Leerstand in abgelegenen Regionen - Mieten in Brandenburg bleiben deutlich günstiger als in Berlin

Archivbild: Spremberger Straße in Cottbus mit Wohnhäusern. (Quelle: imago images/D. Sattler)
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Audio: Antenne Brandenburg | 30.06.2021 | O-Ton BBU | Bild: imago images/ D. Sattler

Aktuelle Daten von Wohnungsunternehmen zeigen, dass auch in Brandenburg die Mietpreise kontinuierlich steigen. Das Berliner Niveau erreichen sie aber bei weitem nicht. Gleichzeitig stehen in Berlin-fernen Regionen immer mehr Wohnungen leer.

In den vergangenen zwei Jahren sind die Mieten in Brandenburg vielerorts gestiegen – sie bleiben aber weiter deutlich günstiger als in Berlin. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Auswertung des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) hervor.

Demnach lagen die Mieten in Brandenburg im vergangenen Jahr etwa 1,9 Prozent höher als noch 2019. Die durchschnittliche Nettokaltmiete lag zuletzt bei 5,28 Euro pro Monat und Quadratmeter, in Berlin lag der Mittelwert laut Mietspiegel bei 6,79 Euro. 2019 betrug die Nettokaltmiete in Brandenburg der Datenerhebung zufolge 5,18 Euro, im Jahr 2015 hatte sie noch bei 4,83 Euro gelegen.

Noch kein Tesla-Effekt

"Die Fakten zeigen: Beim Wohnen ist Brandenburg sehr gut aufgestellt. In Potsdam und den weiteren Städten des Berliner Umlands gibt es ausreichend bezahlbaren Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung, erst recht in den Städten des weiteren Metropolenraums", erklärte BBU-Vorstand Marion Kern.

In Bezug auf den Wohnungsmarkt rund um Erkner-Grünheide (Oder-Spree) sei derzeit noch kein Tesla-Effekt zu verzeichnen, betonte sie. Generell "erwarten wir schon eine höhere Wohnungsnachfrage." Kern erwarte - abgesehen von leicht kontinuierlich steigenden Miete - von den BBU-Mitgliedsunternehmen keine höhere Preisgestaltung. "Insofern gibt es da keinen Cut, keinen Schnitt", so Kern weiter.

Ob sich das auf dem freien Markt anders entwickle, vermöge sie nicht zu sagen. Erst mal müssten alle Tesla-Beschäftigten im Werk angefangen haben. Weil auch viele Mitarbeiter aus Berlin und anderen Regionen dann täglich nach Grünheide pendelten, so Kern, rechne sie auch nicht damit, dass alle vom US-Konzern anvisierten 10.000 Tesla-Mitarbeiter in der Region eine Wohnung anmieteten.

Leerstand teils auf höchstem Stand seit zehn Jahren

Bei Mieten und Wohnungsleerstand zwischen dem Berliner Umland und dem restlichen Brandenburg geht die Schere allerdings immer weiter auseinander. Im Berliner Umland lagen die durchschnittlichen Nettokaltmieten 2020 bei 5,83 Euro - ein Plus von 1,9 Prozent, im weiteren Land bei 4,98 Euro - ein Anstieg um 1,4 Prozent, wie aus der Erhebung der BBU hervorgeht.

Mieten im Berliner Umland waren der Erhebung zufolge um durchschnittlich 14 Prozent und im weiteren Land sogar um 27 Prozent günstiger als in Berlin. So lag mit 408 Euro die Nettokaltmiete für eine 60 Quadratmeter große Wohnung in Wildau am höchsten. In der Landeshauptstadt Potsdam betrug sie 366 Euro. Am wenigsten zahlen mussten Mieter im vergangenen Jahr mit 310 Euro in Rüdersdorf (Oder-Spree), gefolgt von Erkner mit 314 Euro.

Bei den Leerständen nehmen die regionalen Unterschiede teilweise dramatisch zu. Während in Potsdam und Städten des Berliner Umlands der Leerstand 2020 im Vergleich zum Vorjahr auf 1,9 Prozent gesunken ist, stieg er im übrigen Land auf 10,9 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit zehn Jahren.

Sendung: Brandenburg aktuell, 30. Juni 2021, 19:30 Uhr

26 Kommentare

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  1. 26.

    Das kann man bei jedem anderen größeren Unternehmen auch fragen, warum die keine Betriebswohnungen bauen - ganz einfach, weil es sich nicht mehr rechnet und wenn hier eine kostendeckende Miete verlangt werden würde, gäbe es auch wieder nur das übliche Gezeter... Kommt Ihnen bekannt vor, oder?

