Rückkauf abgeschlossen - Berliner Stromnetz ist wieder in öffentlicher Hand

Do 01.07.21 | 09:12 Uhr
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Eine Bärenskulptur steht vor dem Hauptsitz der Stromnetz Berlin GmbH auf dem Kartenhäuschen der Veranstaltungsstätte Arena Berlin, aufgenommen am 23.10.2020. Vattenfall bietet den Verkauf der Stromnetz Berlin GmbH an den Berliner Senat an. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Audio: Inforadio | 01.07.2021 | Raphael Knop | Bild: dpa

Eine weitere Privatisierung einstiger landeseigener Betriebe ist in Berlin rückgängig gemacht worden: Seit Donnerstag gehört das Stromnetz wieder zum Landeseigentum. Dafür hat der Berliner Senat tief in die Tasche gegriffen.

Das Berliner Stromnetz ist seit Donnerstag wieder offiziell im Besitz der öffentlichen Hand. Mitte Juni hatte das Abgeordnetenhaus dem Rückkauf für 2,14 Milliarden Euro zugestimmt - dafür übernimmt das Land vom schwedischen Vattenfall-Konzern neben der Infrastruktur das gesamte Unternehmen mitsamt Technik und allen Beschäftigten.

Für den Nachmittag ist eine feierliche Übergabe am Unternehmenssitz in Treptow geplant, Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) haben ihr Erscheinen angekündigt.

Jahrelanger Rechtsstreit

Der rot-rot-grüne Senat versucht seit mehreren Jahren, Privatisierungen der vergangenen Jahrzehnte rückgängig zu machen. Die Konzession der Stromnetz Berlin GmbH war formell bereits 2014 ausgelaufen. Das Land hatte den Betrieb bei der anschließenden Ausschreibung an ein staatliches Unternehmen vergeben. Dagegen hatte sich Vattenfall über mehrere gerichtliche Instanzen gewehrt.

Im Herbst bot das Unternehmen dann überraschend den Verkauf des Netzes an. Nach langwierigen Verhandlungen einigte man sich auf einen Kaufpreis von gut 2,06 Milliarden Euro. Hinzu kommen nach Angaben der Finanzverwaltung Anschaffungsnebenkosten in Millionenhöhe, etwa Kaufpreiszinsen. Die Kosten sollen über Kredite in Verbindung mit der Übernahme von Landesbürgschaften bezahlt werden.

Opposition kritisiert Milliarden-Deal

Der rot-rot-grüne Senat erwartet von dem Rückkauf auch einen Schub für den Klimaschutz in der Stadt. Der Grünen-Abgeordnete Stefan Taschner sprach von einem "wichtigen Werkzeug, um die Energiewende noch stärker voranzubrinen".

Die Opposition steht dem Milliarden-Deal dagegen ablehnend gegenüber. Der FDP-Experte Henner Schmidt glaubt nach eigenen Angaben nicht, dass der Senat großen Einfluss auf die Umgestaltung nehmen könne, weil das Stromnetz stark reguliert sei. CDU-Spitzenkandidat Kai Wegner befürchtet nach eigener Aussage, dass der Senat das Know-how der Privaten verspiele. Christian Buchholz von der AfD nannte den Kaufpreis "viel zu hoch".

Sendung: Abendschau, 01.07.2021, 19:30 Uhr

57 Kommentare

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  1. 57.

    Wenn das Sozialisierung wird, fände ich toll! Dann wird dem armen Rentner *in nicht nach Verzug einer Rate gleich der Strom abgedreht, oder das minimal gefühltes Bankkonto gleich gesperrt, wie es in der Vergangenheit der Fall war!

  2. 56.

    Ja, so eine Rekommunalisierung geht nur über sehr, sehr schmerzvoll hohe Beträge. Dem Markt, dem man zuvor nach Marktgebahren Teile der öffentlichen Daseinsvorsorge verscherbelte, muss man eben auch zu Marktkonditionen selbiges wieder abnehmen.

