschen, die Steuereinnahmen und die Metropolregion Berlin-Brandeburg.

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