Arbeitsplatzabbau am BER-Flughafen - Easyjet streicht mit 103 Stellen deutlich weniger als geplant

Symbolbild: easyJet Crew (Quelle: dpa/David Parry)
Bild: dpa/David Parry

Die Corona-Krise hat auch die größte Fluglinie am BER-Flughafen, die britische Easyjet, stark getroffen. Wegen weggebrochener Einnahmen sollten ursprünglich mehr als 300 Jobs gestrichen werden, jetzt werden es zwei Drittel weniger.

Die Fluglinie Easyjet streicht in Berlin weniger Jobs als zunächst geplant. Nach Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi sowie mit der Personalvertretung der Fluglinie baue man am BER-Flughafen 103 Arbeitsplätze ab - anstatt der noch im Mai anvisierten 320, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Begründet wird der Stellenabbau mit den Folgen der Corona-Krise: Dieser Schritt sei erforderlich geworden, "nachdem sich der Flugverkehr in der Pandemiezeit und die Marktsituation bis heute nicht in dem Maße erholt hat, wie wir es uns erhofft hätten", heißt es in der Mitteilung weiter. Der Deutschland-Chef von Easyjet, Stephan Erler, teilte am Freitag mit, er bedaure den Personalabbau. Dieser sei jedoch "betriebsnotwendig, um die Präsenz und Wettbewerbsfähigkeit von EasyJet in der Hauptstadtregion dauerhaft sicherzustellen."

Easyjet durch Pandemie im steilen Sinkflug

Allein die Hälfte der 103 Jobs, die wegfallen sollen, betrifft Piloten und das Kabinenpersonal. Ihr Stellenabbau sei "sozialverträglich durch ein Freiwilligenprogramm" erfolgt. Eine noch größere Stellenstreichung habe in diesen Bereichen durch Wechsel der Beschäftigten in Teilzeitarbeit und Versetzung in andere Easyjet-Standorte verhindert werden können.

Die in Großbritannien beheimatete Airline EasyJet beschäftigt am BER-Flughafen nach eigenen Angaben 900 Mitarbeitende und ist damit die größte Fluggesellschaft in Berlin-Brandenburg. Die Corona-Pandemie hatte zu massiven Einbrüchen bei den Passagierzahlen geführt, der BER-Winterflugplan von Easyjet wurde im vergangenen November komplett gestrichen.

Reiseverkehr am BER nimmt deutlich zu

Derweil herrscht mit Beginn der Sommerferien in dieser Woche erstmals reger Betrieb am BER-Flughafen: Seit Mittwoch fliegen täglich Tausende Urlauber ins Ausland. An den Check-in-Schaltern und an den Sicherheitskontrollen ging es am Donnerstagmorgen zügig voran, es gab keine längeren Warteschlangen. Bis zum Donnerstagabend rechnete der Flughafen mit rund 30.000 Passagieren.

Der BER hatte angekündigt, dass zum Beginn der Sommerferien in Berlin und Brandenburg mehr Fluggäste erwartet werden als vor einem Jahr an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld. In den kommenden Wochen wird besonders freitags und sonntags mit Andrang gerechnet, mit bis zu 50.000 Passagieren am Tag. Insgesamt sind dies dennoch deutlich weniger Reisende als noch vor der Corona-Krise: 2019 habe es in Tegel und Schönefeld an Spitzentagen bis zu 120.000 Passagiere gegeben, hieß es in einer Mitteilung.

Sendung: Abendschau, 25. Juni 2021, 19:30 Uhr.

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