    Es geht aber nicht so sehr darum, wer die Energieversorgung in der Hand hat, sondern ob die Öffentlichkeit - und nicht Private - die Energiepolitik bestimmen, ganz ähnlich wie etwa im Wohnungsmarkt. Es geht um Kontrolle des Marktes, nicht darum, als Land etc. selbst zu besitzen, auch wenn sich so Kontrolle am leichtesten umsetzen lässt.

    Das Verhalten des Senats bisher ist allerdings recht heuchlerisch, hat man sich doch damals im Volksentscheid gegen einen Rückkauf aufgestellt. Die Pops, Kollatz' und Co. verdienen also keine Lorbeeren. Ebenso ist die landeseigene Initiative für eine eigene Stromgewinnung abseits von Rückkäufen vorhandener Infrastruktur nur aktionistische Symbolpolitik. Energiewende? Fehlanzeige.

  3. 55.

    Auch von ständigen Wiederholungen werden die Lügen nicht wahrer. Letzendlich war es die Berliner cDU warum die landeseigenen Wohnungen und weiteres Tafelsilber verkauft werden mußten.

  4. 54.

    Haben Sie leider recht. Die Berliner SPD hat unglaublich viel Geld bzw. Volksvermögen in den Sand gesetzt mit dem Verkauf an eine bekannte Heuschrecke (Southern Company). Gleiches mit dem Verkauf von landeseignen Wohnungen. Willy Brandt hat sich im Grabe umgedreht vor Frust.

  5. 52.

    Sozialistische Planwirtschaft as its best. Billig Dinge verkaufen die man braucht um sie dann später teuer zurückzukaufen. Ist alles unter roten Regierungen passiert.

  6. 51.

    Nun, die beabsichtigte Gewinnerzielung haben Sie ins Spiel gebracht ... nun doch nicht?

  7. 50.

    Möglicherweise wandert die Kompetenz mit den Mitarbeitern mit, die weiterhin bei "Stromnetz Berlin" bleiben?

  8. 49.

    Wer bezahlt jetzt Stromnetz und deren Anlagen (Errichtung und Instandhaltung ) und Personalkosten? Wo soll jetzt Geld übrig bleiben, das anderen Dingen zu Gute kommt? Ich sehe nur Mehrkosten für Berlin.

  9. 48.

    Wie ist denn das Verhältnis zwischen Erlös Verkauf / Kosten Kauf in Zahlen ?

  10. 47.

    Die Meinungen hier in den Beitragsbäumen schwanken zwischen "Vattenfall hat alles auf Vordermann gebracht" bis "Vattenfall hat alles heruntergewirtschaftet" ... jeweils ohne Belege. Schwierig also nachzuvollziehen.

    Und sollten in Zukunft weiterhin Überschüsse anfallen, stehen diese dem Senat für andere Dinge zur Verfügung und kommen den Berlinern wieder zu Gute. Das scheint mir vernünftiger, als der Export in den schwedischen Staatshaushalt.

  11. 46.

    Ich verkaufe billig und kaufe Teuer zurück.... habe ich in der Schule was verpasst. Super RRG Senat. Rechnen 6 setzen. Der Stormkunde darf die Suppe wieder auslöffeln.

  12. 45.

    Weil jetzt Milliarden für den Kauf aufgewendet werden der keinem etwas bringt. Woher nimmt das Land Berlin die Kompetenz zum Betrieb einer kritischen Infrastruktur? Alles Stromnetzexperten im Senat die den regulären Ablauf der Energieverteilung zum kleinsten Preis beaufsichtigen?

    Wahrscheinlich hätte Vattenfall noch 100 Jahre das Stromnetz noch betreiben können, bis sich die 2 Milliarden Kaufpreis amortisieren. Angenommen, dass der (nicht vorhandene) Preisaufschlag von Vattenfall gegenüber den jetzt (sicher nicht) sinkenden Preisen vorhanden ist.



