Arbeitskampf bei Lieferdienst - Gorillas-Fahrer protestieren vor Zentrale in Berlin

Vor einer Zentrale des Lieferdienstes Gorillas stehen Menschen, während vor dem Eingang Transparente hängen (Quelle: DPA/Christophe Gateau)
Bild: DPA/Christophe Gateau

Einige Dutzend Fahrerinnen und Fahrer des Lebensmittel-Lieferdiensts Gorillas haben erneut vor der Zentrale des Unternehmens in Berlin für bessere Arbeitsbedingungen protestiert. Die Initiatoren der Aktion kritisierten zuvor über den Nachrichtendienst Twitter Arbeitszeit- und Krankenstandsregelungen sowie die aus ihrer Sicht unzureichende Bezahlung.

Auf Transparenten forderten sie weitere Beschäftigte dazu auf, die Fahrräder stehen zu lassen und sich am Protest zu beteiligen. Am Nachmittag suchte Gorillas-Geschäftsführer Kagan Sümer die demonstrierenden Mitarbeiter für ein Gespräch auf.

Bereits mehrere Protestaktionen

In der Vergangenheit war es unter den Fahrerinnen und Fahrern immer wieder zu Protestaktionen gekommen. Gorillas ist ein noch junger Wettbewerber auf dem schnell wachsenden Markt für Lebensmittel-Lieferdienste. Das Unternehmen verspricht, bereits zehn Minuten nach der Bestellung beim Kunden zu sein. Gorillas liefert dabei vor allem Supermarkt-Artikel und keine Restaurant-Bestellungen.

Das Unternehmen nehme "die Bedenken unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr ernst", teilte es am Montag mit. Bereits vor zwei Wochen seien den Beschäftigten Verbesserungsmaßnahmen vorgestellt und auf den Weg gebracht worden. Dabei gehe es unter anderem um die Möglichkeit, einen sofortigen Zugriff auf die Gehaltsabrechnung zu erhalten.

12 Kommentare

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  1. 12.

    Wenn ich durch die Stadt fahre sehe ständig Fahrzeuge mit dem Hinweis,,suche Mitarbeiter,,wie kann man bitte so naiv sein und bei solcher Heuschrecke anfangen. Möchte mal gerne wissen wie hoch der Mitarbeiterverschleiss ist. Spricht sowas nicht mehr rum in der heutigen Zeit?

  2. 11.

    Das hat nix mit Schlaumeier zu tun. Dass sich ein Azubi keine Wohnung leisten kann, ist logisch (war doch aber vor 30 Jahren genauso). Ob sich der gorilla-Fahrer von dem Gehalt eine Wohnung leisten kann, ist genau so zu bezweifeln. Der Azubi hat aber eine Perspektive, nachdem er seine Berufsausbildung abgeschlossen hat. Der Gorillafahrer fährt weiterhin zu den gleichen schlechten Bedingungen....

  3. 10.

    Immer diese Schlaumeier..
    Wie viel Lohn bekommt man während einer Ausbildung? Reicht das,um in Berlin eine Wohnung zu bezahlen?

    Es ist doch gut,wenn die Fahrer sich zusammenschliessen,um bessere Bedingungen zu erreichen. Wenn die bei jedem Unternehmen gelten,herrscht auch gleicher Wettbewerb und man wird sehen,ob der Kunde bereit ist für den Service zu bezahlen.

  4. 9.

    Die sollen arbeiten und protestieren. Bringe man mir Champagner ins homeoffice!

  5. 7.

    Ich geb Ihnen da zu 100% Recht. Wir hatten am WE die Stellenanzeigen für Gorillas gelesen : Lieferung in max 10 Minuten und die Produkte sollen nicht teurer als im Supermarkt sein. Dazu bekommt jeder Fahrer ein Samrtphone mit App, damit Gorillas auch minutiös nachverfolgen kann, wo der Fahrer ist. Da muss doch jeder, der halbwegs geradeaus denken kann, misstrauisch werden. Man kann dich als Fahrer nicht mehr als 4 Fahrten pro Stunde schaffen (hin- und Rückweg, Waren packen etc). Egal ob Lieferando Rider, Durstexpress oder jetzt auch Gorillas : Das System setzt auf volle Ausbeutung.
    Die Fahrer sollten mal über eine Ausbildung in Handwerk o.ä. (zur Not auch öffentl. Dienst) nachdenken... hat mehr Zukunft und du signalisierst nicht gleich in deinem Lebenslauf, dass du dich gern ausbeuten lässt.

  6. 6.

    Ganz einfach: selber einkaufen gehen und diese Sklaventreiber nicht unterstützen. Und wer da anfängt, sollte das Kleingedruckte lesen. Aber bei der Mitarbeiterstruktur, wundert es mich nicht.

  7. 5.

    Im Vertrag steht doch sicherlich drin wie lange die Lieferzeit von Bestellung bis Anlieferung ist. Allein da sollte man schon misstrauisch werden. Wir wissen doch alle wie voll die Stadt ist.

  8. 4.

    Man kann ja auch woanders arbeiten. Gibt doch genug Auswahl an Lieferdiensten und Portale wie Kunuu zur Bewertung des Arbeitgebers. Hat bei N26 auch geholfen.

  9. 3.

    Schlechte Arbeitsbedingungen stehen nun mal nicht im Arbeitsvertrag. Die Schuld den Betroffenen zuzuschieben ist Quatsch.

  10. 2.

    Naja, so einfach ist es oft nicht. Oftmals wird vorher blumig viel versprochen: Steigerungen, pünktliche Zahlung, freie Urlaubsplanung, etc. Am Ende werden dann vermaus fadenscheinigen Gründen Zahlungen verzögert, verkleinert oder Urlaube nicht genehmigt, bzw. gewünschte Abbrüche nicht entlohnt. Ws nützen 40h/Woche, falls man fürs selbe Geld 50h arbeiten soll, wie woanders auch üblich.

  11. 1.

    Was soll bitte schön das Gejammer. Haben die nicht mal ein Blick in den Arbeitsvertrag geschaut bevor man unterschreibt. Selbst schuld. Altes deutsches Sprichwort: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

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