  2. 25.

    Also vom S Bahnhof Neukölln bis nach Frankfurt/Oder, um hier mal die östlichste Spitze zu nehmen sind es nicht mal 60 min. Von S Neukölln nach Nauen ebenfalls. Vom Potsdamer Platz nach Nauen oder Königs Wusterhausen sind es gerade mal 40 min.

    Also ist ihr Einzugsgebiet doch eigentlich groß genug. Und für alle anderen, die nach Berlin reinpendeln wollen auch.

  3. 24.

    @ Motte Kommentare hier zu lesen empfinde ich als Bereicherung und keineswegs deplatziert. Ich sag’s mal einfach so, vor allem wenn man oftmals vor die Wahl gestellt wird nicht mehr jeden Kommentar zum wiederholten Mal lesen zu wollen. Ist schon fast wie in der Glotze. Ständige Wiederholungen sind gähnend langweilig.

  4. 23.

    Gehen sie doch bitte in die Politik, augenscheinlich fallen sie mir hier regelmäßig auf und geben zu jedem Thema ihren Senf ab. Ich dachte im Elbe Elster Kreis geht es beschaulicher zu. Grüße auch an Elias.

  5. 22.

    Sie meinen die Berliner Verkehrspolitik oder der Verkehrsverbund Bln / Brandenburg. Ich habe oft darüber nachgedacht und würde mich freuen den Moloch Berlin zu verlassen. Selber habe ich kein Auto mehr und bin auf die öffentlichen Verkehrsmittel abhängig. Meinen Job will und kann ich nicht in Berlin aufgeben. Für Pendler sollte viel mehr gemacht werden und daran scheitert nach meiner Meinung.

  6. 21.

    Bezahlbarer Wohnraum -Die Leerstandsmeldungen aus Brandenburg sind doch sehr positiv. Wir sind bereit, den Berliner Wohnungsmarkt zu entlasten. Die Berliner müssten nur mal aus dem Knick kommen.

  7. 20.

    "Treffen finden dann an der Bushaltestelle statt"
    Mhhh ...
    https://www.rbb-online.de/unternehmen/presse/presseinformationen/programm/2020/08/20200810-rbb-setzt-erfolgreiche-serie-warten-auf-n-bus-fort.html

  8. 19.

    ""Warum baut Tesla keine Werkswohnungen, Kindergärten, Schulen, Einkaufsmärkte,.... usw"
    Weil TESLA kein VEB ist! "

    Man könnte aber auch genau andersherum behaupten dass Tesla ähnlich wie Amazon ausschließlich an Profit auf Kosten der Gemeinschaft interessiert ist, eine typische Heuschrecke eben.

    Berlin und Brandenburg haben Erfahrungen damit wie Heuschrecken die Fördergelder abgreifen, "verbrannte Erde hinterlassen" und sich neue Opfer suchen.

    https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/wirtschaft/tesla/2021/02/subventionen-batterie-fabrik-tesla.html

  9. 18.

    Lieber Heinrich, braun sind hier wirklich einige, aber ca 80% der Menschen eben nicht. Wenn du die hinzugezogenen völkischen Siedler aus dem Westen und die Nazis, die im Westen keiner wollte, damit meinst, die kannst du gerne wiederhaben, wir wollen sie nicht.

  10. 17.

    "Da gibt es offensichtlich genug Wohnungen für die „Enteignungsbeführworter“ in Berlin.
    Die können doch alle gerne nach Eisenhüttenstadt, Müllrose oder Schwedt ziehen - da gibt es die gewünschten niedrigen Mieten."

    Man merkt dass die Fans/Nutznießer der Abzocker und Schmarotzer nur so weit denken können wie von der Wand bis zur Tapete.

    Der Polizist, die Verkäuferin, die Krankenschwester usw. die in Berlin gebraucht werden fahren dann jeden Tag von Eisenhüttenstadt, Müllrose oder Schwedt nach Berlin und dann wieder zurück?

    Gier frisst Hirn, diese Leute beweisen es immer wieder.

  11. 16.

    Ich fühle mich wohl in Brandenburg. Dennoch frage ich mich wieso Teltower und andere Randberliner jedes Wochenende, insbesondere im Spreewald, wie die Heuschrecken einfallen, wo es hier doch so beschissen ist . Bleib im Wohngetto Teltow.

  12. 15.

    1100€ für 100m2 sind zu teuer!?!?!?!?

    Das wäre doch günstig. Die Wohnung würde ich sofort mieten.

  13. 14.

