Tarifkonflikt - Lokführer-Gewerkschaft beschließt Arbeitskampf bei der Bahn

Do 24.06.21 | 08:17 Uhr
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Symbolbild: Ein Schaffner beobachtet die Abfahrt einer Regionalbahn auf einem Hauptbahnhof. (Quelle: dpa/C. Hardt)
Bild: dpa/C. Hardt

Bei der Deutschen Bahn rücken Streiks näher. Die Lokführergewerkschaft GDL hat nach eigenen Angaben konkrete Arbeitskampfmaßnahmen gegen die Bahn beschlossen. Details sollen am Donnerstag verkündet werden.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat wegen der gescheiterten Tarifverhandlungsrunden mit der Deutschen Bahn (DB) konkrete Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen. Der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky werde am Donnerstag über die Details informieren, teilte die Gewerkschaft am Mittwoch mit. Eine Sprecherin sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dann sollten auch Streik-Termine genannt werden.

Unmittelbar vor Beginn der Schulferien in mehreren Bundesländern erhöht die Gewerkschaft damit den Druck auf das Management der Bahn.

Eine Bahn-Sprecherin forderte die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Arbeitskämpfe seien immer nur das letzte Mittel. "Gerade jetzt, wo die Ferien vor der Tür stehen und sich viele nach harten Pandemie-Monaten wieder aufs Reisen freuen, will die GDL-Spitze die Aufbruchsstimmung zunichte machen."

GDL kündigte Streik nach gescheiterter Verhandlungsrunde an

Die GDL hatte Anfang Juni "Einleitung von Arbeitskampfmaßnahmen" verkündet. Einen Termin für einen Streik hatte sie nicht genannt. Zuvor war auch die vierte Verhandlungsrunde ohne greifbare Ergebnisse beendet worden.

Hintergrund ist ein Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn (DB) und der Gewerkschaft. "Wir wollten verhandeln und eine Einigung erzielen, doch die DB hat sich erneut verweigert", erklärte Gewerkschaftschef Claus Weselsky damals. Er warf der Bahn vor, die Arbeitsbedingungen des Zugpersonals verschlechtern zu wollen.

Bahn bezeichnet geplanten Streik als "daneben und völlig unnötig"

Die Bahn dagegen warf der Gewerkschaft vor, lediglich ihren Einflussbereich ausweiten zu wollen. "Gerade jetzt den Bahnverkehr bestreiken zu wollen, ist daneben und völlig unnötig. Die GDL streikt in Zeiten, in denen Millionen nach der langen Zeit in der Pandemie auf die Rückkehr in die Normalität setzen und sich wieder aufs Reisen freuen", hieß es in einer Pressemitteilung.

GDL will bei Geld und Arbeitszeit mehr herausholen

Es ist der erste Warnstreik bei der Bahn seit Dezember 2018, als die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ihre Mitglieder zum Arbeitskampf aufrief. Beide Gewerkschaften ringen miteinander um Einfluss in dem Staatskonzern.

Die EVG hatte schon im vergangenen Herbst einen Tarifabschluss erzielt. Ab Anfang 2022 erhalten die Beschäftigten 1,5 Prozent mehr Geld - wenig im Vergleich zu Tarifrunden in besseren Zeiten. Dafür sind bis Ende 2023 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Die GDL will bei Geld und Arbeitszeit mehr herausholen.

Sendung: Inforadio, 23.06.2021, 12:00 Uhr

59 Kommentare

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  1. 59.

    Danke für die Unterstützung. Das ist das Ziel eines Sreiks. Den Arbeitgeber zu einem besseren Angebot zu bewegen, da ein u.U. wochenlanger Streik wesentlich teuerer kommen würde.

  2. 58.

    Die DB hat 3,2 Prozent mehr Lohn angeboten, das verleugnet Weselsky halt ,aber ihr seid ihm wohl hörig
    Das ist mehr als das doppelte ,was du hier behauptest ,
    Ich bin kein Freund der DB Führungsriege ,aber man sollte bei der Wahrheit bleiben ,

  3. 57.

