Streik der GDL - Lokführerstreik führt zu massiven Ausfälle bei S-Bahn und Fernverkehr

Bahnstreik (Quelle: rbb)
Video: Abendschau | 23.08.2021 | Roger Schneider, Max Kell | Bild: rbb

Mehrere Regionalbahnen verkehren gar nicht. Auch Berliner S-Bahn-Linien sind lahmgelegt oder fahren nur im 20-Minuten-Takt: Durch den Streik der Lokführer gibt es auch in Berlin und Brandenburg starke Einschränkungen im Bahnverkehr.

Der erneute Warnstreik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn (DB) hat erneut zu massiven Beeinträchtigungen im Fern- und Nahverkehr geführt.

Viele Ausfälle bei S-Bahn und Fernverkehr

Auch in Berlin und Brandenburg war der Bahnverkehr massiv beeinträchtigt. So fielen bei der Berliner S-Bahn sechs Linien komplett aus, darunter die Ringbahn-Linien S41 und S42. Weiter bedient wurden vor allem die S-Bahn-Linien, die bis in die Randbezirke reichen - allerdings nur im 20-Minuten-Takt und mit teilweise veränderten Start- und Endhaltestellen.

Im Regionalverkehr fielen die Linien RB10/14, RB13, RB20, RB21, RB22, RB31, RB49, RB55 und RE/RB66 aus, genauso wie der Flughafenexpress FEX.

Nach Angaben der Bahn sind durch den Streik bundesweit nur rund 40 Prozent der planmäßig vorgesehenen S-Bahnen und Regionalzüge unterwegs. Hier schwanke allerdings die Anzahl der angebotenen Züge je nach Region stark. Ein Streikschwerpunkt liegt demnach in den östlichen Bundesländern. Im Fernverkehr können laut Bahn nur 30 Prozent der Züge angeboten werden.

Wie die Bahn am Montag mitteilte, läuft ein "Grundangebot" des Konzerns dennoch stabil, zudem seien zwischen zahlreichen Großstädten zusätzlich Busse als Ersatz für ausfallende Züge im Einsatz.

Busse und Straßen in Berlin voller als sonst

Nicht vom Streik betroffen waren die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Busse, Trams und U-Bahnen hatten nach Unternehmensangaben jedoch mehr Fahrgäste als üblich. Dadurch seien vereinzelte Verspätungen von meheren Minuten entstanden. Den Umstieg aufs Rad erschwerte am Montagmorgen anhaltender Regen.

Nicht bestreikt wurden außerdem Konkurrenten der Deutschen Bahn, im Personenverkehr etwa die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (Odeg) und die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB). Wie die NEB mitteilte, gab es zunächst keine Einschränkungen, sie konnten aber nicht völlig ausgeschlossen werden.

Polnische Pendler stranden in Frankfurt (Oder)

In Frankfurt (Oder) und Erkner war die Lage auf den Bahnhöfen am Morgen relativ ruhig, viele Pendler hatten sich offenbar auf den Streik eingestellt. Lediglich einige Pendler aus Polen, die mit dem Zug zur Arbeit nach Berlin fahren wollten, strandeten in der Frankfurter Bahnhofshalle. Nach Aussage der Reisenden ist die Information über den Streik nicht bis nach Polen vorgedrungen.

GDL lehnt aktuelles Angebot der Bahn ab

Ein Versuch der Bahn, den Streik mit einem weiteren Tarifvorschlag abzuwenden, war am Sonntag gescheitert. Der Konzern stellte unter anderem Verhandlungen über eine von der GDL geforderte Corona-Prämie für die Beschäftigten in Aussicht. Noch am Sonntagnachmittag lehnte Gewerkschaftschef Claus Weselsky das Angebot ab. "Man muss doch wenigstens eine Zahl nennen", sagte er am Montagmorgen im ZDF-"Morgenmagazin. "Ich schicke meine Leute auf die Züge, um anschließend festzustellen, dass das Angebot für eine Corona-Prämie bei Eins ist? Das fällt aus."

Ein Bahnsprecher nannte das Verhalten der Gewerkschaft verantwortungslos. Er verwies außerdem auf das Angebot der Deutschen Bahn, mit der GDL über eine Corona-Prämie für die Beschäftigten zu sprechen.

Die GDL fordert neben 3,2 Prozent mehr Geld unter anderem auch eine Corona-Prämie in Höhe von 600 Euro. Weselsky betonte erneut, dass ein verbessertes Angebot der Deutschen Bahn Voraussetzung für weitere Verhandlungen sei.

Sendung: Abendschau, 23.08.2021, 19:30 Uhr

12 Kommentare

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  1. 12.

    Ich wünsche mir, das die Bahn hart bleibt und alle Register des Arbeitskampfes zieht, die sie hat.
    Es ist doch kein Kampf, wenn immer nur eine Seite "blank zieht".
    Es erweckt bei mir eher den Eindruck, das ist alles abgesprochen, die Bahn hat doch nichts zu verlieren, sie erhöht danach die Preise und gut ist, was Anderes bleibt ihr ja auch nicht übrig, dieses Spiel läuft doch so seit jeher.

  2. 11.

