Tipps und Erklärungen - So klappt die Wohnungssuche online am besten

Symbobild: Eine junge Frau sitzt in ihrer Wohnung mit einem Laptop und schaut auf ihr Smartphone. (Quelle: dpa/Sven Simon)
Videografik: Abendschau | Marek Walde | Bild: dpa/Sven Simon

Sie wollen raus aus der Wohnung oder suchen dringend ein Quartier - dafür ist die Online-Wohnungssuche ideal. Doch es gibt Fallstricke. Marek Walde über Tipps, Tricks und einen vielleicht weniger bekannten Weg.

Wohnungsanzeigen in der Zeitung? Fehlanzeige! Auch die Suche am Laternenpfahl bringt kaum etwas. Aber auf großen Onlineplattformen gibt es jede Menge Angebote. Doch selbst mit Premiummitgliedschaft hält sich die Resonanz oft in Grenzen. 

Besonders junge Menschen versuchen darum ihr Glück in den sozialen Netzwerken. Hier ein kleiner Check der verschiedenen Plattformen.

Instagram - Suche über die "Story-Funktion"

Bei Instagram können Wohnungsanbietende und -suchende vor allem von ihrem persönlichen Netzwerk profitieren. Es ist wichtig, mit möglichst vielen Menschen vernetzt zu sein. Die Wohnungssuche auf der Fotoplattform läuft in der Regel über die "Story-Funktion". Wird eine Wohnung gesucht, so wird das Gesuch in einem kleinen Text formuliert und dieser in der Story gepostet. Diese Story können dann alle Personen sehen, die dem Account folgen.

Meistens wird auch darum gebeten, dass ihre Abonnenten das Wohnungsgesuch auch in ihren eigenen Stories posten. So können noch mehr Menschen erreicht werden. Mit etwas Glück sieht das Wohnungsgesuch dann eine Person, die gerade eine Wohnung zu vermieten hat – oder jemanden mit einer freien Wohnung kennt. Über die Chatfunktion kann sich dann privat ausgetauscht werden. Je größer das Netzwerk, desto größer also die Erfolgschancen.

Die Fallstricke von Untervermietungen

Der Berliner Mieterverein warnt vor Untervermietungen. Es sei sehr wichtig, immer den Vermieter mit einzubeziehen. Untermieter sind gegenüber dem Hauptmieter rechtlich schlechter gestellt, und bei einer vom Vermieter nicht genehmigten Untervermietung kann schnell eine Kündigung drohen.

Reiner Wild, Geschäftsführer des Berliner Mieterverein erklärt die feinen Unterschiede: Grundsätzlich ist es eine Chance, wenn ein Mieter die Möglichkeit hat, einen Nachmieter zu bestellen. Zwar könne man auch über die sozialen Medien einen Folgemieter suchen, doch müsse man immer beachten, dass natürlich der Vertrag mit dem Vermieter gemacht wird und deswegen ist am Ende entscheidend, wem der Vermieter zustimmt."

Wenn kein Hauptmietvertrag entstehen soll, sondern nur ein Untermietverhältnis, müsse eine Genehmigung zur Untervermietung vom Vermieter vorliegen, betont Wild. Andernfalls bestehe ein hohes Risiko, dass man den Wohnraum bald verliert, weil dem Hauptmieter die Untermiete untersagt wird.

Facebook: Wohnungssuche über Gruppen

Auch bei Facebook kann man sich mit sehr vielen Menschen vernetzen, die Suche läuft aber ganz anders ab: zumeist über Gruppen, in denen Wohnungsangebote und Wohnungsgesuche gebündelt werden. In Berlin gibt es gleich mehrere große Gruppen, teilweise mit über einhunderttausend Mitgliedern. Auch in vielen kleineren Städten in der Region gibt es solche Gruppen inzwischen.

Wer ein passendes Angebot entdeckt, kann der vermietenden Person über die Chatfunktion eine Direktnachricht schicken. Oft ist es sinnvoll, unter dem Posting noch einen kleinen Kommentar zu hinterlassen ("Ich habe Ihnen eine private Nachricht geschrieben"), da Direktnachrichten bei Facebook teilweise nicht korrekt angezeigt werden, wenn man mit der Person nicht "befreundet" ist. Von Freundschaftsanfragen sollte dennoch abgesehen werden.

Die Fallstricke

Wichtig ist es hier, möglichst viele verschiedene Gruppen im Blick zu behalten, schnell zu reagieren und keinem unseriösen Angebot zu vertrauen - also immer misstrauisch zu bleiben.

Reiner Wild nennt einige der größten Fallstricke: "Auf jeden Fall sollte man keinerlei Zahlung leisten, bevor man die Wohnung bezieht, das ist ein hohes Risiko. Auch Schlüssel sollte man nicht mit irgendwelchen Geldern bezahlen, sondern wirklich nur, wenn man in die Wohnung hineingeht. Darauf sollte jeder achten, auch hier werden leider sehr viele Geschäfte gemacht."