  13. 44.

    Der Private den Sie benennen hat die marode Infrastruktur der Bewag auf neusten Stand gebracht. Was glauben Sie eigentlich was Berlin vor hat?? Keine Gewinnerzielung? Ist der Kauf rein sozialistische Motivation?

  14. 43.

    "Das Problem was Berlin hat wird durch jetzige Situation nicht behoben sondern verschärft."

    Inwiefern? Weil die Stadt generell schlecht arbeitet? Weil es Geld kostet die Hoheit über das Netz zu bekommen? Weil ...?

    Ich sehe Vorteile und eine spannende gestalterische Aufgabe, weil es bessere Anspruchdurchsetzung für alle Netznutzer geben sollte und das das Berliner Stromnetz vor neuen Herausforderungen stellt. Leitungen werden dann eher nach Bedarf statt nach Profit geplant. Einzelne Wohnhäuser können mit entsprechenden Anlage selbst zu Einspeisern werden. Es können neue Zwischengesellschaften für Mikroeinspeiser gegründet werden, die bündeln für die Börse. Mit Grid 2.0 und den erwartbaren Weiterentwicklungen hochkomplex aber im Gegensatz zu früher machbar. IT macht es möglich. Energiespeicher sind in Berlin scheinbar längst im Bau. Damit wird Berlin einen Teil seiner Energie selbst erzeugen können.

  15. 42.

    Mal davon abgesehen, dass der Bund der Steuerzahler kein Kontrollgremium sondern ein Lobbyverein ist: Warum sollte Rekommunalisierung eine mißbräuchliche Verwendung von Steuergeldern sein?

  16. 41.

    Was haben wir davon ... eine kritische Infrastruktur, die nicht mehr in den Händen eines privaten Unternehmens liegt, dessen Geschäftsziel Gewinnerzielung ist. Und nicht vorrangig Netzsicherheit.

  17. 40.

    Es bleibt weiterhin die "Stromnetz Berlin GmbH". Woher beziehen Sie die Information der Verbeamtung der Mitarbeiter?

  18. 39.

    Wir haben ja das Geld in Berlin und können es einfach so für Prestigeprojekte rausballern. Fehlt nur noch, dass die Angestellten jetzt auch noch alle verbeamtet werden. Dieser Ignoranz und Hochnäsigkeit mit der das Geld, das ich hart erarbeite, und das dann als Steuern an den Staat treuhänderisch zur Erfüllung der Aufgaben fließt, sollte Einhalt geboten werden. Hier sollte z.B. ähnlich dem Bund der Steuerzahler ein Kontrollgremium die Mittelverwendung prüfen und bei missbräuchlicher Verwendung diese von den Verursachern zurückfordern können.

  19. 38.

    Beides wurde vor Jahren doch getrennt, in Energieerzeuger Vattenfall und Netzbetreiber 50hertz . Das Problem was Berlin hat wird durch jetzige Situation nicht behoben sondern verschärft.

  20. 36.

    Und was haben wir jetzt von dieser sinnlosen Kompetenzschieberei?? Wir müssen trotzdem den Weg des Stroms nach Berlin bezahlen.

  21. 35.

    "Ich denke mal, was auch immer dieser Netz-Deal sein soll, kann am Ende nicht preisweiter für Firmen- oder Privat-Kunden sein, da Berlin sich nicht selbst versorgen kann."

    Es befördert reellen Wettbewerb, weil der Hauptstromverkäufer nicht auch noch der Netzbesitzer ist und die Durchleitungspreise für die Mitwettbewerber bestimmt. Auf die Art hatte Vattenfall einen indirekten Einfluss auf alle Strompreise in der Stadt egal von welchem Anbieter. Derartige Monopolstellungen erzeugen hohe Strompreise und Bundesgesetze haben bisher nicht wirklich viel dafür getan solche Monopole zu begrenzen (eher umgekehrt).
    Über Infrastruktur kann man Macht ausüben. Deswegen ist es wichtig die Diensteanbieter und die Infrastrukturanbieter zu trennen. Mehrere Infrastrukturnetze im gleichen Gebiet anzubieten ist unökonomisch, unökologisch und Platzverschwendung.