    Hast du schon mitbekommen das Weselsky den GDL Mitarbeitern eine Coronanullrunde verpasst hat ,die hätten Grund zum Jammern ,nicht ihr Lokführer
    Für mich absolut das letzte was dieser Mensch sich erlaubt

  4. 56.

    Das stimmt nicht. Dazu gibt es eine aktuelle Meldung: https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2021/06/lokfuehrer-bahn-tarifverhandlungen-berlin-brandenburg.html

  5. 55.

    da ist rbb aber hinter her nun gibt es bis zum 9,,8 kein striek mehr

  6. 54.

    Hallo Osman,
    Hintergrund ist ein Kleinkrieg zwischen den Gewerkschaften der schon seit vielen Jahren läuft. Da geht es weder um die Mitarbeiter, die Reisenden, die "Bosse", die Bahn gesamt und es geht auch nicht um dich und dein Einkommen.
    Weselsky geht es um sich selbst und (vielleicht zu Recht ) um das reine Überleben der GdL.

  7. 53.

    Hallo bin berufsbedingt auf die Bahn angewiesen. Es wäre echt blöd wenn die streiken würden ich zahle eine Menge Geld für meine Monatskarte. Bin auf die Bahn angewiesen. .

  8. 52.

    Dem Führungskräften wurden die Boni gekürzt und eine Nullrunde verordnet. Weselsky ging mit seinen eigenen Gewerkschaft-Angestellten ähnlich vor, führt aber bei der DB das große Wort. Zudem sind die Verträge von Lutz und Co. befristet. Wollen Sie wirklich eine Gleichbehandlung mit denen oder warum sind Sie nicht mit einer Tariferhöhung analog anderer "öffentlicher Stellen" zufrieden?

    Man hätte natürlich analog Flix Mobility im Fernverkehr die Corona-Verluste minimieren und den Betrieb gleich komplett einstellen können. Der "Partner", der deren Züge fuhr, hatte vergangenen Herbst Insolvenz angemeldet.

  9. 51.

    . . . aber doch nicht auf Kosten der Menschen, die nach der Pandemie endlich mal rausfahren wollen!

  10. 50.

    Hallo würde als Lokführer gerne meinen Beitrag leisten,aber nicht solange die Führungskräfte weiterhin Milliarden Verluste vorzeigen aber trotzdem sich ihre Prämien gönnen.Wenn öffentliche Stellen ihre Lohnerhöhung bekommen dann wir auch,wir haben manchmal für über 1000 Fahrgästen die Verantwortung und wenn die EVG es sich leicht macht und ihre Mitglieder auf der Strecke läaast(die Führung verdient ihr geld)dafür können andere Gewerkschaften nix.Mir tut das für die Fahrgäste leid,aber die PR machienerie läuft

  11. 49.

    Das stimmt schlichtweg nicht. Im ÖD dürfen Beamte z.B. gar nicht streiken und auch außerhalb des ÖD wird viel gestreikt. Im Flugverkehr bekommt man es mit, wenn Piloten, Flugbegleiter, Fluglotsen oder die Bodenabfertigung streiken. Aber auch wenn z.B. die IG Metall in der Industrie (Autohersteller, Stahlproduktion etc.) oder Verdi bei Amazon streikt.

  12. 48.

    Das Streikrecht gilt leider nur theoretisch für alle. Praktisch nutzen kann man das nur im öffentlichen Dienst oder in staatlichen Unternehmen wie die DB AG. In normalen Unternehmen bedroht ein Streik die eigene Existenz, verlorene Aufträge oder verspätete Lieferungen bedeuten in der Regel den Verlust des Arbeitsplatzes.
    Hier wird das Streikrecht von Weselzky aus egoistischen Gründen (mehr Macht) missbraucht. Ausbaden müssen das nicht Unternehmer oder Manager, sondern die Bürger, die über kein Auto verfügen. Das ist asoztial! Übrigens könnten die GDL-Mitglieder durch Austritt sehr schnell über monatlich ca 75€ mehr verfügen.

  13. 47.

