Berlin und Brandenburg - Beschäftigte des Einzelhandels treten erneut in Warnstreik

Beschäftige in Groß- und Einzelhandel stehen bei einem Streik in der Innenstadt. Die Gewerkschaft Verdi hat erneut zum Warnstreik aufgerufen. (Quelle: dpa/Julian Stratenschulte)
Bild: dpa/Julian Stratenschulte

Hunderte Beschäftigte im Berliner und Brandenburger Einzelhandel haben am Freitag im laufenden Tarifstreit der Branche erneut die Arbeit niedergelegt. Bereits ab 4 Uhr morgens hätten erste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Warnstreik begonnen, teilte die Gewerkschaft Verdi mit, die zu dem Streik aufgerufen hatte. Grund dafür sei, dass die Verhandlungen in beiden Bundesländern nicht vorankommen.

Am Vormittag versammelten sich viele der Streikenden auf dem Berliner Breitscheidplatz. "Es sind deutlich mehr Teilnehmer als noch beim ersten Warnstreik", sagte eine Verdi-Sprecherin. Es seien rund 600 Menschen zu der Versammlung gekommen.

Verdi-Forderung: 4,5 Prozent mehr Lohn

Von dem Streik betroffen waren die Handelsketten Rewe, Edeka, Kaufland, Penny sowie Ikea. Verbraucherinnen und Verbraucher dürften von den Aktionen allerdings wenig gespürt haben. Die Läden konnten in der Regel wie gewohnt öffnen, teilte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, mit.

Verdi fordert für mehr als 210.000 Verkäuferinnen und Verkäufer sowie Lagerbeschäftigte in Berlin und Brandenburg 4,5 Prozent mehr Geld, außerdem 45 Euro zusätzlich pro Monat. In der Branche soll außerdem ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde gelten. Die Tarfiverträge sollen eine Laufzeit von neun Monaten haben.

Arbeitgeberseite wies Forderungen zurück

Die Arbeitgeberseite wies das Forderungspaket in der ersten Verhandlungsrunde als zu hoch zurück. Allein Berliner Einzelhändler müssten ihren Beschäftigten damit insgesamt zehn Prozent mehr bezahlen, kritisierte der Handelsverband Berlin-Brandenburg. Die zweite Verhandlungsrunde ist für den 30. Juli angesetzt.

Erste Warnstreiks hatte es bereits Anfang Juli gegeben, vor geschlossenen Supermärkten standen die Kundinnen und Kunden allerdings nirgendwo. Die Arbeitgeberseite hatte Warnstreiks zu diesem frühen Zeitpunkt damals kritisiert.

Sendung: Antenne Brandenburg, 23.07.2021, 7:17 Uhr

10 Kommentare

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  1. 10.

    Jeder Mensch hat in der Schule gelernt, dass das größte Kapital die eigene Arbeitskraft ist und die muss man höchst möglich verkaufen. Ebenso macht das der Unternehmer, er will höchst möglichen Profit und dafür wenig finanziellen Einsatz. Am besten eine Arbeitskraft, einmal Sozialabgaben und diese eine Arbeitskraft für 2 arbeiten lassen. Ein gängiges Prinzip in vielen Branchen. Solidarität mit allen unterbezahlten arbeitenden Menschen.

  2. 9.

    Lebensmittel online kaufen?Nein danke.Übrigens,meine Tochter arbeitet im Lebensmittelhandel und würde sich über etwas mehr Geld freuen.

  3. 8.

    Damit Sie Lebensmittel noch 2 c billiger das Kilo kaufen können? Die Menschen kaufen gern persönlich ein. Die Arbeit ist schwer und schlecht bezahlt. Die Forderungen sind berechtigt.

  4. 7.

    Ich hab Lebensmittel auch noch nie online gekauft; ich will die Ware anfassen können. Eine Ausnahme würde ich aber machen: bei Lebensmitteln, an die ich sonst nicht rankomme. Z.B. von Hofläden in Brandenburg, bei denen ich nicht so schnell mal eben hinfahren kann. Viele haben einen Onlineshop. Da könnte ich es mir vorstellen.

  5. 6.

    Lebensmittel kauf ich auch nur selber. Online geht gar nicht. Alles andere ist noch ok. Aber die großen Firmen verdienen sich groß und der angestellte bleibt auf der Strecke wie immer.

  6. 5.

    Wenn man will findet man immer einen Grund warum gerade jetzt ein Streik völlig ausgeschlossen ist.

  7. 4.

    Ich habe noch nie in meinen Leben Lebensmittel online gekauft, bei der Auswahl an Supermärkten in Berlin und Servicewüste Ikea mag ich nicht mehr.

  8. 3.

    Das hat wohl nichts mit Ast Sägen zu tun.Die kosten steigen überall mehr, Tarif null runden ist kein Mittel die Leute im Einzelhandel zu halten, wäre wichtig.Gibt ja genug Leute die auch Samstag Abend nach 20.00 Uhr noch frische Brötchen erwarten.Das muss vernünftig entlohnt werden.Schade für alle die immer nur denken die doofen Verkäufer können rund um die Uhr sich die Launen der „netten “ Kunden gefallen lassen.

  9. 2.

    In Zeiten des boomenden Onlinehandels, sollte man nicht noch am Ast sägen auf dem man sitzt. Da sollten die Gewerkschaften ihrer Klientel mal die Augen öffnen!

  10. 1.

    Wünsche den Streikenden viel Erfolg!

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