Tarifstreit um Angleichung an West-Löhne - Beschäftigte der Brandenburger Asklepios-Kliniken zum Warnstreik aufgerufen

Das Asklepios Fachklinikum in Luebben, Brandenburg (Bild: imago images)
Bild: imago images

In Brandenburg sind am Donnerstag wieder Mitarbeiter der Asklepios-Fachkliniken zum Warnstreik aufgerufen. Es geht um etwa 1.500 Beschäftigte in Teupitz, Lübben (beide Dahme-Spreewald) und Brandenburg an der Havel. Am Mittag soll es zudem Kundgebungen vor den Klinken geben. Hintergrund sei, dass auch die vierte Tarif-Verhandlungsrunde ergebnislos geblieben ist, hieß es von der Gewerkschaft Verdi.

Damit die Patienten während der Arbeitsniederlegungen versorgt werden können, gibt es einen Notfallplan.

Zuletzt hatten Beschäftigte der drei Brandenburger Asklepios-Klinikstandorte am 19. Mai einen Warnstreik eingelegt. Die Gewerkschaft Verdi fordert unter anderem, dass die Bezahlung der Beschäftigten an das Niveau der Standorte in Westdeutschland angeglichen wird.

Verdi lehnt bisheriges Angebot der Arbeitgeber ab

Bei der jüngsten Verhandlungsrunde am 2. Juni konnten beide Tarifparteien keine Lösung finden. Verabredet worden sei zwar eine Corona-Sonderzahlung in Höhe von 1.200 Euro, hieß es von der Gewerkschaft. "Die Tariferhöhungen ab 1. April 2022 und in den Folgemonaten und der Zusatzurlaub für Wechselschichtarbeit bleiben weiterhin strittig", so Verdi. Das Angebot der Arbeitgeberseite vom 2. Juni sei daher erneut als unzureichend abgelehnt worden.

Laut Verdi verdient eine bei den Asklepios-Fachkliniken Brandenburg angestellte Pflegefachkraft auf einer psychiatrischen Station in Wechselschichtarbeit bis zu 480 Euro brutto monatlich weniger als eine Pflegefachkraft, die bei Asklepios in Hamburg die gleiche Arbeit erledigt, aber nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Diensts beschäftigt ist. Das seien mehr als zehn Prozent unter den marktüblichen Bedingungen. Die Arbeitgeberseite habe eine Erhöhung erst ab 1. April 2022 um 1,5 Prozent angeboten, eine weitere um zwei Prozent ab November 2022.

Sendung: Inforadio, 10. Juni 2021, 7 Uhr

Nächster Artikel