    Alles steht und fällt mit dem ÖPNV. Verdichtung geht auf die Psyche, sodass die verdichteten Menschen 5 Mal im Jahr Flugreisen machen müssen.

  14. 12.

    "Urbanisierung ist eine gute Sache. Der Natur endlich mal wieder Raum zurückgeben und Flächen entsiegeln. Weniger Autokilometer gibt es gratis dazu."
    Das haut nur hin in einer Gesellschaft, in der die Arbeit auch fast wie gleich neben der Wohnung ist. Der Natur Raum wieder zurückgeben klappt heute meist nur als Ausgleichsmaßnahme für neue Ansiedlungen (Gewerbe oder Bauland).
    Ich bin absolut für eine Verdichtung der vorhanden schon genutzten Flächen. Warum müssen auf freien Stadtflächen hier im Land Brandenburg denn immer auf 400 qm Grundfläche Eigenheime mit gerade mal 100 qm Wohnfläche stehen? Der Nachbar ist nur 10 Meter entfernt und man hört auch alles von der Nachbarterrasse. Das hat man auch in einem 3 geschossigen Mehrfamilienhaus. Die Kosten bzw. auch Miete in einem Mehrfamilienhaus sind deutlich günstiger als die eines eigenen kleinen Hütte auf 400 qm Grundfläche, mal ganz abgesehen vom Flächenverbrauch Mensch je Quadratmeter.

  15. 11.

    Statistiken sind ja immer so eine Sache. Für den sog. "Speckgürtel" würde ich auf jeden Fall sagen, dass die Lage sehr angespannt ist und bezahlbarer Wohnraum für jeden Geldbeutel eher die Ausnahme bildet. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass neu gebaute Wohnungen in Wildau oder Schönefeld mindestens 11 € kalt kosten. Für eine 4-köpfige Familie wären das in einer 4-Zimmer-Wohnung mit beispielsweise 100m² auch schon 1100€ und dann kommen ja noch NK dazu. Und nicht zu vergessen, man muss auch erstmal eine Wohnung finden und die Zusage erhalten. Und der Trend wird wohl noch eine ganze Weile anhalten...

  16. 10.

    "Nach braun-Brandenburg will ja ja auch niemand freiwillig ziehen."
    Na sie schreiben vielleicht einen Schmarrn! Nach der letzten Wahl gab es eine linke Mehrheit, Herr Woidke hat diese aber nicht umgesetzt!
    Und wenn niemand hierher möchte frage ich mich warum, rbb24 berichtete darüber, immer mehr Berliner Familien ihre Koffer packen und nach Brandenburg umsiedeln.
    Sollte es ihnen in Teltow nicht mehr gefallen so haben sie jederzeit die Möglichkeit nach Berlin umzuziehen, die Landesgrenze ist ja nicht weit entfernt.
    Noch etwas: mein Internet funktioniert hervorragend!

  17. 9.

    Ähh??? Herr Heinrich aus.. woher... Teltow?
    Liegt Teltow nicht auch in Brandenburg? Wenn Sie es Ihnen hier zu braun, zu langweilig und zu kleinteilig ist, dann ab mit Ihnen nach Berlin! Nur: Da sind die Mieten teurer, für jede Belustigung müssen Sie Geld bezahlen und mit nem fetten Konto können Sie dort auch bis 22 Uhr Shoppin-King machen.
    Brandenburg ist dankenswerter Weise nicht Berlin! Ich lebe in einer Region, da haben die Supermärkte aller großen Ketten und Postagenturen bis 21 Uhr offen, es gibt Vereine für jede Interessen, die Mieten bewegen sich hier zwischen 4 bis 10 EUR / qm, es gibt niedergelassende Ärzte aller Fachrichtungen, die auch an 2 Tagen unter Woche bis 20 Uhr Sprechstunden haben.
    Es gibt nur eben diese eine Besonderheit in Brandenburg: Was du nicht selber an Party im Familienumfeld oder im Verein organisierst, findet nicht statt! Das kostet nur den Organisationsaufwand und ein paar Getränke aus dem Discounter, nicht wie in Berlin richtig Kohle.

  18. 8.

    Die Leerstandsmeldungen aus Brandenburg sind doch sehr positiv.

    Da gibt es offensichtlich genug Wohnungen für die „Enteignungsbeführworter“ in Berlin.
    Die können doch alle gerne nach Eisenhüttenstadt, Müllrose oder Schwedt ziehen - da gibt es die gewünschten niedrigen Mieten.

  19. 7.

    Urbanisierung ist eine gute Sache. Der Natur endlich mal wieder Raum zurückgeben und Flächen entsiegeln. Weniger Autokilometer gibt es gratis dazu.

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