Knapp 30 Prozent mehr als im April - Passagierzahlen am BER-Flughafen im Mai deutlich gestiegen

Passagiere im BER-Terminal (Bild: imago images/Stefan Zeitz)
Bild: imago images/Stefan Zeitz

Im BER-Terminal herrscht nach wie vor kein Hochbetrieb, aber es wird zunehmend voller: Im Mai starteten und landeten hier fast ein Drittel mehr Passagiere als noch im April. Vom Vorkrisenniveau bleiben die jüngsten Zahlen gleichwohl meilenweit entfernt.

Am BER-Flughafen ist die Zahl der Passagiere im Mai deutlich angestiegen. Mit insgesamt 362.000 Fluggästen zählte die Flughafengesellschaft FBB knapp 100.000 mehr als im April, wie sie am Mittwoch mitteilte. Das ist ein Anstieg von knapp 30 Prozent.

Die Flughafenbetreiber führen dies auf die Abschwächung der Pandemie in Europa und die Lockerung der Reisebeschränkungen in mehreren Ländern zurück.

Immer noch nur ein Bruchteil des Vorkrisenniveaus

Im Jahresvergleich wird noch deutlicher, wie stark der Anstieg der Passagierzahlen ist: Im Mai 2020 wurden 52.000 Passagiere an den damaligen Flughäfen Schönefeld und Tegel abgefertigt. Das ist ein Plus von gut 85 Prozent. Riesig ist aber nach wie vor der Abstand zur Vorkrisenzeit: Im Mai 2019 wurden in Tegel und Schönefeld insgesamt mehr als 3,2 Millionen Fluggäste abgefertigt. Das waren fast dreimal so viele wie in den ersten fünf Monaten dieses Jahres: Von Januar bis Mai starteten und landeten insgesamt 1,2 Millionen Menschen am BER-Flughafen.

Auch die Zahl der Flugbewegungen ist im Mai deutlich angestiegen: von 4.800 im April auf 5.400 im vergangenen Monat.

Lütke Daldrup rechnet mit gutem Sommer

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup reagierte vorsichtig optimistisch auf die jüngsten Fluggastzahlen: "Es mehren sich die Zeichen dafür, dass der Flugverkehr langsam wieder in Gang kommt. Ende Mai hatten wir täglich zwischen 10.000 und 18.000 Passagiere. Damit sind wir zwar von einer Normalität noch immer weit entfernt."

Sinkende Infektionszahlen und zugleich steigende Impfquoten und weitere Reise-Erleichterungen stimmten ihn optimistisch, so Lütke Daldrup, der im September vorzeitig als Flughafenchef abtritt: "Mehr Menschen erfüllen sich jetzt ihre Urlaubsträume. Wenn die Passagierzahlen im Sommer und Herbst weiterhin ansteigen, könnten wir die für 2021 prognostizierte Zahl von etwa 10 Millionen Fluggästen erreichen."

Die Auswirkungen der Corona-Krise haben der Flughafengesellschaft arg zugesetzt. Der Gesamtverlust lag im vergangenen Jahr bei 1,06 Milliarden Euro, wie Lütke Daldrup Ende April dem Aufsichtsrat berichtete. Die Flughafenbetreiber gehen davon aus, 2025 wieder auf Vorkrisen-Niveau zu sein. Erst danach könne sich die Flughafengesellschaft wieder selbst am Kapitalmarkt finanzieren.

Sendung: rbb24, 2.6.2021, 21:45 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Mich würde brennend interessieren von welchen Bahnsteigen des Berliner Hauptbahnhofs die Züge nach New York, nach Tokio, Nach Sydney, nach Rio de Janeiro und nach Los Angeles abgehen. Wenn Sie mir die Bahnsteige nennen werde ich sofort Fahrkarten im DB Kundencenter zu diesen Zielen kaufen.

  2. 7.

    Je mehr wir Corona in den Griff kriegen, desto mehr werden die Menschen wieder verreisen. Somit ist der Erfolg des BER nur eine Frage der Zeit.

  3. 6.

    Muss es ja wohl sein. Immerhin sieht man einige mit FFP2- Maske. Im Flieger ist es dann noch enger und der Luftaustausch auch nicht so berauschend. In einem luftigen Restaurant ist es ungefährlicher.

  4. 5.

    Sie Verreisen mit Bus und Bahn und Millionen von Menschen freuen sich, das sie jetzt endlich wieder in den Flieger steigen dürfen.
    Mit Bus und Bahn in den Süden von Europa, auf die Inseln oder nach Asien oder Amerika, das wird sich kaum einer antun und ist auch in kurzer Zeit nicht möglich.
    Oder sollte man jetzt nur noch dort Urlaub machen, wo man bequem mit Bahn und Bus hinkommt??
    Es gibt so viele Dinge die schädlich fürs Klima sind. Angefangen beim Aufladen der Akku`s die man so braucht oder das Nutzen des Internets.

  5. 4.

    " Kommen keine Touristen, gibt es auch keine Arbeit und keinen Lohn für die Einheimischen. "

    Ein Blick über den goldenen Tellerrand würde helfen.

  6. 3.

    Freude beim Flughafen bedeutet Belastung für das Klima. Aber das, was man nicht fühlt, interessiert einen eben nicht. Dabei liegt die Alternative oft so nahe: der nächste Bahnhof, die nächste Haltestelle.

  7. 2.

    Wie man in BER behandelt wird, wenn man beruflich verreisen will, ist absolut unangenehm.
    Das Personal an den Kontrollen ist nicht ausgebildet, alles dauert viel zu lange.
    Dazu kommt, dass die Arbeitskräfte nicht sinnvoll eingesetzt werden.

  8. 1.

    Ist das ein aktuelles Foto? Wenn ja, dann hält dort niemand den vorgeschriebenen Abstand ein.

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