  22. 34.

    Können Sie Zahlen nennen, wonach der Kauf "vollkommen überteuert" ist?

  23. 33.

    Nochmals: Ein Stromliefervertrag - egal mit welchem Anbieter - ist von dem Betreiberwechsel des Berliner Stromnetzes nicht betroffen.

    Es geht hier nicht um Stromerzeugung, bei der ein Wettbewerb zwischen mehreren Anbietern möglich ist, sondern um die Infrastruktur zur Stromverteilung in Berlin, die der Daseinsvorsorge dient und welche somit sinnvollerweise in die Kontrolle der öffentlichen Hand gehört.

  24. 32.

    Ob der Strom wohl preislich sinken wird wage ich zu bezweifeln. Auch die Stadt muss damit Geld verdienen. Leider haben wir in Deutschland insgesamt gesehen schon die höchsten Strompreise in Europa. Mal abwarten wie es weitergehen wird.

  25. 31.

    Es ändert sich , das Berlin sinnlos weiterer Kredite nimmt und ohne jegliche Perspektive vollkommen überteuert das Netz kauft und bald bestimmt nur weiter Verluste schreiben wird.

  26. 30.

    Nicht nur der Klimaschutz kann potenziell verbessert werden, sondern auch die Strom-Qualität, geheimdienstliche Manipulationen durch digitale Wechselrichter werden ausgeschlossen.
    Außerdem wird der Datenschutz verbessert, wenn Land Berlin und die Berliner Kommunen weder selbst das Stromnetz kontrollieren: Heimliche Übertragung von rechtswidrig erhobenen Video-Überwachungsdaten und ähnlichem per Powerline im industriellen Maßstab wird zukünftig wieder ausgeschlossen sein. Das ist doch positiv, aber wie viele Datenschutz-Beschwerden waren dafür nötig?

  27. 29.

    Sehr gut für den Wettbewerb. So ist nicht mehr jeder Mensch in der Stadt von Vattenfall abhängig. Ob das eine Auswirkung auf die Strompreise hat wird sich zeigen. Es könnte sein, dass gerade kleinere Anbieter bessere Preise liefern können wenn die Diskrimminierungsfrei routen können.

  28. 28.

    Schöne Wählertäuschung. Der Strom kommt größtenteils trotzdem von Vattenfall aus dem ehemaligen DDR Gebiet. Für diese Leitungen wird nach wie vor eine " Maut" fällig.

  29. 27.

    Danke die einzig sinnvolle Antwort hier.
    Die Definition habe ich begriffen, aber Berlin hat keine ausreichend stromerzeugenden Kraftwerke.
    Also werden über das Teil-Bundesgebiet ex DDR, verwaltet von Transmission 50hertz (Übertragungsnetzbetreiber), die Netz-Entgelte vom Stromerzeuger Vattenfall (!) nach Berlin zum Kunden weiterhin fällig.
    Also kann man gleich letztlich Vattenfall-Kunde bleiben, falls man nicht zwangsgekündigt wird.
    Man kann ja auch in Berlin z.B. e-on, RWE oder EnBW Kunde sein, schnurz...
    Ich denke mal, was auch immer dieser Netz-Deal sein soll, kann am Ende nicht preisweiter für Firmen- oder Privat-Kunden sein, da Berlin sich nicht selbst versorgen kann.
    Es sei denn sie wollen "Stromkosten" z.B. für Berliner Firmen die nach Bedarf statt nach Verbrauch bezahlen (Haupttarif/Nebentarif für Lastspitzen) "im eigenen Netz" subventionieren (wie z.B. Bahnenergieversorgungsanlagen der BVG) was vorher als Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin nicht möglich war.

