Vivantes und Charité - Krankenhausbeschäftigte streiken für bessere Arbeitsbedingungen

Archivbild: Streikende Pflegerinnen und Pfleger protestieren in Berlin vor der Charité. (Quelle: dpa/Maurizio Gambarini)
Video: Abendschau | 08.07.2021 | Anna-Maria Deutschmann | Bild: dpa/Maurizio Gambarini

Zahlreiche Beschäftigte der Berliner Krankenhausunternehmen Vivantes und Charité haben am Donnerstag die Arbeit niedergelegt. Damit folgten sie einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi zu zweitägigen Warnstreiks.

Vivantes-Pflegekräfte durften nach einer Entscheidung des Arbeitsgerichts vom Mittwoch nicht wie geplant teilnehmen. Dort gebe es keine Notdienstvereinbarung, hieß es zur Begründung.

Freitag Treffen in der Alten Försterei

Verdi kritisierte am Donnerstag, dass die Vivantes-Geschäftsführung gerichtlich gegen die Streiks vorgegangen ist. Die Warnstreiks mit den übrigen Beschäftigten liefen aber wie geplant, so ein Sprecher.

Die Beschäftigten fordern mit den Streiks verbindliche Personalstärken auf den Stationen und gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Am Freitag sollen sich nach Angaben von Verdi Hunderte Beschäftigte im Union-Stadion An der Alten Försterei zu Protestaktionen treffen. Der Verein hatte seine Heimstätte für die Aktion zur Verfügung gestellt.

Mehr Lohn, mehr Personal, mehr Ausgleich

An den Kliniken laufen derzeit zwei Tarifauseinandersetzungen. Schon länger gibt es Verhandlungen für die Tochterunternehmen der beiden Kliniken, bei denen etwa Reinigungskräfte oder Techniker angestellt sind. Sie fordern einen Abschluss in Höhe des Öffentlichen Diensts. Hier hat es auch schon mehrere Warnstreikaktionen gegeben.

Hinzu kommen nun die Direktangestellten bei den Unternehmen, hauptsächlich Pflegerinnen und Pfleger. Ihnen geht es um eine Mindestpersonalausstattung für ihre Bereiche und um eine Form von Belastungsausgleich. Hier hat es laut Verdi bislang noch keine Verhandlungen gegeben. Nicht aufgerufen sind hingegen Ärzte, Verwaltungsangestellte sowie Beschäftigte der Fakultät.

Sendung: Abendschau, 07.07.2021, 19:30 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Es gibt viele Patienten, die ernsthafte medizinische Hilfe benötigen- Dann gibt es viele Patienten die 3 Tage vor ihrem gebuchten Urlaub ihre medizinische Situation abklären wollen und teuere Diagnostik wollen. Und von den Ärzten ein "Attest" haben wollen, das sie in den Urlaub fligen dürfen. Und erwarten, das die komplette Diagnostik innerhalb von 24h durchlaufen wird,

  2. 5.

    Wo wir ja jetzt gemerkt haben, wer die Systemrelevanten sind und wer nicht:
    Warum bekommt Klinikpersonal nicht deutlich mehr Geld und Leute, die wir in der Krise nicht brauchten, deutlich weniger???
    Sind diese ganzen Lob-Bekundungen und diese ganze Einschleimerei bei den Krankenschwestern etwa nur ein politisches Spiel ohne Substanz?
    Mir wird echt schlecht.

  3. 4.

    Wie kann es sein, dass nach all dem Klatschen und Versprechungen von Spitzenpolitikern das Personal noch für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen muss???
    Dieses ganze den Beschäftigten ins Gesicht Lügen finde ich nur noch schrecklich.

  4. 3.

    Haben Wir nicht gerade erst wieder geklatscht ?
    Wahlen sind im September !
    Und nun liebe Politiker rann an den Verhandlungstisch und ordentlich entlasten und vernünftig entlohnen. - Es wird an den Wahlergebnissen nichts ändern. Aber guter Wille macht auch Ehre.

  5. 2.

    Meine Stationleitung hat ein Stationsverbot von Verdi Mitarbeitern ausgesprochen, und damit einer Umfrage für mehr Personal und bessere Bezahliung entgegen gewirkt.
    Andere Stationen wiederum unterstützt Verdi.
    Was spricht gegen einer besseren Bezahlung, Arbeitsbedingungen, gegen Burnout / psychischen und physischen Belastung und somit eienr besseren Betreuung von Patienten und Angehörigen ?!

  6. 1.

    Viel Erfolg. Politiker haben euch soviel versprochen und nichts gehalten.

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