Pilotprojekt - ADAC will auch bei Radpannen helfen - aber nicht überall

Ein Pannen-Hilfe-Fahrzeug des ADAC (Quelle: dpa/Hans Wiedl)
Bild: dpa/Hans Wiedl

Der ADAC zeigt sich als Fahrradfreund und bietet Mitgliedern seinen Service nun auch bei Radpannen an. Doch das Pilotprojekt ist kein Freifahrtsschein: Wem im Wald die Kette abspringt oder der E-Akku schlapp macht, der muss schieben.

Es ist ein Pilotprojekt, dass der ADAC in Berlin und Brandenburg gestartet hat. Ab sofort will der Autoclub nicht nur Autofahrern, sondern auch Radfahrerinnen und Radfahrern helfen, die eine Panne haben. Ganz egal, ob klassisches Fahrrad oder E-Bike. Und weil Zweiräder in Berlin und Brandenburg in den vergangenen Jahren einen Boom erlebten, eigneten sich beide Länder "bestens als Testgebiete", erklärte der ADAC am Montag.

Bei einer Panne muss gegebenenfalls geschoben werden

Doch wer nun an lange Mountainbike-Touren entlang des malerischen Oder-Neiße-Radwegs oder durch die Schorfheide (Barnim) denkt, muss sich darauf einstellen, dass auch die "Gelben Helfer" nur bis zur nächsten Straße kommen.

Die rund 150 ADAC-Mitarbeiter in Berlin und Brandenburg könnten nur die Orte besuchen, "die sie mit ihren Einsatzfahrzeugen nach den Regeln der Straßenverkehrsordnung erreichen können", sagte eine Sprecherin rbb|24 am Dienstag. Im Klartext: Bei einer Panne müssen Radfahrer ihr Fahrräder bis zu nächsten Straße schieben.

Dort würden sie auf geschulte ADAC-Helfer treffen, die versuchten, die Fahrräder vor Ort zu reparieren. Es gehe darum, dem Mitglied nach einer Panne die Weiterfahrt so rasch es geht zu ermöglichen. "Gelingt das nicht, wird der klassische Abschleppdienst gerufen und das Fahrrad bis zur nächsten Radwerkstatt transportiert", so die Sprecherin. Die Kosten für die Werkstatt übernimmt der Club dann allerdings nicht.

Der Service für Radfahrer richtet sich ausschließlich an Clubmitglieder und soll zunächst bis Ende Oktober laufen.

Auch der Auto Club Europa (ace), nach eigenen Angaben Deutschlands zweitgrößter Auto-Club, biete seinen Rad fahrenden Mitgliedern einen 24-Stunden-Service an.

Auch hier heißt es auf Nachfrage: E-Bikes oder Fahrräder, die in schwerzugänglichen Gebieten eine Panne haben, müssten "vermutlich" bis zur nächsten Straßen geschoben werden.

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19 Kommentare

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  1. 19.

    Nur teilweise stimmt die Aussage:
    "Auch der Auto Club Europa (ace), [...] biete seinen Rad fahrenden Mitgliedern einen 24-Stunden-Service an."
    Das gilt nur für den teureren Comfort-Tarif. Dann kann man gleich beim ADFC MItglied werden.
    Beim ADAC reicht scheinbar die Basis-Mitgliedschaft!

  2. 18.

    Lange vor dem ADAC und seinem Greenwashing. https://www.adfc.de/artikel/die-adfc-pannenhilfe

  3. 17.

    Unfug. Wer sich mit den Leistungen vom ADAC beschäftigt, der weiß, dass man weder ein Auto braucht noch dass sich diese nur auf das Auto beschränken. Ich musste leider der Krankentransport aus den USA in Anspruch nehmen. War topp organisiert. Und natürlich ist ein solcher Verein für Mitglieder. Ist aber völlig normal bei Vereinen.

  4. 16.

    "Es ist zwar bloß auf Mitglieder orientiert," Das nennt sich Solidargemeinschaft. Man zahlt für etwas, was man ggf. jahrelang nicht benötigt.

  5. 15.

    Dabeji hat der Adac schon Leistungen für Autofahrer gestrichen mit der Begründung man müsse sparen. Hat damit schon etliche Altmitglieder verscheucht, zumal es die Konditionen wie einen Schutzbrief woanders bei absolut gleicher, teilweise auch besseren Leistungen zu bekommen ist. Z, B. Autoversicherung im Packet.

  6. 14.

    In der Tat hat die Pannenhilfe des Vereins an Bedeutung verloren seit immer mehr Autohersteller eine Mobilitätsgarantie bieten. Andererseits hat der klassischer Ersatzreifen und selbst das Notrad weitgehend ausgedient. Der Lockdown hatte denen aber einen Boom an leeren Starterbatterien bei den Computer auf vier Rädern beschert. Übrigens ist auch bei E-Autos eine entladene 12V-Batterie der häufigste Grund, den ADAC zu rufen.

  7. 13.

    Wo haben Sie in den Statuten des Vereins gelesen, dass man ein Auto besitzen *muss*, um Mitglied zu werden?

  8. 12.

    Wo wird der Service erweitert? Wo erreicht man neue Mitglieder? Richtig, gar nicht. Es ist wieder nur in geschlossener Gesellschaft. Also, sollte man überdenken, wie man mehr Mitglieder bindet und nicht nur die vorhandenen.

  9. 11.

    Also Kurzum,

    Nur Radfahrende gucken in die Röhre. Vlt, mal die Mitgliedschaftsmöglichkeiten erweitern.

  10. 8.

    Was stört Sie daran, dass ADAC sein Angebot erweitert? Wenn Vereine Serviceleistungen ausbauen ist das immer zu begrüßen. Oder haben Sie Angst, sie müssen mehr bezahlen?

  11. 7.

    Aus Ihrem Geschreibsel wird nicht klar, was man unter "diese selbsternannten Fahradclubs" verstehen soll und was an dem rätselhaften "selbsternannt" so schrecklich sein soll.

  12. 6.

    Diese selbsternannten Fahrradclubs bieten natürlich eine 24h Pannenhilfe an.

    Es ist nur eine reine Marketingmasche von einen untergehenden Verein...

  13. 5.

    Schon mal auf die Idee gekommen, dass Autofahrer auch Fahrräder haben? Ist doch ein netter Zusatzservice und der Autofahrer braucht nicht noch einen Fahrradclub.

  14. 4.

    Wieso muss?
    Denken Sie mal aus der Sicht des ADAC: jemand der Fahrrad fährt (und dann vielleicht sein Auto aufgibt), braucht der noch seine ADAC-Mitgliedschaft?
    Aber wenn es als Bonus nun einen Reparaturservice für Fahrräder gibt...

  15. 3.

    Aus meiner Sicht eine gute Idee und ein respektabler Anfang. Es ist zwar bloß auf Mitglieder orientiert, aber besser als nichts. Der Service wird wie bei den autofahrenden Mitgliedern angelegt. Also Hilfe für Mitglieder gratis, aber verbaute Ersatzteile selbst bezahlen. Die modernen Fahrräder haben auch an bestimmten Stellen aufgrund der verschiedenen Hersteller ihre Tücken im Detail, auch wenn man sie selbst größtenteils reparieren kann.

  16. 2.

    Ist mir als gelegentlichem Fahrradfahrer eigentlich klar, dass der Helfer nicht mit dem Rad kommt und mit dem Auto nicht jeden Radweg befahren kann.

  17. 1.

    Sind eigentlich diese selbsternannten Fahrradclubs schon mal auf diese Idee gekommen oder warum muss ein Automobilclub erst auf diese Idee kommen?

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