  30. 26.
    Antwort auf [Gary Snail] vom 01.07.2021 um 10:08

    Als die BEWAG verscherbelt wurde, war E. Diepgen Regierender. Experte halt.

  31. 25.

    Sie haben Recht, das Stromnetz erzeugt keine elektrische Energie. Aber warum spricht dies gegen die Rekommunalisierung dieser für die Verteilung kritischen Infrastruktur ?

  32. 24.

    „Den früheren Konservativen“ ?? Die Bewag wurde von Frau Fugmann-Hesing (SPD) verscherbelt.

  33. 23.

    Unverständlich das man sich dadurch irgendeine Änderung verspricht. Es wurde nur das Netz zurück gekauft. Jeder Stromkunde bleibt weiter Kunde bei der Firma wo er vorher war und kann seinen Stromlieferanten frei wählen.

    Die Netzdurchleitung macht rund 30% vom Strompreis aus und wird über den Stromanbieter bei dem man den Vertrag hat an den Netzbetreiber gezahlt. Diese Netzdurchleitungsgebühren müssen von der Bundesnetzagentur geprüft und genehmigt werden. Dabei gilt ein Best-Practice System, d. h. man muss sich an den preiswertesten Betreibern messen lassen und kann nicht einfach verlangen was man möchte. Durch den Wechsel von Vattenfall an Berlin ändert sich erst einmal gar nichts.

  34. 22.

    Selbstständiger,
    "..Erstens, Unternehmen müssen Gewinne erwirtschaften. Vom Wollen kann keine Rede sein. Und sie müssen es weil es ihr Ziel ist. Der Fiskus sieht es gar nicht gerne wenn ein Unternehmen versucht den besteuerbaren Gewinn zu minimieren..."
    Von Gewinnminimierung kann keine Rede sein.Gewinne sind erstrebenswert, klar, aber private gehen auf Gewinnmaximierung. Und, wie Sie zu suggerieren versuchen, der Fiskus drängt bestimmt nicht auf Gewinnmaximierung,der will nur Steuern auf Gewinne. Und Gewinne, die in Betriebseigentum investiert werden sind sogar steuerlich absetzbar. Was meinen Sie denn, warum so große Konzerne kaum Steuern bezahlen? Hat der Fiskus ja auch nichts von.
    Sagen Sie, glauben Sie den Unsinn, den Sie hier schreiben oder schwadronieren Sie nur mit Unwissen.
    Übrigens, auch hier in Leipzig arbeiten die Stadtwerke mit Gewinn, sogar so gut, dass damit auch andere städtische Betriebe, wie die lvb, lässig unterstützt werden können...

  35. 21.

    Lt. berlin.de ist vorgesehen ist, dass nicht nur die Stromnetz Berlin GmbH mit ihren derzeitigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Verantwortungsbereich des Landes Berlin übergeht, sondern dass im Rahmen einer Ausgliederung (Carve-Out) weitere Beschäftigte aus dem Vattenfall-Konzern, die schon bisher Service-Aufgaben für die Stromnetz Berlin GmbH wahrgenommen haben, ebenfalls in die Gesellschaft wechseln, um so unmittelbar und auch künftig die Arbeitsfähigkeit der Stromnetz Berlin GmbH sicherzustellen.

    So zumindest der Plan um eben auch Know-How zu transferieren ... gibt es aktuelle andere Entwicklungen ?

  36. 20.

    Das eine sind die Stromgestehungskosten, das andere die Netzentgelte. Letztere machen aktuell ungefähr 8-10 ct je kWh aus, verteilt über alle Netzbetreiber vom Kraftwerk bis zu Ihnen nach Hause.

  37. 19.

