Berlin-Mitte - Klimaaktivisten protestieren vor Vattenfall-Werk gegen Erdgas

Do 08.07.21 | 14:56 Uhr
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Eine Demonstrantin steht vor dem Heizkraftwerk von Vattenfall in Mitte. Auf Initiative vom Netzwerk GasExit und Robin Wood protestieren sie gegen die Pläne von Vattenfall und dem Berliner Senat, fossile Energie bis 2050 zu nutzen. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Audio: Inforadio | 08.07.2021 | Jan Menzel | Bild: dpa/Paul Zinken

Klimaaktivistinnen und -aktivisten haben nahe dem Heizkraftwerk von Vattenfall in Berlin-Mitte für einen zügigen Erdgasausstieg demonstriert.

Das Bündnis "Gasexit" und die Umweltorganisation "Robin Wood" sprachen in einer Mitteilung vom Donnerstag von etwa 30 Menschen, nach Polizeiangaben waren es in der Spitze 25. Sie zeigten am Vormittag etwa ein Transparent mit der Aufschrift "Hier entsteht die nächste Hitzewelle" und "Vattenfail".

Vorwurf der Aktivisten: Grünes Image trügt

Nach außen gebe sich Vattenfall ein grünes Image, doch der Schein trüge, wurde Julian Frisch von "Gasexit" in der Mitteilung zitiert. "Anstatt die Berliner Kohlekraftwerke durch erneuerbare Wärmequellen zu ersetzen, plant der Konzern, das größte Berliner Kohlekraftwerk Reuter West ab 2030 in ein gigantisches Erdgas-Kraftwerk umzurüsten." "Gasexit" kritisiert auf seiner Webseite, Erdgas sei genau wie Kohle "ein fossiler Klimakiller".

Außerdem solle in einem weiteren Schritt frühestens ab 2040 das Gas durch Wasserstoff ersetzt werden. Auch das sehen die Klimaschützer kritisch. Wasserstoff werde knapp und teuer bleiben. Und wer auf Gas als Brücke ins Zeitalter der Erneuerbaren setze, verhindere, dass jetzt in Alternativen wie Geothermie, Solarthermie und die Nutzung von Industrieabwärme investiert werde.

Wie ein Polizeisprecher sagte, blieb bei dem Protest alles friedlich. Die Teilnehmenden hätten sich auf der Michaelbrücke versammelt. Diese liegt kurz vor dem Heizkraftwerk.

Sendung: Abendschau, 08.07.2021, 19:30 Uhr

9 Kommentare

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  1. 9.

    Was redet der nur für einen ..... Gaskaftwerke so schlimm Kohlekraftwerke. Dann hätte wir ja nicht Kohlekraftwerke durch Gas ersetzten müssen. Aber die Selbstdarstellung per Performance war sich wichtiger als sich mit Fakten zu beschäftigen. Diese Ignoranz und nicht selber was einzubringen ist leider typisch für das Fridays-Umfeld.

  2. 7.

    Es sind doch nur noch 25 Personen die das noch nicht mit der Energie
    verstanden haben , lasst sie weiter rumplärren , die tun doch nichts , niemand nimmt sie noch ernst .

  3. 6.

    Während der Windflaute in diesem Frühjahr produzierten die landbasierten Windräder flotte 35% weniger. Das mußte von Erdgas und Kohle aufgefangen werden. Grundlastfähigkeit ist schon nicht schlecht.

  4. 5.

    Dann sollen die sogenannten Aktivisten erklären woher die Fernwärme für eine Millionenmetropole herkommen soll. Nicht vergessen im Herbst und winter scheint die Sonne weniger. Also ich bin gespannt

  5. 4.

    Womit heizen diese Leute wenn es kalt ist?

  6. 3.

    .. in Polen werden vier Atomkraftwerke geplant, und sonst heizt man dort mit Kohle, in Frankreich überwiegend Atomkraftwerke, schauen wir nicht auf China und Australien. das alles hilft Deutschland die Schwächen der „Energiewende „ zu überbrücken. Vielleicht sollten diese Aktivisten mal einen Winter frieren, nur noch zu Fuß gehen und auf Urlaubsreisen verzichten,

  7. 1.

    Dann sollten sich die Klimaaktivisten fuer die Kernenergie einsetzen. Der Grund, warum neue Gaskraftwerke gebaut werden, ist der Ausstieg aus der Kernenergie.

    > https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geplanter_und_im_Bau_befindlicher_Gaskraftwerke_in_Deutschland

    > https://www.rnz.de/politik/suedwest_artikel,-heilbronn-geplantes-erdgas-kraftwerk-sorgt-fuer-schlechte-luft-und-Aerger-_arid,679504.html

    > https://www.br.de/nachrichten/bayern/nachfolge-fuer-gundremmingen-neues-gaskraftwerk-in-schwaben,S4alMRb

    > https://www.group.rwe/presse/rwe-generation/2020-11-13-besondere-netztechnische-betriebsmittel-zuschlag-fuer-gaskraftwerk-in-biblis

    > https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/klimaschutz-wegfall-von-kohle-und-kernkraftwerken-netzbetreiber-warnt-vor-energie-engpaessen/27300564.html?ticket=ST-4720443-HPkOVcjIiRVP0x9KVrsV-ap5

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