Regionaler Arbeitsmarkt im Juli - Arbeitslosenzahlen steigen nur leicht - Wirtschaft erholt sich weiter

Ein Lackierer (Quelle: imago images/Christian Vorhofer)
Video: Abendschau | 29.07.2021 | Sebastian Schiller | Bild: imago images/Christian Vorhofer

Es gibt erneut ermutigende Signale vom regionalen Arbeitsmarkt: Zwar ist die Zahl der Erwerbslosen im Juli leicht gestiegen, aber nicht so stark wie in früheren Ferienmonaten. Und: Die Betriebe suchen wieder deutlich mehr Arbeitskräfte.

Die Zahl der Arbeitslosen in Berlin und Brandenburg ist im Juli leicht angestiegen. Der Anstieg fiel aber verhaltener aus als sonst in Ferienmonaten üblich, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitgeteilt hat. Zudem habe sich im Juli in beiden Bundesländern die Nachfrage nach Arbeitskräften spürbar erhöht, betonen die Arbeitsmarktexperten weiter.

In Berlin liegt die Arbeitslosenzahl im Juli bei 200.807, das sind 1.462 Personen mehr als im Juni. Verglichen mit dem Vorjahresmonat sind es knapp 14.500 weniger. Zugleich wurden im ablaufenden Monat gut 1.100 freie Stellen mehr gemeldet als im Juni. Die Berliner Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozent auf jetzt 9,9 Prozent.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Brandenburg: Hier liegt die Arbeitslosenzahl im Juli um knapp 300 höher als im Juni bei 77.878 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das, dass mit 9.500 Menschen viel mehr Menschen arbeiten. Mit mehr als 24.000 freien Stellen werden fast 20 Prozent mehr Arbeitskräfte gesucht als noch vor einem Jahr. Die Arbeitskräftenachfrage liege damit im Prinzip auf Vorkrisenniveau, so die Regionaldirektion. Die Brandenburger Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 5,8 Prozent.

Auch die Kurzarbeit ist in Berlin und Brandenburg weiter auf dem Rückmarsch: Im Juli zeigten in Berlin 61 Betriebe für 1.163 Beschäftigte Kurzarbeit an, in Brandenburg 81 Unternehmen für 2.339 Beschäftigte. Das ist in beiden Ländern deutlich weniger als zu Jahresbeginn, heißt es dazu von der Regionaldirektion.

Mehr Jobs im Gesundheits- und Bauwesen

"Der Arbeitsmarkt in Berlin und Brandenburg zeigt sich unter Berücksichtigung der Corona-Folgen in einer guten Verfassung", teilte Ramona Schröder, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion, mit. Sie rechne "fest damit, dass sich die Erholung am Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten fortsetzt." Zu ihrem Optimismus trage die steigende Nachfrage nach Arbeitskräften bei, die "ein gutes Zeichen für den Arbeitsmarkt" sei, so Schröder weiter.

In Berlin sei die Beschäftigung vor allem in den Bereichen Information und Kommunikation, Dienstleistungen und im Gesundheitswesen wieder deutlich gestiegen. In Brandenburg verzeichnen demnach das Baugewerbe und die Bereiche Verkehr und Lagerwirtschaft ein Beschäftigungsplus. Schwierig bleibe die Situation im Gastgewerbe. Und grundsätzlich gelte auch für Berlin und Brandenburg: "Insgesamt bleibt die Entwicklung der Corona-Pandemie ein Unsicherheitsfaktor für den Arbeitsmarkt."

Sendung: Inforadio, 29.07.2021, 10 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Das ist nicht korrekt. Auch nach einem Jahr zählt man als arbeitslos und wird in der Statistik ausgewiesen. Anders ist es, wenn man z.B. an einer Weiterbildung währenddessen teilnimmt. Dann gilt man nicht als arbeitslos, weil man in dem Moment nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Die Zahl wird aber auch ausgewiesen. Also die Zahl, wo alle eingerechnet sind. Die nennt man dann Unterbeschäftigung. Wird alles offiziell veröffentlicht und kann alles nachgelesen werden. Gruß

  2. 4.

    10% ist schlecht. Aber leider ear es in Berlin noch nie gut.

  3. 3.

    Die Realität ist, wenn man 1 Jahr arbeitslos ist, kommt man automatisch in Hartz 4. Man ist zwar weiterhin arbeitslos aber man fällt aus der Statistik raus. Bei der Einführung unter Bundeskanzler Schröder kam man nur 2 Jahre damit zu spät. Das geniale an der Sache ist, das in dem System immer Arbeitslose nach einem Jahr abgebaut werden. Egal ob sie Arbeit haben oder nicht . Das nächste wäre die Kurzarbeit die läuft mit 80% noch bis nach der Wahl, dann sind wir wieder bei normal. Dann kommt auch das Finanzamt und meldet sich denn Kurzarbeit wird erstmal steuerfrei ausgezahlt, und man ist danach verflochtet zu einer Steuererklärung.
    Für mich ist Arbeit wenn Man davon seine Miete bezahlen kann und ordentlich leben kan. Minijobs
    Jedenfalls gehören nicht dazu.

  4. 2.

    Wie sieht denn Deine Realität konkret aus? Welche Erkenntnisse und Zahlen hast Du denn?

  5. 1.

    Die Realität sieht anders aus. In der Verwaltung wird immer noch nicht voll gearbeitet. Viele sind noch in Kurzarbeit. Hartz 4 Empfänger kommen nicht rein in die Statistik. Arbeitslosenzahlen weiterhin hoch. Minijobs fallen aus jeder Statistik,
    Nur leben kann man damit auch nicht. Das sind die Fakten ich wünsche mir manchmal ein bisschen mehr Kritik.

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