    Und mal ehrlich: Herrn W. geht es doch nicht um mehr Geld für "seine" Lokführer, sondern um sein Ego und den Kampf seinerSpartengewerkschaft gegendie EVG.
    Wenn es ihm tatsächlich um mehr Geld für"den kleinen Mann" (und die Frau) ginge, warum hat er seinen eigenen Angestellten ( Gewerkschaftsmitarbeitet) dann eine Nullrunde verpasst??? Spätestens damit hat er sich demaskiert!
    Nochmal: DANKE GDL und Herr W.! Denkt mal über eure Verantwortung nach!

  14. 46.

    Bietet halt nicht jeder Arbeitgeber eine Beschäftigungsgarantie (so wie z.B. die DB - siehe Tarifvertrag mit der EVG, der auch der GDL angeboten wurde.
    Ich bin für das Streikrecht! Es muss aber verantwortungsvoll eingesetzt werden. Und wenn überwiegend Unschuldige getroffen werden ist das nicht verantwortungsvoll. Die Pendler haben Zeotkarten - ergo kein Verlust für die DB beim Streik.
    Ja - Lokführer sollen gut verdienen. Haben Sie sich mal die sehr guten Abschlüsse der letzten Jahre angesehen? Davon träumen andere nur (auch das Personal von Ryanair.

  15. 45.

    Holt das Beste für euch raus, verkauft eure Arbeitskraft so gut wie möglich, sie ist das einzige Kapital, was ihr habt.

  16. 44.

    Wenn Streiks im öffentlichen Nahverkehr nicht erlaubt sein sollen, dann muss man die Beschäftigten verbeamten.

  17. 43.

    Ich frage mich ehrlich, warum hier Alle jammern. Ein Großteil der hier versammelten "Kommentatoren" tauchen in verschiedenen (meist gleichzeitig)Foren auf, täglich, stündlich, wann fahren die dann mit der Bahn?
    Ich finde es, im Gegensatz zur Bahn AG, richtig und wichtig, dass die GDL streikt.
    Wegen meiner wie vor Jahren wochen-, ja, monatelang.
    Im Namen der Lokführer und Zugbegleiter, die in der GDL organisiert sind, STREIKT!

  18. 42.

    Dann haben sie ja einen blöden Arbeitgeber der sie gleich rauswirft wenn sie durch Streik nicht zur Arbeit kommen. Zum Glück gibt es Tarifautonomie (schon mal was davon gehört? ) nu machen solche Streiks möglich auch im öpnv. Sie können natürlich alle im öpnv verbeamten. Dann haben sie auch keine Streiks. Ein Lokführer der teilweise bis zu 800 Personen im Zug hat gehört anständig bezahlt oder wollen Sie Zustände wie bei Ryanair.

  19. 41.

    Gerade in der Abendschau:
    Die Streiks sollen länger und härter ausfallen.
    Morgen werden Einzelheiten bekanntgegeben.

    Super, sollten wir nicht alle auf die ganze Reiserei durch die Welt noch wegen Corona verzichten?
    Fliege ich wohl doch eher durch die Welt als mit der Bahn an die Ostsee ;-(

  20. 40.

    Wann fällt der Name Hr.Weselsky,immer nur wenn ein Streik angekündigt wird.Komisch und zwischendurch seine Gewerkschaftsleute_innen mal zu loben, zu motivieren ,in Coronazeiten beizustehen, bei Übergriffen von Fahrgästen Kante zeigen ,zu seinen Leuten-innen zu stehen ,kein Wort .Das ist dann die einzige Verantwortung des Arbeitgeber-Innen.Aber wahrscheinlich und nicht unwahrscheinlich ein hohes Gehalt beziehen.Oder wie man diese Bezüge bezeichnet, wo Mutti in der Vergangenheit (Ehefrau eines Gewerkschaftsboss)im KaDeWe einkauft und und der sogenannte Gewerkschaftsboss brav die Einkaufstüten hinterherschleppt.Eine einfache Kassiererin muss aber jedes Brötchen,was sie in der Pause verzehrt ,ordentlich nachweisen.Der Herr Gewewrkschaftsboss geht wahrscheinlich nur an die Sammelkasse ,hat eigentlich garkeine Überblick, hauptsächlich erstmal bezahlt aus dem großen Gewerkschafttopf.Wahrscheinlich auch noch eine Fahrbereitschaft ,für den er nicht blechen muss.

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