    In der Meinung von "MatzeP." sieht man das grundlegende Missverständnis, das den Rückkauf bestimmt und schon für den gescheiterten Volksentscheid bestimmend war. Das Stromnetz und die jetzt re-kommunalisierte Firma Stromnetz Berlin haben mit der Grundversorgung in Berlin null und nichts zu tun. Grundversorger ist und bleibt die Vattenfall-Tochter "Vattenfall Europe Sales GmbH". Der Grundversorger kann auch nicht re-kommunalisiert werden. Aber wie schön wäre es, wenn jemand in der Berliner Politik sich ehrlich machen würde und zugeben, dass man bloß die Gesellschaft, die für das Verlegen der Stromkabel, die Anschlüsse und Die Stromzähler zuständig ist, zurückgekauft hat - für 2 Milliarden. Das Stromnetz verkauft und liefert den Berlinern nicht eine Kilowattstunde Strom, und es dürfte das auch von Gesetzes wegen nicht.

  38. 18.

    Sie glauben doch nicht wirklich das Berlin den Strom zum Selbstkostenpreis abgeben wird oder kann? Natürlich wollen und müssen die ebenfalls Gewinn erzielen.

  39. 16.

    Naja, so ganz stimmt das nicht, dass "eine weitere Privatisierung landeseigener Betriebe rückgängig gemacht worden" ist. Damals wurde die Bewag für einen Appel und nen Ei verhökert. Ein vollintegrierter Betrieb mit sämtlichen Funktionen und mit voller Wertschöpfung von Erzeugung über Vertrieb und Netzbetrieb. Ein Betrieb, dessen Knowhow auch direkt in angrenzenden Geschäftsfeldern wie der Öffentlichen Beleuchtung eingesetzt wurde. Zurückgeholt wurde jetzt das Netz. In dem diskriminierungsfrei alles durchgeleitet werden muss. Mit dem Stromverkauf oder erst recht der -erzeugung hat das nichts zu tun und eröffnet auch keine Einflussmöglichkeiten in dieser Richtung. Die Gesamtheit des Vattenfall-Geschäfts in Berlin hätte man zurückkaufen müssen, wenn der unselige Verkauf von damals hätte zurückgedreht werden sollen. Damit wäre auch poltiischer Einfluss auf die Erzeugung vor Ort gesichert worden.

  40. 15.

    Der Eigentumswechsel des Netzes berührt nicht den Vertrag mit Ihrem Stromlieferanten, dem Erzeuger des von Ihnen verbrauchten Stromes.

    Es geht hier also nicht um eine Gesellschaft, vond der Sie Strom beziehen.

  41. 14.

    Ich glaube Sie verwechseln hier etwas. Gemeint ist das technische Know-How. Es ist auch damit zu rechnen, dass die Netzgebühren auf der Stromrechnung sich bemerkbar machen werden, da natürlich die Berliner Bürger die Ineffizent von Behörden und Verwaltungen (gegenüber von privaten Unternehmen) bezahlen müssen.

  42. 13.

    Berta,
    viel Geld für "nichts"? Na denne, ich möchte Sie sehen, wenn Sie auf das "Nichts" verzichten müssen. Naja, da bleiben uns Ihre häufigen sinnfreien Kommentare erspart. Schlimm genug, dass die früheren Konservativen Landeseigentum, und Strom zähle ich zur Daseinsvorsorge, verscherbelt haben. Und gerade die regen sich auf? Schon ziemlich dummdreist. Bei der neoliberalen afd wären wahrscheinlich schon "10 Euro zuviel", Hauptsache, sie sagen auch was. Vielleicht taxiert man ja mal die Energieinfrastruktur von Berlin, mit allem drum und dran, könnte durchaus mehr, als die über 2 Mrd sein.

  43. 12.

    "In meinen Augen ist es grundlegend zu befürworten, dass die Grundversorgung (Wasser, Strom etc.) wieder in die öffentliche Hand zurückkehrt."
    In meinen auch. Noch besser wäre es allerdings wenn man sie nicht zurückkaufen müsste.