Bei Facebook kann man aber nicht nur auf Wohnungsangebote reagieren, sondern auch eigene Wohnungsgesuche in ein oder mehrere Gruppen posten. Oft kann es sinnvoll sein, dem Gesuch einen kurzen Steckbrief beizufügen, damit die potenziellen Vermieter:innen einen ersten Eindruck gewinnen können. Die Suchanfrage kann dann zusätzlich mit den eigenen Freunden geteilt werden, sodass auch das private Umfeld informiert ist und die Augen bei der Suche mit aufhalten kann.

Es sollte in der Kommunikation immer auf die Privatsphäre-Einstellungen geachtet werden und sichergestellt werden, dass das eigene Profil einen seriösen Eindruck erweckt. Längst vergessene Party-Bilder aus der Vergangenheit können bei der Wohnungssuche schnell zum Problem werden.

Symbolbild: Wohnungssuche auf nebenan.de im Juli 2021. (Quelle: nebenan.de)

Nebenan.de: Verbindung zur direkten Nachbarschaft

Ein noch nicht ganz so weit verbreiteter Weg ist die Wohnungssuche über die Plattform "nebenan.de". Das ist besonders dann interessant, wenn man zwar eine neue Wohnung braucht, gleichzeitig aber in der bisherigen Nachbarschaft bleiben möchte.

"Nebenan.de" stellt in gewisser weise auch ein soziales Netzwerk dar. Es geht nicht darum, sich mit allen Freunden auf der ganzen Welt zu vernetzen, sondern um die Verbindung zu der direkten Nachbarschaft. Wer in einer Nachbarschaft angemeldet ist, kann eine Suchanfrage posten. In diese schreibt man, wer man ist und was man sucht.

Außerdem gibt bei "nebenan.de" einen virtuellen Marktplatz. Auf diesem können Menschen zum Beispiel posten, dass sie eine Nachmieterin oder einen Nachmieter suchen. Dabei muss man allerdings immer beachten, dass dabei auch immer der Vermieter einbezogen werden muss.

Einfach in der Wunschnachbarschaft anmelden funktioniert aber bei "nebenan.de" nicht. Bei dem Portal muss sich mit echtem Namen und echter Adresse angemeldet werden, welche auch verifiziert werden muss. So wird sichergestellt, dass nur "echte" Nachbarinnen und Nachbarn Zugriff auf die Nachbarschaft erhalten.

Die Suche bei "nebenan.de" funktioniert vom Prinzip ähnlich wie die Wohnungssuche über Facebook, nur kann gezielter und persönlicher im direkten Umfeld gesucht werden.

Fazit

Die Wohnungssuche über die sozialen Medien stellt einen weiteren Baustein bei der Wohnungssuche dar, eine Erfolgsgarantie gibt es aber keineswegs. Am Ende ist die erfolgreiche Wohnungssuche auch immer Glückssache. Bleiben Sie also flexibel, halten Sie Augen und Ohren offen und versuchen Sie, möglichst schnell zu reagieren, dann klappt es vielleicht beim nächsten Mal mit der Wohnungssuche.

 

Sendung: Abendschau, 06.07.2021, 19:30 Uhr

Beitrag von Marek Walde

4 Kommentare

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  1. 4.

    Mit Vit. B ging in der DDR fast alles. Nun sind wir da wieder angelangt. Aber es scheint nur mit höherem Einsatz zu funktionieren. In der DDR wusch die eine Hand die andere. Mitunter reichte auch ein Päckchen "Westkaffee".

  2. 3.

    Heute wie auch früher und schon immer. Ohne soziale Kontakte online oder im realen Leben, kommt der Mensch nicht weit. Das ist nichts Neues und wird sich wahrscheinlich auch nie ändern. Wir sind nun mal keine Roboter.

  3. 2.

    Macht in Berlin, zumindest für Firmen, keinen Sinn diesen Verwaltungsaufand zu betreiben. Dafür ist die Nachfrage zu groß und 1000 Anfragen für eine Wohnung sind mindestens genauso leicht zu handhaben. Die im Artikel beschriebenen Möglichkeiten sind vielmehr für kleine Privatvermieter sowie Vermieter im ländlichen Raum sinnvoll. Soziale Netzwerke sind ja ganz allgemein gesprochen auch Bekannt- und Freundschaften (auch jenseits des Internets) insofern wäre das dann auch Vitamin B.

  4. 1.

    es soll ja nun auch vereinzelt menschen geben die nicht diese sozialen netzwerke nutzen. geht denn heute nichts mehr ohne vitamin b?

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