Erster Wohnungsmarktbericht - Jährlich fast 10.000 Wohnungen mehr in Brandenburg

Symbolbild: Eine Baustelle für Wohngebäude in Oranienburg
Bild: dpa/Soeren Stache

Der Brandenburger Wohnungsbestand wird größer - das zeigt der erstmals vorgelegte Wohnungsmarktbericht der Landesregierung. Der Zuwachs innerhalb der Langzeitbeobachtung konzentriert sich allerdings deutlich auf das Berliner Umland.

Der Bestand an Wohnungen hat sich in Brandenburg von 2011 bis 2019 deutlich erhöht. Das zeigt der erste Wohnungsmarktbeobachtungsbericht des Landes, den das Infrastrukturministerium am Montag vorgelegt hat [brandenburg.de].

Größter Zuwachs im Berliner Umland

Laut dem Bericht hatte Brandenburg im Jahr 2019 einen Gesamtbestand von 1,34 Millionen Wohnungen. In der Langzeitbetrachtung ab 2010 ist dieser Bestand um 67.000 Wohneinheiten gewachsen (+5,3 Prozent). Ab dem Jahr 2017 betrug der Anstieg dabei im Jahresdurchschnitt jeweils fast 10.000 Wohnungen.

Mit diesem Plus zwischen 2011 und 2019 liegt Brandenburg sowohl vor den anderen ostdeutschen Flächenländern, als auch über dem Bundesdurchschnitt.

75 Prozent des Zuwachses fällt laut Bericht auf das Berliner Umland. Die höchsten absoluten Zugewinne haben dabei Potsdam (11.000 Wohneinheiten), Bernau (2.300) und Königs Wusterhausen (2.100).

Grundlage für Entscheidungen in der Wohnungspolitik

Der Bericht soll Arbeitsgrundlage für die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung der Wohnungspolitik sein. Im Flächenland stünden sich Wachstum und Schrumpfung ebenso gegenüber wie stark prosperierende und strukturschwächere Regionen, sagte Infrastruktur-Staatssekretär Rainer Genilke. Das werde durch den Bericht abgebildet.

Erfasst werden Unterschiede zwischen Wohnungsangebot und -nachfrage in den Städten und Gemeinden. Schwerpunkt ist unter anderem die Bezahlbarkeit des Wohnens. Für die soziale Wohnraumförderung hat das Ministerium allein 2020 Fördermittel in Höhe von 170 Millionen Euro bewilligt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 05.07.2021, 14:00 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Aus Umland / Speckgürtel wird ganz schnell Stadt und damit ist die Stadt und das Problem nur größer und nicht kleiner geworden. Ich kenne ja die Planungen in Woltersdorf und hier sehr gut. Infrasstruktur muss angepasst werden, Straßen und Verkehrswege müssen geändert werden; hier will man gar die Tram umleiten um die Fußweglänge zu verkleinern. Die jetzt schon angespannte Wasserversorgung wird noch prekärer. Noch mehr Windkraftwerke und Gasbedarf der Region. Peanuts. Erst lockt man die Menschen nach Berlin; macht das flache Land menschenlos und reißt dort die Wohngebäude ab. Bissel Ausdünnung war ja hier im Plattenviertel mal gut. Aber nun baut man auch wieder eng weil das Land immer teurer wird. Es geht so nicht weiter; Kleinstädte brauchen Handwerksbetriebe u. Gewerbe. Arbeiten will keiner mehr; sagte kürzlich eine Geschäftsfrau zu mir. Politiker; wisst ihr was ihr da tut ?

  2. 5.

    Wur nehmen hier gern noch Berliner auf die bezahlbaren Wohnraum suchen und Natur in Kombination mit einer Regio-Anbindung für Hybride Arbeiten zu schätzen wissen.

  3. 4.

    @Gary Snail: Sie schreiben es ja selbst, in den strukturschwachen Regionen herrscht aufgrund von Wegzug wenig bis kein Bedarf.
    Außerdem möchte man als Spekulant/in doch auch lieber dort eine Wohnung oder ein Haus kaufen, wo mit gesichert hohem Gewinn eines Tages weiterverkauft werden kann.

    Hier dazu passend ein kleiner Auszug aus der Website der S Immo, welche gerade den Nuke Club aus seiner bisherigen Behausung scheucht:
    "Für die S IMMO heißt es seit 2018: Ran an den Speck(gürtel). Bis zum Jahresanfang 2020 wurden bereits über 2 Millionen m² im Umfeld Berlins angekauft. Großes Potenzial in einem bis dato wenig erschlossenen Areal."

    Stadt und Region im Angebot: Wer will, wer will, wer hat noch nicht?!

  4. 3.

    Wie wird "Bezahlbarkeit des Wohnens" definiert? Woran wird gemessen- an der Armutsgrenze, an Hartz4, am Mindesteinkommen oder individuell am gerade vorhandenen Bestand im Portemonnaie?
    Jede Wohnung ist für irgendjemanden bezahlbar.

  5. 2.

    Kommt man mit dem Bauen nicht hinterher oder sind "die bösen Politiker und/oder Beamten" schuld? Es gibt im öffentlichen Dienst übrigens auch Angestellte.

  6. 1.

    Auf dem Papier gut, in der Praxis Mist: in strukturschwachen Regionen werden Wohnungen abgerissen, da die Einwohnerentwicklung stark negativ ist, in den Boomregionen um Berlin herum können nicht schnell genug Häuser gebaut werden. So ist das, wenn Juristen und lebensfreme Beamte mit Parteibuch über unsere Zukunft entscheiden: alles dauert ewig und wird am Bedarf vorbeigeplant.

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