    "Da private Unternehmen Gewinne erwirtschaften wollen, kann es fast nur teurer werden, wenn es privatisiert ist."
    Eindeutig nein. Erstens, Unternehmen müssen Gewinne erwirtschaften. Vom Wollen kann keine Rede sein. Und sie müssen es weil es ihr Ziel ist. Der Fiskus sieht es gar nicht gerne wenn ein Unternehmen versucht den besteuerbaren Gewinn zu minimieren.
    Zweitens, wie glauben Sie eigentlich wird die öffentliche Hand wirtschaften? Mit Verlust? Und woher nimmt sie das Geld für Bedienung der Kredite?

  44. 11.

    Es wurde nur das Netz verkauft. Jeder, der in Berlin ans Netz angeschlossen ist, muss (über seinen Stromanbieter) Netzentgelte bezahlen. Es gehört zu den zahlreichen, mäßig erfolgreichen Versuchen, das Spiel der Monopolisten zu unterbinden, dass einst die Trennung von Netz und Vertrieb vorgeschrieben wurde.

  45. 10.

    Leben Sie auf den Mond?
    Die Zeiten sind lange vorbei dass nur Private Gewinn erzielen wollen der Senat will auch Gewinn erzielen und noch mehr wie Private.
    Durch diese Rückkäufe fliesst doch viel Geld das Sie und wir alle am Ende bezahlen müssen.

  46. 9.

    Es geht um das Stromnetz; die "Leitungen" - nicht den Strom bzw. Stromanbieter bzw. -verkäufer. Sie sind in diesem Fall kein Kunde von Vattenfall.

  47. 8.

    Na da hat sich doch für Vattenfall das Geschäft super gelohnt.

  48. 7.
    Antwort auf [Gary Snail] vom 01.07.2021 um 10:08

    "Aber wie gewählt, so geliefert!"

    Also ich hab die Politiker nicht gewählt, die das Stromnetz billig verkauft haben.

    Und ihrer neoliberalen Ideologie zufolge ist Rekommunalisierung nur möglich, wenn die Preise niedrieger sind als beim Verkauf.

  49. 6.

    Was soll jetzt nochmal besser sein als vorher ausser das wieder mehr Schulden gemacht werden für nichts.

  50. 5.

    Kai Wegner befürchtet, dass das " Know How " verspielt wird. Das bedeutet übersetzt, dass das Wissen wie die Unternehmen möglichst hohen Profit erzeugen können nicht mehr weiter optimiert wird.

  51. 4.

    Hin und her, macht Taschen leer… Wieviel hat den das Land Berlin damals für den Verkauf an Vattenfall bekommen? Ist das auch wieder Augenwischerei wie der Rückkauf der Wohnungen von der Deutsche Wohnen?

  52. 3.

    In meinen Augen ist es grundlegend zu befürworten, dass die Grundversorgung (Wasser, Strom etc.) wieder in die öffentliche Hand zurückkehrt. Da private Unternehmen Gewinne erwirtschaften wollen, kann es fast nur teurer werden, wenn es privatisiert ist.

    "Zu hoch" erscheint der Preis auch nicht, wenn man einrechnet, was man damals für den Verkauf bekommen hat und dass in der Zwischenzeit auch ins Netz investiert wurde.

  53. 2.

    Kein gutes Geschäft was RRG da gemacht hat. Ich frage mich wo Berlin das Geld hernimmt.
    Die Kunden werden das wieder bezahlen müssen.

  54. 1.

    Mal eine Frage: Was ist wenn man gar nicht "wechselt", bleibt man doch Vattenfall-Kunde... Der Strom, bis auf Müllverbrennung, kommt sowieso aus Brandenburg und MV im Bundesgebiet (Vattenfall), kann ja eigentlich ab nun nur teurer werden.
    Also wie kommt "Berlin Strom" an die Kunden?

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