    Ich habe selbst Kinder ,aber gut ,ihr meint halt ihr hättet den schlimmsten Job der Welt.Meine Kinder waren in der Kita, im Notbetrieb ,während dem ich zur Arbeit war ,allerdings im kurzarbeit ,aber da hat der bahner ja kein Problem mit
    Ich wäre froh ,ich hätte während corona in vollzeit arbeiten können wir der bahner ,und hätte das volle Gehalt bekommen
    Und ich habe keine coronaprämie, und da spreche ich nicht für mich alleine
    Übrigens ,Homeoffice ist für sehr viele Menschen ein Problem
    Viele bekommen wegen Homeoffice Depressionen usw.
    Es ist eine bodenlose Frechheit ,das von Seiten der gdl Mitglieder Homeoffice immerwieder wie Urlaub mit voller Bezahlung hingestellt wird ,ist es aber nicht ,zumal es um reinen Gesundheitsschutz ging ,diese Risiken gibt es bei der Bahn allenfalls bei Zugbegleiter,, Kundenkontakt,,
    Oder hättet ihr gerne kurzarbeit ,nur 60 bis 63 Prozent eures Gehaltes ,

  3. 10.

    Warum veröffentlicht RBB24 nicht alle Kommentare ,dashier ist eine Fortsetzung eines Kommentares ,den ich vorher geschrieben hatte ,so weiß keine ,was damit gemeint ist
    "Mario" schreibt : Kita Mitarbeiter hätten immer ihr volles Gehalt bekommen ,obwohl sie im Homeoffice daheim sitzen
    Stimmt aber nicht so ganz ,fast alle Kitas hatten einen Notbetrieb eingerichtet

  4. 9.

    Die verbeamteten Kollegen der DB haben alle pünktlich die Corona -Prämie bekommen. Was ist mit Gleichberechtigung? Ah nee. Nie was davon gehört.

  5. 8.

    Die meisten interessieren sich nur dafür, wie sie ihren eigenen Hintern am bequemsten und ungestört von A nach B bekommen. Die interessieren sich nur für ihre eigenen Belange. Die anderer sind ihnen Wurst. Fahrt BVG ! Nutzt eure Radwege. UBER, Roller, Carsharing etc. NEB, Flixtrain.. mehr kenn ich nicht

    Und Kommentator 6) denk mal über das Wort Notbetrieb nach! Die Kitamitarbeiter die ich kenne, saßen fast die komplette Zeit bei vollen Bezügen Zuhause und wir mussten sehen wo wir mit unseren Kindern bleiben und obendrein haben die dann von RRG auch noch Coronaprämie bekommen.
    Norbetrieb gibts ja jetzt bei der Bahn auch also warum dann die Aufregung bei denen?

  6. 7.

    Noch eins an die DB
    In einem Punkt hat Weselsky recht ,es ist nicht in Ordnung ,den Angestellten die Betriebsrente zu kürzen oder gar zu streichen
    Ansonsten überzieht Weselsky komplett

  7. 6.

    Hatte ich glaube vergessen ,die meisten Kitas hatten einen notbetrieb eingerichtet

  8. 5.

    Wenn es Herrn Weselsky tatsächlich um die Sache ginge, müsste er mit der Bahn verhandeln. In Wahrheit gehr es ihm nur um sein Ego, suf Kosten aller Reisenden und Pendler. So sehr sich die Bahn auch bemüht, einen ausgedünnten Notfahrplan aufrechtzuerhalten, kann ihr das nicht ohne Gedränge auf Bahnsteigen und Zügen gelingen. Jeder, der sich jetzt auf dem Weg zur Arbeit oder von der Urlaubsreise zurück mit Covid-19 infiziert, ist Opfer der Verantwortungslosigkeit und Skrupellosigkeit Weselskys.

  9. 4.

    Und der Irrsinn geht weiter!!! Fern jeder Realität wiegelt der Gewerkschaftsboss seine Vasallen weiter auf und es soll sogar Leute geben die das gut finden. Coronaprämie haben ganz andere Menschen verdient, nie und nimmer die Lokführer. Ich hoffe die Bahn bleibt konsequent!!

  10. 3.

    "Peinlich nur, dass eine gemeinsame wissenschaftliche Studie von DB und der Charité Research Organisation keinerlei erhöhtes Erkrankungsrisiko für Fahrgäste und Zugpersonal an COVID19 ergab." schreibt die GDL. Warum dann eine Corona-Prämie?

  11. 2.

    Recht hat die GDL von 10 Punkten zu einem sagen dass man darüber verhandeln würde, ohne konkrete Fakten zu nennen und die anderen 9 ignoriert und meint das wäre ausreichend ist schon reichlich unverschämt. Ohne die Streiks gäbe es nicht mal das heuchlerische Angebot zur Coronaprämie. Die haben ja auch Kitaangestellte in Berlin bekommen obwohl sie anders als die Lokführer bei voller Bezahlung Zuhause saßen und die Eltern sehen mussten wo sie bleiben.
    Wenn meine Fahrkarte abgelaufen ist wie der Tarifvertrag, dann kann ich damit nicht auch noch ein Jahr weiter fahren oder sagen dass ich die neue Fahrkarte erst ab nächstes Jahr bezahle und bis dahin einfach die alte weiter gilt. Geh mal zur BVG verlange eine Jahreskarte und sage „ich zahle später“ die BVG zeigt dir genauso den Vogel.

  12. 1.

    "Man muss doch wenigstens mal eine Zahl nennen "
    " Ich schicke die Leute in die Züge ,und dan ist die Zahl eins"
    Wenn er das Gesprächsangebot angenommen wüsste er jetzt ,was die DB ihm anbieten wollte bestimmt nicht 1 Euro

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